Wenn Kinder trauern
Shownotes
Wie trauern Kinder eigentlich?
Kathrin Senger ist Theologin, Kriseninterventionshelferin und hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit Trauer bei Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Gemeinsam sprechen wir über Einsätze, die sie nachhaltig geprägt haben, über die Unterschiede zwischen kindlicher und erwachsener Trauer – und darüber, warum Kinder oft viel ehrlicher mit dem Thema Tod umgehen als Erwachsene.
Wir sprechen darüber, was Kinder wissen sollten, warum Ehrlichkeit so wichtig ist, wie Kinder Verluste verarbeiten und weshalb Erwachsene manchmal mehr von Kindern lernen können als umgekehrt.
🔍 Themen dieser Folge 👉 Ein gemeinsamer Kriseninterventionseinsatz nach einem Suizid 👉 Warum Kinder anders trauern als Erwachsene 👉 Die sogenannte „Pfützentrauer“ bei Kindern 👉 Wie Kinder den Tod verstehen – je nach Alter 👉 Warum Ehrlichkeit im Umgang mit Kindern so wichtig ist 👉 Was man Kindern über Tod, Sterben und Suizid sagen sollte 👉 Kinder bei Beerdigungen und Abschieden begleiten 👉 Schuldgefühle bei Kindern nach einem Todesfall 👉 Warum Kinder oft wieder schnell in Schule oder Kindergarten möchten 👉 Was Erwachsene von Kindern über Trauer lernen können
👤 Über den Gast dieser Folge Zu Gast ist Kathrin Senger.
Kathrin ist Theologin und engagiert sich gemeinsam mit Florian in der Krisenintervention in Freiburg. Durch mehrere prägende Einsätze begann sie, sich intensiv mit Trauer bei Kindern und Jugendlichen auseinanderzusetzen und bildete sich in diesem Bereich gezielt weiter. In der heutigen Folge spricht sie über ihre Erfahrungen, was sie gelernt hat und bringt dieses Wissen ein.
🎙️ Host Florian D. Weber – Moderator, Entertainer und seit über 15 Jahren ehrenamtlich in der Krisenintervention und Suizidprävention tätig.
Mit „Und plötzlich: Krise“ gibt er Einblicke in Situationen, die sonst verborgen bleiben – und spricht mit Menschen, deren Geschichten bewegen.
⚠️ Inhaltsinformation Diese Folge thematisiert Suizid, Todesfälle innerhalb von Familien sowie Trauer bei Kindern und Jugendlichen und kann emotional belastend sein.
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📅 Veröffentlichung Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen, freitags um 7 Uhr.
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Transkript anzeigen
00:00:03: Thomas schaut auf das Display seines Handys, dass gerade noch in seiner Hosentasche vibriert hat.
00:00:09: Es ist seine Freundin – eigentlich hat er gerade gar keine Zeit!
00:00:13: Er ist in der Schule und der Unterricht geht gleich weiter.
00:00:17: Dennoch entscheidet er, das Gespräch anzunehmen.
00:00:22: Seine Freundin am anderen Ende der Leitung ist aufgelöst.
00:00:25: Sie wirkt völlig verzweifelt, sagt ihm noch wo sie gerade ist….
00:00:29: Doch noch bevor Thomas reagieren und etwas sagen kann, hört er schon das laute Hupen eines Zuges.
00:00:35: Ab diesem Moment geht alles ganz schnell – das deutlich zu hörende Quetschen und ein Knall!
00:00:41: Dann ist es still am anderen Ende der Leitung.
00:00:47: Thomas ahnt was passiert ist.
00:00:49: In Panik rennt er in den Fahrradkeller, schnappt sich sein Fahrrad und fährt sofort zur Stelle die seine Freundin ihm eben noch genannt hat.
00:00:57: Als er ankommt, ist die Polizei vor Ort.
00:01:05: Hallo und ganz herzlich willkommen zur heutigen Folge von Unplötzlich Krise.
00:01:09: Ich freue mich sehr, dass ihr auch heute wieder mit dabei seid!
00:01:12: Und ich sage eins heute gleich vorweg... Heute geht es um ein durchaus intensives Thema.
00:01:17: Und zwar nicht nur wegen des Falls den ihr gerade schon eingangs gehört habt und den ich zusammen mit meiner Kollegin Katrin Sänger damals gemacht habe sondern vor allem wegen des Themas.
00:01:27: Wir sprechen heute über Trauer mit und bei Kindern.
00:01:31: Katrin ist Theologin, arbeitet gemeinsam mit mir im Kriseninterventionsteam in Freiburg und hat sich in den letzten Jahren intensiv mit dem Thema Trauer bei Kindern auseinandergesetzt und sich in diesem Bereich weitergebildet.
00:01:43: Warum sie das gemacht hat?
00:01:45: Erzählt Sie in der heutigen Folge.
00:01:46: Anlass dafür waren nämlich unter anderem zwei Einsätze mit der Krisen-Intervention.
00:01:52: Darüber hinaus spreche ich mit Katrin darüber, inwiefern sich Trauer von Kindern von der von Erwachsenen unterscheidet.
00:01:58: Wir schauen darauf was man Kinder alles sagen und zumuten kann – und vor allem wie!
00:02:03: Und wir schauen darauf warum wir als Erwachsene in Sachen Trauer sogar richtig etwas von Kindern lernen können.
00:02:09: Aber an der Stelle nochmal der ganz wichtige Hinweis, es geht heute um Trauer bei Kindern und Jugendlichen.
00:02:14: Und wenn ihr gerade das Gefühl habt dass ihr diese Folge vielleicht grade nicht hören könnt dann hört doch gern einfach in eine andere Folge rein oder seid einfach in zwei Wochen wieder mit dabei!
00:02:23: Und ansonsten und vor allem wenn ihr dabei bleibt wünsche ich euch jetzt ganz viel Spaß beim Gespräch mit Katrin Sänger.
00:02:47: Der Mann hat angerufen und mir nämlich genau gesagt, du nimmst jetzt sie und die Straßenwagen.
00:02:58: Und wer ist dahin?
00:03:01: Das Interessante für mich noch mal... Ich bin ja jetzt an der B-Mail-Schule und habe in meiner Mentorin drüber gesprochen, eben da auch draufgekommen.
00:03:10: Dann hat sie mir erzählt, ja, da gab es dann mal den Fall.
00:03:12: Und der Junge war wohl auf dem B-Gymnasium.
00:03:17: Das Mädel weiß ich gar nicht mehr.
00:03:18: Was ich aber noch weiß, ich weiß nicht ob du dich daran noch erinnern kannst, das war einer meiner allerersten Einsätze.
00:03:24: Ich esse ein dritter Einsatz oder so, glaube ich.
00:03:26: Ich habe mir das mal alles
00:03:26: aufgeschrieben.
00:03:27: Das wusste ich nicht mehr.
00:03:29: Und da gab es eine Situation die mich echt etwas überfordert hat weil da kam irgendwann so ne Frau... und meint hat sich voll aufgeregt, dass abgesperrt war.
00:03:36: Die kam dann mit ihrem Hund und hat sich mega aufgereght das abgesperrt war und hat dann eben gesagt ja und sich wieder einer von Zug schmissen und so.
00:03:45: Und nun war es gerade im Gespräch mit dem Jungen und ich war mir der Mutter von den Jungen im Gesprächen und du warst halt so in diesem Gespräch und ich wusste irgendwie gar nicht.
00:03:52: Ich war echt ein bisschen überfordert in dem Moment weil die Mutter mich halt auch Die war natürlich schon eine Reaktion gewollt, ist ja auch eine Aufgabe in dem.
00:03:59: Ich hab dann auch reagiert und gesagt, ihr seht hier was passiert.
00:04:03: ich bitte Sie jetzt einfach weiterzugehen.
00:04:05: wir können im Moment nicht mit Ihnen darüber sprechen.
00:04:08: haben sie Verständnis dafür.
00:04:11: Und die hat aber nicht locker gelassen, die hat eh sich da rumgeschimpft und so.
00:04:15: Unmöglich und immer die Litte als auf alle Mannes schaue ich noch und so und ähm ... Ja also das weiß ich noch.
00:04:23: Ich merke gerade und jetzt sitzen wir Viele Jahre später im Podcaststudio in Freiburg und ich merke, dass diese Aussage, die diese Frau da macht richtig was mit mir.
00:04:33: Ich merke das die mich hier richtig wütend macht.
00:04:35: Ja!
00:04:35: Weil es ja... Also wir geben gleich mal so einen Einblick wie das Szenario vor Ort war, das wird davor gefunden haben.
00:04:41: aber das ist ja finde ich etwas was man relativ häufig beobachten kann also immer wieder Ich bin ja wirklich so in meinem Leben insgesamt bemüht um unterschiedlichste Perspektiven.
00:04:52: Und ich glaube jeder von uns kennt auch die Situation, in der deutschen Bahn zu sitzen und der Zug bleibt stehen und es kommt irgendwann die Durchsage dass auf der Strecke sich jemand das Leben genommen hat.
00:05:03: Dann kannst du ja ganz grob schon planen wenn's keine Umleitungsstrecke gibt oder die Bahn sich nicht irgendwas einfallen lässt dann sind hundertzwanzig Minuten weg.
00:05:11: Ja!
00:05:11: So...und ich verstehe jeden im Zug da sauer wird und den das ankotzt, der seinen Termin verpasst usw.
00:05:19: Aber ich finde schon interessant ehrlich gesagt was es manchmal mit den Leuten macht und ich habe da schon absurdeste Situationen mehr mit anhören können unter anderem den Satz der mir nie mehr aus dem Kopf gehen wird ja er ist doch jetzt eh schon tot jetzt kannst du auch drüber fahren Und dann musst du dich schon mal als Mensch glaube ich fragen was mit dir ist.
00:05:38: Und das denke ich da bei diesem Satz, den finde ich nicht ganz so dramatisch.
00:05:42: Denke ich auch ja, dass es deine typische Spazierrunde mit dem Hund und ja, das fakt gerade total ab!
00:05:49: Aber es ist nicht das größte Problem der Welt.
00:05:51: also bitte mal Perspektive wechseln.
00:05:53: Das macht du richtig.
00:05:54: was mit mir, wenn du das sagst.
00:05:55: Absolut.
00:05:56: Ich
00:05:57: vor Februar letzten Jahres hat sich eine Kommilitolin von mir das Leben genommen in M-Dingen und ich weiß nicht wie aber ich vermute auch durch ein Bahnsuizid.
00:06:06: Wenn du das dann noch mal, wenn du wirklich auch jemanden naherkennst.
00:06:10: Auch an der Beerdigung warst, der sich auch so das Leben genommen hat... Also ich hatte auch vorher eine Perspektive die wo ich jetzt selber nie gedacht habe Denk mal an den Schaffner oder so weil mir völlig klar ist dass man das nicht kann in dieser Situation.
00:06:24: Aber seit ich das nochmal so nahe selber erlebt hab Ist es schon was... Ich hab mal... Ja, was mich jedes Mal ein bisschen anders mitnimmt
00:06:37: Ja.
00:06:37: Vielleicht springen wir damals in diese Situation, ich wusste nicht mehr dass unser Kollege Martin offensichtlich die Einsatzkoordination gemacht hatte.
00:06:43: Ich weiß aber noch das wir telefoniert haben und dass sich schneller vor Ort war weil ich nicht so weit davon entfernt gewohnt habe Und mit dem Fahrrad einfach hinfahren konnte.
00:06:52: Genau Das war dann unsere Absprache.
00:06:54: ja auch genau Dass ich einfach schon mal anfange und mir das angucke.
00:06:58: Die Szene ohne dass wird zu genau diesen Ort beschreiben an dem der Stadt gefunden hat.
00:07:04: Also war ein Bahnübergang und an diesem Bahnüergang stand der Zug noch.
00:07:09: Und natürlich Feuerwehr, Polizei usw.
00:07:12: Das ist halt in Freiburg im Gebiet.
00:07:15: Da ist ein Wald direkt nebenan.
00:07:17: Die Leute gehen da spazieren, die Leute laufen... also du findest viele Freizeitsportlerinnen und Freizeit-Sportler.
00:07:22: Leute, die mit den Hunden spazierend gehen.
00:07:24: Leute auf dem Pendelweg durchfahren und die alle jetzt nicht durchfahren konnten weil da abgesperrt war.
00:07:30: Und die Situation war aber, glaube ich so von dem wie sie schon beschrieben war.
00:07:35: Glaube ich schon auch eine der ... Die so zu den dramatischeren Zelten, die ich in meiner Laufbahn erlebt hatte.
00:07:41: Weil das war ja damals durchaus ungewöhnlich weil dieser junge Mann, den wir dann betreut hatten wo du gerade gesagt hast dass ich mit ihm im Gespräch war Der hat mit seiner Freundin telefoniert und es war ja bekannt Am Struggle war häufig, ich weiß nicht mehr ganz sicher ob sie eine Diagnose
00:08:01: hatte.
00:08:01: Das kann ich mich auch nicht mehr daran
00:08:02: erinnern.
00:08:03: Ich meine das hier auf jeden Fall in den Behandlungen und Piva auch schon verschiedene Gespräche hatte.
00:08:08: Weiß ich aber auch nicht hundertprozentig.
00:08:11: Und die haben telefoniert genau.
00:08:13: und Dann ist so dass passiert was sich glaube ich auch niemand so richtig vorstellen kann Dass sie irgendwie ihm noch mal gesagt hat Sie ist jetzt gleich weg oder sie muss hier Schluss machen und im nächsten Moment hört ihr noch, dass es einen Schlag tut.
00:08:30: Und ein Zug-Hupen, erst Hupen dann tut's nen Schlag... ...und das Gespräch bricht ab!
00:08:38: Der junge Mann ist an die Einsatzstelle gefahren weil die ihm noch gesagt hatte wo sie gerade ist und der hat sich da schon irgendwie so was gedacht und ist mit dem Fahrrad hingefahren und war dann glücklicherweise glaube ich nach der Polizei vor Ort, sodass er nicht an die Unfallstelle direkt hinkam.
00:08:54: Und sitzt jetzt da und ist an dieser Unfall Stelle und checkt natürlich auch sofort was passiert ist und wir dann zur Betreuung da waren.
00:09:03: Genau!
00:09:04: Ja...und dann kam ja noch seine Mutter dazu?
00:09:06: Genau, die kamen dann auch noch dazu.
00:09:08: Er ist glaube ich von der Schule auch direkt gekommen, die auch jetzt nicht ultra weit entfernt war.
00:09:12: Das schätze man mit dem Fahrrad so sieben Minuten oder so.
00:09:15: Also alles schon in sehr kurzer Zeit passiert.
00:09:19: Und war das nicht auch so, dass er irgendwie beim Telefonat auch ein bisschen genervt war?
00:09:23: Oder irgendwie ... Ich meine da war auch was.
00:09:26: Dass er irgendwie gedacht hat oh schon wieder irgendwie und oder am Tag vorher also irgendwie war es auch so ein bisschen.
00:09:33: Ja
00:09:34: ich glaube er hatte sich irgendwie gewünscht Es wäre noch ein anderes Gespräch.
00:09:38: Das letzte Gespräch wäre halt anders gewesen.
00:09:40: Genau
00:09:40: das war nämlich dann das Thema.
00:09:42: irgendwie weil er ... Dann
00:09:43: kann ich mich noch erinnern ...
00:09:44: auch gerade keine Zeit hatte, weil er in der Schule war.
00:09:46: Ich glaube das war ja so mit...
00:09:47: Genau,
00:09:48: er war ein bisschen unter
00:09:48: Zeitdruck.
00:09:48: Er
00:09:48: konnte dann nicht hin direkt und so.
00:09:52: Und dann sitzt man da mit der Krisendivision und soll dann da was sagen und der hat ja auch total viele Fragen.
00:10:01: Ja
00:10:01: aber der war unglaublich reflektiert.
00:10:03: Ja ja, total!
00:10:04: Also
00:10:05: da hatte ich echt gut ab.
00:10:07: Total?
00:10:09: Ich meine er ist jetzt schon ein bisschen älter, aber so das Thema der heutigen Folge ist ja unter anderem auch mal so ein bisschen drauf zu schauen weil du dich spezialisiert hast Katrin in den letzten Jahren auf die Trauerarbeit mit Kindern.
00:10:19: Die Trauer Arbeit mit Jugendlichen und vielleicht bevor wir da jetzt gleich darauf gucken.
00:10:23: also den Einsatz haben wir schon ganz grob beschrieben Aber es war schon ein sehr gutes Gespräch.
00:10:27: ich erinnere mich nicht mehr daran wie lang wir da waren.
00:10:30: Ich erinnert mich nur daran dass wir... Dass Du viel mit der Mutter gesprochen hast und ich viel mit ihm.
00:10:35: Und natürlich Wer hat das auch nicht vergessen, da ist so ein Gehweg und der saß auf dem Bordstein.
00:10:40: Und ich hab mich daneben gesetzt.
00:10:41: Das Bild habe ich auch noch vor Augen.
00:10:42: Aber was willst du sagen?
00:10:45: Wie beantwortest du die Fragen?
00:10:46: natürlich den alten Klassiker gemacht, den ich immer mache zu sagen hey erzähl mir erst mal was passiert ist.
00:10:52: Ja aber was sagst du dann?
00:10:54: Das ist schon eine grundbeschissene Situation für alle Beteiligten.
00:11:00: Ich glaub, was in der Situation auch noch mal ganz wichtig war und das haben wir beide, meine ich, ganz gut hinbekommen ihm echt mitzugeben.
00:11:06: Dass er nicht für sie verantwortlich war.
00:11:08: Ja.
00:11:09: Ähm ... Und dass sie für sich selbst verantwortlig war.
00:11:13: Auch für ihre Erkrankung und damit umzugehen.
00:11:16: Ja!
00:11:16: Und dass er sie nicht hätte retten können.
00:11:18: Also, ich glaube, es war für ihn so ein Ding, Hätte ich Sie retten müssen?
00:11:23: Dann haben die beiden gesagt, das kann gar nichts seiner Aufgabe sein.
00:11:27: Ja und das ist ja auch tatsächlich schwierig, also du guckst nicht in den Kopf der Leute rein.
00:11:32: Und natürlich sehe ich die Punkte, die er damals hatte und die glaube ich jetzt wahrscheinlich alle Hörerinnen sich so denken, ja aber hätte es nicht Anzeichen gegeben.
00:11:43: Ja na klar rückwirkend betrachtet hundertprozentig.
00:11:47: Aber in der Situation ist das schwierig?
00:11:48: Das ist nur mit dem Wissen von heute auch mit dem wissen mit dem wir jetzt hier sitzen drauf guckst.
00:11:53: dann ist Es immer leicht zu reden und zu sagen die Eltern hätten sie aber So.
00:11:57: ja na klar aber wenn du jeden tag Zeit verbringst Und die leute sich ja also auch meinen eltern auch Nicht alles erzählt natürlich meine eltern sind lange nicht alle sonst ist ja überall so Dann ist es immer ganz schwierig mit dem Wissen von heute zurückzuschauen.
00:12:12: Und das hattet ihr aber ja damals auch schon, weil natürlich mit dem wissen jetzt ist das gerade passiert.
00:12:17: Guckst du ja völlig anders auf alles was die letzten vierundzwanzig, achtenviertzig, seventy-zwei Stunden und so passiert es?
00:12:23: Na klar!
00:12:24: Ja und das ist natürlich irgendwie immer unfair gegenüber sich selbst, weil das wirst du hatte man da nicht.
00:12:29: Ich sage dann ganz oft zu den Leuten wie viele andere Leute kennen sie, die sich ähnlich behalten haben und sich nicht das Leben genommen haben oder wie oft waren sie vielleicht schon in einer ähnlichen Situation und es kam ganz anders raus.
00:12:41: Und heute können sich vielleicht sogar gar nicht mehr daran erinnern, weil eben nichts weiter passiert ist... ...und diese Brille haben Sie dann da gar nicht auf!
00:12:50: Das ist so ein Take, den ich auch relativ häufig mache.
00:12:55: Ich gebe aber die Moderation immer gleich mit dazu, weil natürlich das ist ja genau wie du sagst also in ganz vielen Situationen hast du das gar nicht mal auf dem Radar, weil das einfach belanglos war am Ende.
00:13:06: Und erst in dem Moment, wo du checkst okay jetzt ist hier gerade was wirklich Schlimmes passiert.
00:13:13: Setzt du dir diese Brille auf und guckst eben mit hätte ich in die Vergangenheit?
00:13:18: Was ich da immer versuche zu vermitteln ist naja Du konntest ja nur... mit dem Wissen, dass du zu dem Zeitpunkt hattest handeln.
00:13:26: Und zeitgleich ist mir auch völlig klar und ich glaube auch dir und allen die diese Arbeit machen... Diese Perspektive ist schwer einzunehmen wenn du da sitzt und das gerade passiert dann guckst du nicht so rational auf dieses Thema wie wir das
00:13:38: tun.
00:13:39: Das muss man einfach wissen irgendwie.
00:13:42: Und es sind Gedanken die werden einem wahrscheinlich auch des Leben lang begleiten.
00:13:45: Das glaub' ich auch.
00:13:46: Und manchmal hilft daran auch zu sagen, das isso schauen sie wie Sie damit umgehen können.
00:13:54: Manchmal ist es leichter zu akzeptieren, dass man diese Gedanken ein Leben lang haben wird und sich die anzuschauen oder sich zu sagen das sind nur Gedanken.
00:14:04: Die gehen durch meinen Kopf und irgendwann sind sie auch wieder weg anstatt zu versuchen die wegzukriegen weil das ist manchmal eine Arbeit gegen Windmühlen.
00:14:12: Und dann entstehen erst recht dieses Gedankenkreisel aus dem du nicht mehr rauskommst.
00:14:19: Das ist so ein bisschen dieses Beispiel vom Roseelefanten.
00:14:21: Denkt man nicht an Roselefanten im Kühlschrank?
00:14:23: Ja, genau.
00:14:25: Und also glaube ich, dass du natürlich versuchst die aktiv wegzukriegen,
00:14:28: kriegen
00:14:29: wir eine krasse Aufmerksamkeit plötzlich und das ist ja... Auch da sitzen wir jetzt hier im Studio, im Keller und gedreht sich super leicht daher weil es ist natürlich eine unfassbar schwere Arbeit wenn du in der Situation bist.
00:14:44: Ich erinnere damals auch noch Das war ja auch an manchen Stellen ein interessanter Einsatz, weil die Mutter sehr engagiert war weiterführende Hilfen zu bekommen.
00:14:54: Und der Sohn war an dem Punkt noch gar nicht mehr.
00:14:57: Ich glaube er wollte irgendwann dann auch nach Hause.
00:15:00: Er wollte weg da, wenn es ja auch total nachvollziehbar ist und die Mutter hat sich noch ganz viel bei dir erkundigt nach weiterfüllen Hilfen und wo kann das ich melden?
00:15:09: Und das war ja total sinnvoll!
00:15:11: Und es ist auch immer sinnvoll, glaube ich.
00:15:12: Weil wir machen eine sehr kurzfristige Hilfe die hilft für die ersten paar Stunden und in den allerwenigsten Fällen hören wir noch mal von denen oder man nochmal von uns.
00:15:23: aber manche brauchen mittelfristig was und manch brauchen langfristig etwas.
00:15:27: und daran erinnere mich auch nach dass wir da auch noch viel drüber gesprochen haben.
00:15:31: Und soll der sich da heute sofort noch?
00:15:33: Genau,
00:15:33: das waren so organisatorischen Fragen auch.
00:15:36: Ja genau und wie macht man das?
00:15:38: und kriegt ja dann gleich eine Antwort.
00:15:41: Das kann ich mich auch noch daran erinnern weil da ging es dann auch um U-Fünfundzwanzig und um AKL und...
00:15:47: Genau u-fünfund zwanzig gibt's auch schon ne Folge.
00:15:49: wenn ihr die noch nicht komplett habt lohnt sie auch auf jeden Fall reinzuhören.
00:15:51: sehr sehr spannendes Projekt und wertvolles Projekt.
00:15:55: Und jetzt bist du Spezialistin in der Arbeit Trauer mit Kindern und Jugendlichen.
00:16:01: Würdest Du sagen, ich habe im Rettungsdienst mal so eine Sache gelernt das war Kinder sind keine kleinen Erwachsenen?
00:16:08: Ja.
00:16:08: Total!
00:16:11: Ich würde sagen wenn wir uns anschauen... Was so der wichtigste Unterschied ist in Kindertrauer versus Erwachsenerntrauer.
00:16:19: Es gibt in einer Kinderpsychologie einen Begriff, der nennt sich Pfützentrauer oder dieses Bild das man von Pfütze zu Pfützel springt.
00:16:28: also bei Kindern ist Trauer viel weniger verstetigt als bei Erwachsenen.
00:16:34: Und das ist für viele Erwachsene auch sehr irritierend häufig, also Kinder können wirklich in einem Moment tief traurig sein und weinen und es geht gar nichts mehr.
00:16:42: Und drei Minuten später ist irgendwas total witzig und irgendwas passiert und die sind auf einmal so fröhlich und haben in dem Moment total vergessen dass gerade was irgendwie Schlimmes passiert ist und springen da echt so hin und her.
00:16:56: und für Erwachsene kann das manchmal sehr irritieren sein weil sie sich dann auch fragen Trauert das Kind gar nicht mehr, ist es gar nicht traurig.
00:17:02: Wir Erwachsenen kennen das zwar auch, dass Trauer in Wellen kommt... ...aber es ist schon etwas verstetigter als bei Kindern, die wirklich einfach sehr im Moment leben.
00:17:13: Kinder leben wirklich im Moment und wenn gerade etwas lustig ist dann ist es gerade lustig!
00:17:19: Ich
00:17:20: weiß nicht an wie viele Einsätze ich gerade zurückdecke, genau dieses Moment tatsächlich ein bisschen beschreiben würde auch Genau, wie du gesagt hast.
00:17:27: Ich glaube absolut!
00:17:28: Auch bei uns Erwachsenen kommt und geht das in Wellen.
00:17:32: Und auch wir lachen dazwischen.
00:17:34: Aber es ist natürlich irgendwie... Du hast das Gefühl so ein Todesfall schwingt permanent
00:17:39: mit Schwinken.
00:17:39: Genau, es ist ein Grundrauschen.
00:17:41: Es ist so ein richtiges Grundraushand.
00:17:43: Mir gefällt das Bild mit dem Pützen weil ich kann mir da total bevorme vorstellen.
00:17:46: Weil genau das ist es ja.
00:17:47: Das macht den
00:17:47: Kindern
00:17:48: mitspringt mit seinen Gummistiefeln davon zu pütze.
00:17:51: Und natürlich ist es auch nochmal wichtig dann zu unterscheiden in welcher Alterstufe befinden wir uns?
00:17:57: Ist das Kind irgendwie ein halbes Jahr alt?
00:18:01: Dann ist klar, dass Kinder in dem Alter können eigentlich natürlich den Tod noch nicht begreifen.
00:18:07: Die merken jemandes abwesen und wenn die Mutter aus dem Zimmer geht weinen sie und denken die Mutter kommt nicht mehr.
00:18:11: Und dann kommen sie wieder alles gut und Grundvertrauen wird hergestellt.
00:18:20: Man muss auch dazu sagen, das sind alles Modelle.
00:18:23: Auch Kinder sind individuell.
00:18:26: Also da würde ich auch sagen ist eine Gemeinsamkeit mit Erwachsenen.
00:18:28: Kinder sind Individuell und es gibt verschiedene Menschen die sich verschiedene Modelle überlegt haben wie man das grob einteilen kann.
00:18:37: Ein Kindergarten hat mal auf dieses Phänomen dass diese Endlichkeit noch nicht richtig begriffen werden kann.
00:18:45: Und dann am Eltern.
00:18:47: also ich kenne dann auch Eltern die das irgendwie gut gemeistert haben, dem Kind jetzt verständlich erklärt zu haben.
00:18:52: Die Oma ist jetzt tot und die Omas gestorben.
00:18:56: Wir haben die Oma auch beerdigt, sie kommt nicht mehr.
00:19:00: Kinder hat es eigentlich ganz gut aufgenommen, die Eltern puh geschafft.
00:19:05: drei Tage später man kommt eigentlich die oma wieder.
00:19:09: Und die Eltern ich hab gedacht wir haben das jetzt eigentlich ganz Gut erklärt gehabt
00:19:15: Und haben die auch?
00:19:17: Das ist total gut gewesen.
00:19:19: Aber es ist in dem Alter für Kinder noch sehr schwer zu verstehen, dass der Tod nicht reversibel ist.
00:19:24: und das merkt man dann auch manchmal im Spiel.
00:19:27: Wenn man dann mal Kinder an dem Alter beobachtet beim Spielen und dann sagt ich bin jetzt tot.
00:19:32: Dann liegen sie halt hin und bewegen sich nicht mehr.
00:19:34: Es ist oft das Bild was Kinder in dem alter haben.
00:19:36: Jemand der tot ist, der liegt da und bewegt sich doch nicht mehr.
00:19:39: oder Sie sagen dann auch mal ... kennen auch Eltern, wenn dann Kinder manchmal zur Mama sagen oder zum Papa ich wünschte du wärst
00:19:45: tot.
00:19:46: Ja.
00:19:46: Boah krass!
00:19:48: Dann sitzt du da und denkst dir wie kann ein Kind so etwas sagen?
00:19:53: Das ist ja richtig schlimm jemand anderem den Tod zu wünschen.
00:19:56: Ja total.
00:19:57: Total.
00:19:59: Und dann aber sich klarzumachen dem Begriff von Toden wir Erwachsene haben nämlich jemand ist tot und kommt nie wieder.
00:20:08: Haben ja Kinder so nicht in dem Alter Kindergartenalter?
00:20:13: Genau.
00:20:14: Die denken dann, ich sage, ich wünschte du wärst tot... Ich wünsche jetzt mal kurz weg oder so.
00:20:22: Oder war es auch häufig der Fall ist Kinder merken, das Wort Tod sterben irgendwas ist damit.
00:20:30: Dann sagen die Erwachsenen, dass sagt man nicht.
00:20:33: Aber warum sagt man das eigentlich nicht?
00:20:36: Irgendwas is da und das ist halt interessant!
00:20:41: Ja, das kennen wir auch von Kindern.
00:20:45: Ich soll was nicht sagen, ich soll etwas nicht machen.
00:20:48: Ja dann mache ich es jetzt mal
00:20:49: erst recht.
00:20:50: Wie Sie sich gerade gerade ganz anderen Gedanken haben, weil ich ja schon auch häufig davon spreche dass wir im Bereich Krisen menschliche Krisen Tod sterben noch über ganz viele Tabus sprechen.
00:21:02: und das ist interessant.
00:21:04: So wie du das sagst und ich würde es absolut mir fällt kein Beispiel an, wo du es anders ist.
00:21:08: Das ist ja genau was passiert.
00:21:09: Hey!
00:21:09: Das sagt man nicht oder das wünscht man nicht sehr auch richtig.
00:21:12: Wünschte natürlich nicht.
00:21:14: Aber klar wenn das Kind gar nicht begreifen kann warum nicht?
00:21:16: Genau dann fängst du mit natürlich sehr früh an so ein Tabu auch zu setzen weil das Kind ja dann Tod nicht als als irgendwas begreift was tatsächlich stattfindet Aber es begreift natürlich schon, ich darf da nicht drüber sprechen.
00:21:29: Das ist manchmal ähnlich wie mit diesem Pippi-Kakka-Witzen.
00:21:32: Also das wollen die Eltern auch nicht oder die Wachsenen auch nicht und es irgendwie witzig zu sagen, weil es auch witziger zu testen, wie reagieren sie denn?
00:21:40: Und beim Thema Todungsstellen reagieren Sie noch heftiger als beim Thema Pippi Kaka und dann wird das natürlich noch spannender gemacht.
00:21:50: Ich glaube, dass auf der größte Fehler, den man machen kann im Thema Kindertrauer ... zu denken, das Thema sei nichts für Kinder.
00:22:01: Aber das wird schon häufig gemacht?
00:22:03: Das
00:22:03: wird total häufig gemacht.
00:22:05: und ich sag immer der Grund warum ich mich schon so früh auch so Themen interessiert habe wie Krisenintervention oder mal beim Bestatter vorbeizuschauen was macht er eigentlich für Arbeit?
00:22:18: da gucken wir ja manche Oder du kennst es bestimmt auch, ne?
00:22:21: Wie kann man sich damit beschäftigen.
00:22:23: Und ich sag dann immer, ich glaub ein wesentlicher Grund warum ich da überhaupt keine Berührungsängste hab ist dass meine Eltern bei dem Thema alles richtig gemacht haben weil meine Mutter hatte eine Todgeburt bevor sie mich geboren hat und mein Bruder hat heute noch einen Grab.
00:22:41: Ich bin mit diesem Grab aufgewachsen Ganz selbstverständlich.
00:22:46: Und als ich anderthalb war, ist meine Oma gestorben und ich bin ganz selbstverständlicher mit aufgewachsen, dass man auf den Friedhof geht und da verstorbene liegen.
00:22:57: Als ich zehn war, is meine andere Oma verstorben.
00:23:01: Ich weiß noch wie ich mit meinen Eltern beim Steinmetz war.
00:23:04: Wir haben besprochen, wie wir jetzt irgendwie den Grab steinen.
00:23:07: Den schon gab wo die anderen Großeltern und Opa schon drin lag.
00:23:13: Toll, dass ich damit durfte.
00:23:15: Und damit beteiligt wurde und es kein Tabu war.
00:23:19: Und nicht auch bei der Beerdigung dabei war.
00:23:22: Es war in unserer Familie nie ein Tabu über das Thema Tod zu sprechen.
00:23:27: Sterben oder auch Friedhof?
00:23:29: Ich weiß aber, dass es ganz viele Leute gibt, die sagen ne, Beerdigung ist nix für Kinder.
00:23:34: Friedhof ist niks für Kinder!
00:23:36: Das ganze Thema ist nicks für Kinder... Ich weiß noch, in dieser Weiterbildung, die ich gemacht habe, Palliativkerpalliatrie haben wir dann irgendwann auch mal über unsere eigenen Erfahrungen als Kinder damit gesprochen.
00:23:47: Und dann saßen echt einige neben mir, die ihm gesagt haben, boah meine Eltern haben das nicht gemacht, die haben mich von allem fern gehalten und es tut heute noch weh weil ich hab mich so hilf-und machlos gefühlt und ich habe nicht verstanden was passiert.
00:24:01: Ich habe genau gespürt ist etwas Schlimmes passiert Aber ich hab nicht verstanden, was passiert ist.
00:24:08: Ich wurde von allem Ferngehalsen und hab mich vollkommen der Situation ausgeliefert gefühlt.
00:24:13: Und hab deswegen bis heute eine Berührungsangst mit dem Thema Tod.
00:24:18: Mhm.
00:24:19: Gerade wenn du so erzählt hast überlegt nachzuvollziehen wie das bei mir war.
00:24:22: Weil ich glaube meine Eltern haben da auch vieles richtig gemacht.
00:24:26: aber ich hatte keinen Todesfall als ich Kind war weil ich zwei ... Meine Oma und Opa Väterlicherseits nie gekannt habe, die waren schon verstorben und die anderen sind erst deutlich später verstormen.
00:24:38: Also ich schon viel, viel älter war.
00:24:41: Habitur gehabt glaube ich sogar.
00:24:43: Und dadurch ist natürlich was ganz Interessantes passiert weil ich mich mit dem Thema zumindest erinnere ich es gerade nicht nie auseinandersetzen musste auch nicht im näheren Freundeskreis oder so.
00:24:54: Ich glaube, das war einfach bei uns kein Thema aber führte natürlich schon auch dazu dass du es nicht thematisierst
00:25:00: genau und
00:25:02: ich würde total bestätigen.
00:25:03: also die frage glaubt ist eine der top drei fragen die man gestellt bekommt wenn man mein du ja noch mal in ganz anderen kontext ja auch wenn wenn man krisenintervention macht Warum beschäftigt man sich freiwillig mit dem Thema Tod?
00:25:17: Erstens Perspektive nicht ganz richtig, weil wir sind ja nicht da für die Verstorbenen sondern genau für die, die sich gerade damit beschäftigen müssen.
00:25:24: Und das Zweite ist, weil es dazu gehört, weil die Augen davor zu verschließen nicht die Lösung sein kann.
00:25:30: und was du gerade beschrieben hast finde ich auch ganz wichtig, weil du hast es schon zweimal gesagt jetzt natürlich verstehen Kinder nicht Was da jetzt ist und warum Mama und Papa so völlig durcheinander und hektisch.
00:25:44: Aber das passiert eben schon!
00:25:47: Inwiefern du das... Ich bin absolut kein Experte für Kinder und Gottes Willen mögen sich auch alle melden, wenn ich jetzt irgendeinen Blödsinn sage gerne.
00:25:54: Aber was du natürlich schon machen musst ist es für die einen zu ordnen weil sie
00:25:58: merken
00:25:59: sonst Boah!
00:26:00: Und das kennt man ja von sich selber.
00:26:03: Nehmen wir mal das Beispiel in der deutschen Bahn um dich rum werden alle nervös Du hast aber nicht gehört was passiert ist.
00:26:07: Natürlich
00:26:08: wirst du damit nervös irgendwie weil du denkst zwar irgendwas passiert dir gerade was ich nicht einordnen kann und das ist schwer auszuhalten.
00:26:14: Und dann kommen dann auch Ängste und Altes irgendwie dazu.
00:26:18: Natürlich, wenn wir jetzt auf die Altersgruppen gehen... Genau das ist auch in diesem Kindergartenalter teilweise auch das Alter wo wir nicht mal mit magischem Denken zu tun haben.
00:26:30: Ich weiß nicht, ich kann so dich daran erinnern.
00:26:32: Dass du manchmal als Kind durch die Gegend gehüpft bist und dachtest, oh, ich darf irgendwie nicht auf die roten Platten ... Ja, total!
00:26:40: Oder ich darf nicht auf der Risse zwischen den Platten und so, sonst passiert's.
00:26:44: Ja, nur auf das Weiß oder nur dazwischen.
00:26:46: Sonst passiert irgendwas Schlimmes.
00:26:48: Ich glaub, das kennen wir alle.
00:26:51: Das ist dann auch manchmal mit dem Tod in Verbindung gebracht?
00:26:55: Oh Gott, ich war vielleicht böse zu deiner Mama, deswegen ist sie gestorben.
00:26:59: oder auch wenn ich jetzt irgendwas mache, kommt sie wieder zurück.
00:27:05: Ja klar!
00:27:05: Und das muss man sich in dem Alter einfach klar machen wie Kinder denken und das ist... Ich meine es ist das was wir eh immer sagen auch einfach mal nachfragen.
00:27:18: ja also
00:27:21: wenn jetzt auch ein Kind fragt ja wie ist denn das wenn man tot ist kann man auch mal fragen ja was stellst du dir denn vor?
00:27:27: Können wir mal im Bild malen wie stellst Du dir das denn vor wie das ist wenn man tod ist dass man da auch einfach ins Gespräch kommt oder erst mal sieht, okay was hat das Kind überhaupt?
00:27:36: Vorstellungen bevor ich da irgendwas drüber stülpe.
00:27:39: Und Rede rede rede weil es ist dann auch etwas was viele Erwachsene oder was wir ja auch manchmal kennen auch mit Erwachsenen dieses Thema stille aushalten.
00:27:48: Das Bedürfnis haben die Stille zu füllen und das ist mit Kindern genau das gleiche, dass sich denn vielleicht das Gefühl habe ich muss irgendwie diese Stille fülle nicht muss das kind unterhalten oder trösten und dann stülp ich irgendwas über das Kind darüber was so gar nicht passt gerade Und das ist mit ganz anderen Ängsten oder Sorgen oder Gedanken gerade unterwegs.
00:28:06: Ich erinnere mich da an die Folge von Judith, die zweite Folge dieses Podcasts, die ja genau das beschrieben hat auch.
00:28:12: Also wir sind ja so zwei interessante Dynamiken, die mir da gerade sofort in den Kopf
00:28:16: kommen.
00:28:17: der Kollege von uns, der damals vor Ort war, der mit dem Kind über die Dinos auf seiner Schlafanzugose gesprochen hat, wo man ja im ersten Moment sagen muss, okay, geht's noch?
00:28:25: Also gibt es gerade nichts Wichtigeres!
00:28:27: Aber das ist ja genau dass, damit hat er einen total guten Kontakt
00:28:31: Genau.
00:28:32: Und der Sohn von Judith weiß das achtzehn Jahre später noch, da sieht man ja auch wie deutlich es ist und das fand ich auch sehr bezeichnend und ich finde das wahnsinnig beeindruckend wie Judith das gemacht hat weil sie gesagt hat der Lagabens im Bett und hat gefragt haben die Knochen geknackt als er drüber gefahren ist Und sie musste sich ja dann auch mit dieser Frage ersetzen und hat gesagt, wahrscheinlich schon.
00:28:54: Das ist aber genau das.
00:28:56: Sich diesen Fragen auch zu stellen oder aber umgekehrt mal eine Frage zu stellen.
00:29:02: Womit beschäftigst du dich gerade?
00:29:04: Was geht dir durch den Kopf?
00:29:05: Hast Du Fragen so was?
00:29:06: Da fortnimmt man glaube ich oft auch Angst.
00:29:09: Das passiert bei Erwachsenen genauso wenn jetzt jemand nicht wie wir diese Ausbildung gemacht haben.
00:29:13: Wie häufig hast du dass man Dass man so diesen Satz sagt, ich habe einen TEDx-Talk gehalten.
00:29:19: Vielleicht stelle ich den hier auch einfach mal zur Verfügung und da stelle sich genau diese Frage.
00:29:24: also wie häufig sagen wir so Sachen wie hey wenn ich dir irgendwie helfen kann und hoffen aber zeigen gleich dass nichts kommt weil wir wissen ja selber gar nicht wie wir helfen sollen.
00:29:32: Wir sind ja selber völlig hilflos oder wir schreiben lieber mal eine Nachricht als anzurufen oder wir wechseln das Thema da zu trauen, auch reinzugehen.
00:29:43: Das ist eine wahnsinnig schwere Sache auch!
00:29:45: Aber du sagst ja gerade wie wichtig
00:29:47: eben auch.
00:29:48: Es ist unglaublich
00:29:49: wichtig sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern.
00:29:51: Ja
00:29:52: und eben bei Kindern dann auch wieder sich bewusstzumachen dieses Pfützenspringen.
00:29:55: es kann auch sein dass das Kind manchmal gerade wenn ich vielleicht als Erwachsene das Gefühl habe jetzt erst mal wieder Zeit drüber zu reden dass das kind grad gar nicht will.
00:30:02: Das haben wir in Einsätzen manchmal auch.
00:30:04: manchmal begleitet man das Kind Am besten, indem man einfach mit ihm spielt.
00:30:09: Manchmal ist es gerade gar nicht an der Reihe jetzt drüber zu sprechen.
00:30:13: Manchen möchte das Kind jetzt gerade im Moment sein und vielleicht seine Lieblingsserie anschauen.
00:30:18: Und dann setzt man sich da zwanzig Minuten mit dem Kind hinschaut ein bisschen ins Fernsehen.
00:30:21: Dann kommt auf einmal doch... Kommt der Papa jetzt gar nicht mehr?
00:30:27: Und da einfach wirklich zu gucken, was ist gerade dran bei dem Kind und sich da wirklich sehr stark an den Bedürfnissen vom Kind orientieren.
00:30:35: Nicht mit so einem festen Schema reinzugehen.
00:30:38: Ja, Modelle alle schön und gut, aber klar!
00:30:40: Ich muss mir diese individuelle Situation... Du hast das vorhin auch schon beschrieben, du hast gesagt Kinder sind eben individuell wie wir Erachtenden auch individuell sind und das muss man verstehen total klar.
00:30:53: Weißt du ganz grob in welcher Altersspanne Kinder Tod das erste Mal begreifen als was irreversibles, also was auf keinen Fall mehr rückgängig gemacht werden kann.
00:31:03: Gibt es da so Anhaltspunkte?
00:31:05: Tatsächlich...also manche verorten das dann in diesem Vorschul bis Grundschulalter.
00:31:10: Also doch recht früh
00:31:11: auch.
00:31:11: Relativ früh genau.
00:31:12: Manchmal aber schon früher.
00:31:14: Wenn ich an mich denke weil ich halt mit diesem Friedhof aufgewachsen bin war mir schon relativ früh klar verstorben.
00:31:20: Tod bedeutet es kommt jemand nicht mehr.
00:31:23: Und dann ist natürlich auch immer die Frage, was erzähle ich dem Kind?
00:31:26: Das sind wir dann auch wieder bei Sprache.
00:31:30: Bitte vermeiden solche Dinge zu sagen wie der Papa ist eingeschlafen.
00:31:35: Ja habe ich mir eine Frage so aufgeschrieben und als Vergleich hab' ich nämlich den Vogel in der Biotonne aber erzähl gerne erst mal.
00:31:41: Ja
00:31:41: genau weil.
00:31:43: was passiert wenn das Kind denkt der Papa hat eingeschrafen und da nicht mehr aufgebracht und nie wieder aufgewacht?
00:31:47: ja jeden Abend habe ich Angst.
00:31:50: Äh,
00:31:51: wenn ich selber einschlafe oder wenn die Mama schlafen will.
00:31:54: Oder die Oma schlaft geht.
00:31:56: Bitte geh nicht schlaven, Mama!
00:31:57: Der Papa ist auch eingeschlafen.
00:32:01: Na klar... Wenn du natürlich diese bildliche Sprache benutzt, die irgendwie wahrscheinlich total gut gemeint sind in fast allen Fällen, dann hat sie natürlich eine Konsequenz auf der anderen Seite.
00:32:13: Und
00:32:14: da sind wir wieder bei diesem Thema dieses Tod, es ist nichts für Kinder.
00:32:18: Ich muss das irgendwie sprachlich anders
00:32:19: verpacken.".
00:32:21: Keine gute Idee!
00:32:24: Altersgerecht bedeutet nicht unehrlich zu sein?
00:32:26: Ja
00:32:27: und das ist nämlich genau der Vergleich den ich hier aufgeschrieben habe weil mich daran noch gut erinnere bei uns ist immer wieder vorgekommen kennt auch jeder die Situation du sitzt in der Küche und es knallt und es fliegt ein Vogel gegen die Scheibe und dann schaffen dies ja in vielen Fällen leider nicht.
00:32:44: und da musste diesen Vogel entsorgen.
00:32:47: So und das kannst du tun, indem du es auf die Wiese beim Bauern obendran wirfst über die Heckerschleuders oder er kommt halt in die Biotonne.
00:32:58: Und ich werde das niemals vergessen dass ich weiß nicht mehr wie alt ich war aber meine Eltern auch gefragt habe Wo ist der Vogel jetzt?
00:33:06: Was ist mit dem?
00:33:07: und die haben gesagt, das ist in der Biotonne.
00:33:08: Wo man natürlich dann eigentlich erst mal im ersten Moment denken würde um Himmels willen kannst du den Kind nicht sagen dass der Vogeln in der Biotone ist.
00:33:14: Na ja aber wenn ich so höre was du sagst, ist es genau die richtige Herangehensweise weil der Vogelt ist nicht im Himmel.
00:33:20: Genau also kann man wobei da können wir gleich auch nochmal darüber reden über diese religiösen Vorstellungen.
00:33:27: Was ich jetzt gerade dazu mir noch einfällt, ist also das total richtig und gut.
00:33:31: Weil der Vogel war eine Biotonne.
00:33:33: Aber stell dir vor, ne Woche später wäre vielleicht jemand aus eurem Umfeld gestorben.
00:33:40: Es hätte sein können dass du zu deinen Eltern sagst Ist er jetzt auch eine Biotone?
00:33:44: Ja
00:33:44: okay
00:33:45: na klar Du brauchst
00:33:46: Erklärungen.
00:33:47: Und dass das wieder was erwachsen irritiert was aber total normal ist.
00:33:51: Was ich schon häufiger gehört hab ist ... Stimmt,
00:33:53: als erwachsenerstehst du dann denkst, warum soll der Bioton?
00:33:56: Genau.
00:33:56: Ja, ja, okay.
00:33:58: Und was ich jetzt schon häufig gehört hab is Kinder mit Haustieren.
00:34:03: Tiermuster eingeschleffern werden.
00:34:05: Kurze Zeit später stirbt jemand aus der Familie oder liegt im Sterben und dann fragt das Kind vielleicht auch manchmal die Person, die im Sterbem liegt Oma kommst du jetzt auch deine Spritze und wir sind eingeschleffert.
00:34:21: Die
00:34:22: Eltern um Gottes Willen, völlig selbst!
00:34:25: Die Oma auch, wie kannst Du nur?
00:34:28: Spinnst Du
00:34:28: ja?!
00:34:29: Und sich da aber klar zu machen das Kind meint es nicht böse sondern ist das was er zuletzt über den Tod unter Sterben gelernt hat.
00:34:37: Also irgendwie finde ich das alles was du sagst so schlüssig und trotzdem merke ich habe das ja selber nicht auf dem Radar weil ich mich nicht intensiv mit diesem Thema befasst hab bisher.
00:34:47: Aber es ist so schlüssig, weil Kinder lernen und begreifen die Welt ja so nach und nach.
00:34:51: Und tun sie als Erwachsene auch noch?
00:34:53: Genau!
00:34:53: Aber natürlich irgendwie viel rationaler glaube ich und weniger mit diesen Verknüpfungen.
00:34:58: aber die brauchst du als Kind, weil diese Bahnen im Hirn ja noch gar nicht irgendwie unterwegs sind, dass du sagen kannst naja das passiert dann ist das die Konsequenz.
00:35:07: oder das
00:35:07: war die Kondensation ist vorher das passiert oder so.
00:35:11: Ja okay...
00:35:11: Und du sitzt jetzt natürlich in einer völlig neutralen Position hier.
00:35:15: Aber wenn du dann selbst als Elternteil vielleicht ist dein Partner verstorben, also der Vater der gemeinsamen Kinder oder Mutter der gemeinsame Kinder.
00:35:24: Dann kannst du in dem Moment vielleicht nicht so drauf schauen wie wir beide das jetzt können und bist dann wirklich entsetzt und überfordert davon dass dein Kind jetzt irgendwie denkt Der Vater wurde eingeschleifert und regt sich dann vielleicht auch ein bisschen drüber auf, weil du die emotionalen Kapazitäten gerade ich mich hast für sowas.
00:35:47: Und das ist doch auch so interessant wenn wir nochmal an diesen Einsatz da zurückdenken in Freiburg?
00:35:51: Weil natürlich ... Die Mutter... Ich weiß nicht wie du das erinnerst aber die hatte ja einen gewissen Aktionismus auch da alle Tage liegt und der ist ja total nachvollziehbar.
00:36:01: Aber ich erinnere mich nicht ob sie einmal ihren Sohn gefragt hat was der gerade braucht.
00:36:06: Ich glaube, wie möchtet ihr hier niemandem etwas unterstellen?
00:36:10: Ich meine das ist kein Thema war so sondern dass es viel darum ging wie machen wir jetzt weiter und wie kriegen wir weitere Beratungen und so?
00:36:17: und er hat aber ja mehrfach dann gesagt ich bin jetzt alle nach Hause!
00:36:20: Das war ja das Wichtigste für den da grade.
00:36:22: Ja also kann ich bestätigen weil ich habe mich vor allem um die Mutter gekümmert und da ging's ganz viel um wie gehts jetzt irgendwie weiter und was kann ich tun?
00:36:32: Und es ist ja so menschlich hundertprozent nachverziehbar und ich möchte gar nicht sagen, dass mir das auch passiert.
00:36:37: Aber dein Punkt verdeutlicht noch mal wie wichtig das ist diese individuelle Situation sich anzugucken und eben zu begreifen... Das war schon Jugendlicher muss man auch sein, kein Kind mehr.
00:36:49: So zu begreifen, dass dem vielleicht andere Sachen gerade wichtiger sind als uns.
00:36:55: Typisches Thema was ich häufig erlebt habe is' Ich will morgen wieder in die Schule.
00:36:58: Nee du gehst morgen hier in die Studie.
00:37:01: Doch!
00:37:02: Oder?
00:37:03: Also habe ich immer wieder erlebt, dass Kinder echt am nächsten Tag in die Schule wollen oder einen Kindergarten wollen.
00:37:08: Und ihr fragt sich dann, nee das geht nicht... ...oder sogar im nächsten Tag eine Klassenarbeit ansteht.
00:37:12: und ich hab auch schon gesagt lassen sie mal probieren Sie können es ja sagen was passiert ist wenn die Klassenarbeit verhauen wird.
00:37:23: Dann weiß man Bescheid Ja, da kriegt er nochmal ne Chance.
00:37:25: Das versteht ja auch jeden Lehrkraft.
00:37:28: Aber wenn das gerade der Wunsch desjenigen ist Lassen Sie ihn ruhig.
00:37:34: Also weißt du, ich glaube jedem wäre sofort klar dass es total übergriffig wäre wenn man sagen würde Du gehst in die Schule und Du gehest arbeiten da würde jeder sofort sagen oder dem allermeisten spinnst Du
00:37:45: genau.
00:37:46: das
00:37:46: ist umgekehrt.
00:37:46: aber genauso ist Das kommt
00:37:48: viel nicht in den Sinn.
00:37:49: Genau das kommt an nicht so schnell in den sinn Ja ja Und auch bei Kindern.
00:37:52: also dass dir schon auch Mir ist schon klar, dass die keinen eigenen Haushalt führen können und das Kinder nicht jede Entscheidung für sich treffen können.
00:38:00: Weil sie nicht abwägen können usw.
00:38:03: Aber wir haben ja auch die Fähigkeit für sich zu sprechen und sagen ich will das jetzt
00:38:07: aber.
00:38:10: Das ist schon total wichtig, aber vielleicht nur mal zurück zu dem Punkt.
00:38:13: Also habe ich dich richtig verstanden?
00:38:18: Ich formuliere es mal offen, weil das ist doch so eine Frage die dir häufig wahrscheinlich schon begegnet ist in Einsätzen und die mir auch immer wieder begegnete.
00:38:25: Sag ich dem Kind überhaupt was passiert?
00:38:27: Also von dem was du bisher gesagt hast würde ich sagen hast du schon sehr gut argumentiert in Richtung ja wir thematisieren das Thema aber so genau dass zu sagen der Papa kommt nicht mehr nach Hause heute nicht morgen nicht und gar nicht mehr.
00:38:40: macht man das oder versucht man das rauszuzögern und noch hinten zuschieben und vielleicht gar nichts zu sagen?
00:38:46: Also ich plädiere natürlich immer, wie gesagt altersgerecht heißt nicht unehrlich zu sein dem Kind den Tod so zu erklären dass es das wirklich versteht.
00:38:55: Es ist eben je nach Alter unterschiedlich.
00:38:59: kann einfach sein dass sich mit kindes manchmal auch zwanzigmal erklären muss dann ist es so und das meint das Kind auch nicht böse als auch des alter gibt nur einfach viel wiederholung braucht.
00:39:07: Dann ja gibt's auch eine alter sag ich jetzt auch noch mal ganz kurz, wo einfach viele bildliche Vorstellungen herrschen vom Sensemann und so weiter.
00:39:14: Und dann ist es auch ganz hilfreich darüber zu sprechen oder auch Bilder einmal zu malen und sich anzuschauen.
00:39:18: Wir haben natürlich Indikationen, Suizid- oder auch Gewalttaten.
00:39:24: Puh!
00:39:24: Ja also das ist nochmal was anderes.
00:39:28: Wir haben ja manchmal auch Fälle, wo die Kinder selbst dabei waren oder Mutter oder Vater auch gefunden haben, die zusammengebrochen sind.
00:39:36: aber wenn ich jetzt die Situation hab, Suizid oder Gewalt hat.
00:39:42: Ich mach's mal von der anderen Seite.
00:39:45: Wenn ich mich dazu entscheide dem Kind nicht zu erzählen, dass ... ich sag jetzt mal, der Papa sich das Leben genommen hat, dann muss ich das auch durchziehen.
00:39:55: Und durchziehen heißt für immer eigentlich?
00:39:57: Genau und das kann ich ja nicht!
00:39:59: Durchziehen heißt auch, das Umfeld weiß ja Familie, das heißt, ich muss immer aufpassen, dass sich nicht jemand verplappert.
00:40:08: Ich habe ja aber auch nicht den ganzen Ort unter Kontrolle.
00:40:11: Ich meine, ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und das hätte überhaupt nicht funktioniert.
00:40:15: Weil du ja auch nicht unter Kontrollen hast, dass vielleicht andere Kinder mit ihren Eltern darüber sprechen.
00:40:19: Der Nachbars Junge da ist der Vater gestorben, er hat es um das gemacht.
00:40:24: Und dann geht er vielleicht hin und sagt zu ihm, hey, dein Papa hat sichs Leben genommen, hab ich gehört!
00:40:29: Ja?
00:40:29: Das Kind fällt aus allen Wolken weil es zu Hause eine andere Geschichte gehört hat.
00:40:34: Und das ist nicht gut... Weil es ist schon wichtig, dass diese Informationen wirklich von einer engen Bezugsperson kommen.
00:40:43: Von einer Person der ich vertraue.
00:40:48: und ich hatte eben mal den Fall, dass eine Mutter von einem Kind durch eine Gewalttat ums Leben gekommen ist Und die Oma von dem kind wollte das dem jungen Sohn nicht sagen.
00:41:00: also es war klar er wusste Die mutter ist verstorben der wollte übrigens auch am nächsten tag wieder in die schule der drei zehn Jahre alt Und die Oma wollte aber auf gar keinen Fall, dass er erfährt, dass das eine Gewalt hat.
00:41:13: Ich hab dann mit der Frau mich unterhalten und habe zu ihr gesagt, wissen Sie?
00:41:16: Das wird wahrscheinlich jetzt schon in allen Zeitungen sein.
00:41:18: Es war auch so.
00:41:20: Das war auch Bildzeitung, es war wieder so ein bisschen aufgebauscht auch... ...und ja auch in den sozialen Medien.
00:41:26: Sie hatte dann auch erzählt, er hat eh ein bisschen Probleme in der Schule.
00:41:30: Auch teilweise mit Mobbing und so.
00:41:32: Ich habe dann gesagt, ähm, wissen sie Morgen oder übermorgen, auch in drei Tagen die Klassenkameraden werden auf ihn zukommen und dann wird er es erfahren.
00:41:42: Und das ist nicht schön!
00:41:44: Es wäre wirklich besser, er würde es von ihnen erfahren.
00:41:48: Und das stimmt, weißt du auch die Perspektive dieser Großmutter.
00:41:52: Die ist für mich hundertprozent nachvollziehbar weil sie will ihn ja schützen.
00:41:55: Die meinen das total
00:41:56: gut
00:41:57: aber die Motivation ist eine falsche.
00:41:59: Weil klar, als du es gerade gesagt hast, dass ich es gar nicht aufrechte halt und dann leuchtet mir natürlich sofort ein.
00:42:04: Bei einem Gewalt hat vielleicht sogar noch relativ lange Aber genau was du sagst... das Umfeld unter Kontrolle.
00:42:12: Du hast nicht die Klassenkameraden unter Kontrollen, die dann mit dem Thema um die Ecke kommen und sagen was war denn da los?
00:42:18: Da reitet diese Frage schon.
00:42:19: Dann steht ja schon.
00:42:20: dann, weiß ich nicht...
00:42:22: Genau!
00:42:24: Und ich habe ihr das gesagt und sie war aber der Überzeugung nein es würde eh nicht passieren also das würde nicht passieren dass der Junge darauf angesprochen wird und das sind halt auch beim Thema Grenzen.
00:42:36: als Kriseninterventionshelfer habe ich akzeptiert, was anderes blieb mir nicht übrig.
00:42:41: Ich hab ihr gesagt, warum ich so keine gute Idee halte?
00:42:43: Mehr kann ich dann auch nicht
00:42:44: machen.".
00:42:45: Nämlich an einen Einsatz, wo genau das Thema war ... Da war die Überlegung, wie erzählen wir die Geschichte?
00:42:51: und die Frage Wie erzählten wir die Geschichte?
00:42:53: Die ist ja immer total berechtigt.
00:42:54: Das können wir gut unterstützen!
00:42:57: Du
00:42:57: jetzt noch mal in einem ganz anderen Maße, weil ich natürlich immer diese sehr rationale Brille aufhabe in Einsätzen glaube ich auch Und mich mit Kindern gar nicht so verfasst habe.
00:43:07: Aber die können wir beantworten.
00:43:08: Aber natürlich, wenn du schon eins weiter vorne anfängst und schon überlegst sagen wir es überhaupt.
00:43:14: Ja das ist wie du sagst da sind uns die Hände gebunden.
00:43:17: Natürlich können wir unser flammendes Play-Doh jeder fürhalten und ich glaube dass würde auch jeder der sich mit dem Thema beschäftigt hat immer so tun und sagen ihr müsst ehrlich sein.
00:43:26: Das ist die einzige Möglichkeit.
00:43:28: also ihr müsst sagen weil diese Probleme die du dir damit schaffst ... die kriegst du nie mehr eingefangen
00:43:34: glaube ich.
00:43:35: Mir ist auch richtig deutlich, wenn du das so sagst ne?
00:43:37: Weil na klar da reicht der Nachbars Junge, der fragt so oder reicht auch ein Gespräch im Supermarkt.
00:43:42: Absolut!
00:43:42: Du läufst ums Regal rum und da halten sich alle zwei über genau den Fall und du denkst warte mal... Was ist denn hier los?
00:43:47: Also es sind so Ja du kriegest es nicht angefangen.
00:43:50: also leuchtet dir total ein dass man sagt Man muss das sagen, man muss das besprechen
00:43:57: Und da wird auch Vertrauen tief erschüttert.
00:43:59: Stell dir mal vor, du erfährst mit fünfzehn, dass dein Vater sich das Leben genommen hat als du fünf Jahre alt warst was es noch einmal mit ihr macht.
00:44:07: Das hol dich total ein und dann hast du vielleicht auch einen Vertrauensproblem mit den Bezugspersonen.
00:44:12: und es ist einfach so Kinder spüren wenn ihnen etwas verheimlicht wird.
00:44:19: Wenn wir jetzt wieder beim Thema altersgerecht sind natürlich sage ich dem Kind nicht wie der Suizid Verlaufen ist.
00:44:25: ich rede dann nicht über grausame Details auch bei der Gewalt hat nicht.
00:44:29: irgendwann wird es vielleicht kommen, vielleicht als Jugendlicher und fragen du.
00:44:33: Was hat der Papa eigentlich damals gemacht?
00:44:35: Können wir mal drüber reden und dann ist der Moment da drüber zu reden.
00:44:41: Und das ist ja auch ein Unterschied.
00:44:43: gravierender Unterschied, ob ich über die kleinsten Details die grausam sein könnte.
00:44:50: Es geht ja gar nicht darum zu beschönigen
00:44:52: auch
00:44:52: nicht aber diesen Hut ab vor jedem der es schon gemacht hat weil das ist schwer aber diesen Mittelweg finden
00:44:59: ehrlich
00:44:59: zu sein aber auch zu sagen Ja Der Papa wollte ganz offensichtlich ein Selbst nicht mehr leben, er hat sich selbst dafür entschieden.
00:45:09: Da muss ich aber ja noch nicht über die Methode sprechen oder im Nebenfall Bahnsoliciter werden und so weiter.
00:45:14: Und da auch ein bisschen aufpassen je nach Alter kann auch dieses Ohr hat sich selber entschieden auch ein bischen schwierig rein also wenn sie ganz klein sind.
00:45:22: wir sind dann auch gerade bei Kindern wieder schnell beim Thema Schuld habe ich irgendwas damit zu tun diese Gedanken auch schnell nehmen.
00:45:30: Also was da auch immer ganz wichtig ist, bei Kindern Bindung, Bindung und Bindung.
00:45:34: wirklich sagen der Papa hatte dich ganz doll lieb und es hat überhaupt nichts mit dir zu
00:45:38: tun.
00:45:40: Das ist einfach da ganz wichtig und du kannst gar nichts dafür.
00:45:47: Und dann auch bei den fragen was ist eigentlich, Mama musst du auch sterben oder muss ich sterben?
00:45:52: Das Alter wo Kinder dann fragen.
00:45:53: Muss ich eigentlich auch irgendwann sterben.
00:45:55: ja und da sind wir wieder beim gleichen.
00:45:57: also natürlich kannst du dann sagen na nee Du musst nicht sterben.
00:46:00: und dann geht das Kind im Kindergarten und sagt Boah die Mama hat gesagt Ich muss nie sterben!
00:46:04: Dann kommt ein anderes kind was vielleicht etwas anderes zuhause gehört.
00:46:07: Also meine Mama hat aber gesagt Alle müssen irgendwann sterben.
00:46:11: Hast du schon wieder ein Problem?
00:46:12: Ja,
00:46:13: und sofort entsteht ja genau dieser Konflikt auch wieder... Genau!
00:46:17: ...innerlich aber natürlich auch ganz mit den anderen natürlich auch.
00:46:22: Und gerade diese Fragen muss ich sterben oder muss jetzt die Mama sterben?
00:46:26: auch da ehrlich sein, aber wirklich auf Bindung gehen also zu einem Kind zu sagen wir müssen alle irgendwann stermen so ist es.
00:46:35: Aber jetzt Lebst du, lebe ich.
00:46:39: Ich bin für dich da und im Moment ist das überhaupt kein
00:46:42: Thema.".
00:46:43: Ja
00:46:44: also da wirklich diesen Spagat hinzukriegen zwischen ehrlich sein und aber eben auch Sicherheit um Bindung vermitteln.
00:46:53: Das ist ganz wichtig.
00:46:54: ja
00:46:55: Es ist genau dieser Spagatklaufe es ist ein Spagart.
00:46:59: Warum hast Du Katrin Dich überhaupt damit auseinander gesetzt?
00:47:03: Also wieso ist Trauer bei Kindern für Dich So ein Thema.
00:47:09: Ich habe da tatsächlich zwei Einsätze, die mir da sehr im Gedächtnis geblieben sind, die einfach innerhalb von der Woche passiert sind.
00:47:20: Vor Weihnachtszeit war dann vielleicht auch noch eine so besonders emotionale Zeit und in beiden Fällen ist ein Elternteil verstorben von jeweils fünf Kindern.
00:47:30: Und es waren sehr intensive Einsätze Und ich weiß noch nach dem ersten Einsatz, das war schon puh.
00:47:37: Also hast du da gerade eine Frau und fünf Kinder betreut?
00:47:41: Also
00:47:41: waren auch alle vor Ort die Kinder...
00:47:42: Ja, Kinder im Alter von null bis zwölf.
00:47:46: Also die komplett spannende,
00:47:47: weil die wir
00:47:47: so ein bisschen spannen
00:47:47: haben.
00:47:48: Die komplette Spannweite genau.
00:47:51: Das war schon so, oh, das ging und der Einsatz selber gingen glaube ich neun oder zehn Stunden und ich war fünf Stunden dort ja und habe mich da auch wirklich sehr intensiver um die Säuglinge gekümmert.
00:48:03: Ja, die natürlich auch spüren es hat stimmt etwas nicht was ich da auf einer körperlichen Ebene zeigt.
00:48:08: Die haben dann viel mit Blähungen gekämpft und sind wirklich nur im Arm eingeschlafen.
00:48:12: also wir haben echt mehrfach versucht sie abzulegen und das ging nicht.
00:48:16: Wir waren zu zweit und hatten jeweils immer ein säuglingen im arm weil die wirklich nur in den Arm eingeschlafen sind oder überhaupt zur Ruhe gekommen sind.
00:48:25: Und fünf Tage später Anruf Wieder ist ein Elternteil von fünf Kindern im gleichen Alter verstorben.
00:48:33: Und ich weiß noch, ich war auch da an der Uni, hab gerade an meiner Magisterarbeit geschrieben und hab gesagt ... Boah nee!
00:48:41: Ich weiß nicht, ich kann gar nicht.
00:48:43: Ja?
00:48:44: Und dann ... Du, wir haben grad niemanden anderen.
00:48:48: Ich weiß es ist schwer, aber da wär's echt wichtig.
00:48:51: Dann hab ich gesagt ja klar natürlich.
00:48:54: Aber es war schon eine längere Anfahrt, das war vielleicht ganz gut Weil ich bin dann echt ins Auto gestiegen und hab gedacht, boah.
00:49:01: Ich weiß nicht ob ich das gerade nochmal
00:49:02: kann?
00:49:03: Ja ja.
00:49:04: Das ist vielleicht schon auch noch mal einen wichtigen Einblick wert.
00:49:07: Es gibt... Ich glaube, ich habe das selber hier schon gesagt.
00:49:10: Es gibts ganz viele Einsätze da machst du die Tür hinter dir zu Und es bleibt vor Ort.
00:49:15: Du sprichst nochmal kurz mit deiner Kollegin Deinem Kollegen Hey, waren wir hilfreich war's gut Ja passt erledigt Wieder zurück in den Alltag.
00:49:23: Aber es gibt auch genau diese Einsätze Die fünf Tage später Nicht, glaube ich im Alltag gegenwärtig präsentiert.
00:49:31: Darum geht es gar
00:49:32: nicht!
00:49:33: Aber die an den eigenen Kräften sehen und wo man natürlich... Und das ist ja ein unfassbarer Zufall.
00:49:39: in dem Fall natürlich da muss man eigentlich sagen Ja, ich habe... Ich höre das gerade zum ersten Mal.
00:49:45: Das passiert ja eigentlich nicht selten.
00:49:49: Es ist natürlich dann krass aber wo man merkt.. Ich weiß gar nicht ob ich das gleiche grade nochmal kann.
00:49:55: Du bist aber dann hingegangen wieder?
00:49:56: Hast du auch den wieder
00:49:57: gemacht?!
00:49:58: Und in beiden Fällen eben auch zu Hause verstorben und die Kinder das auch wirklich aktiv gesehen.
00:50:05: Ich bin da wieder hingegangen, ich bin auch beide Male auf ganz liebevolle Familien gestoßen vorweihnachtlich geschmückt.
00:50:13: Ganz liebevolles Umfeld total schön alles!
00:50:17: Und ja... Bin beidemale auf Elternteile gestoßend, die gar nicht ... Emotional auch in der Lage waren großartig für Kinder da zu sein, vor allem für fünf.
00:50:28: Das ist schon von der Menge her ja.
00:50:32: Vor allem bei der Altersspanne.
00:50:33: Wir haben gerade schon drüber gesprochen wie die Bedürfnisse sind... Einmal von der Altersspanne her war auch, weil alles Individuen sind.
00:50:40: Genau ja und dann auch die Geschwisterdynamik ne?
00:50:43: Die einreden schon von den Himmel gibt's eh nicht.
00:50:45: und während des andere Kind noch versucht überhaupt zu verstehen das was Tod eigentlich bedeutet.
00:50:51: also da auch irgendwie zu gucken Geschwistersind waren in Weidenfällen Und auch sonst in anderen Fällen denen ich im Kinder zu tun haben hatte immer hilfreich und gut für einander dar.
00:51:03: aber es kann natürlich auch passieren dass dann Vorstellungen aufeinander klächen.
00:51:09: Ja, klar.
00:51:10: Und der Geschwistern eh noch mal mehr?
00:51:11: Total!
00:51:13: Ja klar und beide Male auch einfach mit ganz vielen Fragen konfrontiert worden.
00:51:20: Auch so ein Klassiker ist... Ich war nicht immer lieb.
00:51:25: Oh Mann Ja, also was wir Erwachsene auch kennen.
00:51:29: Unser letztes Gespräch war vielleicht irgendwie doof.
00:51:31: Bist
00:51:31: du immer was wir vorhin gesagt hatten
00:51:34: bei diesem
00:51:34: Bahn-Einsatz?
00:51:35: Wo genau diese Frage eben auch aufkam.
00:51:37: Wir hatten keine geile letzte Zeit, wir hatten nicht drei gute Tage.
00:51:42: Genau und dann halt auch zu vermitteln... Aber der Papa hatte dich lieb und du hattest den Papa ganz lieb.
00:51:52: Was sagst Du in der Situation?
00:51:53: Der Punkt ist ja total valide, also aus Sicht der Person.
00:51:58: Bleiben wir nochmal bei diesem Einsatz da mit der Bahn.
00:52:00: Er hat gesagt irgendwie ich fühle mich jetzt... Ich vereinfere das, ich fühl mich jetzt schuldig weil wir echt ein beschissenes Telefonat hatten und gestern Abend war auch scheiße so Und den Punkt kannst Du gar nicht wegdiskutieren.
00:52:15: Die Erinnerung liegt ganz oben, die ist da.
00:52:19: Das ist scheiße!
00:52:21: Was sagst du dann?
00:52:23: Ja was sagt man dann?
00:52:24: ne?
00:52:25: Also natürlich diese Erinnerungen liegt dann ganz oben.
00:52:28: in dem Fall bei den Kindern war es halt oft gar nicht so dass das die letzte Erinnerungswahl sondern eher ein grundsätzliches.
00:52:34: Man war halt auch manchmal nicht brav und es gab auch mal irgendwie Streitereien.
00:52:38: Und zu vermitteln, das ist normal.
00:52:41: ja das kannst du auch nicht Streit und auch mal uneinig sein gehört zum Leben dazu.
00:52:47: Und das hat vor allem nichts damit zu tun, dass jetzt der Papa gestorben ist oder die Mama?
00:52:51: Das hat überhaupt keinen kausalen Zusammenhang, das irgendwie auch zu vermitteln... ...und dann irgendwie zu schauen, dass machen viele Kinder auch total gerne was war denn auch alles schön und gut.
00:53:01: Dann holen sie ihre Smartphones raus und dann holen die die Fotoalben raus Und dann werden ganz viele tolle Sachen erzählt und man schwelgt in Erinnerungen.
00:53:10: Das ist einfach super schön!
00:53:12: Was man je nach Alter auch total schön noch machen kann, ist zu sagen du kannst mit dem Papa immer noch reden.
00:53:18: Du kannst den Bilder malen, du kannst ihm was mit ins Krab nachher geben... Du kannst dich jeden Tag in der Ecke setzen und mit ihm sprechen.
00:53:28: Ja, total.
00:53:29: Am Ende ist das doch... Das gleiche was wir bei Erwachsenen auch machen, nur dass wir natürlich bei Erwachsenden einfacher nochmal diese Erklärung mitgeben können.
00:53:36: Hey ich als derjenige der gerade dazukommt kann dir gerade mal eine rationale Einordnung geben und kann dir sagen dich trifft keine Schuld bla bla.
00:53:44: Mir ist aber auch völlig klar das ich das emotional gerade ganz anders anfühlt und egal was ich die Höhe gerade sagen werde Ich werde es nicht gut machen und es wird sich für dich trotzdem kacke anfühlen.
00:53:54: Und wahrscheinlich kann man das einem Kind auch sagen, aber es versteht natürlich anders.
00:53:59: Weil ein Kind, wenn er dem mit emotionalem und rationalen kommt, dann guckt der dich an und sagt was?
00:54:03: Aber
00:54:05: die Dynamik
00:54:06: ist eine ganz ähnliche Wahrscheinlichkeit.
00:54:07: Total!
00:54:08: Also den Kindern auch zu sagen, es ist völlig okay, wenn du traurig bist ja... ...und auch wenn du üben bist.
00:54:12: also das ist auch so wütend dass jetzt irgendwie Mama oder Papa nicht mehr da sind.
00:54:16: Die sind einfach gegangen.
00:54:17: Da darfst du echt mal wütender sein.
00:54:19: Völlig in Ordnung.
00:54:21: Hast Du das Gefühl, dass wir so ne Tendenz haben, dass bei Kindern abzusprechen?
00:54:26: Ja, weil das war jetzt genau mein Gefühl auch aus.
00:54:28: Wenn du das so sagst dann denke ich... Ich habe vorhin diesen Satz gesagt Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und der stimmt ja auch aber sie sind natürlich trotzdem auch Menschen und deswegen erkennen wir natürlich schon auch Parallelen in der Dynamik.
00:54:39: Aber mein Gefühl war jetzt auch gerade so, dass man bei Kindern genau dieses Ding... Wir wechseln mal schnell das Thema oben!
00:54:45: Wie war es in der Schule?
00:54:46: Herr Hauer hast du nicht ein Bild gemalt?
00:54:47: Also das eher genauso
00:54:48: was passiert
00:54:49: statt sich diesem Thema zu stellen und zu sagen Das ist für alle Beteiligten gerade richtig Scheiße.
00:54:54: aber das Thema ist jetzt auf dem Tisch und wir müssen's auf den Tisch lassen.
00:54:57: Genau Und wir sprechen ihn glaube ich auch manchmal ab wie komplex auch ihre Gedanken manchmal sind die sie sich da irgendwie machen und dass das auch raus muss Und dass Kinder dann eben auch das Gefühl haben müssen, es darf auch raus.
00:55:10: Ja und die Fragen dürfen gestellt werden.
00:55:13: Es ist dann auch völlig in Ordnung mal zu sagen Das weiß ich gerade auch nicht.
00:55:16: du, das ist eine gute Frage Können wir mal gemeinsam überlegen?
00:55:20: Oder Ich mach mich mal schlau Ja
00:55:24: Also
00:55:24: es ist
00:55:24: völlig in
00:55:24: ordnung auch zu sagen ja ich weiß es nicht oder darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht.
00:55:32: Jetzt gibt's so eine Sache die ich gerade noch In der Beobachtung unseres Gesprächs wahnsinnig interessant finde.
00:55:36: Wir haben schon gesagt er Junge, den wir damals betreut haben war älter.
00:55:40: Der war, sagen wir, fünfzehn, sechzehn Jahre alt so um den Dreh und da sprechen wir nicht mehr typischerweise von Kindern.
00:55:45: aber die Dynamik, die sich da entwickelt hat, war ja eine ganz interessante weil die Mutter dazukam und plötzlich so dieses dieses totale ich war mir fällt gar kein guter vergleich an der hat ja total versucht für ihn zu kämpfen also für ihnen alles zu organisieren.
00:56:03: Die hat sich wie ne Löwenmutter quasi vor ihm gestellt.
00:56:08: Also das ist eigentlich so eine totale Dynamik entstanden von, ich bin jetzt die Mutter.
00:56:14: Ich kümmere mich jetzt wieder darum, die ihm aber natürlich in einer gewissen Weise diese Selbstwerksamkeit auch genommen hat.
00:56:21: Ich weiß nicht wie oft er damit
00:56:22: fühlt sein
00:56:23: will, wenn wir nur nach Hause sind und Musik hören oder was auch immer.
00:56:26: Und bei Jugendlichen ist einfach nochmal ganz wichtig Peergroup.
00:56:29: Total.
00:56:30: Genau.
00:56:31: Schüler, Sportvereinen... Ja
00:56:33: vielleicht will ja mit der Mutter gar nicht so viel darüber reden
00:56:36: Ja.
00:56:37: Und vielleicht will der auch gar nicht in irgendeine Gruppe gehen mit rauernden anderen.
00:56:40: Das ist vielleicht gar nicht das, was ihm gut tut und ... ihm da, wie du sagst, die Selbstbestimmung auch zu lassen.
00:56:48: Was braucht's grad?
00:56:49: Und vielleicht merkt er in einem Jahr, ich würd doch mal mit anderen in einer ähnlichen Situation unterhalten und dann ist das völlig in Ordnung.
00:56:55: Dann kann man es immer noch machen.
00:56:56: Aber das stimmt!
00:56:57: Das war eine ähnliche Dynamik gewesen, wie sie als Mutter ihn irgendwie so einpacken wollte und für ihn alles organisieren wollte und er eigentlich gesagt hat nee, ich will jetzt einfach nach Hause und morgen ...
00:57:08: Das ist ja
00:57:09: gar nichts Böses, aber
00:57:11: es sind die Überforderungen der Situation.
00:57:14: Die
00:57:14: alle
00:57:15: haben.
00:57:18: Ich sage das auch hier oft... Wir haben halt die Routine.
00:57:21: natürlich können wir schlau dahin reden weil man jetzt Hunderte Male schon gesehen hat.
00:57:25: Aber na klar!
00:57:25: Die handeln alle aus bestem Wissen und
00:57:28: Gewissen
00:57:28: heraus.
00:57:29: Aber es geht glaube ich eben auch darum zu sagen dass auch das manchmal Ich will es nicht falsch nennen, aber dass das manchmal zu viel sein kann.
00:57:36: Manchmal nicht hilfreich sein kann und fühlt sich das für uns superhilfreich an weil wir schon in Lösungen denken Weil wir schon versuchen dieses Problem das da besteht direkt wegzukriegen.
00:57:46: Aber darum geht's halt einfach häufig auch nicht.
00:57:48: Genau
00:57:49: Das fällt mir dann oft aus wenn ich natürlich meine Perspektive aus all diesen Jahren darüber stülpe und natürlich sage ja Stell mich da schlau daneben und sagen, der hätte man aber besser lösen können.
00:58:03: Aber in der Situation ist es halt genau wie's passiert.
00:58:06: Genau.
00:58:06: Aber dieses Verständnis eben zu haben, dass das auch okay ist wenn Kinder, wenn Jugendliche auch sagen möchte ich gerade nicht und jetzt ist es für mich kein Thema lasse mich in Ruhe Und da eben auch nicht das als persönlichen Angriff
00:58:21: zu
00:58:22: verstehen.
00:58:22: Das ist ja wahrscheinlich auch was was dann häufig noch passiert.
00:58:25: Ja absolut und ich glaube dieses thema besorgnis ist einfach schwebt da bei Kindern einfach wahnsinnig mit.
00:58:31: Ich hatte auch einmal den Fall, dass mich eine Mutter nach einem Einsatz noch mal angerufen hat weil sie wissen wollte ob sich ihr Kind normal verhält.
00:58:40: Hey das hatt ich auch einmal...
00:58:41: Ja echt?
00:58:42: Das ist spannend, du sagst ja sehr erinnere ich mich, dass ich das ein einziges Mal hatte aber gar nicht ob sich das Kind Normal verhält sondern die hat mich gefragt so weil sie das Gefühl hatte, er spricht nicht drüber wo sie sich hinwenden kann.
00:58:58: Das war die Frage als ... Ah, ja!
00:59:01: Und was hast du gesagt?
00:59:03: Das war damals ganz interessant, weil es ist typischerweise keine Kriseninterventionsarbeit mehr und das ist auch schon dass das von der Leitstelle bei uns kommt.
00:59:10: Ist völlig in Ordnung und gut und ich habe damals als erste Anlaufstelle dann wenn's wirklich akut ist den Kinderarzt oder die Kinderärztin genannt und hab damals aber schon nochmal sehr sensibilisiert und gesagt ich jetzt aus der Distanz sowieso gar nichts dazu sagen kann.
00:59:27: Und dass sich aber auch den Begriff normal und nicht normal schwierig finde, weil ich es ganz schwer zu greifen finde
00:59:33: was ist denn
00:59:34: jetzt gerade normal?
00:59:35: Und klar da muss ich ein bisschen darauf vertrauen das sie ein besseres Gefühl dafür hat.
00:59:39: Aber das ist glaube ich so wo man schnell hinkommt auch zu denken... Ich habe das im Kopf also überinterpretiere ich ja alles was möglicherweise um mich herum passiert.
00:59:47: Genau
00:59:49: wenn du dir gerade einen blauen Smart gekauft hast, dann wirst du auf der Straße viele Smarts sehen.
00:59:56: Wenn
00:59:57: man Angst hat schwanger zu sein oder sich ein Kind wünscht, dann sieht man lauter schwangere Frauen.
01:00:02: Was hast du
01:00:06: damals gemacht?
01:00:07: Also ich finde,
01:00:10: du hast gerade was sehr Wichtiges gesagt.
01:00:11: Es gibt keine richtig oder falsche Trauer.
01:00:13: also das geht bei Kindern nämlich genauso im Sinne von normal.
01:00:17: Die wollte von mir wissen es war auch ein Kind im Kindergartenalter und der hat etwas ganz Tolles gemacht Was Kinder in dem Alter echt super machen.
01:00:24: Der hat nämlich im kindergarten Beerdigung gespielt Und er hat seinen kumpels gezeigt wie das dann gelaufen ist beim Papa und er hat sein Stoff hier beerdigt und es hat im Kindergartens bisschen Direktion ausgelöst dass die Jungs jetzt da Beerdigungen spielen.
01:00:37: so Die Mutter hat zu mir gesagt, sie macht sich jetzt irgendwie Sorgen ob das normal ist.
01:00:42: und äh das ist ja schrecklich.
01:00:43: Und dann habe ich sie gesagt es ist wunderbar weil so funktioniert.
01:00:46: Verarbeitung in dem Alter.
01:00:48: Kinder verarbeiten das was die gerade erleben.
01:00:51: warum spielen Kinder Kaufmann oder Schule Kaufmannsladen?
01:00:55: Oder Schule oder Puppenküche?
01:00:57: oder Vater oder Kind?
01:01:00: Aus dem Grund, ja.
01:01:01: Weil das was im Alltag gerade passiert ist wird so spielerisch verarbeitet und es ist dann mit einer Beerdigung auch so.
01:01:08: Wunderbar hindern sie ihn bloß nicht dran.
01:01:09: Das ist ganz toll!
01:01:11: Und die anderen Kinder leeren auch noch etwas dabei.
01:01:14: Und natürlich auch David, da war es aus Sicht des Kinder ganz total nachvollziehbar.
01:01:18: Weil die haben wahrscheinlich schon das Telefon klingen gehört am nächsten Tag, weil die anderen Kinder nach Hause sagen, wir haben heute Beerdigung gespielt und die Eltern schrecken auf und sagen, weil das Thema
01:01:25: ist so
01:01:27: was habt ihr
01:01:27: gespielt?
01:01:28: Ja genau und natürlich ist ja genau auch die Dynamik.
01:01:31: plötzlich hast du's nicht mehr in einer Familie das Thema sondern eben fünf bei den anderen Kindern das auf eine hause bringen und sagen Wir haben Beerdigungen gespielt.
01:01:39: der Papa von Tom Der ist nämlich beerdigt worden, jetzt müssen die natürlich auch herklären.
01:01:45: Aber nach allem was ihr heute gelernt habt, das Thema auf dem Tisch zu bringen und zu sagen okay dann reden wir da jetzt mal drüber.
01:01:54: Und es gibt ja da ganz viel tolle Literatur.
01:01:56: also wenn man da auch mal irgendwie bisschen googelt findet man da einiges darüber wie man mit Kindern über das Thema ins Gespräch kommen kann und ich finde wirklich keine schlechte Idee schon mal rüberzureden bevor akut etwas passiert.
01:02:07: klar manchmal hat man's nicht immer in der Hand Und eben gerade auch wie das ist mit Tieren oder so, dass man vielleicht auch mal ein Vogel beerdigt.
01:02:13: Oder irgendwie also sich irgendein Thema an.
01:02:17: Nee ja, das ist echt keine schlechte Idee.
01:02:21: Du bist Theologe Katrin und du hast mir eine Frage interessiert nämlich jetzt noch.
01:02:27: Die haste vorher hier selber noch aus dem Tisch gelegt und ich habe es nicht vergessen.
01:02:31: Und du hast gesagt, dass ein Kind die glaube ich auch gestellt hat oder gesagt den Himmel gibt's eh nicht.
01:02:36: Gibt´s den Himmeln?
01:02:38: Ja, das ist
01:02:40: eine gute Frage.
01:02:42: Das ist ja auch ein Thema... Da kann jeder dann immer seine eigene Position zubeziehen.
01:02:46: aber am Ende muss man also es wird dir nie mehr sein als eine eigene Position oder?
01:02:51: Also die Frage ist ja was verstehen wir unter Himmel?
01:02:54: und wenn?
01:02:55: wir Christen glauben natürlich dass der Tod nicht des Ende ist, dass es danach irgendwie weitergeht wie wissen wir auch nicht genau.
01:03:02: Wir können es als Himmel bezeichnen, wir können es aber auch als ewiges Leben oder wie auch immer bezeichnend.
01:03:08: andere Religionen glauben andere Dinge.
01:03:10: Es ist oft echt eine hilfreiche Ressource, habe ich auch immer wieder in Familien erlebt wenn man irgendwie gläubig ist und eine feste Vorstellung hat Und für Kinder kann das total hilfreich sein zu glauben da is jetzt jemand im Himmel.
01:03:23: Ich hab zum Beispiel als Kind auch oft hochgeguckt und hab mit der Oma geredet.
01:03:28: Irgendwann ist mir klar gewesen, dass die nicht körperlich im Himmel sitzt.
01:03:35: Wenn ich mit dem Flugzeug fliege sehe ... Die sitzen ja gar nicht auf der Beule.
01:03:39: Bist es schon näher dran?
01:03:40: Aber es ändert sich komischerweise nichts.
01:03:44: Dann kann ich auch da wieder ... Sie fühlen sich Eltern konfrontiert, wenn das Kind fragt, du bist nie mehr geflogen und dann war die Oma gar nicht im Himmeln.
01:03:53: Und dann ist natürlich so die Frage, wie geht man jetzt irgendwie damit um?
01:03:55: Dann kann man eben zum Beispiel sagen... Der Himmel ist ein Bild oder ein Begriff für etwas, wo wir selber gar nicht genau wissen was das eigentlich ist.
01:04:04: Aber wir glauben, die Oma lebt weiter und vielleicht lebt sie auch in dir weiter mit den Erinnerungen, die du an sie hast.
01:04:11: Ja und es ist ja immer auch da wieder ne?
01:04:13: Also na klar!
01:04:14: Du hast das Thema auf dem Tisch.
01:04:16: Kannst als kritisch sehen oder als problematisch Oder du sagst, perfekt!
01:04:22: Du hast das Thema wieder auf dem Tisch.
01:04:23: Dann muss man halt jetzt über die Vorstellung von Himmel sprechen und dann kann man natürlich auch erklären ich bin nicht gläubig aufgewachsen da hätte man aber dann wahrscheinlich erklärt naja es ist so sinnwildlich
01:04:33: das
01:04:34: ist natürlich nicht wirklich so wirklich physisch betrachtet liegen die Überreste von der Oma in der Erde Aber wir glauben halt,
01:04:43: dass sie
01:04:43: irgendwo hier ist und wir sie nicht sehen können.
01:04:45: Also kannst du ja auch das wieder machen?
01:04:47: Das ist halt zum Thema... Da
01:04:48: gibt es eine tolle Pumukkel-Folge wo Pumuche mit dann am Grab von Meister Eder ist also von den neueren Folgen Und dann das auch gar nicht irgendwie verstehen will und dann sagt Ja is der jetzt da drin oder ist er nicht da drinnen in dem Grab?
01:05:01: Schreckli soll er da wieder rauskommen?
01:05:05: und dann wird ihm auch erklärt Der ist da drin, der Körper Aber in der Vorstellung beim Pumukkel, ja, der Geist ist ein bisschen wie der Wind.
01:05:14: Der ist hier irgendwie da auch wenn wir ihn nicht sehen und er ist auch an uns, wenn wir uns an ihn erinnern und über ihn sprechen.
01:05:22: Und damit mache ich ja auch die Vorstellungen des Kindes.
01:05:24: Natürlich wird das Kind je älter es wird natürlich dann seine eigenen Vorstellungsentwicklung
01:05:28: aus
01:05:28: der Sozialisation heraus
01:05:29: usw.,
01:05:30: aber das ist irgendwie total verständlich eine Ressource.
01:05:35: Und es ist wirklich auch nicht schlimm, echt mal zu sagen ich weiß es selber
01:05:38: nicht.
01:05:38: Ja auf jeden Fall.
01:05:39: Ich denke mir das und dass dann vielleicht selber mal so überlegen die stelle ich mir eigentlich selber den Ton vor.
01:05:44: Ich glaube das ist für viele Erwachsene auch gar nicht so eine einfache Frage.
01:05:47: Beziehungsweise ist mir das gerade passiert als ich dir diese Frage mit dem Himmel gestellt habe.
01:05:51: Weil du sie clever zurückgestellt hast und gesagt, was begreifen wir eigentlich als Himmeln?
01:05:54: Dann dachte ich ja gute frage und tatsächlich hab ich mich grade selber auch so gefragt Was ist denn eigentlich meine Vorstellung davon wie genauso was weitergeht?
01:06:03: und ich könnte das gar nicht so genau benennen.
01:06:05: Also, ich hab da auch keine Antwort drauf.
01:06:07: gerade also was ist denn meine Vorstellung?
01:06:09: Was nach dem Tor passt?
01:06:10: kein Plan, kein Plan.
01:06:13: Eine vielleicht letzte Frage Katrin habe ich auf jeden Fall noch.
01:06:17: Das ist so wir haben schon drüber gesprochen ehrlich sein mit Kindern und das thematisieren da ging es viel drum.
01:06:22: heute.
01:06:23: eine Frage die sich ja aber auch gerade erwachsen der ganz ganz häufig stellen ist geht man noch mal hin zum Verstorbenen, dann guckt man sich den Verstorbenden nochmal an.
01:06:31: Würdest du Kinder mitnehmen wenn man sich entscheidet nochmal hinzugehen oder nicht?
01:06:36: Was ist da so?
01:06:36: dein... es gibt auch da sagen wir gleich dazu nicht die eine Empfehlung.
01:06:41: wahrscheinlich aber was ist da?
01:06:42: sein Gefühl machen oder nicht machen?
01:06:43: Ich stelle meine Rückfrage wie ist das bei dir bis jetzt in Einsätzen gewesen wenn Erwachsene die Frage gestellt haben soll ich nochmal oder nicht?
01:06:53: Ich muss mal kurz nachdenken, weil ich hab eine spontan Antwort und die kann die spontan antwort geben.
01:06:58: Und das ist dass sich den Allermeisten immer geraten hat noch mal hinzugehen.
01:07:03: Und jetzt hängt es natürlich davon ab wie sind die Umstände?
01:07:05: Kann man geradehin... Sieht's vielleicht auch besonders schlimm aus.
01:07:09: dann habe ich natürlich schon auch gesagt Wenn ich selber wusste geht ja da schon los.
01:07:13: also häufig Muss ich ja auch rücksprachen oder müssen wir nur rücksprüchen?
01:07:18: Da mache ich schon ne Unterscheidung glaube ich.
01:07:20: aber in den allermeisten Fällen bin ich auch mit Leuten schon hingegangen, weil und das ist aber jetzt wirklich meine komplett eigene Erfahrung auch gewesen.
01:07:30: Weil ich das als super wertvoll erinnere dass mein Opa der Lack zu Hause noch mal aufgebahnt worden und konnte dann auch zuhause in seinem Bauernhof nochmal bleiben und da habe ich es als total wertvoll empfunden nochmal zu spüren, dass dieser Körper wirklich komplett kalt ist.
01:07:47: Dass das Eis kalt war so und es war für mich total gut um noch mal irgendwie nicht, dass ich vorher daran gezweifelt hätte aber das war gut den Nummer zu sehen und ich weiß auch, dass alle verwandten seine Kinder alle nochmal da waren und ich glaube schon die Tendenz eh ewig lang drum herum gelabert.
01:08:06: die Tendenz ist zu empfehlen und zu sagen macht das Und gar nicht unbedingt jetzt sofort, aber zumindest beim Bestattungsinstitut oder so.
01:08:16: Das ist schon meine Empfehlung.
01:08:18: Hatte mal auch nie vielleicht das noch eine letzte Ergänzung.
01:08:20: Ich hatte in jedem Fall das Kinder dabei waren glaube ich.
01:08:23: Ich habe ganz oft die Erfahrung mit den Kindern gemacht dass sie gesagt haben ich will unbedingt und die Eltern gesagt oh nee.
01:08:31: und Wie du gesagt hast, es gibt keine Pauschalempfehlung.
01:08:35: Natürlich ist das immer eine Frage von wie sieht der Verstorbene aus oder die Verstorbenen?
01:08:39: Was genau ist passiert?
01:08:40: Ich meine da gibt's ja dann auch die Lösungen dass man nur die Hand zum Beispiel sieht und die Hand noch mal nimmt.
01:08:46: Das sind Bestattungsunternehmen für
01:08:47: Vorrags.
01:08:47: Total!
01:08:48: Die machen das so toll und wirklich sehr gut bei der Begleitung.
01:08:56: Ist auch ne Altersfrage Es ist die Frage.
01:09:02: traue ich es mir als Erwachsener auch zu, das Kind da gut durchzubegleiten.
01:09:07: Es gibt viele Pro-Argumente nämlich es hilft nochmal bei der Realisierung gerade wenn die Todesvorstellungen noch nicht so ganz gefestigt sind oder man vielleicht sich nicht ganz klar ist was bedeutet dass es kann echt nochmal beim Abschied nehmen helfen.
01:09:21: manchmal ist die Fantasie schlimmer als die Realität.
01:09:23: ja
01:09:24: das glaube ich nämlich zum Beispiel auch
01:09:25: das
01:09:25: ist häufig so ja das glaub ich auch.
01:09:29: Es kann aber auch sein, dass der Anblick doch schlimmer ist und irgendwie Angst auslöst.
01:09:33: Ich würde jetzt als Erwachsener immer vorher selbst ohne gucken... Also nicht mit dem Kind Tür auf und rein sondern erst mal gucken wie geht's mir damit?
01:09:44: Und wie würde ich es einschätzen?
01:09:45: Das ist nämlich auch immer das was ich sage.
01:09:47: wir können viel reden und viele Empfehlungen geben.
01:09:50: die Bezugspersonen kennen die Kinder eben am besten.
01:09:56: Die haben auch da oft die Tendenz zu sagen, lieber nicht wenn es vielleicht doch gar nicht so schlecht wäre.
01:10:00: Also von daher sage ich immer was sich den Leuten dann immer sagt ist überlegen sie ist wirklich gut.
01:10:04: Sagen Sie jetzt nicht pauschal nein?
01:10:07: Sie müssen jetzt auch nicht pauschal ja sagen Überlegen Sie sich einfach gut.
01:10:11: schlafen sie eine Nacht rüber auf zwei.
01:10:14: Sie können auch noch mal mit dem Bestatter reden aber lehnen sie ist jetzt mal nicht paushall ab.
01:10:20: Ja Ich glaube das macht auch was.
01:10:21: ne Wenn du einmal diesen Riegel vorgeschoben hast
01:10:23: ist
01:10:23: wahrscheinlich schwierig diese Tür nochmal zu öffnen Und die Zeit darf man sich ergeben.
01:10:29: Das ist auch einer der Sätze, den wir ganz häufig in unseren Einsätzen sagen jetzt eilt hier gar nichts mehr.
01:10:34: gerade
01:10:35: Jetzt haben sie Zeit.
01:10:35: also warum soll ich diese Entscheidung jetzt sofort treffen?
01:10:38: Warum überlege ich nicht nochmal
01:10:40: und gebe
01:10:40: mir diese Zeit ja total richtig?
01:10:43: Oder was man denn auch noch mal machen kann zumindest den Sarg anschauen?
01:10:45: weil wir haben natürlich heute viele Urnenbestattungen.
01:10:48: das kann auch ein bisschen befemmlich für das Kind sein Wenn es vorher den Sargen nicht gesehen hat dass man dann nachher die urnen Bestattung sieht und sich fragt wie passt denn der Opa da rein?
01:10:57: Der ist doch viel größer.
01:10:59: Das sind so richtig Fragen, die sich Kinder stellen?
01:11:01: Ja genau!
01:11:02: Und dann... Oh das ist auch noch mal ein schwieriges Thema natürlich.
01:11:06: Warum passt denn der Oper da jetzt rein und was ist denn da passiert?
01:11:11: Genau ja
01:11:13: Also es ist glaube ich wie mit allen Sachen über die wir heute gesprochen haben.
01:11:17: Es gibt nicht die pauschale Empfehlung aber Ich muss mich mit dem Thema auseinander setzen So schwer das auch ist in der Situation in der man sich da befindet.
01:11:25: Das ist der Spiel leider.
01:11:29: Und wirklich die Empfehlung, Kinder nicht fernzuhalten sondern einzubinden.
01:11:32: So gut wie es geht.
01:11:33: wir sagen bei Erwachsenen ganz oft das Wichtigste ist wieder in Selbstwirksamkeit zu kommen.
01:11:36: Ja
01:11:37: ja ist mein Standardsozial.
01:11:40: Wir rufen nicht beim Bestatter an, sondern wir suchen jetzt gemeinsam mit ihnen eine Nummer raus und dann rufen sie
01:11:44: hier an.
01:11:45: Genau!
01:11:46: Das kannst du auf Kinder übertragen im Sinne von Du kannst jetzt einen Stein bemahlen den geben wir da oben mal noch mit ins Grab.
01:11:51: Du kannst dem Opa jeden Tag ein Bild malen und dann machen wir das in der Klassichtfolie und du kommst mit zum Steinmetz und suchst vielleicht auch.
01:11:58: Also kindgerecht einbinden wie es geht, damit eben nicht das Gefühl kommt, da geschieht etwas was völlig außerhalb meiner Kontrolle ist.
01:12:07: Weil das ist für niemanden schön.
01:12:09: Ne genau bin ich sofort wieder bei diesen Beispielen wo man selber das Gefühl ja von sich kennt dass man sagt jetzt läuft mir hier aus der Hand und das ist nicht gut weil das wollen wir alle nicht haben total und auch als Kind nicht.
01:12:22: Ja
01:12:23: und klar ich weiß es schwierig wenn du als Erwachsener selber betroffen bist.
01:12:26: natürlich
01:12:27: Boah, jetzt die emotionale Kapazität dafür auch noch zu haben.
01:12:31: Aber auch da... es gibt auch Hilfen, ne?
01:12:33: Es gibt tolle Kindertrauergruppen und Jugendtrauergruppe.
01:12:36: Man ist nicht allein!
01:12:38: Und...?
01:12:39: umgekehrt, glaube ich auch zu gucken.
01:12:40: Das kann ja auch eine wahnsinnige Ressource sein, wenn das Kind damit durchgeht und ja seine Perspektive einbringt die einen vielleicht auch manchmal da zum Lachen bringt an der Stelle wo man sie nicht erwarten würde.
01:12:50: genau was du vorhin auch schon beschrieben hast.
01:12:52: Das wollte ich auch noch sagen Kinder sind auch ganz tolle Tröster weil Sie uns auch oft erinnern im Moment zu leben.
01:12:58: Wenn wir vielleicht die ganze Zeit nicht von unserem Film runterkommen Und nur noch traurig sind und da wütend oder Angst.
01:13:05: Es gibt kein anderes Thema mehr, Kinder erinnern uns einfach an das Leben.
01:13:10: Guck mal Mama warum bist du jetzt trauriger?
01:13:12: Wir essen doch gleich Pfannkuchen.
01:13:13: Genau!
01:13:14: Das
01:13:15: war mein Bild was ich gerade hatte wo ich dachte ja kann halt auch passieren.
01:13:18: Ja und ist echt eine tolle Ressource.
01:13:22: Herr Katrin vielen Dank dass Du über den Einsatz, den wir gemeinsam hatten.
01:13:26: Das war unser einziger Einsatz, wo man jemand Jüngeres dabei war mit mir da reingekommen bist um heute mal über das Thema Trauer bei Kindern zu sprechen.
01:13:34: und für diese ganzen Einsichten die du geteilt hast, wo ich auch ganz offen und ehrlich zugeben kann dass sich die auch nicht hatte und dass Kinder für mich schon auch in Einsätzen nicht das bevorzugte Einsatzgebiet sind ganz ehrlich weil ich genau dieses Gefühl habe da ganz häufig auch selber gar nicht so genau zu wissen was ich da machen soll.
01:13:50: natürlich weiß ich dann aus einer Ausbildung heraus dass wir ehrlich sind und so.
01:13:54: aber Diese Einsichten finde ich wirklich nochmal richtig, richtig toll.
01:13:59: Finde ich wahnsinnig schön und wahnsinn hilfreich.
01:14:00: Danke dafür!
01:14:01: Sehr gerne, vielen Dank dass ich zu Gast sein durfte.
01:14:05: Das war's auch schon wieder mit der heutigen Folge von Unplötzlich Krise.
01:14:09: Vielen, vielen Dank dass ihr auch diesmal wieder reingehört habt und mit dabei wart!
01:14:12: Wenn Ihr Fragen, Wünsche oder Anmerkungen rund um das Thema Trauer bei Kindern habt dann dürft ihr das alles sehr gerne durchschicken.
01:14:19: am besten geht es wie immer bei Instagram.
01:14:21: Der Account ist auch wie immer in den Show Notes verlinkt und vergesst natürlich nicht er gerne auch zu folgen.
01:14:26: Dann verpasst ihr keine Infos mehr rundum diesen Podcast.
01:14:30: außerdem dürft diese Folge natürlich wie immer gerne weiter schicken und verteilen.
01:14:35: ich freue mich nämlich wenn möglichst viele Leute hier rein hören und ansonsten freue ich mich, wenn wir uns in zwei Wochen wieder hören.
01:14:41: Bis dahin macht's gut!
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