Aus dem Leben gerissen
Shownotes
Was passiert, wenn ein einziger Anruf das eigene Leben vollkommen verändert?
In dieser Folge erzählt Claire vom Suizid ihres jüngeren Bruders. Von einer Sprachnachricht ihres Vaters, die ihr sofort klarmacht, dass etwas Unvorstellbares passiert ist. Und von den Wochen, Monaten und Jahren danach.
Wir sprechen über Schuldgefühle, über die Frage, ob man etwas hätte verhindern können, und darüber, wie schnell man selbst in eine Krise geraten kann, wenn ein nahestehender Mensch sich das Leben nimmt. Claire erzählt offen davon, dass auch sie Suizidgedanken hatte – und warum sie heute überzeugt ist, dass genau darüber gesprochen werden muss.
🔍 Themen dieser Folge 👉 Der Moment, in dem Claire vom Suizid ihres Bruders erfährt 👉 Wie sich Trauer und Schock körperlich anfühlen können 👉 Schuldgefühle und die Frage: „Hätte ich etwas verhindern können?“ 👉 Eigene Suizidgedanken nach dem Verlust ihres Bruders 👉 Warum Begleitung und professionelle Hilfe so wichtig sind 👉 Wie der Arbeitskreis Leben Claire unterstützt hat 👉 Weshalb offenes Sprechen über Suizid Leben retten kann
👤 Über den Gast dieser Folge Zu Gast ist Claire. Vor einigen Jahren verlor sie ihren jüngeren Bruder durch Suizid. Heute engagiert sie sich selbst beim Arbeitskreis Leben und begleitet Menschen in Krisensituationen. In dieser Folge spricht sie offen über ihre eigene Geschichte, ihre Trauer und den langen Weg zurück ins Leben.
🎙️ Host Florian D. Weber – Moderator, Entertainer und seit über 15 Jahren ehrenamtlich in der Krisenintervention und Suizidprävention tätig. Mit „Und plötzlich: Krise“ gibt er Einblicke in Situationen, die sonst verborgen bleiben – und spricht mit Menschen, deren Geschichten bewegen.
⚠️ Inhaltsinformation Diese Folge thematisiert Suizid, Trauer, Schuldgefühle und eigene Suizidgedanken und kann emotional belastend sein.
Solltest du Unterstützung benötigen, findest du anonyme und kostenlose Hilfe bei der Telefonseelsorge:
📞 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 💬 https://www.telefonseelsorge.de/
Weitere Hilfe: ➡️ Arbeitskreis Leben Freiburg: https://akl-freiburg.de/ ➡️ Arbeitskreise Leben BW: https://www.ak-leben.de/
📅 Veröffentlichung Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen, freitags um 7 Uhr.
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Transkript anzeigen
00:00:04: Als Claire an diesem Abend nach Hause kommt, fällt ihr irgendwann das rot blinkende Licht ihres Anrufbeantworters auf.
00:00:12: Claire drückt die Taste zum Anhören der Nachricht und schon nach wenigen Sekunden fährt ihr die Nachricht durch den gesamten
00:00:21: Körper.
00:00:22: Darauf zu hören ist die Stimme ihres Vaters.
00:00:27: Vollkommen aufgelöst wiederholt er immer wieder ihren Namen.
00:00:31: Claire weiß sofort was passiert ist.
00:00:34: Sie läuft ins Badezimmer, wo es hier sinnbildlich den Boden unter den Füßen wegreißt.
00:00:45: Hallo und herzlich willkommen zur heutigen Ausgabe von Und Plötzlich Krise!
00:00:49: Ich freue mich sehr, dass ihr wieder hier rein hört.
00:00:52: In der heutigen Folge unterhalte ich mich mit Claire.
00:00:56: Claire hat vor einigen Jahren ihren Bruder durch Suizid verloren.
00:01:00: Sie selbst lebt in Deutschland während der Rest ihrer Familie in Frankreich lebt.
00:01:05: Vom Tod ihres Bruders hat Claire durch einen Anruf erfahren Ein Anruf, der ihr Leben vollkommen aus der Bahn geworfen hat.
00:01:13: Wie klar mit dieser Situation umgegangen ist, erzählt sie in der heutigen Folge.
00:01:17: Sie erzählt auch wie diese Situation sie an ihrem eigenen Leben hat zweifeln lassen, wie sie heute damit umgeht und was ihr geholfen habt.
00:01:26: An dieser Stelle ein für mich ganz ganz wichtiger Hinweis!
00:01:29: Ihr wisst dass ihr die Informationen zum Inhalt der jeweiligen Folge immer in den Show Notes findet.
00:01:34: Für die heutige Folge möchte ich euch diese Info aber auch hier im Intro noch mal mitgeben.
00:01:39: Wir sprechen heute über den Suizid eines jungen Menschen, Claire wird davon erzählen wie ihr Bruder sich das Leben genommen hat.
00:01:46: außerdem spricht Claire ganz offen und ehrlich darüber dass sie daraufhin Suizide Gedanken hatte.
00:01:52: für diese Ehrlichkeit und diese Offenheit bin ich Claire unglaublich dankbar.
00:01:56: Umso wichtiger ist aber, dass ihr für euch prüft ob ihr das gerade hören könnt.
00:02:01: Wenn es euch selbst grade nicht so gut geht, ihr selbst betroffen seid oder euch aus irgendeinem anderen Grund gerade nicht stabil genug fühlt, das anzuhören dann überspringt diese Folge doch einfach und hört einfach ein andermal wieder rein.
00:02:14: Bitte denkt auch immer dran, dass es Hilfe gibt.
00:02:16: Hilfe bekommt ihr beispielsweise anonym bei der Telefonseelsorge, bei den Beratungsstellen und Online-Angeboten des Arbeitskreis Leben oder ganz vielen anderen Beratungstellen.
00:02:27: Traut euch in jedem Fall diese Hilfe in Anspruch zu nehmen!
00:02:31: Auch darüber wird Claire an der Folge gleich sprechen.
00:02:34: Ich bin Florian de Weber und ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß bei der heutigen Folge mit Claire über den AKL letztendlich kennengelernt, gar nicht weil wir da zusammenarbeiten aber weil der Kontakt darüber entstanden ist.
00:03:10: Genau!
00:03:11: Und weil du und das ist irgendwie finde ich das total schön und bin gespannt ob wir da gleich auch nochmal drauf schauen weil du dich ja selber entschieden hast dich im Arbeitskreis Leben auch zu engagieren mittlerweile?
00:03:22: Ja genau
00:03:23: Er erzählt gerne erst mal ganz kurz, wie ist da der Stand?
00:03:26: Du bist gerade in der Ausbildung richtig.
00:03:27: Ich bin gerade in die Ausbildung.
00:03:29: Ja ich habe mich entschieden mitzumachen weil ich selber davon profitieren durfte von dieser Beratung vom AKL also erst durch eine eins zu eins Beratungen einer Ehrenamtlichen die mich dann ja aufgefangen hat in einer Zeit, wo es mir gar nicht gut ging als ich nach Freiburg gezogen bin.
00:03:55: Und danach durfte ich auch bei einer Trauergruppe, die von Hauptamtlichen angeleitet ist, dann mitmachen Und hab auch sofort gemerkt, wo ich diese ehrenamtliche Person kennengelernt habe, die mich so begleitet hat.
00:04:12: Dann dachte ich, boah, sowas möchte ich auch total gerne machen.
00:04:16: Wenn ich halt mehr innerliche Kraft spüre oder dass ich mehr stabil bin in meinem Leben, dass ich das mal zurückgeben könnte für Menschen, die das brauchen und vielleicht genau das gleiche wie ich erlebt haben ... meine Erfahrung vielleicht brauchen könnten, für sich um mehr Hoffnung zu spüren.
00:04:38: Für das da was noch kommt im Leben?
00:04:41: Ja jetzt hast du im Prinzip schon richtig schön übergeleitet so zwei Angebote schon beschrieben die der Arbeitskreis Leben ja auch hat und das eine ist genau was ich hier auch mache es so diese ehrenamtliche Alltagsbegleitung wo man sich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen einfach mit den Leuten trifft und so ein bisschen guckt, was gerade da liegt.
00:05:00: Das hast du in Anspruch genommen?
00:05:02: Und das andere Angebot ist aber ja eben und auch dass es unglaublich wichtig eine Trauergruppe also sich zusammenzusetzen auch in regelmäßigen Abständen alle zwei Wochen glaube
00:05:14: ich oder
00:05:15: Genau mit anderen Menschen die das gleich oder zumindest ähnliches erlebt haben Sich auszutauschen zu sprechen und einfach zu gucken.
00:05:24: wie kann man sich gegenseitig auch unterstützen.
00:05:27: Da drängt sich ja eine Frage dann tatsächlich auf.
00:05:30: Und das ist die Frage, wie und wieso hast du den Weg zum Arbeitskreisleben gefunden?
00:05:38: Gute Frage!
00:05:40: Wir sind von Sachsen-Anhalt nach Freiburg gezogen oder in der Nähe von Freiburg wohnen wir jetzt.
00:05:48: Ich war von einer Psychotherapeutin in Sachsen Anhalt begleitet nach dem Tod meines Bruders... wirklich gebraucht.
00:05:56: Und vor dem Umzug hat sie mir schon gesagt, Sie sollten sich jetzt schon erkundigen wo Sie dann Unterstützung bekommen wenn Sie umgezogen sind.
00:06:05: und ich wusste einen Therapieplatz zu bekommen ist gar nicht so leicht und Ich werde Hilfe gebrauchen.
00:06:12: also das werde ich nicht alleine hinkriegen oder nur mit meinem Mann zu sprechen.
00:06:17: Das hat mir gar nicht gereicht.
00:06:20: und Dann habe ich im Internet recherchiert und sofort auf den Ackerl gestoßen und hab gedacht, das hört sich richtig spannend an.
00:06:30: Was die da machen oder anbieten?
00:06:32: Und ich möchte mich da
00:06:34: anmelden.".
00:06:34: Das ging sofort ja...
00:06:36: Du hast gerade schon gesagt nach dem Tod deines Bruders vielleicht schauen wir da mal drauf weil es ist ja ... Kein Tod gewesen, also wir hatten einen Vorgespräch vielleicht sagen wir das an der Stelle.
00:06:46: Das heißt du hast mir schon so ein ganz kleines bisschen was erzählt und es ist jetzt kein Tod gewesen auf den du dich hättest vorbereiten können keine lange Krankheit wo man wusste dass wird passieren.
00:06:56: Sondern dein Bruder hat sich das Leben genommen.
00:06:58: genau das ist ein Suizid.
00:07:00: Genau der war neun zehn Und hat sich entschieden aus dem lebenhaus zu treten.
00:07:06: wie hast du das damals mitbekommen?
00:07:09: ich habe damals in Sachsen-Anhalt gelebt und hat einen Anruf von meinem Vater bekommen.
00:07:18: Also es war eine Sprachnachricht tatsächlich, wo er mein Vater mehrmals meinen Namen einfach wiederholt hat und am Weinen war und ich hab sofort gewusst, worum's geht.
00:07:32: Ich habe sofort geahnt bevor er überhaupt richtig was sagen konnte von der Stimmung her, seiner Stimme her weil ich wusste, dass es meinem Bruder gar nicht gut ging.
00:07:45: Genau und hab immer mit dieser Angst gelebt zu dieser Zeit das er was unternehmen könnte.
00:07:52: Wollt aber dran glauben, dass er das nicht machen würde?
00:07:56: Und dass es nur Gedanken bei ihm sind ... Wo es ihm nötig gewesen wäre vielleicht in der Zeit sich dem ... Tod anzunehren, um sein Ja fürs Leben zu finden.
00:08:11: Wie es mir schon in diesem Leben passiert ist.
00:08:14: Ich dachte er findet ein Jahr fürs Leben und braucht sich mit solchen Gedanken auseinanderzusetzen.
00:08:22: Es war eine große Distanz zwischen dir und deinem Bruder.
00:08:25: jetzt rein auf das räumliche weil sonst hattet ihr, das hast du mir auch schon erzählt ein sehr enges Verhältnis.
00:08:32: Absolut!
00:08:33: Ja der lebte in Frankreich zu dieser Zeit und ich in Deutschland und wir waren von der Distanz her sehr weit aber eine sehr große Nähe spirituell oder ich weiß nicht selig auf jeden Fall schon von Anfang an.
00:08:52: Wir haben uns sehr geliebt ist er sofort ein Sonnenschein in meinem Leben gewesen, als er geboren ist.
00:09:00: Ich war fast dreizehn Jahre alt, als ich zur Erde
00:09:03: kam.".
00:09:05: Und jetzt hast du gesagt dass du das selber auch von dir kanntest.
00:09:08: irgendwie so?
00:09:09: Dass man sich mit der Frage weiß gar nicht wie es richtig formulieren soll welchen Wert hat das Leben für mich und ist es nicht...ich formuliere es mal wirklich ganz direkt wäre es nicht besser wenn ich tot wäre?
00:09:21: Das sind ja alles Fragen die sich viele Menschen im Laufe des Lebens glaube ich an irgendeiner Stelle an irgendeinem Punkt mal stellen und du kanntest das von dir.
00:09:29: Und hast so ein bisschen gerade gesagt, du hast angenommen dass es bei deinem Bruder genauso ist und auch ein bisschen gehofft, dass es eben genau so ist, dass man sich dieser Frage mal annähern muss um dann für sich den Mehrwert zu erkennen.
00:09:45: Bei dir hat das geklappt?
00:09:46: Bei ihm offensichtlich nicht
00:09:49: Nichts wie ich's mir vorgestellt hatte tatsächlich Er hat den anderen Weg für sich ausgesucht.
00:09:56: Ja, ich hab's nicht gedacht.
00:09:58: Das habe ich überhaupt nicht denken können tatsächlich, dass er das dann so macht.
00:10:04: Weißt du noch wo du warst damals als du die Sprachnachricht von deinem Vater bekommen hast?
00:10:08: Ich war in unserem Wohnzimmer, wo das Telefon-Festnetz angeschlossen war und da konnte ich diese Abennachricht abhören.
00:10:18: Und ich weiß noch, dass ich bin ins Bad gegangen habe mich hingekrochen und dachte, ich kann nicht mehr auch nicht mehr leben unter solchen Umständen.
00:10:35: oder es war wirklich als ob mir der Boden weggerissen worden wäre.
00:10:42: Wusstest du da schon?
00:10:43: Also hat dein Vater das auf dem Anrufbeantworter irgendwann dann gesagt was passiert war.
00:10:48: oder war's bis dahin einfach wirklich nur dieses innerliche Wissen?
00:10:56: Es ist sehr verschwommen, tatsächlich.
00:10:59: Aber ich glaube schon, dass er das so kommuniziert hat.
00:11:03: Dass ich sofort verstehen konnte, dass es um meinen Bruder geht und dass er nicht mehr lebt.
00:11:10: Und dann wusste ich, dann hat er das getan!
00:11:12: Ja...
00:11:16: Also ich glaube, es ist genau das was du gerade schon beschrieben hast.
00:11:18: Das ist ja ...es zieht dir den Boden unter den Füßen weg.
00:11:24: Ich glaube, das kann wahrscheinlich jeder und jede, die das gerade hört auch nachvollziehen.
00:11:29: Dass man sich sofort mit diesen Fragen beschäftigt.
00:11:33: wie soll es für mich weitergehen?
00:11:36: Was waren so die Schritte, die du dann gemacht hast?
00:11:39: Warst du alleine?
00:11:40: Nee ich habe da in einem Haus gelebt mit meinem Mann und meinem Sohn zusammen.
00:11:46: Mein Sohn war neun Monate alt.
00:11:48: Das war ein Baby.
00:11:50: Ich hab ihn noch gestillt, also wir hatten eine ganz enge Nähe da auch und da hatten wir noch Mitbewohner.
00:11:58: Die waren alle da und haben alles mitbekommen halt sehr schnell.
00:12:03: Weißt du noch?
00:12:04: Also ich kann mir vorstellen das ist ganz viel von dem genau wie du es gerade gesagt hast total verschwommen wahrscheinlich und viele der Erinnerungen sind wahrscheinlich gar nicht mehr so präsent.
00:12:12: aber weißt Du wie die reagiert haben damals als sie mit bekommen haben?
00:12:15: okay hier ist grade irgendwas passiert was wirklich schlimm sein muss.
00:12:21: Es ist schwer.
00:12:23: Ich kann mich an mich selber nicht mehr so gut erinnern, weil ich irgendwie wie einer ganz anderen Welt war und ich glaube die Anderen haben versucht das zu machen was sie machen konnten um mich zu unterstützen und ich glaub es ging vor allem um unseren Sohn der so klein war und der musste begleitet werden gegeben, sodass ich ihn stillen konnte.
00:12:54: Aber ich war irgendwie nicht so ganz präsent.
00:12:58: Es hat mich am Leben gehalten, dass ich für ihn da sein sollte und gleichzeitig war ich auch irgendwie weg.
00:13:09: Vielleicht kann man das die Soziation nennen?
00:13:11: Ich war nicht mehr ganz in meinem Körper.
00:13:15: Weißt du wie lange ...
00:13:19: Boah, es ist schwer zu beantworten tatsächlich.
00:13:23: Ich glaube schon insgesamt vielleicht Monate oder ein paar Jahre aber immer mehr geworden so geworden dass ich in meinem Körper wieder angekommen bin.
00:13:38: Das ist ja irgendwie auch der in Anführungszeichen normale Prozess den das ja Gott sei Dank geht dass man eben in den allermeisten Fällen die nicht chronisch verlaufen genauso seine eigene Selbstwirksamkeit ja nach und nach findet.
00:13:52: Und trotzdem finde ich das immer wieder so unglaublich spannend, auch was du gerade beschrieben hast in diesem ersten Moment wo man selbst wenn man es noch nicht weiß weil man den AB vielleicht noch gar nicht bis zum Ende gehört hat aber du hast gesagt als du gehört hast wie dein Vater deinen Namen immer wieder holt wusstest du sofort was passiert ist?
00:14:12: In dem moment kannst du dir überhaupt nicht mehr vorstellen dass es irgendwann jemals wieder gut werden wird
00:14:18: Das stimmt.
00:14:19: Und trotzdem funktioniert das ja, Gott sei Dank.
00:14:21: aber der Weg ist natürlich extrem schwer.
00:14:25: und gerade glaube ich wenn das jetzt jemand ist und vielleicht gucken wir da jetzt mal nochmal so ein bisschen drauf, der einem so nahe steht zu dem man aber erst einmal eine ganz große räumliche Distanz hat.
00:14:37: Das heißt du es gab ja gar keine Möglichkeit jetzt binnen ein zwei Stunden dazu sein.
00:14:44: wie bist Du damit umgegangen?
00:14:51: Ich glaub, die Entfernung... Also für mich war das nicht mehr wichtig.
00:14:56: Diese körperliche Entfernung weil ich wusste der ist sowieso jetzt nicht mehr so in seinem Körper auf der Erde und vielleicht bin ich ihm trotzdem sehr nah auf der seelischen Ebene oder so Das hat für mich es war nicht so relevant.
00:15:15: Es war natürlich schwierig dass ich nicht mit meiner Familie gleich sein konnte um die auch zu spüren und dass wir in diesem Moment zusammen waren.
00:15:25: Aber ich glaube, das war auch gut, dass sich das so mit dieser Entfernung so erleben konnte.
00:15:33: Ich glaube, es war gar nicht so schlimm.
00:15:38: Also du hattest eigentlich gar nicht das Bedürfnis sofort irgendwie dahin zu fahren loszufahren dich ins Auto oder in den Zug zu setzen?
00:15:44: Und da ist ja kann man sagen in der Nähe von Paris richtig
00:15:49: Ja genau
00:15:50: Und das ist von Sachsen Anhalt.
00:15:52: Das ist nicht in zwei Stunden gefahren, da braucht man wirklich lange um diese Strecke alleine zu schaffen.
00:15:57: aber das war gar nicht so.
00:15:58: dein Bedürfnis direkt dahin zu kommen?
00:16:00: Nee weil es ging auch darum dass ich ein kleines Kind hatte und das war die Priorität weil mein Bruder war halt tot und ich konnte am besten die Verbindung mit seiner Seele wieder aufnehmen und das kann man von überall auf der Welt machen.
00:16:17: Also, dazu habe ich mich bemüht.
00:16:21: Aber ... Ich wusste, ich werde es schaffen bis nach Paris und zu meiner Familie Und es wird die Beerdigung geben und ich werde dann da sein.
00:16:31: aber es gab gar keine Eile in diesem Sinne mehr weil mein Bruder schon tot war und ich konnte nichts mehr machen.
00:16:40: Das finde ich eine ganz interessante Perspektive.
00:16:44: Zum ersten Mal höre von jemandem, der selbst betroffen ist.
00:16:48: Normalerweise komme ich ja in ganz vielen Situationen mit meinen Kolleginnen und Kollegen von der Krisenintervention zu.
00:16:55: genau solchen Fällen nenne ich es jetzt einfach mal also wir würden ja normalerweise genau zu dir kommen und würde dann erstmal sagen klär wir sind jetzt da und wenn du möchtest haben wir wirklich alle Zeit der Welt mitgebracht und sind erst einmal für dich da.
00:17:09: Ganz häufig drängt sich bei ganz vielen sofort die Frage auf, was müssen wir als nächstes machen?
00:17:14: Müssen wir jetzt sofort den Bestatter informieren.
00:17:16: Er muss ja abgeholt werden.
00:17:17: also diese ganzen Fragen, bei denen wir dann immer sagen ne gerade gibt es ehrlicherweise gar keine Eile.
00:17:24: Also grade ist es völlig okay dass sie sich oder das du dich erst mal um dich kümmerst.
00:17:30: und genau das machen wir jetzt auch erstmal.
00:17:32: Es geht nicht darum hier direkt den nächsten Schritt schon einzuleiten sondern Das, was passiert ist, es passiert und das werden wir jetzt gerade nicht ändern können.
00:17:39: Aber wir können so ein bisschen mit dir zusammen auf Pause drücken... ...und Druck rausnehmen!
00:17:44: Und das finde ich total interessant, dass du das von dir herausschauen gesagt hast und von dir heraus schon das Gefühl hattest.
00:17:51: Es ist jetzt wie's ist?
00:17:52: Ich kann das jetzt nicht ändern.
00:17:55: Und ich brauche deshalb aber auch gar keine Hektik zu machen und da jetzt schnell schnell nach Frankreich nach Paris zu fahren.
00:18:01: Ja, aber das ist auch eine Luxusituation muss ich sagen weil ich war nicht die direkte Verantwortliche für Beerdigung und für das alles, was zusammen verbunden ist.
00:18:12: Das waren meine Eltern und die haben sich vor allem meine Mutter.
00:18:18: Sie hat funktioniert und das alles organisiert.
00:18:21: Und sie haben seine Sachen... Also der ist nicht in Paris gestorben sondern in der Normandie und sie mussten da hinfahren.
00:18:31: Das haben sie noch mit meinem anderen Bruder gemacht, um seine Sachen abzuholen.
00:18:35: Mit der Polizei zu sprechen ... Also was die auch alles durchmachen mussten, das musste ich nicht und das konnte ich so lassen und akzeptieren.
00:18:46: Ich bin gerade nicht in dieser Rolle und darf mich einfach nur mit seiner Seele verbinden.
00:18:53: Das ist das Einzige, was sie machen kann!
00:18:56: Und mich um meinen Sohn kümmern weil er lebt und er braucht mich.
00:18:59: Ja, das habe ich mich gerade als du das gesagt hast auch schon gefragt ob das vielleicht in dem Fall ein richtiger Gewinn gewesen ist weil dass dich ja immer wieder mit der anderen Realität konfrontiert.
00:19:10: Die eine Realität würde ich sagen ist so was mit deinem Bruder passiert ist und dass dann Suizid stattgefunden hat und in Suizide kommt halt nun mal in ganz vielen Fällen völlig unerwartet zu.
00:19:20: Das ist die eine Realität und die andere ist aber die die parallel Dazu auch noch läuft und das ist neun Monate altes Baby.
00:19:28: Das gar nicht versteht was passiert, ich nehme zumindest an dass es nicht verstehe.
00:19:31: Es wird sicher verstehen da ist irgendwas.
00:19:34: Und diese Realitäten die kämpfen wahrscheinlich ganz oft gegeneinander weil das eine ist ja so das ganz schlimme und das andere ist aber auch Was du von deiner Mutter gerade gesagt hast dieses funktionieren für dein Sohn der eben auch noch da ist und den man jetzt ja nicht einfach liegen lassen kann.
00:19:51: Und vier Stunden sich nicht drum kümmern kann, sondern
00:19:53: das funktioniert
00:19:53: ja auch nicht.
00:19:54: Das glaube ich ist total hilfreich wahrscheinlich weil dir das immer wieder so ein Anker im Hier-und-Jetzt in diesem... Ist es so blöd formuliert aber in diesem anderen hier und Jetzt
00:20:04: gibt?
00:20:04: Absolut!
00:20:05: Es war wirklich so.
00:20:06: Ich glaub mein Sohn hat mir auch irgendwo das Leben gerettet, weil ich keine Wahlen hatte.
00:20:11: Ich musste im Hier und Jetzt sein bei ihm Und auch mit meinem Mann, der war auch sehr präsent und sehr wohlwollend.
00:20:22: Ich hab dann damals gedacht, mann ich kann nicht mal in Ruhe trauern aber ich glaube dass wenn ich das hätte gekonnt, dann wäre das ins schlimme gegangen.
00:20:34: also es ist immer schlimmer geworden und ich hätte mich irgendwie in eine Stimmung weiterhin reingegraben die mich nicht ins Leben geführt hätte.
00:20:47: So, eher Richtung Tod ... Ich hab auch dann gedacht es ich auch sterben sollte nachdem mein Bruder diese Entscheidung getroffen hat.
00:20:55: Hast du da aktiv drüber nachgedacht?
00:20:58: Ja!
00:20:58: Also wirklich so im Sinne von überlegt wie du dir das Leben nehmen könntest, wie das für dich enden könnte?
00:21:07: Ich hatte Bilder gehabt, wie ich das machen könnte aber dann habe ich auch dran gedacht dass mein Mann sich darum kümmern müsste und das erleben müsste, was ich gerade erlebe.
00:21:20: Und meinen Sohn natürlich zu klein um so, dass es richtig bewusst ist aber für sein ganzes Leben prägend.
00:21:28: Das hat mich immer wieder in das Leben zurückgeholt oder dass ich das nicht mach.
00:21:37: Dass ich das sowieso grad nicht mache.
00:21:39: Aber es war immer wieder präsent lange Zeit.
00:21:42: ja
00:21:45: Ich habe da zwei Gedanken direkt dazu.
00:21:47: Der erste ist, glaubst du das ist das was du auch von deinem Bruder dachtest dass er vielleicht genau diese Auseinandersetzung mit dem Leben oder Tod braucht?
00:21:59: Also ist es genau das was Du von ihm beschrieben hast auch wo Du dachte das wäre.
00:22:02: vielleicht muss er sich einfach wirklich damit auseinandersetzen.
00:22:05: Das hätte ich mir gewünscht dass er auch sowas spüren kann in sein Leben hält.
00:22:11: Aber bei ihm war es eine ganz andere Situation, er war neunzehn Jahre alt ein junger Mann ohne Frau oder ohne Freundin, ohne Freund, ohne Kinder keine Verantwortung halt für andere Menschen der Jüngste der Familie.
00:22:28: und ja genau das ist diese Verantwortung die bei ihm nicht präsent war.
00:22:34: Das ist unvergleichbar mit der Situation in der ich mir befunden habe
00:22:39: Und das ist nämlich genau der zweite Gedanke, den ich da hatte.
00:22:42: Weil letztendlich glaube ich dass wenn du... Ich kann es nicht belegen.
00:22:48: Ich kann das nicht irgendwie mit eigenen Beispielen unter Mauern.
00:22:51: Aber ich glaube wenn du an diesen Punkt kommst wo du darüber nachdenkst dir das Leben zu nehmen dann beschäftigen dich ja wahrscheinlich ganz viele Dinge und ich kann mir vorstellen dass man eben Ganz häufig genau diese Abwirkung macht was steht auf der einen Seite des Lebens?
00:23:05: Was steht auf die anderen Seite was ein vielleicht eher in den Tod bringt?
00:23:10: und da finde ich total interessant dass du sagst naja bei mir war eben waren zwei ausschlaggebende gründe mein mann und meinen sohn.
00:23:18: wo ich jetzt aus meiner perspektive herausgesagt hätte ja könnte dir aber eigentlich auch egal sein weil es wird dich ja nicht mehr betreffen.
00:23:26: weißt du wenn man so ganz ganz nüchtern drauf schaut wäre er auch das eine irgendwie faire überlegung zu sagen ich weiß es gibt die aber es reicht nicht und es betrifft mich nicht mehr.
00:23:37: Ja, das stimmt.
00:23:38: Manchmal habe ich auch so gedacht tatsächlich dass diese Gedanken kamen auch und Ich hab sogar gedacht es ist besser für alle wer wenn nicht weg wäre.
00:23:48: So das ist so krass diese Gedanken.
00:23:51: man denkt Es ist für alle besser.
00:23:53: wenn ich wegkomme Das ist so krank, wenn ich jetzt darüber schaue.
00:23:58: Aber es war so präsent und so meine Realität, dass ich dachte sogar für mein Kind ... Wenn er eine kranke Mutter wie er dann hatte... Dann ist das nicht fördernd!
00:24:09: Ist das nicht gut für ihn?
00:24:10: Ist es nicht gut fürs Leben seiner
00:24:12: Entwicklung?!
00:24:13: Der ist besser nur mit seinem Papa.
00:24:16: Und heute denke ich ja ganz anders drüber nach.
00:24:19: Gott sei Dank!
00:24:20: Ja,
00:24:20: Gott sei dank!
00:24:21: Aber guck mal, das ist doch ... Und das ist glaube ich was man ... Warum ich dir super dankbar bin, dass du das aussprichst?
00:24:26: Weil ich glaube, das kann man nicht nachvollziehen wenn man an diesen Punkt war.
00:24:30: Ich bin mir sehr sicher, als du damals genau diese Gedanken hattest.
00:24:34: Nehmen wir mal eine Situation in der du genau gedacht hast mein Sohn ist bestimmt besser dran ohne mich.
00:24:39: Hätte man ihn gefragt und angenommen hätte antworten können oder hätte man deinen Mann gefragt dann hätten die ja garantiert gesagt auf gar keinen Fall
00:24:49: garantiert.
00:24:50: aber die eigenen Gedanken sind ja unfassbar stark und schaffen es dir das glaubhaft zu machen.
00:24:58: Und da finde ich wird plötzlich deutlich wie unglaublich wichtig diese einzelnen Lichtblitze sind, die da manchmal noch durchkommen wo man doch nochmal den anderen Gedanken hat.
00:25:08: weil wenn du aus diesem Karussell nicht mehr heraus kommst dann bleibt ja fast irgendwann nur noch der Suizid oder sich das Leben zu nehmen, wenn man es auch nicht mehr schafft professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
00:25:19: Aber du bist ja dann schon an dem Punkt wo du dir das selbst schon viel zu sehr glaubst und gar nicht mehr offen für die anderen Stimmen, die wahrscheinlich ja in den allermeisten Fällen sofort sagen würden auf gar keinen Fall!
00:25:34: Das ist totaler Blödsinn.
00:25:35: Ja, das stimmt.
00:25:37: Und das sind ja ganz, ganz düstere Gedanken.
00:25:43: Und die sind, also die sperren einen ein.
00:25:46: Man kommt schwer da wieder raus.
00:25:50: Das ist wirklich so... Es ist eine Krankheit!
00:25:54: Absolut total.
00:25:56: und umso wichtiger es sind glaube ich alle Angebote dieser Welt, die es irgendwie schaffen Menschen daraus zu helfen.
00:26:03: und da glaube ich sind eben Angehörige ganz häufig ja so die allerersten Kontaktpersonen, bei denen man Ja, versucht irgendwie so seinen eigenen Sinn nochmal zu finden.
00:26:14: Und genau das ist ja was du beschrieben hast.
00:26:16: Das hat ja ... Ist ja genau bei deinem Mann und deinem Sohn passiert, dass du ja irgendwo dann doch diesen Gedanken hattest?
00:26:22: Nee!
00:26:23: Die müssen dann das Gleiche durchmachen.
00:26:24: Und es ist ja eigentlich erstmal ein relativ kleiner Gedanke weil man kann ja davon ausgehen, dass sie mit der Situation an umgehen bleibt ihnen nichts anderes übrig.
00:26:35: aber dass genau das wiederum der Gedankel ist, der dir diesen Weg zurück wieder öffnet ist ja unglaublich wichtig.
00:26:42: Absolut!
00:26:43: Und ich glaube, während mein Mann und meinen Sohn nicht da gewesen, gab es dann andere Angehörige halt meine Eltern und meinen anderen Bruder.
00:26:52: aber ehrlich gesagt hättest mir nicht ausgereicht Es ist hart das zu sagen, ne?
00:26:58: Aber ich bin dann ehrlich zu mir wenn ich das so ausspreche Ja
00:27:03: Ich weiß es nicht.
00:27:04: Ist es hart dass zu sagen
00:27:06: Wenn Sie das hören?
00:27:07: Ich denke schon, dass das für die dann hart wäre auf jeden Fall.
00:27:10: Das glaube ich tatsächlich auch.
00:27:12: aber und das ist ja irgendwie auch da wieder die andere Perspektive Für dich es ist eine in Anführungszeichen relativ nüchterne Abwägung weil Es gibt ja einfach unterschiedliche Verhältnisse man ist mit unterschiedlichen Menschen unterschiedlich dicht.
00:27:25: und na klar ist irgendwie hart, weil Eltern sich wahrscheinlich wünschen dass sie immer zumindest ein Teil des Grundes sind.
00:27:32: Dass es ausreicht wenn man solche Gedanken hat das man sich am Ende dafür entscheidet sich nicht das Leben zu nehmen.
00:27:37: aber auf der anderen Seite ist es eben ja auch in ganz vielen Konstellationen so, dass Eltern und glaube mit zunehmendem Leben... also wie formuliert man es?
00:27:48: Je älter man wird ändert sich das ja auch.
00:27:50: Also Eltern spielen ja irgendwann tatsächlich eine weniger wichtige Rolle geschwistern.
00:27:54: Man geht ein bisschen auseinander jeder macht so sein eigenes Ding.
00:27:58: Und insofern auf der einen Seite ist es hart und auf der anderen Seite ist eben genau diese nüchterne Abwägung die man für sich trifft.
00:28:08: Glaubst du dass sein Bruder, so wie du ihn kanntest sich genau diese Fragen auch gestellt hat.
00:28:13: Also was reicht mir?
00:28:15: Was hält mich noch und was hält mich vielleicht aber eben genau
00:28:18: nicht?".
00:28:19: Ja ich habe mit ihm auch drüber gesprochen.
00:28:22: also ich hatte... Ich bin auch froh darüber das ich mit ihm über den Tod und über den Suizid gesprochen habe.
00:28:30: Genau weil ich das von mir kannte und ich hab seine Situation gesehen und gespürt ist.
00:28:37: Er hatte keine Diagnose von Depression, aber ich kann sagen, dass er depressiv war.
00:28:43: Also ... Ich sag's halt!
00:28:46: Und dann war für mich ganz natürlich mal das Thema anzusprechen, ob er solche Gedanken hat und dann hat er mir das anvertraut.
00:28:55: Dass er das hat und es hat er keinem anderen gesagt.
00:29:00: Keiner hat ihn auch gefragt.
00:29:03: Also vielleicht, wenn ich da ganz kurz einhaken darf.
00:29:05: Das ist ja auch unglaublich mutig!
00:29:06: Ich habe das in irgendeiner Folge schon mal erzählt wie viel Überwindung mich das bei meinem allerersten Mal gekostet hat diese Frage zu stellen und wie oft ich das in meinem Kopf nochmal hin- und hergewälzt habe und gedacht hab kannst du das jetzt wirklich fragen?
00:29:19: Und wie formuliert man das?
00:29:20: usw.?
00:29:21: Also es braucht ja schon unglaublich viel Mut von deiner Seite die Frage zu Stellen mindestens genauso viel Mut oder noch mal mehr, da nicht einfach zu sagen nee so ein Quatsch sondern dir das anzuvertrauen auch.
00:29:33: Ja von ihm ne?
00:29:35: Das stimmt.
00:29:36: und da es war so an einem Abend wo wir richtig uns da ausgetauscht haben Und ich habe irgendwie versucht alle möglichen Argumente rauszuholen warum er am Leben bleiben sollte und Ich wusste nicht mehr Wohin mit diesem Gespräch?
00:29:58: Ich war auch richtig sehr müde.
00:30:01: Damals hat mein Kind überhaupt nicht gut geschlafen, das war bei diesem Gesprich mit meinem Bruder, war mein Kind sechs Monate halt und jede Nacht mehrmals wach.
00:30:12: ich war richtig in einem Zustand der starken Müdigkeit und es war spät abends mit meinen Bruder dass wir darüber gesprochen haben sogar eine nacht glaube ich.
00:30:23: Ich wusste nicht mehr, was ich dann noch sagen konnte.
00:30:25: Mein Gehirn konnte nicht mehr gut funktionieren und irgendwann habe ich gesagt ja... Ja, dann macht das doch für mich oder lebt doch für mein Kindhals!
00:30:35: Für deinen Neffel.
00:30:36: und ich fühlte mich so blöd dabei, so ein Argument rauszuholen.
00:30:41: Das war für mich das Letzte, was sich sagen konnte Und er hat mich richtig angeguckt Er brauchte nicht viel sagen, ich wusste schon mit seinem Blick dass es ein blödes Argument war Und er hat dann gefragt, glaubst du ich sollt wirklich für dich leben oder für dein Kind?
00:30:58: So.
00:30:58: und dann hab' ich gesagt ne natürlich nicht.
00:31:00: Also du solltest ja für dich Leben!
00:31:01: Du sollst nicht für mich leben das macht keinen Sinn.
00:31:05: Ja.
00:31:05: Es ist interessant weil er dich natürlich damit sofort entwaffnet hat.
00:31:08: Man merkt es ja aber er hat mit genau dieser Aussage recht.
00:31:11: also wenn er's nur für Dich macht... oder für seinen Neffen wäre er ja auf gar keinen Fall glücklich.
00:31:19: Das weiß man in der Situation auch und trotzdem finde ich das auch total nachvollziehbar von deiner Seite, dass du suchst dir irgendwann dieses Argument, dass Du noch hinlegen kannst wo Du das Gefühl hast okay das überzeugt jetzt ein bisschen weil was anderes bleibt Dir ja fast gar nicht.
00:31:34: also du hängst ja auch an seinem Leben wahrscheinlich in dem Moment sogar möglicherweise mehr als er selbst.
00:31:42: Also versuchst du natürlich genau diesen Kampf mit aufzunehmen und da einzusteigen.
00:31:47: und klar, ich kann mir dann schon vorstellen dass wenn wenn er das hört, dass was sich denkt naja also Das reicht natürlich jetzt im leben nicht und das ist natürlich das blödeste argument.
00:31:56: aber ja was hättest du machen sollen?
00:32:02: Hast Du dir vorwürfe gemacht nachdem er sich dann ungefähr drei Monate später das leben genommen hat?
00:32:09: Ganz stark, ja klar ganz stark.
00:32:14: Ja Schuldgefühle oder man kann es auch Schuldgedanken nennen begleiten mich weiterhin.
00:32:20: also ist jetzt fast sechs Jahre her und ich bin davon noch nicht ganz frei.
00:32:26: versuche ist weil ich für mich erkannt habe dass es bringt mich nicht weiter auf dem Weg der Heilung der Selbstentwicklung, das bringt mich nicht weiter zu denken dass ich dran Schuld bin oder dass irgendjemand dran Schuld wäre.
00:32:43: Aber trotzdem ist es präsent und ja... Ich muss es auch akzeptieren, dass es manchmal mich mehr so überwältigt diese Gedanken und manchmal weniger.
00:32:54: aber das ist schon präsenter.
00:32:56: Und trotzdem hatte ich nach diesem Gespräch, bin ich wieder nach Deutschland gekommen mit meiner Familie Und ich hab mich bewusst dafür entschieden, in meinem Bruder nicht jeden Tag anzurufen um zu fragen was er macht.
00:33:11: Wie es ihm geht ja wie er so steht oder so.
00:33:15: Ich habe gedacht das wird er nicht aushalten und ich halt auch nicht.
00:33:20: Deswegen wollte ich das nicht machen.
00:33:22: und trotzdem hatten wir so Kontakt per Mail.
00:33:26: Er hatte Ja, er hatte mich gefragt wie er seinen Rucksack packen soll weil er eine Wanderung machen wollte.
00:33:34: Eine wichtige Wandererung für sein Leben und das ist dann da wo er sich das Leben genommen hat bei dieser Wanderungen.
00:33:43: Ah wow okay!
00:33:44: Das
00:33:44: war an der Küste entlang in der Normandie genau und ich habe nicht daran denken wollen dass er auch da springen könnte von dem Felsen halt.
00:33:56: Das ist
00:33:57: das, was er dann gemacht hat.
00:34:00: Aber er hat dich wirklich vorher noch mal kontaktiert und quasi nochmal so nach Tipps gefragt wie er seinen Rucksack für eine mehrtägige Wanderung packt?
00:34:09: Genau weil er wusste von mir dass ich solche Wanderungen schon unternommen habe und dass sich mit dem Gewicht vom Rucksacks auskennen und er wollte sogar meinen RucksACK nehmen.
00:34:21: und da hat er Tipps von mir gebraucht.
00:34:25: Und du fragst dich jetzt aus der heutigen Perspektive wahrscheinlich, ob du da hättest was ahnen müssen oder?
00:34:31: Ja natürlich.
00:34:33: Ich glaube es war ein Schutzmechanismus innerlich das ich nicht dran denken konnte dass er da springen könnte von den Felsen halt.
00:34:42: Meinst du wirklich, dass ist ein SchutzMechanismus?
00:34:44: Was denkst du?
00:34:47: Ja genau, ich gebe dir mal meine Perspektive darauf und die ist ja jetzt wirklich... Ich könnte nicht distanzierter sein dazu.
00:34:52: Es ist ja kein Familienangehöriger von mir gewesen.
00:34:55: wir sind nicht langjährige Freunde so dass sich diese Situation vorher mitbekommen hätte Und für mich als jemand der jetzt wirklich nur von deiner Erzählung darauf schaut es absolut keinen Hinweis erkennbar weil das einfach eine Wanderung ist und genauso hätte ich das wahrscheinlich gelesen.
00:35:12: Und auch mit dem Satz, es ist eine wichtige Wanderung für sein Leben so rückwirkend jetzt mit dem Wissen dass wir jetzt haben könnte man in diesen Satz glaube ich ganz ganz viel rein interpretieren und könnte sagen ja wahrscheinlich die wichtigste Wanderungen seines Lebens weil er sich möglicherweise schon entschieden hat sein Leben zu beenden.
00:35:32: Liest du das aber mit dem wissen von damals und da gucke ich ja gerade hin absolut nicht erkennbar?
00:35:37: Ganz und gar nicht sondern könnte ja auch total positiv sein, dass er versucht irgendwie sich für sich klar zu werden wo er hin möchte was für die nächsten Schritte sind und so weiter.
00:35:48: Und in der Rückschau das ist ja glaube ich in der Psychologie auch genau als rückschauffehler bekannt könnte man da wahrscheinlich jetzt irgendwie etwas ableiten und da beschäftigt man sich wahrscheinlich genau mit den Gedanken mit denen du dich auch beschäftigst hätte nicht anhand dieser Mail was erkennen müssen anhand der Fragen die ihr gestellt hat anhand dieses Gesprächs aber jetzt aus meiner Perspektive keine Chance Absolut keine Chance.
00:36:09: Das
00:36:10: ist immer gut, das zu hören!
00:36:11: Ja deswegen habe ich das nämlich gerade gefragt weil natürlich du bist natürlich viel tiefer drin und dich beschäftigen diese Fragen ja viel viel viel mehr und auch nach sechs Jahren wahrscheinlich noch wenn wir jetzt darüber sprechen nehme ich an.
00:36:23: Ja absolut.
00:36:27: Also ich verstehe diese Gedanken wirklich total und ich kann das absolut nachvollziehen und hab zeitgleich so meine Perspektive und denke nein Ich glaube, das war nicht erkennbar und wahrscheinlich eben auch für alle die näher dran waren.
00:36:41: Deine Eltern, dein anderer Bruder.
00:36:43: Wahrscheinlich nicht zu erkennen gewesen so immer erst im Nachhinein wenn man drauf schaut.
00:36:49: Das stimmt ja es ist auch besser dass so zu sehen glaube ich
00:36:54: aber halt auch nicht einfach.
00:36:57: genau was du gerade auch schon beschrieben hast.
00:36:59: es gibt ja Tage da sind Gedanken präsenter und weniger präsent.
00:37:03: Und ich glaube, wenn wir das immer so rational sehen könnten wie ich das jetzt ja gerade gemacht habe und meine Perspektive hier so reingebracht hätte dann hätten wir wahrscheinlich alle Mit mit trauer keine große Schwierigkeit oder hätten damit nicht lang zu tun weil da würden wir uns Dinge einfach immer rational erklären?
00:37:18: Und erledigt wäre die sache.
00:37:19: aber so ist es Ja nicht sondern der wesentliche aspekt ist ja der emotionale und es ist ja dass dir was genommen wird, womit du nicht gerechnet hast.
00:37:28: Und das ist dein Leben ... Wie du es gesagt hast?
00:37:31: Der Boden unter den Füßen ist weg und das Leben schleudert nur noch vor sich hin und du weißt nicht wo du halt finden sollst.
00:37:37: Das ist ja der emotionale Aspekt.
00:37:39: deswegen... Es ist natürlich aus meiner Perspektive total einfach das so zu sehen.
00:37:43: wenn man aber emotional beteiligt ist, ist das gar nicht mehr einfach.
00:37:47: Deswegen
00:37:47: ist es gut wenn man sich begleiten lässt und nichts alles alleine durchmacht Weil man bekommt eine andere Perspektive, die man selber nicht erkannt hätte.
00:37:59: Erinnerst du dich noch so wann das das erste Mal bei dir gelungen ist?
00:38:04: So eine andere perspective zuzulassen und der Raum zu geben?
00:38:10: Ich glaube durch die erste Psychotherapeutin, die ich kennengelernt habe.
00:38:15: also sie hat mir dabei geholfen Aber es ist ein langer Weg.
00:38:20: Wenn ich das einmal mit ihr im Gespräch anders sehen konnte, dann ist aber wiedergekommen der Gedanke.
00:38:28: Ja klar!
00:38:30: Also der Schuldgedanke und dann musste das mir immer wieder wiederholt werden.
00:38:36: Ja, auch das.
00:38:37: Es wäre ja super schön, wenn man den einfach wegwischen könnte.
00:38:39: Dann gehst du einmal zum Psychotherapeutin und die sagen... Ist ja total erquatscht was sie da sagen also es ist ja mal keine Schuld.
00:38:47: Ach so!
00:38:48: Ja gut stimmt Sie haben ja recht und erledigt ist die Sache.
00:38:51: Aber genau das wäre super schön.
00:38:52: aber das ist ja weit entfernt von jeder Realität weil das sitzt ja auch tief.
00:38:56: Und na klar in dem Moment siehst Du das vielleicht sogar so und sitzt da jemandem gegenüber und denkst Ja oder sie hat schon Recht Gehst aber raus, lässt die Tür hinter dir ins Schloss fallen und im nächsten Moment bist du ja wieder mit deinen Gedanken allein.
00:39:08: Und hast jetzt genau den Moment.
00:39:09: niemanden der sagt naja ist doch völliger Quatsch wie du gerade denkst oder vielleicht auch immer muss er gar nicht so drastisch formuliert sein.
00:39:15: Aber nehmen sie mal die und die Perspektive ein und schon ist es wieder da.
00:39:20: Ja also einfach ist es eben genau nicht.
00:39:24: Wie lange hast Du dran gearbeitet dass du So für dich Das Gefühl hat das jetzt werde ich wieder selbst wirksam.
00:39:32: jetzt funktionieren auch so die alltägliche Dinge wieder besser, ohne dass immer wieder Gedanken zu deinem Boden hochkommen?
00:39:41: Ich würde sagen vielleicht mindestens drei Jahre.
00:39:48: Vielleicht vier.
00:39:50: Ja, vielleicht seit einem oder zwei Jahren fühle ich mich stabiler so im Leben und manchmal falle ich wieder ins Loch aber es dauert weniger lang wie das mal war.
00:40:05: Ich habe mehr Ressourcen und mittlerweile kenne ich mich auch ein bisschen besser.
00:40:13: Und dann komme ich leichter wieder raus aus dem Loch.
00:40:17: Merkst du das schon am Anfang, wenn du so in so einen Loch fällst?
00:40:21: Oder kannst du dir da schon sagen – Das ist jetzt eine Scheißzeit und die darf auch da sein aber ich weiß auch dass sie wieder geht!
00:40:29: Echt?
00:40:29: Das schaffst du?
00:40:31: Ja, bei manchen Momenten.
00:40:33: Also der Gedanke kann schon kommen aber das heißt ja nicht dass es gleich wieder gut geht.
00:40:37: Nein nein genau das ist immer wieder am genau gleichen Punkt wenn du dir das so einfach sagen könntest,
00:40:41: da
00:40:41: hätten wir keine Schwierigkeiten mehr.
00:40:43: Aber das genau habe ich gelernt durch Therapie, durch ja durch den AKL, durch all diese Menschen die mich unterstützt haben und mich begleitet haben auf diesem Weg genau.
00:40:55: Gucken wir... Gleich super gerne noch mal drauf.
00:40:57: Ich bleibe nochmal ganz kurz einen Schritt vorne dran, war die Art und Weise wie dein Bruder sich das Leben genommen hat?
00:41:03: Also dieses Springen von einem Felsen irgendwie besonders dramatisch für dich?
00:41:08: War es besonders schlimm oder hat das keine Rolle gespielt, die Art- und Weise, wie ihr's gemacht habt?
00:41:13: Doch natürlich!
00:41:14: ich fand es besonders theatralisch und majestätisch irgendwie was zu ihm gepasst hat.
00:41:23: Also ich hab mir auch noch dazu vorgestellt, er hat bestimmt so ein Salto gemacht bei seinem letzten Sprung oder so.
00:41:31: Und ich war auch an dem Ort, wo er gesprungen ist.
00:41:36: Wir wissen ganz genau, wo Ergesprungen isst denn er hat das in seinem Handy als GPS markiert und wir haben sein Handy wieder bekommen.
00:41:45: Ich benutze seinen Handy seitdem.
00:41:47: also Smartphone Ist jetzt ein bisschen veraltet, aber ich kann es nicht so gut loslassen.
00:41:52: Wollte
00:41:52: ich gerade fragen?
00:41:53: Ja ist das wichtig für dich?
00:41:55: Es ist wichtig für mich?
00:41:56: ja tatsächlich und dann war ich an dem Ort und es war ein Kampf für mich dahin zu kommen.
00:42:06: Und ich wusste tatsächlich nicht... Jetzt wird's ein bisschen hart das auszusprechen, aber ja ich wusst nicht ob ich da auch mal springen soll oder nicht.
00:42:16: als ich dahin kam paar Monate später nach seinem Tod und als ich da angefangen habe, hochzuklettern war mir sofort klar auf keinen Fall soll ich springen.
00:42:29: Es ist nicht mein Weg!
00:42:33: Und es war aber sein Weg.
00:42:35: das konnte ich beim Hochklettern dann schon erkennen und spüren innerlich.
00:42:41: Und dann war ich da an der Stelle und es war so schön, also der Ort ist sehr schön.
00:42:51: Der Blick auf den Meer, der Blick in den blauen Himmel... Also davon ganz oben diese Felsen sind ganz hoch!
00:43:02: Das ist die Schönheit der Natur, die sich da auch ausdrückt Und das hat er auf jeden Fall erkannt.
00:43:08: Das kenne ich von ihm, das weiß ich, dass ihm das auch sehr wichtig war.
00:43:13: So diese Schönheit, das hat ja bestimmt gespürt.
00:43:19: So in deiner, du weißt es ja nicht?
00:43:21: Du weißt ja nicht wie lange er dann da war.
00:43:24: aber glaubst du er hat sich da auch nochmal hingesetzt?
00:43:26: Glaubst du der hatte noch mal darüber nachgedacht ob das der richtige Weg ist oder... Bestimmt!
00:43:30: Nee ganz bestimmt.
00:43:32: also wie er Da eingestimmt war, innerlich wie ich ihn wahrgenommen habe hat er richtig spüren wollen ob das richtig für ihn ist aus dem Leben rauszukommen oder nicht.
00:43:45: Er hatte auch gesagt er macht diese Wanderung dass es eine wichtige Wanderungen für sein Leben.
00:43:50: Das hat er geschrieben bevor er hingefahren ist und von daher war das ganz überlegt ja.
00:43:58: Und er hat sich auch die Haare abgeschnitten.
00:44:02: wahrscheinlich oben Auf dem Felsen hat er das in den Rucksack noch reingetan, also seine Haare als Geschenk für uns.
00:44:13: Ich weiß nicht so dass wir eine Erinnerung an ihn haben.
00:44:17: Er hatte ganz lange Haare und sie waren ihm auch mega wichtig!
00:44:20: Also es war ihm sehr wichtig.
00:44:22: Seine Haare waren ja wie Heilig Und er hat die abgeschnitten und er hat in sein Handy reingeschrieben, dass es eine ganz wichtige Entscheidung ist seine Haare abzuschneiden.
00:44:33: Ich weiß nicht genau was er alles damit verbunden hat aber es zeigt das er sich das richtig überlegt hat und so ja das insiniert hat.
00:44:45: Er hat sich gedacht was für ihn gut klingt oder gut isst so und er wollte wieder zur Quelle.
00:44:53: Er wollte wieder zur Ruhe, zur Quelle zu Gott.
00:44:58: Kann man auch vielleicht sagen er konnte mit diesen Schwierigkeiten im Leben nicht so weitermachen?
00:45:04: Das hat er mir auch schon gesagt bei diesem Gespräch.
00:45:08: Genau von daher bin ich mir sicher das ist alles der so überlegt war.
00:45:13: Macht es für dich.
00:45:14: oder hat es auch damals irgendwas einfacher gemacht?
00:45:17: So das Wissen darum dass es überlegt gewesen ist und nicht ein spontaner Impuls?
00:45:22: ja
00:45:22: Also ich mein letztlich wissen wir es ja nicht, das muss man auch ganz klar sagen.
00:45:25: Wir können ihn nicht fragen.
00:45:27: Das sind alles nur Gedanken die wir dazu haben.
00:45:30: aber das hat's einfacher gemacht für dich?
00:45:32: Ja!
00:45:33: Es ging für mich darum seine Entscheidung zu akzeptieren und Toleranz zu üben dass es Menschen gibt die sich für sowas entscheiden und die das aber gut abgewägt haben für sich, die sich damit auseinandergesetzt haben.
00:45:56: Mehrere Monate vielleicht noch mehr?
00:45:59: Vielleicht mehrere Jahre hat er sich das überlegt.
00:46:04: Ja, das hat mir geholfen.
00:46:07: es hilft mir immer noch mal da in Akzeptanz zu sein genau weil ist nicht so Impuls war.
00:46:17: Vielleicht war es das dann doch in dem Moment, ja wie du sagst ich kann's nicht so wirklich wissen aber trotzdem hilft es
00:46:25: mir.".
00:46:26: Das ist auch die Haltung, die du jetzt gerade angesprochen hast.
00:46:29: Ist ja auch eine ganz entscheidende Welt.
00:46:31: Es ist ne Frage, die ich mir vorhin auch ganz kurz gestellt habe.
00:46:34: So auch wieder rückblickend hättest du dir nach diesem Gespräch damals mit dem Wissen dass er sich jetzt das Leben genommen hat tatsächlich gewünscht, dass du irgendein Arzt oder eine Ärztin informiert, hättest du ihm Therapeuten vermittelt.
00:46:47: Hättest im Zweifel sogar ihn... Ich weiß nicht wie das in Frankreich ist aber in Deutschland kannst du ihm Menschen ja tatsächlich zur Krisenintervention auch psychiatrisch aufnehmen auf einer Station und tatsächlich, glaube ich, nagelt mich nicht darauf fest, aber achtundvierzig Stunden zu Überwachung behalten usw.
00:47:03: Meine dafür war es gar nicht akut genug in dem Gespräch, dass man das machen hätte können.
00:47:09: Aber hättetest du dir gewünscht?
00:47:11: irgendwie da Maßnahmen ergriffen zu haben damals?
00:47:14: oder hattest du einfach immer schon diese Haltung, dass es eben eine Entscheidung ist die man sich als Mensch, die man so treffen kann und das möglicherweise sogar die letzte Entscheidung ist.
00:47:23: Die man eben genauso treffen kann?
00:47:26: wir hatten versucht ihnen zum zu Therapeuten zu bringen oder dass er da Termine ausmacht Aus Liebe für meine Eltern, die damals am nächsten waren.
00:47:40: Sie haben das am Nächsten erlebt, dass er depressive Phasen hatte und es ihm ganz schlecht ging mehr als ich muss sich sagen Und sie wollten unbedingt Hilfe holen.
00:47:54: aber mein Bruder hat selber nicht gewollt Er hat's gemacht, er war mal zum Psychiater ziemlich stolz zu erzählen, dass er den Psychiater sich um die Finger gewickelt hat.
00:48:09: Also das er einfach was erzählt hat und der Psychiator hat nichts gemerkt von seinem eigentlichen Zustand so.
00:48:17: Er wollte es nicht.
00:48:20: Es hat ihm Angst gemacht mit dem ersten und so.
00:48:23: Und ich glaube ... Da sind wir, glaub ich, mit meiner Familie ziemlich einig, wenn wir das gegen seinen Willen organisiert hätten, dann wäre ein Vertrauensbruch passiert.
00:48:37: Etwas was nicht gut gewesen wäre.
00:48:40: und tatsächlich habe ich auch natürlich gedacht hätten wir machen müssen.
00:48:44: also als ich erfahren habe dass er gestorben ist.
00:48:47: Hätten wir doch machen müssen.
00:48:48: es sind viele verschiedene Stimmen im Kopf und trotzdem kann ich doch sehen das ist okay das wird so gemacht haben wie wir das gemacht haben.
00:48:59: Musstet ihr das mal recht fettigen?
00:49:01: Also sind Leute mit genau dieser Frage, die ich gerade gestellt habe immer auf euch zugekommen.
00:49:05: Auf dich und deine Eltern haben gesagt warum habt ihr nicht?
00:49:08: Nein!
00:49:08: Das hat sie ... Nee, das hat keiner so gemacht zum Glück
00:49:12: nicht.
00:49:12: Ja, ich war gerade in der Zutat gute Nachricht hingegangen.
00:49:14: Aber das wäre übergriffig gewesen.
00:49:17: Nein wir haben keine Vorwürfe bekommen.
00:49:19: vielleicht haben Menschen so gedacht
00:49:21: Bestimmt, das wissen
00:49:23: wir nicht.
00:49:24: Aber es hat uns keiner so was gesagt.
00:49:26: zum Glück nicht.
00:49:27: Ja weil ich finde den Aspekt in du gerade genannt hast der ist da ganz entscheidend.
00:49:31: Das ist ja eine Entscheidung die man treffen kann und man kann sagen Wir möchten dass du dich gegen deinen Willen jetzt auch behandeln lässt Und uns ist das wichtig aber genau die Gefahr die Du gerade beschrieben hast liegt ja darin.
00:49:41: Es kommt zum riesigen Vertrauensbruch und da ist ja dann die Frage Hält man das nachher besser aus als Dass er sich vielleicht Diese Entscheidung herausgenommen hat sich das Leben zu nehmen.
00:49:53: Ist das wirklich die bessere Variante?
00:49:55: Und ich kann da keine Wertung treffen so, also dass du jemanden gegen seinen Willen behandeln lässt.
00:50:02: vielleicht wäre er im Nachhinein total dankbar gewesen.
00:50:05: Vielleicht aber auch nicht wissen wir nicht.
00:50:08: wenn
00:50:08: Menschen uns hören und das aber gemacht haben, haben jemand in der Psychiatrie gebracht dann toll, dass ihr das gemacht habt.
00:50:16: Ja total!
00:50:17: Ich kann nur da sagen.
00:50:18: Total und auch da also genau darf sich gerne jeder und jede melden die es gemacht hat weil ich stelle mir auch das unglaublich schwer vor.
00:50:26: Das ist ja nichts was irgendjemand leichtfertig macht glaube ich.
00:50:29: Also kann ich mich zumindest nicht vorstellen sondern das ist ja ein ganz ganz schwere Abwägungsprozess machst du jetzt so etwas?
00:50:36: Und am Ende weißt du gar nicht ob du da als derjenigen rausgehst, mit dem Kontakt abgebrochen wird und der vielleicht für die schlimmste Zeit gesorgt hat usw.
00:50:45: das weißt du ja möglicherweise dann einfach gar nicht was passiert.
00:50:50: Ja und der zweite Aspekt ist ja genauso.
00:50:52: es kann ja auch einfach passieren dass er den Psychiater wie er's gesagt hat um den Finger wickelt und dann hast Du das alles riskiert und am Ende war er aber vielleicht wirklich auch nicht bereit oder nicht in der Lage darüber zu sprechen und Hilfe anzunehmen möglicherweise
00:51:09: Und ich hab das Bedürfnis gehabt, mit dem Psychiater zu sprechen.
00:51:12: Aber also nicht so lange her jetzt ... ein paar Jahre später, wo ich mir in den Sinn gekommen ist, ja, ich möchte gern hören was dieser Psychiator über meinen Bruder zu sagen hätte oder ob er vielleicht doch eine Diagnose gestellt hat für sich so und ich habe mit ihm telefonieren dürfen.
00:51:29: Ich fand ihn total offen und ich hab mich total gefreut dass er mich einfach aufnimmt mit meinen Fragen Und er fand das auch selber gut, der Psychiater.
00:51:39: Dass ich ihn kontaktiert habe und hat mir erklärt oder erzählt, dass er nichts gemerkt hat von dem Zustand meines Bruders.
00:51:51: Er hatte keine Diagnose gestellt.
00:51:53: Er hat nie gedacht, dass so was machen würde.
00:51:59: Es war für mich richtig gut mit diesem Menschen zu sprechen weil ich gemerkt habe, sehr offen und nicht nur so ärztlich mit, du sollst Medikamente nehmen wenn es dir nicht gut geht.
00:52:14: Er war gar nicht so eingestellt und das dachte ich.
00:52:17: cool dass mein Bruder nicht bei so einem Menschen gelandet ist und er hätte da die Möglichkeit gehabt anzudocken.
00:52:25: also es hätte schon wie ich ihn kenne meinen Bruder für ihn passen können wenn er das hätte gewollt.
00:52:32: genau
00:52:33: Das ist nicht der Punkt.
00:52:34: Und das ist eben ja genau das.
00:52:35: und dann hat er sich eben für sich ganz offensichtlich entschieden, so hart es ist.
00:52:40: aber ich glaube diese Entscheidung muss man einfach akzeptieren dass er diesen Weg nicht gehen möchte, dass er da vielleicht beim ersten Gespräch eben keinen Kontakt herstellen konnte, keinen Anknüpfungspunkt gefunden hatte.
00:52:52: und dann ist es so hartes ist und ich glaube das ist wirklich unglaublich hart einfach zu akzeptiert.
00:52:57: man muss es einfach so akzeptiere irgendwie Wie ist das bis zu heute häufig im Kontakt mit deinen Eltern?
00:53:06: Ist es noch häufig Thema oder ist das genauso wie vorher war, ihr habt genau so viel Kontakt wie vorher.
00:53:11: Nein wir haben einen ganz anderen Kontakt.
00:53:16: bei uns vermischt sich das auch mit der Tatsache dass sie auch Großeltern geworden sind.
00:53:22: Das war fast ein bisschen gleichzeitig.
00:53:25: und dann bringt es auch näher zu den eigenen Eltern wenn man ein Kind selber bekommen hat.
00:53:30: Aber dieser Suizid hat uns vielleicht nicht näher zusammengebracht, aber wir sprechen offen darüber.
00:53:41: Und ... Wir machen kein Tabu daraus und genau das ist wichtig, dass wir da ... Also ich wollte dann nach dem Tod meines Bruders war es mir wichtig, näher nach Frankreich zu kommen.
00:53:55: Deswegen sind wir von Sackmann halt nach ... Freiburg gekommen.
00:53:59: Wir wollten nur in Deutschland bleiben, das war noch wichtig aber nicht zu weit von meiner Familie so weil auch mein Sohn für die mega wichtig ist.
00:54:11: diese Verbindung es tut denen auch gut.
00:54:15: ich meine Eltern haben einen Sohn verloren und wenn sie ihren Enkel mehr sehen dürfen dann tut's den auch gut halt.
00:54:26: Ja, und man will das ja als... also ich kenne es jetzt von meinen Eltern.
00:54:28: Man hat ja als Großeltern das Social Interessantes, hätte das bei meinen Eltern auch so irgendwie nicht gedacht.
00:54:34: aber man hatte einen ganz anderen Bezug und möchte das ja auch und will ja auch Teil dieses Lebens sein und freut sich da ja auch total drüber Und das kann ich schon total nachvollziehen.
00:54:44: Vielleicht jetzt so Richtung Ende gucken.
00:54:47: klär Jetzt hast du dich ja entschieden tatsächlich auch beim AKL selbst aktiv zu werden Ganz viel ja von deiner Erfahrung damit auch weiterzugeben.
00:54:56: Das ist so ein Punkt, den ich hier schon genannt habe.
00:54:59: Ich glaube... weiß gar nicht wo wir das diskutieren haben?
00:55:01: Ich glaube auch mit Judith in der Folge kamen wir auf dieses Thema.
00:55:07: So, ich glaube dass sich die Arbeit beim AKL und auch in der Krisenintervention alles ganz gut machen kann.
00:55:12: aber was ich nicht mitbringe ist die Erfahrungen selbst jemandem so nahestehenden zu verlieren.
00:55:20: Glaubst du, das ist eine Erfahrung die dich nochmal ganz anders in den Kontakt mit Hinterbliebenen nach Suizid beispielsweise bringt?
00:55:26: Weil du das alles irgendwie nachvollziehen kannst.
00:55:30: Ja, das glaube ich tatsächlich weil ich selber als ich ne Begleitung gebraucht habe für mich gemerkt habe wie wichtig mir das ist dass der Mensch vor mir das auch erlebt hat was ich erlebe.
00:55:45: Ich hab auch mehr helfen lassen können von Menschen, die das nicht erlebt haben.
00:55:50: Ich meine es ist ja auch möglich wenn man das nicht erlebt hat dass man andere menschen begleitet und dass man auch das richtig gut macht Und trotzdem macht's ein unterschied.
00:56:01: deswegen sind diese diese trauergruppen Total gut und wichtig weil da trifft man solche menschen die genau sowas erlebt haben wie Ja selber.
00:56:16: was war so der ganz Ursprüngliche Gedanke, warum?
00:56:19: du hast es ja eingangs schon erwähnt gesagt hast ich möchte das weitergeben auch.
00:56:23: Ich möchte dass was ich erlebt habe anderen auch irgendwie zur Verfügung stellen?
00:56:28: Ja ich glaube genau deswegen weil ich eine Hinterbliebene bin und diese Qualität bringe ich halt mit und die ist mega authentisch.
00:56:39: also da ja ich glaub das möchte Also ich möchte den Schmerz, den ich empfunden habe oder immer noch empfinde irgendwie verwandeln indem ich anderen Menschen unterstützen kann in der Situation.
00:57:01: Genau weil ich das irgendwie nachvollziehen kann wie sie sich fühlen auch wenn jede Situation anders ist und jeder Suizid ja halt anders ist.
00:57:14: Und trotzdem... Es ist eine Verwandlung.
00:57:17: Ich glaube, das Wort ist für mich auch total wichtig, weil ich mach auch was für mich und indem ich Menschen unterstütze, dann verlasse ich mich ja auch nicht oder ich weiß nicht ob du das verstehst, was ich meine?
00:57:35: Ich verlasse die Menschen nicht.
00:57:37: deswegen verlasse sich mich selber auch nicht, weil in dieser Situation gewesen bin von der Person, die nicht mehr leben will.
00:57:46: Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit auch einem neuen Ehrenamtlichen, der glaube ich sogar in deiner Ausbildungsgruppe ist.
00:57:52: Und mit dem hatte ich genau dieses Gespräch und wir kamen dann irgendwann auch drauf... Naja, das Einzige was ich doch in diesen Gesprächen anbieten kann sind so zwei Punkte aus meiner Sicht.
00:58:01: Das eine ist, was sich immer anbietet und das ist wahrscheinlich in der Krisenintervention noch mal mehr der Fall ist aber so dieses Thema.
00:58:07: Ich bin jetzt gerade bereit mein Leben auch zu pausieren weil deins hier gerade pausiert.
00:58:12: Für dich ist hier grade nichts mehr wie es war Und ich nehme mir jetzt die Zeit Mein Leben auch anzuhalten und jetzt nur bei dir zu sein So dass es das eine und das andere ist ja und das glaube ich was du gerade auch gesagt hast Ich kann ja immer nur ich selbst sein Ich kann ja nur immer mich anbieten mit dem klar theoretischen Fachwissen, das ich auf der einen Seite habe.
00:58:32: Aber das ist gar nicht so wichtig sondern mit dem wie ich als Mensch, als Floh oder als Claire bin also wie ich auf Dinge blicke und das sind ja immer nur die Perspektiven die ich anbieten kann und dass es vielleicht dann beim Einen mehr humorvoll.
00:58:48: Beim anderen ist es mir, ich weiß gar nicht durchdenkend wieder jemand anders geht's ja emotional an Themen ran und das ist so was sich anbieten kann.
00:58:57: Und auf der Ebene findet doch genau der Kontakt statt.
00:59:00: Und da glaube ich eben auch, würde ich auch total bestätigen, dass du gesagt hast, es ist gar nicht zu werten, dass der eine das besser kann als die andere oder umgekehrt sondern es haben alle in einen anderen Zugang.
00:59:11: aber du bringst natürlich Erfahrungen mit wo es, glaube ich einfach manchmal schon ausreicht den Menschen zu sagen.
00:59:20: Ich weiß was sie denken oder ich weiß wie sich's anfühlt und ich glaube alleine dieser Satz und denen nicht einfach nur dahin gesagt weil sagen könnte ich denn auch aber ich würde dir nicht sagen wenn das ist jetzt haller quatschen wir wird mir niemals über die Lippen kommen dass zu sagen wenn ich das nicht so meine.
00:59:34: und ich glaub allein dieser Umstand macht ganz ganz ganz viel bei vielen menschen weil man plötzlich das Gefühl hat ja wow okay Du kannst das nachvollziehen, weil du's auch erlebt hast.
00:59:46: Und du sitzt trotzdem heute neben mir.
00:59:48: also es scheint einen Umgang damit zu geben und das macht glaube ich ganz viel.
00:59:52: Stimmt ja wirklich.
00:59:54: Ich glaube umso wichtiger ist es auch tatsächlich dass Menschen wie du Menschen die sowas erlebt haben eigentlich alle betrifft ihr eigentlich am Ende alle sich engagieren und genau dieses Wissen weitergeben.
01:00:07: und ich bin dir deshalb auch so unglaublich dankbar, dass du so offen drüber gesprochen hast dass du auch damit zu kämpfen hattest, dich zu fragen ob du überhaupt noch in diesem Leben sein willst und so weiter.
01:00:20: Weil ich glaube das es wirklich wichtig ist das Thema auch mal auf den Tisch zu legen um drüber sprechen zu können.
01:00:26: Ja
01:00:27: Das liegt mir auch am Herzen Dass man einfach drüber sprechen darf Und Es ist weniger schlimm wenn man das einmal gesagt hat.
01:00:40: Also mein großer Wunsch ist ja, dass wir die Angst davor ein bisschen verlieren.
01:00:43: Weil du bist für mich genauso ein sympathischer Mensch wie du vor dieser Folge warst oder so.
01:00:48: Weißt Du?
01:00:48: Daran ändert sich ja nichts außer das du im Prinzip die Offenheit gehabt hast mir und jetzt ja ganz vielen anderen zu sagen hey ich habe mich mit diesen Gedanken auch getragen und ich hab aber für mich aktuell einen Umgang gefunden und es ist nicht schlimm drüber zu sprechen sondern es ist okay und wir müssen diesen Raum auch schaffen In der in der Gesellschaft und das kann eben dann über den AKL.
01:01:10: Und alle Institutionen, die es gibt sein Telefon, weiß der Teufel was aber eben auch für jeden im privaten Umfeld?
01:01:18: Was mir so wichtig ist dass wir die Angst verlieren einerseits zu benennen und zu sagen ja ich trage mich mit diesen Gedanken herum und andererseits auf der Gegenseite auch in einen Aktionismus zu verfallen und zu sagen, oh Gott, das will ein Klär.
01:01:33: Jetzt muss ich sofort den Rettungsdienst anrufen und wir brauchen Notarzt
01:01:36: usw.,
01:01:37: sondern einfach auch so ein bisschen diese in Anführungszeichen-Gelassenheit zu haben.
01:01:42: Und da meine ich nicht, dass man es nicht ernst nimmt auf gar keinen Fall, sondern also auf jeden Fall ist es ernst zu nehmen aber mir auch zuzutrauen, dass ich das auch aushalten kann und dass sich gar nicht aktionistisch werden muss.
01:01:52: Dieses
01:01:52: Wort aushalten stimmt ja genau dieses aushalten können Ja, sehr große Gabe.
01:01:59: Und das ist hilfreich für Menschen die sich zugehört fühlen.
01:02:03: dadurch und dann geht es auch ein Stück besser.
01:02:06: wenn man's rausgesprochen hat gehts ein stück besser.
01:02:09: ja und das ist doch das schönste was passieren kann dass man so eine bisschen erleichterung direkt spürt.
01:02:15: und ich glaube aber dafür ist es eben auch wichtig dass man menschen hat dies aushalten weil wenn du die erfahrung machst ich spreche das aus und sofort geht ne alarmkette los Dinge, die du selber gar nicht mehr begreifen kannst weil alle aktionistisch und panisch werden.
01:02:28: Dann wirst du dir beim zweiten mal ganz genau überlegen ob das nochmal aussprichst und plötzlich bleibt es in dir und dann sind wir genau in diesen Kreisen über die wir vorher schon gesprochen haben.
01:02:36: Ja
01:02:38: klar wenn ich dich jetzt zum Abschluss rein hypothetisch fragen würde ob so eine Botschaft gibt, die Du an Betroffene aber vielleicht auch an alle die uns für ein insgesamt raus senden würdest wie man mit solch einer Situation umgehen kann gibts da was?
01:02:55: Ich würde sagen, wenn ihr das zulassen könnt dann lasst euch begleiten.
01:03:01: Macht es nicht alleine aus!
01:03:05: Und ja sich auch vielleicht aktiv Hilfe suchen.
01:03:13: Danke schön.
01:03:15: Danke dir vielen Dank für diesen Raum den du auch eröffnest so dass man darüber keinen Tabu machen muss sondern dass man drüber sprechen kann.
01:03:26: Das wäre mein ganz großer Wunsch und ich danke dir dafür, dass du diesen Raum nutzt.
01:03:30: Und dass du genau offen darüber sprichst weil ich glaube wenn mehr Menschen mit so einem guten Beispiel vorangehen wie du das jetzt hier wirklich muss man ja sagen in aller Öffentlichkeit gemacht hast dann glaube ich kommen wir da Schritt für Schritt hin und deswegen bin dir wirklich unglaublich dankbar dass wir heute sprechen konnten.
01:03:47: Ich freue mich, wenn wir dann demnächst uns ja auch beim Arbeitskreis leben.
01:03:51: Möglicherweise ist es ein oder andere Mal im professionellen Kontext häufiger über den Weg laufen.
01:03:57: Ja danke Flo!
01:03:58: Danke dir!
01:04:02: Das war's für heute von und plötzlich Krise.
01:04:05: Vielen vielen Dank dass ihr hier rein hört und diesen Podcast genau dadurch unterstützt.
01:04:09: Wenn ihr das noch nicht gemacht habt dann abonniert diesen podcast doch gerne in eurem Podcast Kanal Und aktiviert gerne auch die Glocke bei Spotify Dann verpasst ihr in Zukunft keine Folge mehr.
01:04:20: Außerdem freue ich mich natürlich auch weiterhin über all eure Nachrichten mit Anmerkungen, Mitwünschen und Kritik.
01:04:26: Und am einfachsten erreicht ihr mich nach wie vor über den unplötzlich Krise Instagram-Kanal.
01:04:31: Auch da dürft ihr natürlich gerne folgen!
01:04:34: Dann freue ich mir, wenn wir uns in zwei Wochen hier wieder hören – bis dahin macht's gut!
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