Wenn das eigene Kind stirbt

Shownotes

Was passiert, wenn Eltern ihr eigenes Kind verlieren?

Dirk Langenströher nimmt uns mit in die wohl schwerste Zeit seines Lebens. Aus einem unbeschwerten Familienurlaub wird innerhalb weniger Tage eine Ausnahmesituation. Es folgen Stunden voller Hoffnung und Verzweiflung, Entscheidungen, die niemand treffen möchte, und schließlich der Abschied von seiner Tochter Hannah.

Doch dieses Gespräch endet nicht mit dem Tod. Es erzählt auch davon, wie Trauer sich verändern kann, warum Hannah bis heute Teil der Familie geblieben ist und wie Dirk Schritt für Schritt einen neuen Weg gefunden hat – persönlich, beruflich und als Autor.

🔍 Themen dieser Folge

👉 Der Familienurlaub, nach dem plötzlich alles anders wird 👉 Die ersten Symptome und die dramatischen Stunden bis ins Krankenhaus 👉 Der Abschied von Hannah 👉 Organspende in einer absoluten Ausnahmesituation 👉 Warum Trauer in Wellen verläuft 👉 Die Bedeutung von Ritualen und Erinnerungen 👉 Wie Geschwister und Eltern unterschiedlich trauern 👉 Selbstwirksamkeit als Weg zurück ins Leben 👉 Warum Hannah bis heute Teil der Familie ist 👉 Das Buch, das Hannah ein Denkmal setzen soll

👤 Über den Gast dieser Folge Zu Gast ist Dirk Langenströher.

Dirk war viele Jahre Geschäftsführer eines Unternehmens, bevor ein Schicksalsschlag sein Leben grundlegend veränderte. Nachdem seine zehnjährige Tochter Hannah plötzlich verstorben war, begann für ihn ein langer Weg durch Trauer, Neuorientierung und persönliches Wachstum. Heute begleitet er als Coach und Trainer Menschen in Veränderungsprozessen und setzt sich mit seinem Buch dafür ein, den Umgang mit Trauer und Verlust stärker in die Mitte der Gesellschaft zu rücken.

🎙️ Host Florian D. Weber – Moderator, Entertainer und seit über 15 Jahren ehrenamtlich in der Krisenintervention und Suizidprävention tätig.

Mit „Und plötzlich: Krise“ gibt er Einblicke in Situationen, die sonst verborgen bleiben – und spricht mit Menschen, deren Geschichten bewegen.

⚠️ Inhaltsinformation Diese Folge thematisiert den Tod eines Kindes, Trauer, Organspende sowie die psychischen Belastungen einer betroffenen Familie und kann emotional belastend sein.

Solltest du Unterstützung benötigen, findest du anonyme und kostenlose Hilfe bei der Telefonseelsorge:

📞 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 💬 https://www.telefonseelsorge.de/

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📅 Veröffentlichung Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen, freitags um 7 Uhr.

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Denkmal Alles rund um das "Denkmal", das Dirk und Hannah erschaffen haben findet ihr hier: https://denkmal-buch.de/

Transkript anzeigen

00:00:00: Es ist später Abend.

00:00:01: Die Koffer sind ausgepackt, der Familienurlaub am Gardasee ist vorbei.

00:00:08: Jetzt liegt Hannah auf der Couch.

00:00:11: Seit ein paar Tagen geht es ihr nicht gut.

00:00:13: sie klagt immer wieder über Kopfschmerzen über Übelkeit Nichts was Eltern nicht schon einmal erlebt hätten.

00:00:21: jetzt Zuhause reicht ihr Vater ihr ein Glas Wasser.

00:00:26: Du musst jetzt trinken sagt er zu ihr.

00:00:28: sonst müssen wir ins Krankenhaus.

00:00:32: Hannah nimmt das Glas, sie schaut ihren Papa an.

00:00:36: Ich will nicht ins Krankenhaus!

00:00:39: Kurze Zeit später trägt ihr Vater Dirk die Treppe hinauf.

00:00:45: Es ist zwanzig Uhr siebenundvierzig als Dirk den Notruf absetzt.

00:00:50: Bitte kommen Sie schnell.

00:00:52: meine Tochter stirbt Und ganz recht herzlich willkommen zu einer neuen Folge von und plötzlich Krise.

00:01:03: Cool dass Ihr auch diesmal wieder mit dabei seid.

00:01:07: Für die heutige Folge bin ich nach Nordrhein-Westfalen gereist in die Nähe von Paderborn.

00:01:13: Dort habe ich meinen heutigen Gast besucht, Dirk Langenströer.

00:01:16: Dirk erzählt von einer Krise die wohl zu den schwersten gehört die Eltern erleben können – dem plötzlichen Tod seiner zehnjährigen Tochter Hannah.

00:01:26: Innerhalb weniger Tage verändert sich für seine Familie alles.

00:01:29: aus einem Sommerurlaub am Gardasee wird ein Albtraum.

00:01:33: es folgen Stunden zwischen Hoffen und Bangen zwischen Entscheidungen die niemand treffen möchte wie ein Leben danach überhaupt weitergehen kann.

00:01:43: Aber diese Folge erzählt nicht nur von Verlust, sie erzählt auch davon, wie Dirk und seine Familie Schritt für Schritt zurück ins Leben gefunden

00:01:50: haben.

00:01:51: Warum

00:01:51: Hannah bis heute ein Teil ihrer Familie ist?

00:01:54: Weshalb Selbstwirksamkeit für ihn zu einem Schlüssel geworden ist und wie aus einer unfassbaren Krise schließlich ein Buch eine neue berufliche Aufgabe und eine ganz neue Haltung zum Leben entstanden sind.

00:02:07: Mein Name ist Florian de Weber.

00:02:08: Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß bei der heutigen Folge und im Gespräch mit Dirk Langenströer.

00:02:21: Und plötzlich Krise!

00:02:30: Das ist auch das, was ich auf jeden Fall aus der Zeit mitgenommen habe.

00:02:35: Die Kamera bleibt in den Regeln quasi im Schrank aber es ist wirklich eine Sache die mir geholfen hat.

00:02:45: Ich glaube das letzte Mal als ich sie wirklich aus dem Schrank geholt habe Da war es so, du hast eben ja Jona kurz kennengelernt und bei Jona ist das so gewesen.

00:02:57: Der ist dann am sechzehnten März geboren und es ist wirklich verrückt gewesen dass... Am achtzehnte Juli, zwanzigundzwanzig, das ist der erste Todestag von Hannah gewesen und wir haben uns einfach Rückenwind mal gewünscht und es sind so viele Dinge auch in dem Jahr gewesen, die einfach unvorstellbar waren.

00:03:24: Und dann im achtzehnten Juli ist es so gewesen dass wir vormittags Besuch hatten.

00:03:32: von zwei Störchen hier und da habe ich die spiegere Reflexkamera noch rausgeholt.

00:03:37: Ich hab noch überlegt naja mach das in den Zinnen und dann habe ich's rausgekommen mit dem großen Teel und hab die fotografiert.

00:03:45: Später sind Christina und ich zum Friedhof gegangen und dann waren die beiden Störche direkt in der Höhe von Hannas Grab auf zwei Straßenlaternen.

00:03:57: Dann haben wir noch ein gemeinsames Foto davon gemacht, dann ist Christine nach Hause gegangen und da war der Schwangerschaftsfest positiv.

00:04:05: Das ist wirklich eine Wahnsinnsgeschichte!

00:04:09: Es ist wahr und deswegen sind es auch wieder so Dinge wenn ich sage, glaube an einen Wiedersehen, dann glaube ich auch deshalb einen Wiedersehen weil für mich solche Dinge kein Zufall sind und für mich halt einfach auch ein geschenktes Himmels dann am Ende des Tages sind.

00:04:27: Und das war, glaube ich, der letzte Mal als ich die Digitalkamera quasi aus dem Schrank holt habe.

00:04:33: Du kannst eigentlich auch keinen besseren Moment mehr erwischen, oder?

00:04:36: Also da fällt es mir auch schwer an Zufall zu glauben, ehrlicherweise.

00:04:40: Genau!

00:04:42: Das ist so... Ich hab aber auch mehrere Momente davon gehabt, das beschreib' ich euch in einem Buch Und da ist es so, dass wir lange gebraucht haben das Denkmal auf Hannas Grab zu gestalten.

00:05:03: Da ist es gewesen, dass ... Wir haben am Anfang die Situation hatten, dass uns relativ schnell Werbematerial von Grabsteinen besorgt haben und irgendwann lag das dann unter dem Wohnzimmer-Tisch und was zur Seite gepackt.

00:05:25: Dann ging das auch erst mal nicht, weil es unglaublich schwer ist den Grabstein quasi für die eigene Tochter und für uns als Familie gestalten zu lassen.

00:05:34: Dann haben wir uns irgendwann damit beschäftigt und dann haben wir hier jemand aus dem Ort genommen.

00:05:39: Und dann ist dieser Grabstein irgendwo vor Indien untergegangen.

00:05:42: Das hat auf jeden Fall unglaublich lange gedauert!

00:05:45: Letztes Jahr, dann in der Zeit von zwei Tausendfünfundzwanzig wollten wir unbedingt, dass zumindest zu ihrem Todestag dann dieser Grabsteins steht.

00:05:54: Und dann habe ich noch mal Druck gemacht und dann ist er aufgebaut worden an dem Freitag vor ihrem Todestag.

00:06:02: Und dann im Sonntag war dann der achtzente Juli.

00:06:06: für uns, es ist immer der Todestak, ich werde gleich da nochmal erzählen wieso?

00:06:11: Dann ist das so dass abends auf einmal Christina rief direkt direkt direkt du musst rauskommen, du musst heraus kommen in den Regenbogen und dann warst du das bei uns hier vor der Tür.

00:06:27: ein Regenbogen war, den ich so noch nie wirklich gesehen habe.

00:06:32: Und ich bin barfußend unterwegs gewesen und bin die Straße runter gerannt.

00:06:39: Weil ich den Regenburger ohne Häuser sehen wollte auf der Wiese.

00:06:43: Ich wollte auch fotografieren.

00:06:46: Als ich es dann fotografiert habe waren zwei Regenbürgen zu sehen.

00:06:53: Das sind mit einer Kraft, die ich so auch noch nicht kannte.

00:06:56: Ich habe vorher schon mal zwei Regenbögen gesehen aber in der Dimension als ganzen Bogen hab' ich's wirklich noch nicht gesehen.

00:07:01: und dann ist es so gewesen dass der Grabstein, der freitags gesetzt worden ist, zwei Regendrücken trägt.

00:07:09: Und auch das sind so Dinge wo andere vielleicht sagen gute Geschichte coole Geschichtedirk.

00:07:17: Ich sehe es anders und ich glaube fest daran und deswegen ist es für mich Auch so, dass ich meinen Weg mit Hannah gemeinsam gehe.

00:07:29: So lange wie er hier auf Erden geht und deswegen ist Hannah für mich auch immer da und sie ist es kein wahr sondern das ist wirklich ein Ist und es ist halt einfach eine andere Umgang Und insofern glaube ich fest daran, dass wir uns wiedersehen.

00:07:50: Das war genau der Einstieg, den ich heute gemacht hatte.

00:07:53: Wir sitzen jetzt hier in der Nähe von Paderborn bei dir zu Hause im Büro wo du arbeitest heutzutage und ich habe gerade gesagt auf dich aufmerksam oder auf euch und eure Geschichte aufmerksam geworden bin ich über einen Instagram-Post wo du genau das geschrieben hast dass deine Tochter oder eure Tochter Hannah nicht wahr sondern Die ist immer noch und ihr geht diesen Weg gemeinsam.

00:08:13: Ich hab dich daraufhin dann direkt kontaktiert und gefragt, ob du Lust hättest mit mir in der Podcast-Folge drüber zu sprechen?

00:08:19: Und ich habe mich wahnsinnig gefreut dass du glaube ich weiß nicht mehr wie lange es gedauert hat aber wahnsinn schnell zugesagt hast und freue mich jetzt riesig hier sein zu dürfen und mit dir da nochmal drauf schauen zu dürfen.

00:08:30: Wohl weisslich das ja alles auch noch nicht.

00:08:32: wahnsinnige lange her.

00:08:32: Also wir zeichnen jetzt auf im Mai, zumanzigster Mai, zwei tausend sechsundzwanzig Das heißt wir sprechen über vier Jahre Wo das ein bisschen weniger sogar als vier Jahre,

00:08:42: genau.

00:08:43: Als es passiert ist... Das kam für euch ja aus heiterem Himmel!

00:08:46: Du warst damals beim Herfahren schon ein bisschen drüber gesprochen.

00:08:49: Du war als Geschäftsführer, CEO einer Firma mit wahnsinnig viel Verantwortung super jung auch in diese Rolle gekommen.

00:08:57: Siebenundzwanzig Jahre alt gewesen also diese Rolle übernommen hast und dann zwanzig jahre in dieser Tätigkeit gewesen Und eigentlich hattest du so'n Leben wie wahrscheinlich viele dass sich wünschen würden oder?

00:09:09: Das ist sicherlich gut zusammengefasst und trotzdem ist es an der einen oder anderen Stelle dann sicher auch so, dass von außen gerade auch wenn man so ein Job macht wie ich ihn gemacht habe nimmt man das glaube ich auch anders wahr als es denn tatsächlich ist.

00:09:28: Ich kann schon sagen, dass ich grade auch zuletzt in meinem Job wirklich auch gekämpft habe.

00:09:39: Auch das kann man durchaus auch Krise nennen.

00:09:42: Ich habe im Februar sogar damals gekündigt und bin dann aber von der Gesellschaft der Familie nochmal eingefangen worden, in dem Sinne von hey Dirk, nimm dir mal drei Wochen Urlaub und fahr mal ein bisschen runter usw.

00:10:01: Weil der Stresspegel schon groß war, Corona war ein Thema und dann die ukrainische Krise und der Einzelhandel.

00:10:07: Und viele andere Themen noch drumherum auch im Unternehmen.

00:10:12: Mit dieser Absicht bin ich dann im Juli mit meiner Familie in Urlaub gefahren nach Italien Und ich habe immer noch die Bilder vor Augen von meinem letzten Arbeitstag, wie ich nach Hause gekommen bin.

00:10:26: Christina hat mit Hannah und mit Jan Plakate gemalt.

00:10:29: endlich Urlaub und es gibt's auch noch.

00:10:33: Dann sind wir in Urlaub gefahren und hatten wirklich... Wir sind direkt an den Gardasee.

00:10:39: Wir hatten eine schöne Zeit am Gardaseee und ich kann mich an einem Moment auf dem Gardaseeh erinnern der der nicht schöner hätte sein können.

00:10:51: Das kann ich schon sagen und es ist so, wenn ich mein Leben nochmal anhalten wollen würde dann genau da.

00:11:04: Und dann haben wir wirklich einen schönen Urlaub insgesamt verbracht.

00:11:09: Es ist aber auch so gewesen dass es Hannah zwischendurch immer mal nicht gut ging.

00:11:15: sie hatte mit Übelkeit zu kämpfen Mit Kopfschmerzen.

00:11:22: Wenn man mit Kindern reist, ist das aber auch eine Sache die nun mal nichts wirklich Außergewöhnliches ist und man muss sagen wir haben dann die Situation gehabt dass sie bevor wir zurückgefahren sind an dem siebzehnten Juli war sie gemeinsam am Pool.

00:11:40: Wir haben am fünftzehnten Juli ... noch gemeinsam Wohling gespielt.

00:11:44: Also wo man auch sagen kann, sie hatte immer wieder diese Momente,... ... wo es ja nicht so gut ging... aber dann auch um Momente, wo's wirklich gut war und... Und dann sind wir am achtzehnten Juli zurück und dann... War das wirklich eine schwere Rückfahrt?

00:12:01: Und werden vom... Vom Auto aus schon... Dann auch einen Termin beim Kinderarzt gemacht weil wir gedacht haben, so das müssen wir jetzt mal überprüfen lassen.

00:12:12: Und dann sind wir nach Hause gekommen, so gegen achtzehn Uhr und ich bin dann erstmal Sachen einpacken usw.

00:12:21: Wir haben Hannah auf die Couch gelegt und ich kann mich noch gut dran erinnern dass ich in Glas Wasser in die Hand gedrückt habe und hab gesagt Hannah du musst das jetzt trinken sonst müssen wir ins Krankenhaus fahren weil Du hast wirklich zu wenig getrunken.

00:12:35: und dann hat sie das Glas Wasser getrunkt und hat zu mir gesagt Papa ich will nicht ins Kranken Haus.

00:12:41: Und dann haben wir uns um verschiedene Dinge gekümmert.

00:12:44: Hannah hat sich auf der Couch ausgeruht und gegen Abend ist es so gewesen, dass ich sie hochgetragen habe in ihr Zimmer... ...und das war so gegen die Uhr.

00:12:58: Ich musste sie schon auch hoch tragen weil sie schwach war und sich einfach in ihr Bett legen wollte.

00:13:06: Dann ist es auf einmal so gewesen dass kurze Zeit später sich der Gesundheitszustand Dramatisch verschlechtete.

00:13:15: Ihre Haut veränderte sich und dann ist es quasi wie im Horrorfilm gewesen, ich habe um zwanzig vor siebenvierzig den Notarzt angerufen und ich hab wirklich ... Ich hab gefleht, ich hab gesagt meine Tochter stirbt.

00:13:40: Kommen Sie schnell!

00:13:41: Bitte!

00:13:43: Der Notarzt kam dann auch, auch glaube ich sogar schnell.

00:13:47: Auch wenn es sich natürlich in solchen Momenten anders anfühlt und... Und dann ist das so gewesen dass Hannah schon auch... Sie ist wieder geholt worden und war dann aber nicht mehr richtig ansprechbar.

00:14:04: Aber wir sind dann als Familie oder ich bin mit meiner Frau dann quasi hinter dem Krankenwagen hinterher.

00:14:14: Mein Sohn Jan ist dann quasi zu der Familie meines Bruders.

00:14:20: Und wir sind in dieser Nacht ins Krankenhaus und Hannah ist dann untersucht worden, und man wusste nicht was es jetzt genau ist.

00:14:32: Ich habe Christina in diesem Raum gesessen, so ein Warteraum ... Das war uns schon in dem Moment bewusst, dass das Lebensverändernd sein wird oder so.

00:14:53: Man verhandelt dann auf einmal mit dem lieben Gott und all diesen Dingen.

00:14:56: Wir sind dann in die Kapelle gegangen, ich habe noch elf Kerzen angezündet weil ich den Liebengott angefleht habe das sich doch den elften Geburtstag oder dass wir auch den Elfen Geburtstag mit ihr erleben.

00:15:08: Dann sind wir zu den Ärzten nachher gerufen worden Und dann hat man uns gesagt, dass man es jetzt gefunden hätte und dass Hannah quasi einen Gehirnübertruck hätte.

00:15:21: Und dann habe ich das im ersten Moment sogar als gute Nachricht empfunden, weil ich gedacht habe okay jetzt ist die Ursache gefunden und ich weiß noch und ich höre es noch dass ich frage.

00:15:33: Dann wird jetzt operiert!

00:15:36: Und dann ist es so gewesen, wenn man uns gesagt hat das ist dafür zu spät sein.

00:15:40: Weil Hannah eine Züste hatte, die halt einfach dazu geführt hat, dass das Gehirnwasser nicht mehr abfließen konnte halt einfach ein Gehirntod eingesetzt hätte.

00:15:55: Und das ist keine Chance geben würde und das ist natürlich eine Information, wie will man die verarbeiten?

00:16:13: Das ist an der Stelle nicht möglich und ich weiß noch und ich meine das gar nicht böse aber es ist natürlich schon so wo man denn schon sagen kann.

00:16:24: wir sind dann auch direkt auf das Thema Organspender angesprochen worden.

00:16:30: Und ich habe seit Jahren eine Organnspendeausweis und so weiter, und dann ist das nur so wo ich in dem Moment Christina und ich sind da nach Hause und meine Frau ist wirklich eine unglaublich starke Frau Sie ist nachhause gefahren und wir sind irgendwann fünf halb sechs irgendwie nach Hause versucht zu schlafen und wir haben uns dann einfach angeguckt.

00:17:09: Und ... Dann war klar, der Albtraum ist Realität in dem Moment.

00:17:16: es ist angekommen.

00:17:18: Danach aber natürlich trotzdem viele Male noch mal gewichen weil man's doch nicht verstehen wollte.

00:17:32: Wir sind am achtzehnten Juli wiedergekommen, am neunzehnten ging der Tag dann so los.

00:17:42: Dann ist das so, wo man sagen kann wie sagt man das Jan?

00:17:47: Und das Schlimmste war und es tut mir heute noch so unglaublich leid.

00:17:53: Jan wusste schon weil wir nachts dann habe ich mit meinem Bruder telefoniert und um die anderen hat sich quasi schlafend gestellt und er hat dann mitbekommen dass er nicht geschafft hat quasi das alleine dann an der Stelle.

00:18:13: Das tut mir bis heute noch unglaublich leid.

00:18:18: und dann ist es so gewesen, dass wir die Familie informiert haben.

00:18:24: Und dann am zwanzigsten Juli ist es denn so gewesen ,dass dann die Maschinen schon ausgestellt worden sind.

00:18:31: man hat sich wirklich unglaublich liebevoll um Hannah auch im Krankenhaus gekümmert.

00:18:38: Da sind wir der Kinderklinik unglaublich dankbar und das ist auch der Grund dafür, warum Jonas, also ihr Bruder, der dann zwei Jahre später geboren ist.

00:18:50: Auch in der Kinder-Klinik zur Welt gekommen ist weil wir uns wirklich gut betreut gefühlt haben trotz dieser Organspendensache Und wir konnten es nicht mit der Organdspende und auch wenn's mir für Familien wirklich Leid tut Das hoch und runter besprochen.

00:19:10: Wir wollten uns von Hannah nicht mit einer Operation verabschieden, das war der Punkt.

00:19:18: An dem zwanzigsten Juli ist es dann so gewesen, dass ich links gelegen habe und Christina rechts und Hannah in der Mitte.

00:19:24: Und wir waren halt bei ihrem letzten Herzschlag dabei.

00:19:27: Ich sag auch immer, dass der Herzschlack auf uns übergesprungen ist.

00:19:39: Den trage ich halt, den werde ich mein Leben lang tragen und ja.

00:19:49: Und insofern kann ich auch hinter dieser Entscheidung auch durchaus hinterstehen, dass wir das so gemacht haben.

00:19:57: Das ist so...

00:20:01: Also ich finde es wahnsinnig wenn man diese Geschichte so hört weil die gibt jetzt her wirst du auch merken ganz vielen Stellen so viele Anknüpfungspunkte weil ich gerade total feststelle Wir in der Situation, die euch passiert, dass nicht über diese eine Krise sprechen.

00:20:17: Sondern das ist die eine, die nächste und die nächste...

00:20:20: Ja, so ist es auch!

00:20:21: Und ich glaube, dass es mir gerade jetzt als du erzählt hast zum allerersten Mal bewusst geworden, dass – und das ist wahrscheinlich bei ganz vielen so und auch bei anderen Podcast-Folgen schon so gewesen – dass wir nicht über eine diese sprechen sondern wir sprechen über jedes… also über ganz viele Auslöser, die immer ne neue Welle lostreten.

00:20:40: Du hast das jetzt z.B.

00:20:41: grade gesagt Die Symptome, die schlimmer geworden sind.

00:20:44: Ich glaube das ist ja so das erste wo du dir als Vater oder ihr euch als Eltern gedacht habt Scheiße!

00:20:50: Das läuft uns hier aus der Hand dann den Notarzt anzurufen und dann sitzt du in der Klinik hoffst Dann kriegst du diese Nachricht.

00:20:57: und das ist das wo ich eigentlich bis eben dachte Ja dass es ja der entscheidende Moment über den wir hier wahrscheinlich auch viel reden Aber es geht ja direkt weiter.

00:21:05: Es geht mit der Organspende habe ich mir gerade als Stichwort aufgeschrieben, weil das ist ja... Du bist in einer Situation und so stelle ich mir das vor wo du wahrscheinlich auch stimmen gar nicht mehr richtig wahrnimmst, wo du den Raum gar nicht beschreiben kannst, wo ganz vieles verschwimmt.

00:21:19: Und jetzt kommt so eine Frage und schubst dich quasi direkt in die nächste Situation rein.

00:21:24: Dann rufst du deinen Bruder an nachts und bis plötzlich zum ersten Mal in der Situation selber drüber sprechen zu müssen.

00:21:32: nochmal wirst du reingeschubst, direkt die nächste Welle.

00:21:34: Dann das Jan am nächsten Tag der das schon wusste.

00:21:37: Direkt wieder!

00:21:39: Es ebbt gar nicht ab... Wie am Meer?

00:21:42: Die eine Welle jagt die nächste?

00:21:44: Also ich mag das in Bildern zu sprechen und ich habe noch nie über dieses Bild so nachgedacht und so findest es auch für mich ne neue Perspektive.

00:21:53: aber dass mit den Wellen passt unglaublich gut weil ja immer wieder die nächsten Themen hast.

00:22:03: Das ist ja auch dann so sich darüber Gedanken zu machen, wie verabschiedet man sich und wie macht man das mit dem Grab?

00:22:16: Wie sieht der Sarg aus?

00:22:20: Und das alles vollkommen unvorbereitet.

00:22:27: Dann ist es trotzdem so wo ich durchaus sagen kann mit dem Wissen von heute.

00:22:37: Ich muss schon auch sagen, dass das unglaublich brutal ist es so zu machen und ich aber auch in Trauergruppen dann auch die Situation erlebt habe wie wenn Menschen dann darüber oder Eltern darüber sprechen Wie sie halt jahrelang auf eine Krebsstation gegangen sind Und ich kann immer sagen dass die zehn und ein halb Jahre, die wir quasi mit Hannah hatten einfach von vorne bis hinten eine wunderbare Zeit waren.

00:23:08: Und Hannah nicht wusste was an der Stelle passiert.

00:23:12: Ich bin wirklich dankbar, dass ich Hannah nie erklären musste, dass sie sterben muss.

00:23:25: Dann wird es aber schon so sein ... Dass das natürlich dann ne Kehrseite hat.

00:23:33: wenn man halt dann so unvorbereitet ist, dann kommen die Wellen.

00:23:37: Die kommen natürlich trotzdem und auch wenn... ich will das überhaupt gar nicht kleinreden aber es ist natürlich so auf der einen Seite sitzt du am Sonntag am Pool mit deiner Familie und am Mittwoch werden die Maschinen ausgestellt.

00:23:50: unter dem Donnerstag sitzt du beim Bestatter.

00:23:52: Das ist genau mehr als man mehr als jeder irgendwie verkraftet

00:24:00: kann.

00:24:01: Genau.

00:24:02: Eigentlich kannst du's nicht ertragen oder?

00:24:05: Und das ist auch schon so, dass ... Das war dann auch so.

00:24:13: Deswegen sage ich immer, meine Frau ist unglaublich stark gewesen die mich auch im Leben galten hat weil es kommen dann Gedanken, die willst du gar nicht denken, die kommen aber automatisch und ich hab dann Medikamente bekommen.

00:24:32: Dann ist das schon eine Sache gewesen wo Christina auch darauf eingewirkt hat, dass sie gesagt, komm dir, du schaffst es auch ohne Medikamente und so weiter.

00:24:44: Weil das ist auch dauerlich keine Lösung.

00:24:47: Und genau!

00:24:50: Deswegen bin ich meiner Frau da wirklich extrem dankbar.

00:24:56: zum Thema Wellen noch wenn dann diese ganzen Entscheidungen getroffen werden müssen.

00:25:01: Wenn man dann eine starke Verbindung hat Sachen dann im Einklang auch entscheiden zu können, den man sich einfach anschaut.

00:25:14: Das muss ich schon sagen habe ich auch als echtes Geschenk auch empfunden dass es da so eine starke Verbindung gibt die dann nicht noch eine zusätzliche Krise aufgemacht hat weil viele Partnerschaften schaffen das ja auch nicht.

00:25:35: und Und bei uns ist es von Anfang an so gewesen, dass wir eine unglaublich starke Gemeinschaft

00:25:40: waren.

00:25:41: Habt ihr euch ergänzt oder wie würdest du das beschreiben?

00:25:46: Ich würde am Anfang sogar sagen, Christina hat mich gehalten und ich glaube... Also natürlich ist es so, dass ich auch eine Funktion hatte.

00:26:05: So will ich das gar nicht sagen!

00:26:09: Anders empfinden es ist so gewesen, dass wir sind dann ja auch psychologisch betreut worden und man hat uns relativ schnell gesagt das wir jetzt auch gucken müssen was schenkt uns Energie?

00:26:22: Was raubt uns Energie.

00:26:25: Und bei mir ist es immer auch auch Jan gewesen und jetzt ist Jan ein unglaublich guter Fußballer und das bedeutet wir haben dann im Garten immer Fußball gespielt und Fußball gespielt.

00:26:40: Und das hat Jan geholfen, dadurch dass es Jan gehofft hat, hat es garantiert auch Christina geholft.

00:26:47: Insofern haben wir uns sicherlich schon auch ergänzt.

00:26:52: Ich will das gar nicht auseinander sagen aber es ist schon so gewesen... ich wollte gar nicht immer in diesen funktionieren Modus dann springen Und Christina hat uns in diesem Modus aber gehalten, Jan hatte uns in dem Modus nachher gehalten im Sinne von Schule und morgens aufstehen.

00:27:18: Und für mich war das schon ... ja genau also da bin ich für immer dankbar.

00:27:27: Das ist irgendwie so.

00:27:28: du hast es auch auf deiner Website finde ich richtig schön beschrieben weil du Da gesagt hast du Selbstführung ist irgendwie der Anfang von allem und ganz viel um.

00:27:39: Und das ist so ein Take, den ich in quasi jedem meiner Einsätze mit der Krisenintervention mache oder auch in den Begleitungen vom Arbeitsgrasleben natürlich immer wieder merke okay es ist genau diese Selbstwirksamkeit in die Du kommen musst damit Du nicht glaube ich versinkst in den schlechten Zeiten in den Krisen in so einer Melancholie.

00:27:59: vielleicht auch.

00:28:00: aber ich meine klar mit Jan war damals ja ähm ... sechs Jahre alt?

00:28:07: Acht, acht.

00:28:07: Genau, da war acht hundert zehn.

00:28:09: Genau!

00:28:11: Also klar, da geht der Alltag weiter.

00:28:12: Das heißt du wirst gezwungenermaßen ja dann einfach wieder in so eine Wirksamkeit... oder in so ne Wirksamkeit, das ist ja nicht mal selbst wirklich...

00:28:18: genau so für dich zu sagen, genau.

00:28:20: ...gezogen.

00:28:21: Aber das ist doch an ganz vielen Stellen auch wahnsinnig schwer weil du von dir selbst eigentlich nicht an den Punkt bist, oder?

00:28:28: Das ist so und ich glaube auch dass es so ist wie du's an der Stelle beschreibst man Man kommt dann erstmal schon noch mal in so eine Wirksamkeit.

00:28:39: Ich mache das immer daran fest, auch mit Bildern zu sprechen.

00:28:44: Es gibt einfach dieses Leben davor und dann dieses Leben danach.

00:28:47: Also Zeitentrennung die dann an der Stelle passiert.

00:28:50: Und man will gar nicht eine Wirksamkeit eigentlich in diesem Leben danach haben weil man eigentlich in dem Leben daraus sein möchte.

00:29:00: Dann hat man vielleicht eine Wirksamkeit aber... Die wirkliche Selbstwirksamkeit ist für mich tatsächlich erst damit entstanden Monate später.

00:29:17: Als der erste Geburtstag im Himmel, Hannas elfter Geburtstag dann Nahte und das am zweiten Januar, dann ist es unglaublich... ein unglaublich großer Berg, den man zu erklimmen hat.

00:29:32: Gerade dann wenn Weihnachten

00:29:34: ... In der Zeit

00:29:35: noch mehr wahrscheinlich.

00:29:35: Also diese Kombination ist groß und dann musst du ja auch mit solchen Dingen klarkommen wo man dann auch sagen kann dass das Umfeld lebt in diesem Leben danach schon wieder relativ normal.

00:29:52: Und dann gibt es Menschen die einen dann schon besser kennen, die einem trotzdem vor Weihnachten wünschen Und das meinen die in dem Moment gar nicht böse.

00:30:02: Das würde ich echt, also es quatscht jemanden um das zu unterstellen und das habe ich auch nie getan.

00:30:08: Ich will damit nur sagen der Berg ist einfach so riesig und ich hab dann irgendwann die Idee gehabt weil ich was Besonderes für Hannas elften Geburtstag oder für den ersten Geburtstag im Himmel machen wollte.

00:30:23: Dann ist die Idee entstanden bei uns zum Keller, einen Raum zu bauen wo einfach ganz viele Bilder von ihr hängen und hab mir dann, obwohl ich wirklich handwerklich eher umgeschickt bin, denn wirklich viele YouTube-Videos reingezogen.

00:30:43: Und ich kann mich noch an den Moment erinnern, wo ich gedacht habe – das war so eine Panellendecke in dem Raum – und gedacht habe dir ist es jetzt so eine gute, dass du die Panellendecke abreißt?

00:30:54: Bist du in der lagernde Gipskottongdecke hier hinzubauen habe ich es getan und hab mir dann über YouTubes-Videos das irgendwie reingehauen, bis sich in der Lage war auch eine Gipskartoffelicke zu bauen.

00:31:08: Und da hatte ich zum ersten Mal wieder die Thematik der Selbstwirksamkeit und hab dann viele, viele Dinge bei uns im Haus handwerklich gemacht – bei Dingen, die ich vorher nie gekonnt hätte!

00:31:24: Da spürte ich auf einmal wieder eine Selbstwirksamkeit, dass ich Dinge schaffe die ich nicht für möglich gehalten hätte.

00:31:32: Und heute ist es fast ein bisschen verrückt, wenn ich in den Räumen unterwegs bin denke ich, wer hat das hier gemacht?

00:31:37: Weil das quasi so eine andere Zeit war und ich war mehrmals in der Woche auch im Baumarkt usw.

00:31:43: Da habe ich zumindest für mich das Thema Selbstwirksamkeit dann entdeckt erstmal wirklich nur im Rahmen meiner Reise zu mir selbst.

00:31:54: Dann bin ich an den Punkt irgendwann gekommen Und denke dabei immer auch an eine Trauerkarte, die ich von Mitarbeitern bekommen habe.

00:32:04: Wo drin stand das Schicksal Nieser-Verräter ist und dann auf einmal diese Frage im Raum stand Willst du opfer deines eigenen Schicksals sein?

00:32:14: Das war dann so ne Thematik wo ich gesagt habe Ne es will ich nicht Ich will's nicht.

00:32:24: Von da an hab' ich mich mehr und mehr dann auch für das Leben danach entschieden, dann auch dafür entschieden zu sagen ich will nicht mein ganzes Leben lang trauernd und weinen durchs Leben gehen.

00:32:42: Und nur darüber nachdenken wie schlimm das alles ist sondern ich will einen Weg finden wo ich sagen kann dass Hannah weiterhin Teil meines Lebens ist.

00:32:55: Für mich kam das Thema Loslassen nie in Frage.

00:32:59: Keine Diskussion ist nicht verhandelbar und deswegen haben wir das familiär immer so gelebt, dass Hannah ein Teil der Familie bleibt.

00:33:08: Firma und beruflich war es dann aber für mich auch so, dass ich irgendwie auf einmal überlegt habe was Sinnstiften ist zu machen irgendwas zu tun wo ich das Gefühl habe dass Hannah im Himmel der Meinung ist macht Papa jetzt gut, dass er das macht.

00:33:26: Und so bin ich dann in die Sache herangegangen und bin dann Stück für Stück auch in den verschiedensten Bereichen in der Selbstwirksamkeit

00:33:32: gekommen.

00:33:34: Was sich daran gerade wahnsinnig spannend finde, ist das typische Bild, dass ich immer bemühe, ist total egal ob ich mit Freunden rede oder ob es in diesem Podcast ist.

00:33:41: Das ist so in Einsätzen diese ganz typische Situation wir sitzen bei einer Familie und dass Selbstwirksomkeit geht dabei los, dass man sich wieder selbst das Glas Wasser holen kann weil das wirst du wahrscheinlich aus der Situation aus dem Krankenhaus.

00:33:54: Wir sind wahrscheinlich ähnlich erinnern.

00:33:57: Du stellst dir vor, dass das nie mehr gehen wird.

00:34:00: und was du gerade beschreibst ist für mich die Definition von Selbstwirksamkeit aber natürlich in einem ganz anderen Maße weil natürlich haben wir gerade schon gesagt Das Leben geht vorher schon weiter Aber jetzt bist du plötzlich an dem Punkt wo du merkst warte mal

00:34:14: ich

00:34:15: kann hier was tun, wo ich selber das Gefühl kriege.

00:34:18: Ich bin gar nicht dass in Anführungszeichen Opfer meines Schicksals, wenn wir bei dieser Trauerkarte bleiben sondern ich habe das hier selbst in der Hand und ich finde es ist für mich die perfekte und die wahnsinnig schöne Definition von Selbstwirksamkeit.

00:34:31: Ja schön, dass du das so empfinden bist!

00:34:33: Und für mich ist auch wirklich ein Satz den ich so gerne mit mir trage weil ich auch glaube... Auch in so vielen Facetten im Leben tatsächlich wichtig ist, sich zu entscheiden und auch diese Eigenverantwortlichkeit dann am Ende des Tages zu spüren.

00:34:55: Und ... In dem Buch Denkmal, wo wir gleich vielleicht noch mal darüber

00:35:00: sprechen,

00:35:01: ist es zum Beispiel so, dass jeder Buchstabe steht für was?

00:35:07: Für eine Haltung!

00:35:09: Das E steht für Eigenverordnung.

00:35:11: Und gerade an der Stelle ist das dann auch so, wo man sagen kann Diese Frage nach, will ich Opfer sein?

00:35:17: Will ich kein Opfer seien.

00:35:18: Das ist quasi die Thematik wo sich jeder für sich selbst entscheiden muss welchen Weg er an der Stelle geht und das es glaube ich so jeder kann.

00:35:29: oder um es anders zu sagen dass was passiert passiert und dem einen passiert das dem anderen passiert das.

00:35:39: Ich spreche in dem Zusammenhang immer ganz gerne über den Rucksack, den jeder am Ende des Tages zu tragen hat.

00:35:46: Und die Frage ist wie gehe ich dann mit der Situation am Ende das Tages um?

00:35:54: Insofern ist es glaube ich eine ganz zentrale Entscheidung im Leben.

00:35:59: und da glaube ich weil ich das Bild vom Rucksacks auch total gut finde.

00:36:04: Das bringt mich sofort in so ein Bild von der Wanderung.

00:36:06: Und du kannst die gleiche Wanderungen mit dem gleichen Rucksack machen am einen Tag und es läuft total gut, dann kommst du vielleicht sehr schnell in eine Selbstwirksamkeit und du machst ja ne Wandern-Tag und die Luftfeuchtigkeit ist vielleicht null Komma drei Prozent höher und du kommst aber überhaupt nicht mehr zurecht.

00:36:19: Das heißt das ist auch gar keine Entscheidung, die in irgendeiner Art und Weise bewertet werden müsste, sowieso schon mal gar nicht.

00:36:25: Aber dir auch von Tag zu Tag total variieren kann weil es wird ja hunderte Tage geben wo du wahnsinnig selbstwirksam

00:36:31: bist

00:36:32: Und es wird hunderte Tage geben, wo du weißt wie wichtig diese Selbstwirksamkeit ist und wie gut sie dir tut.

00:36:38: Du schaffst das nicht?

00:36:39: Nein

00:36:39: genau!

00:36:41: Auch das ist ein gutes Bild und ich glaube auch dass es auch lohnswert ist, auch wenn man über das Thema auch Krisen spricht, auch über dieses Bild des Rucksacks dann kann ich das für mich sagen Schnelljahr sowas wie eine Trauerhierarchie gibt, so nach dem Motto hier das Kind und dann der Suizid und was auch immer usw.

00:37:12: Und ich glaube nicht dass das sinnvoll ist.

00:37:15: Ich glaube wenn man jetzt bei uns in der Straße zum Beispiel schaut da gibts die Barbara und die Barbara hat siebenfünfzig Jahre lang mit ihrem Fritz zusammen gewohnt und die wohnte neben Bungalow oder jetzt alleine hin und wieder gehen wir zusammen zum Friedhof.

00:37:32: Und dann ist es so, dass Barbara wie selbstverständlich die ganze Zeit von ihrem Fritz dann an der Stelle spricht – und ich kann's hier nicht übernehmen!

00:37:41: – und lasse ja auch wirklich gerne dann an dieser Stelle den Raum, weil das auch ein schwerer Rucksack ist, der an der Stelle zu tragen ist.

00:37:51: Deswegen glaube ich auch, dass man diese Arroganz durchaus überdenken sollte, die man an der einen oder anderen Stelle auch dann platziert.

00:38:03: Ich schreibe das auch im Buch.

00:38:06: Wir haben auch in unserem Umfeld ein Paar, das konnte die Kinder bekommen.

00:38:10: Die haben dann zwei Hunde und dann ist der Hund gestorben.

00:38:13: Und auch das ist eine Krise auf einem Niveau was man sich nicht vorstellen kann wenn wenn man dann Kinder vielleicht und Hunde hat, weil die Hunde an anderen Stellen während hat.

00:38:24: Aber letztendlich geht es ja nicht darum wie schwer ein Rucksack objektiv ist sondern wie schwer er empfunden.

00:38:32: Das ist was, da sprichst du so einen Punkt an, an dem ich selber immer wieder reflektieren muss.

00:38:36: An dem mich das kann ich ganz offen und transparent sagen auch immer wieder ertappe.

00:38:39: weil natürlich wenn wir Einsatzszenarien

00:38:42: bekommen

00:38:43: Ist mein erster Gedanke wenn ich lese, seventy- achtjähriger Mann ist verstorben zu betreuen ist die Ehefrau.

00:38:50: Er ist mein ersters Gedanken völlig anderer als wenn ich beispielsweise lese Verkehrsunfall mit drei verstorbenden Personen wo von zwei Kinder sind Bildet es auch in meinem Kopf als jemand, der das seit Jahren macht.

00:39:04: Eine Hierarchie wo ich mich ganz bewusst erinnern muss halt Stopp!

00:39:10: Ich kann das nicht beurteilen und die sind gleichwertig zu behandeln und das ist auch wahnsinnig wichtig weil diese Hierarchien gibt's nicht.

00:39:17: Das ist exakt wie du das beschrieben hast finde ich.

00:39:20: Und das werdet ihr wahrscheinlich auch bei euch innerhalb der Familie merken.

00:39:24: selbst da hat das ja schon... ganz unterschiedlich wahrgenommen.

00:39:29: Der eine ist viel schneller wieder bei der Arbeit, der andere beim anderen dauert es länger und das ist so... Das ist glaube ich einer der ganz großen Gefahren dass wir versuchen das zu objektivieren was sich nicht objektiver lässt und Ich glaube auch dass es nicht möglich ist das richtig nachzuvollziehen.

00:39:44: Ich kann versuchen mich da reinzusetzen aber wenn mir der Hund, das ist ein schönes Beispiel, wenn mir den Hund nicht wichtig ist werde ich das nie nachvollziehen können warum jemand um einen Hund traut weil ich denke es ist ein Hund Wenn man kann dieser Situation, wenn man versucht das zu objektivieren nicht gerecht werden.

00:39:59: Nein genau!

00:40:00: Das

00:40:00: Einzige was wir tun können und müssen aus meiner Sicht und sollten ist das anzuerkennen dass es gegenüber das jetzt gerade so empfindet und dass das in Ordnung ist.

00:40:10: Und dann kann ich immer noch entscheiden kann ich damit gerade umgehen oder muss ich mich vielleicht rausziehen aus der Situation?

00:40:14: Genau.

00:40:15: Was ja dann auch völlig okay ist aber als abzusprechen kann nie absolut nie eine Option sein.

00:40:21: an der Stelle keine Option sein.

00:40:24: Und ich glaube auch, dass das Menschen... Also ich bin Gott sei Dank so nicht empfunden und bin froh darüber!

00:40:36: Weil ansonsten hätte ich so unsinnige Diskussionen geführt im Sinne von Hörmar.

00:40:41: Meine Tochter ist gestorben, stelle ich mal nicht an.

00:40:44: Wozu soll so eine Diskussion am Ende des Tages führen?

00:40:47: Das ist vollkommen unsinnig!

00:40:48: Du fängst ja sogar an aufzwiegen und quasi Punkte zusammen für das meist dramatische Ereignis.

00:40:55: Das

00:40:56: wird absurd.

00:40:57: Es wird wirklich absurd.

00:40:58: Das führt zu nichts.

00:41:02: Und es ist doch viel verbindender... Auch mit Menschen darüber zu sprechen.

00:41:08: und so erlebe ich das auch durchaus, weil ich mittlerweile sehr offen damit umgehe.

00:41:13: Ich habe einen Jahr lang wirklich gebraucht den Namen Hanna aussprechen zu können ohne anfangen zu weinen.

00:41:21: Und jetzt spreche ich in ganz vielen Situationen drüber und ich hab schon die Situation dass mir viele Menschen dann auch von ihren Rucksäkten erzählen und Dann passiert es fast automatisch dass jemand dann sagt, ja aber ist ja nur jetzt meine Mutter und so weiter gewesen.

00:41:38: Also wo man das dann an der... Wo dann so eine Vorsicht zu spüren ist?

00:41:41: Und es kann ich auch nachvollziehen!

00:41:43: Da will ich gar nicht darauf hinaus sondern ich finde einfach dass es doch verbindend ist auch über Rucksäcke zu sprechen die man halt zu tragen hat und dann vielleicht auch über das Thema Haltung zu kommen die man vielleicht gefunden hat um seinen Rucksack zu tragen.

00:42:03: Und das macht ja viel mehr Sinn, als sich über irgendwelche Trauere

00:42:06: hier

00:42:07: zu diskutieren.

00:42:09: Das ist wirklich vollkommen nahe.

00:42:11: Das is zum Beispiel auch was dir, was ich mir bei euch wahnsinnig schwer vorstelle... Also du hast die Situation mit Jan schon beschrieben?

00:42:18: Ich glaube kann man gar nicht vorstellen wie das ist, dass ihr das schon wusstet und das hat er dir wahrscheinlich gesagt oder ich weiß es schon und hat dann gesagt irgendwie hab's gestern Abend schon

00:42:25: gehört, oder?

00:42:26: Ich kann das.

00:42:27: für den Moment war, als wir es am neunzehnten Juli gesagt haben.

00:42:32: Weiß ich nicht.

00:42:34: Aber ist immer noch ein... Genau!

00:42:36: Also für Jan natürlich auch wenn wir über Rucksäcke sprechen, ist das quasi eine Sache die in seinem Rucksack dann einfach drin ist und genau das bleibt.

00:42:49: Und das stelle ich mir zum Beispiel, dass das nämlich genau der Punkt auf den ich nochmal so bisschen raus will.

00:42:52: Das ist glaube ich auch schwieriger bei einem Achtjährigen in diesen Rucksacks zu schauen.

00:42:56: Ich meine da werdet ihr einen Umgang gefunden haben.

00:42:58: aber Wir haben gerade so diese Zeit schon angesprochen, auch Weihnachten-Neujahr.

00:43:03: Also eine Phase im Jahr die für Kinder ja wahnsinnig besonders ist und die ihr meistens mit dem ersten Dezember schon beginnt Wahnsinnig besonder zu werden.

00:43:11: und Aufregung und Weihnachten usw.

00:43:13: Und das ist die eine Seite, die du dir bedienen musstet?

00:43:17: Die andere ist aber... Das ist ja auch da wieder ne besondere Situation im Jahr.

00:43:23: Es ist eigentlich ne Zeit der Familie wo alle zusammen sind Und das ist das andere Extrem, dass ihr bedient irgendwie oder?

00:43:29: Genau.

00:43:31: Das muss man schon auch sagen... Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich nachdem wir diese Zeit überstanden hatten und das musste der fünfte sechste Januar oder so was gewesen sein und dann hat sich quasi jemand den ich früher zu meinem Freundeskreis gezählt hätte hat sich dann gemeldet, der hat sich Weihnachten nicht gemeldete, Neujahr nicht gemeledet.

00:44:02: Zwar haben wir das Geburtstag nicht gemeldet und dann so am fünften sechsten nach dem Motto hey Dirk wenn du drüber reden möchtest dann stehe ich keine zur Verfügung.

00:44:13: Und Flo, das sind natürlich so Dinge also da... Ich bin heute noch sprachlos weil es natürlich so ist dass es in der Zeit erst mal nur um überstehen geht und auch Jan irgendwo gerecht zu werden.

00:44:33: Das ist

00:44:33: ja fast unmöglich!

00:44:35: Genau,

00:44:36: genau.

00:44:36: Es ist auch unmöglich für dich auch so sehen... Und dann ist das halt so wo's erstmal ja ums überstehengeht, um halt mit jedem Mal mehr Normalität irgendwie zuzulassen und dann will man über diese Dinge natürlich nicht nochmal sprechen sondern ist mein froh, dass das Ostern erst mal weit weg ist und der nächste Geburtstag weiter weg ist usw.

00:45:04: Und dann muss ich aber immer wieder sagen, dass auch gerne in meiner Keynote es ist Jan gewesen, der mir gezeigt hat wie schönes Leben ist Auf seine Art und Weise mit seinem Lebenswillen gesagt hat Papa, schau nicht immer nur in den Abgrund.

00:45:27: Da ist es dunkel!

00:45:28: Das macht keinen Sinn.

00:45:30: Guck nach vorne.

00:45:31: Und das hatte er quasi auf so eine unglaubliche Art und Weise mit so viel Kraft gemacht.

00:45:37: auch wieder dieser Fußball der uns da so verbunden hat.

00:45:40: Es gibt im März... ... am XXIII gibt's ne Erinnerung die verbindet uns für immer.

00:45:49: Jan hat ein Fußballturnier bei uns hier im Ort Und dann war Halbfinale, da hat er das Siegtor geschossen und kurz vor Schluss stammt es noch eins für die anderen.

00:46:00: Dann hat er einen Kopfball gemacht, dann ging's in den Elfmeter schießen und alle hatten einmal geschossen.

00:46:09: Dann ging's wieder in der nächste Runde und dann hatte er den entscheidenden Elfmetern geschossen – bevor er den geschossen hat, hat er mich noch einmal angeschaut Und dann war ein Riesenjubel auf dem Sportplatz.

00:46:26: Das war so, ich habe jetzt vor kurzem noch die Doku über das Jahr bin neunzehnt neunzig gesehen und ich habe mich in dem Moment gefühlt wie Franz Beckmauer also wenn im Platz ging weil mein kleiner gerade dieses Ortsturnier dann in der F-Jugend oder so gewonnen hat.

00:46:42: Und das sind so Momente gewesen die man aber auch braucht um das Leben wieder als lebenswert dann auch empfinden zu können.

00:46:53: Aber es ist ein langer Weg, auf dem man sich an der Stelle machen muss.

00:46:56: Ja, auf jeden Fall.

00:46:58: Daran finde ich so wahnsinnig spannend dass es so interessant wäre doch in Jans Kopf damals reinzugucken mal für ihn Das Leben ja offensichtlich ganz anders weitergegangen ist und er da wahrscheinlich schneller wieder Ich nenn es mal anführungsrecht normalen Bahnen unterwegs und euch auch Dichte mitnehmen

00:47:16: können.

00:47:16: Ja, das ist auf jeden Fall!

00:47:18: Wir sind ja auch... Also wir sind vom Kinderausbiet dann betreut von Trauergruppen usw.

00:47:25: Und man sagt ja auch dass Kinder in Pfützen trauern.

00:47:29: Sie springen rein sie springen raus und Das ist natürlich ein Geschenk wenn man selbst so stark trauert und man hat Kinder in seinem Umfeld Genau.

00:47:39: Wenn Jan dann aus der Fütze gesprungen ist, muss er sich aufspringen und wenn er weiter Fußball spielen wollte, dann wurde halt weiter Fußball gespielt usw.

00:47:48: Das ist schon so wo man sagen kann, es ist auch tatsächlich so dass wir einfach Christina und die Vertragende unglaublich große Dankbarkeit in uns das Jan uns mit seiner Art durchs Leben getragen hat.

00:48:07: Ich glaube, selbst wenn es in dem Moment... Wenn du das nur machst weil du es machen musst.

00:48:11: Weil seine Pflicht als Vater ist, ist es trotzdem ja eine Ablenkung die total hilft.

00:48:16: Weil ablenkt von immer nicht endenden Gedankenkreisen.

00:48:20: Von immer noch mal rein, noch einmal rein, nochmal rein.

00:48:22: Weil ein Kind ist da und dieses Bild mit den Kürzen hatte ich in einer Podcast-Folge kürzlich eben auch mit Katrin, die das auch erzählt hat.

00:48:28: Das ist total schön!

00:48:29: Weil der Kind springt da rein und dann springt er raus Und es ist okay.

00:48:34: Es nimmt dich mit, du hast keine andere Wahl, als ein bisschen mitzugehen.

00:48:39: Das ist wirklich schön an der Stelle und insofern muss ich schon auch sagen dass... Auch da wenn man sich mit dem Thema das Kindersterben beschäftigt und schaut den anderen Familien Schicksale.

00:48:58: Es ist natürlich so wo man sagen kann Und das muss ich auch sagen, wir haben in unserem Umfeld ein Paar, das hat ihre Tochter verloren.

00:49:09: Ein einziges Kind.

00:49:11: und ich habe dann mal gesagt, als wir darüber gesprochen haben bei euch ist es noch schlimmer und er hat dann gesagt, das werde ich nicht vergessen und der hat so oft den Punkt gebracht und gesagt Nein Dirk die Sache an sich, die ist genauso schlimm für euch vielleicht leichter zurück ins Leben zu finden.

00:49:38: Aber die Sache an sich bleibt immer gleich schlimm und es hat, glaube ich auch so auf den Punkt gebracht weil das natürlich ein Unterschied ist wenn man halt einfach weiterhin einen Warum zu beantworten hat warum er morgens aufsteht usw.

00:49:57: Es hilft zwar viel los

00:49:58: Und trotzdem hast du ja auch schon gesagt gab's Tage an denen dir das auch schwer gefreut ist dieses Warum noch zu finden

00:50:03: und zu sehen Definitiv.

00:50:05: Und das ist auch so, wie wir es eben schon mal hatten, dass es unvorstellbar für was man sich zu schwach fühlt.

00:50:13: Ich glaube nach drei Monaten oder so haben wir uns die Trauerkarten angeguckt.

00:50:20: Ah, so lange hat das gedauert?

00:50:22: Bis wir uns damit irgendwie beschäftigen konnten und auch dann irgendwann das Thema Grabsteinen

00:50:29: usw.,

00:50:30: das hat alles Ewigkeiten gedaubert Weil es einfach unvorstellbar ist für die eigene Tochter alten Grabstellen auszudrücken.

00:50:39: Ich weiß noch, als das erste Mal um das Thema Grabgestaltung ging und ich bin in den Baumarkt gefahren Dann habe ich so Kiessteine gekauft und dann war das auch im Rahmen der Weihnachtszeit und so weiter.

00:50:58: Und dann hab' ich noch so einen kleinen Weihnachtsbaum gekauft und hab gesagt, was mach ich?

00:51:06: Ich kauf für meine verstorbene Tochter ein Weihnachtsbaum.

00:51:11: Das will ich nicht!

00:51:16: Und diese Momente hat man... ...und das ist dann in einer Dimension die man auch nicht erklären kann.

00:51:31: Dann ist es aber auch immer wieder so dass ich sage Kinder haben halt einfach Echt was Magisches in beiden Perspektiven.

00:51:39: Ich habe auch früher in meinem Job immer gesagt, wenn dann das erste Kind kam.

00:51:43: Da hab ich gesagt sie können jetzt noch so viele Bücher lesen Es wird anders werden.

00:51:50: diese Verbindung die denn an der Stelle entsteht ist magisch und ich sage immer ganz gerne auch dass es gut so ist Dass man's nicht erklären kann weil die Menschen die keine Kinder bekommen können haben dann nicht so die Dimensionen, dass sie wissen was dann vielleicht an der Stelle fehlt und umgekehrt ist das so.

00:52:10: wenn man dann sein eigenes Kind beerdigen muss hat es auch eine Dimension die einfach in einem unvorstellbaren Kontext stattfindet.

00:52:20: Du hast auch ein finde ich wahnsinnig schönes Zitat von Confucius auf deiner Website unterwegs war und das ist so jeder Mensch hat zwei Leben Und das zweite beginnt, wenn man erkennt, dass man nur eins hat.

00:52:32: Das war für dich ja auch so?

00:52:33: Das ist definitiv so und das kann man wirklich nicht anders sagen.

00:52:46: Man kann es vielleicht sogar ja auch benennen – das Leben davor und das Leben danach, weil man das an der Stelle machen möchte.

00:52:56: Und man muss dann aber auch an dieser Stelle sagen….

00:53:00: Da sind wir wieder beim Thema auch Eigenverantwortung und wenn man drüber nachdenkt, dann weiß das es nicht immer nur den anderen passiert.

00:53:15: Und wenn einem das am eigenen Leib so passiert ist und man das dann auf einmal tief im Körper wirklich drin hat, dann entsteht automatisch auch Demut und aus der Demut entsteht dann Dankbarkeit.

00:53:33: Und insofern kann ich auch sagen, dass ich in meinem zweiten Leben sozusagen oder im Leben danach für Dinge dankbar sein kann.

00:53:42: Die früher gar nicht wahrgenommen.

00:53:45: Du hast das schon angedeutet, auch als wir schon hergefahren sind.

00:53:48: Wir haben da auf der Herfahrt ja schon drüber gesprochen.

00:53:50: solche Dinge passieren immer nur den anderen bis hier einem selbst passieren.

00:53:54: und du hast für dich aber auch den Schluss gezogen.

00:53:56: Das ist mir jetzt voll nochmal bewusst geworden, als du das gesagt hast.

00:54:00: Du hattest im Februar schon gekündigt und warst eigentlich schon raus.

00:54:04: Also ich habe die Kündigung geschrieben

00:54:07: und wollte es draußen

00:54:09: sein.

00:54:09: Und dann hat man mich quasi wieder eingefangen.

00:54:11: Genau, aber du hattest diesen Prozess innerlich ja offensichtlich schon gemacht.

00:54:14: Du hattetst die Künstigung abgegeben und das ist ja ein ganz wesentlicher Teil dessen überhaupt zu machen.

00:54:21: Genau

00:54:21: auch, zwanzig Jahre meines Lebens.

00:54:23: Dann kommt der Moment wo du sagst... Das ist es nicht mehr.

00:54:28: Und wirst du überzeugt quasi, also bist so in der letzten Sekunde, in der's noch geht nochmal eingefangen und man sagt jetzt mach mal drei Wochen Urlaub!

00:54:35: Und das ist mir jetzt bewusst geworden, dass erzählt das diese drei Wochen-Urlaub die ja dann auch viel viel später erst kamen weil das wahrscheinlich alles nicht so einfach war.

00:54:43: Die haben dazu geführt, dass Du genau den Schritt dann doch wieder gemacht hast und gesagt hast ich gehe hier nicht mehr zurück.

00:54:49: Genau.

00:54:49: Es war auch auch so wo man dann auch sagen kann... Also wenn man Wenn man so eine Tätigkeit dann macht und das sind dann auch wirklich viele Themen über fünfhundert Mitarbeiter usw.

00:55:09: Das ist denn schon so eine Konstellation, wo man auch sagen kann... Man hat immer ja die Konstellations, dass man eigentlich den ganzen Tag Probleme anderer lösen muss.

00:55:21: Und dazu war ich einfach auch dann nicht mehr in der Lage.

00:55:26: und ich wusste, in dem Moment als es passiert ist.

00:55:30: Und das ist schon so gewesen dass für mich nicht vorstellbar war, dass es dort noch quasi ein weiter gibt sondern das war für mich in dem moment gefühlt klar und dann ist es hinten raus noch klarer geworden.

00:55:53: Diese ganze Situation mit Hannah, die ja ohne jeden Zweifel wahrscheinlich die schlimmste Situation ist.

00:55:59: Die dir, die euch so passiert ist hat dann noch mal genau zu dem geführt was ohnehin irgendwie anstand und der denkt denke ich gerade total viel darüber nach und das sind jetzt ja wahnsinnig Spannende und schöne Projekte auch entstanden.

00:56:12: Also zum einen hilfst du jetzt mittlerweile deine Rolle Menschen genau schneller in ihre Selbstwirksamkeit zu kommen, mehr in ihre selbstwerksamkeit zu kommt.

00:56:20: Wir haben gesprochen über so ganz.

00:56:21: es geht um ganz viel Persönlichkeitsentwicklung Auseinandersetzung mit sich selbst Und daraus ist dieses Buchprojekt entstanden und vielleicht erzählst du da gerne auch noch mal ein bisschen wie gerne wieder das Denkmal kann.

00:56:34: letztlich da hilft

00:56:36: ja Es ist es so gewesen.

00:56:40: mit dem Weg zurück in die Selbstwirksamkeit war dann tatsächlich die Frage ja verbunden, was will ich beruflich mit der zweiften Hälfte meines Berufslebens an dieser Stelle anfangen?

00:56:52: Und dann ist es so gewesen dass ich dann irgendwann die Konstellation hatte Dass das sich wieder berufliche wirken wollte und dann die frage im Raum stand.

00:57:05: Was mache ich?

00:57:05: Ich wollte unbedingt etwas Sinnstiftendes machen!

00:57:07: Das war mir wirklich wichtig.

00:57:10: Dann war mir klar, am Arzt kann ich jetzt nicht mehr werden und so weiter.

00:57:13: Und dann habe ich immer im sozialen Bereich was gesucht und das war auch gar nicht so einfach weil man so ein Management eine Einzelandskette und dann denken die dann vielleicht ja auch eher nach dem Motto der jetzt hier in den Lebensgräser für sechs Monate und dann lassen wir das mal lieber.

00:57:29: ... dann darüber nachgedacht habe, was ich gut kann.

00:57:36: Und ich hab das immer so im Funden.

00:57:38: Ich bin mit sieben zwanzig damals Geschäftsführer geworden und mir hat nie irgendjemand erzählt wie dann irgendwie etwas funktioniert... ...und ich hab auch viele Dinge an der Stelle nicht richtig gemacht habe dadurch aber viele Learnings mitgenommen.

00:57:50: Für mich war es so dass ich gedacht habe, das ist ein Bereich den ich als systematische Bildungslücke in Deutschland empfinde.

00:57:58: Ich glaube, dass fachlich viel ausgebildet wird generell, wie man was auch immer alles machen kann.

00:58:04: Aber wenn es dann darum geht Verantwortung für Menschen zu tragen, dann wird's echt dünner und an der Stelle in eine Wirksamkeit zu kommen – eine Selbstwirksamkeit aber auch eine Wirksamkeit für andere fand ich einen sehr spannenden Gedanken.

00:58:18: und dann habe ich überlegt, wie mache ich das?

00:58:20: Und ich wollte nicht dieser typische Führungskräftetrainer Die Branche leidet ein bisschen nachunter, dass so nach dem Motto, man ist zweiundsechzig und die letzten fünf Jahre werden dann auch noch mal ein paar Weisheiten verteilt.

00:58:34: Und dann ist es so das ich links- und rechts geguckt habe und bin dann bei Crescom gelandet.

00:58:40: und Crescon ist einer der größten Anbieter für Führungskraftetraining weltweit.

00:58:45: In diesem Kontext bin ich danach Wien geflogen auf eine Europakonferenz und wir hatten eine wunderbare Abendveranstaltung.

00:58:52: Und dann weiß ich noch, dass ich auf dem Rückweg zum Hotel ... Ich war woanders quasi untergebracht.

00:58:59: Dann noch an so einem Kiosk vorbei bin und hab dann zwei Dosen Gin Tonic mir noch besorgt.

00:59:03: Hab mich dann auf eine Parkbank gesetzt und hab gesagt okay das mach' ich jetzt hier!

00:59:08: Und dann ist es so gewesen, dass sich mir aber auch vorgenommen habe und dass Hannah versprochen haben dieses Buch zu schreiben ein Buch um wie's ist zurück ins Leben zu finden und Hannah damit einen Denkmal zu setzen aber auch ein Denk doch mal darüber nach, auch für den Leser.

00:59:28: Um auch da eine Hilfestellung bieten zu können.

00:59:34: und dieses Buch hat dann tatsächlich in der Nacht die ersten Zeilen bekommen – ich habe es dann quasi der Familie per WhatsApp geschickt.

00:59:45: Und hast du damals auch noch einen anderen Titel gehabt?

00:59:49: Ist jetzt wieder in Führung gehen?

00:59:53: Also genau.

00:59:54: Und dann ist es so gewesen, dass ich dann aber auch gesagt habe um meiner Familie gegenüber gerecht zu werden und alles unter einen Hut zu kriegen, das sich jetzt erstmal an die Selbstständigkeit starte und dieses Buchprojekt denn so groß sein soll.

01:00:11: Das ist für mich immer wichtig war nicht einfach nur ein Buch zu schreiben sondern es möglich ist auch zu schaffen eine stückweitende Bewegung damit zu erzeugen dass man dieses Thema halt ein Stück weit mehr in die Mitte der Gesellschaft kriegt.

01:00:27: Und das wusste ich, braucht Raum und deswegen habe ich mich dann erst mal auch auf die Selbstständigkeit gestürzt.

01:00:33: Dann war es so, dass ich letztes Jahr in der Selbstständigkeit aber auch angekommen bin.

01:00:38: Es hat dann echt gut funktioniert viel besser als ich gedacht habe.

01:00:41: Ich hab dann letztes Jahre noch eine GmbH gegründet mit Mitarbeiter eingestellt.

01:00:44: Und dann war's so, daß ich gedacht Jetzt würden wir über Ausreden sprechen, wenn ich jetzt nicht anfange.

01:00:53: Und dann habe ich mir einen Verlag gesucht und... ...und dann ist das ein Projekt geworden wo ich viele Male dachte dass sich ihm vielleicht nicht gerecht werde, dass ich Hannah nicht gereicht werde.

01:01:12: Das Buch ist jetzt letzte Woche Freitag durch das Lektorat durch, ist jetzt quasi im Korrektorat und dem Buchsatz.

01:01:23: Das sammelt jetzt inhaltlich durch.

01:01:24: Und das war ein echter Meilenstein letzte Woche Freitag-Flow.

01:01:28: Ja, das glaube ich gerne!

01:01:30: Und damit ist es aus der Hand gegeben?

01:01:32: Genau!

01:01:35: Es ist nicht fertig im Sinne von erschienen weil das wird am elfjahr

01:01:38: wusst werden.

01:01:39: Am

01:01:40: achtzehnten wird's erscheinen aber genau im August und dann ist es tatsächlich so... dass auch das jetzt so ist, wo man sagen kann ich habe letztes Jahr mit meinem Partner Casten und dem ich die GmbH auch gegründet haben will.

01:02:01: Und auch mit anderen Führungskräftetrainerinnen zusammen haben wir auch nur ein Buchprojekt gehabt der Erfolgsstrategie gescheitert.

01:02:07: Auch ein ganz geiles Buch mit unterschiedlichen Geschichten.

01:02:11: Das war aber auch so groß, auch von vornherein gesagt habe, ich will es so anlegen.

01:02:18: Das ist ein echtes Denkmal für Hanawerte und das muss funktionieren!

01:02:23: Ich hab mich jetzt in der Zusammenarbeit auch für den Vorwartverlag entschieden.

01:02:30: Der Vorwart-Verlag ist mit darauf spezialisiert, auch so'n Buch – auch in die besterle Listen zu tragen weil….

01:02:42: Weil's mir wichtig ist Es werden so viele Bücher flowen.

01:02:46: Ich glaube, fünfzig-sechzigtausend Bücher werden jedes Jahr quasi kommen an den Markt in Deutschland und deswegen ist es auch so wichtig nicht nur ein Buch zu schreiben wenn man halt in die Wirksamkeit gehen möchte sondern man muss auch einen guten Plan haben wie man tatsächlich das Buch positionieren kann.

01:03:06: Und deswegen ist das auch so dass ich unglaublich dankbar bin Dass du heute den Weg aus ... aus einem weiten Freiburg gemacht hast, weil auch das einfach eine tolle Möglichkeit ist... ... auch darüber zu sprechen und da fühle ich ja auch Dankbarkeit.

01:03:21: Und weißt du was es für mich am Ende wieder ist?

01:03:23: Egal über die Selbstständigkeit oder das Buchprojekt sprechen,... ...es ist genau diese Selbstwirksamkeit wieder!

01:03:28: Und was sich daran auch beeindruckend findest,... ...du hast gesagt, du hast das irgendwie mit Hannah ja offensichtlich auch... ...und du hast es ja mit ihr... Genau.

01:03:39: Du hast gerade gesagt, sie ist Mitautorin

01:03:40: und das ist mit

01:03:41: ihr entstanden?

01:03:42: Ja genau!

01:03:42: Also Hannah ist Mitautoin und steht auf dem Titel.

01:03:47: Es ist einfach so ein wunderbarer Gedanke, wenn es tatsächlich gelingen würde... ...Hannah als Autorin auf die Spiegel Bessellerlist auch zu bekommen, dann wird mir das viel bedeuten weil man natürlich auch... Man kämpft nie gegen das eigene vergessen aber Man kämpft schon gegen das Vergessen im Umfeld.

01:04:12: Man hat die Situation, alle sprechen über ihre Kinder und wenn ich dann über Hannah, wird das Thema gewechselt usw.

01:04:20: Das ist einfach ein Problem was es gibt.

01:04:25: Und wenn mir das an der Stelle so gelingen würde, wäre das wirklich eine Sache wo ich glaube dass Hannah sich im Himmel echt darüber freuen würde dass sie wirklich auch im Buch erzählt.

01:04:40: Also es ist so, das im ersten Teil des Buches spreche ich über meinen Rucksack den ich zu tragen habe als Geschäftsführer aber auch als Familienvater.

01:04:51: wenn man gerade so eine Tätigkeit hat, hat man auch mit diesem Rucksacks zu tragen.

01:04:56: werde ich der Familie gerecht?

01:04:58: jetzt bin ich schon wieder so spät nach Hause gekommen und Dann gab es aber auch mal einen Terroranschlag in München, wo ich schiss hatte das Mitarbeitern und so weiter.

01:05:07: Also Geschichten... Und dann schreibt Hannah aus ihrem Leben und da hat sich meine Frau unglaublich viel Mühe gegeben.

01:05:13: die Geschichten sind aus der Ich-Perspektive auch geschrieben manche Texte sind tatsächlich von Hannah weil sie sie selbst geschrieben hat und aus ihrem Tagebuch usw.

01:05:22: Das ist wirklich so wunderbar dass man auf diese Art und Weise auch noch einmal die Möglichkeit hat auch Hannah an dieser Stelle kennenzulernen mit Hannas Worten.

01:05:32: Und deswegen ist es wirklich so, dass sie Autorin ist und ihre Stimme verstimmt.

01:05:37: dann halt an mit den drei Tagen die alles verändern weil in Teil ein sage ich das Leben davor drei Tage die alles verändert und dann das Leben danach.

01:05:50: und im Leben danach schreibe ich dann halt darüber wie wir es geschafft haben wieder zurück ins Leben zu finden mit der Unterstützung der Familie mit der Unterstützung des Kinderhausbeats und so weiter und sofort.

01:06:02: Und dann ist es so, dass es damit endet, dass einmal Jonas dann geboren wird... ...und das halt einfach so wunderbar ist, dass ich das dann noch mit Störchen angekündigt hatte usw.

01:06:16: Das ist wirklich eine wunderbare Geschichte!

01:06:20: Zum Schluss hat man auch in dem Teil Eins noch die Situation, dass der Regenbogen dann auch nochmal eine unglaublich große Bedeutung hat.

01:06:33: Und dann spreche ich halt im weiteren Verlauf des Buches darüber wie wichtig das für mich zumindest ist.

01:06:39: und deswegen sage ich, es ist kein Ratgeber sondern ein Zeugnis Sondern es geht wirklich darum zu sagen Wie haben wir es geschafft?

01:06:48: Ich schreibe denn über welche unterschiedlichen Denkmäle gebaut habe und das Buch ist eines davon.

01:06:53: Und dann spreche ich aber auch, weil du das auch immer mit dem Thema Selbstführung und Selbstwichsomkeit.

01:06:58: Ich spreche über die Haltung.

01:07:00: Ich glaube dass es wichtig ist, dass Menschen in Krisensituationen über ihre Haltung auch ein Bewusstsein bekommen.

01:07:09: Weil die Haltungen entscheidet am Ende des Tages darüber wie man sein Leben weiterhin gestaltet.

01:07:15: Ja!

01:07:15: Und da wiederum glaube ich spielt das Umfeld eine ganz wichtige Rolle, weil das umfeld die Hhaltung spiegeln kann Präsent machen kann und so weiter, daran auch immer wieder erinnern kann.

01:07:26: Und das funktioniert aber nur wenn eben genau das was du gerade angesprochen hast nicht passiert, dass nicht das Thema gewechselt wird, dass man nicht permanent quasi das Gefühl bekommt ich bin zu viel.

01:07:34: Ich kann das gar nicht... meine Gefühle sind zu viel!

01:07:38: Ich kann gar nicht äußern was ich grade denke und sowas.

01:07:40: Das ist definitiv so und trotzdem sogar auch da ist es für mich so.

01:07:48: Aber ich habe eben ja auch davon erzählt Mir quasi oder uns, es passiert ist nachdem der erste Geburtstag da war das dann am fünften sechsten Jahr nur dann nicht diesen Anruf bekommen.

01:08:03: im Sinne von brauchst du jemand zum Reden.

01:08:08: und ich glaube schon dass sogar auch da das Thema Eigenverantwortung wieder eine Relevanz hat.

01:08:16: Dass in dem Moment wo man zu viele Menschen um sich hat die Energie ziehen dann ist es meine Verantwortung, meinen Umfeld so zu gestalten dass ich Menschen um mich herum habe die mir Energie geben und sonst bleibe ich immer in der Opferrolle weil ich ja der ist so und er ist so.

01:08:37: Und dann ist das Leben durch.

01:08:39: Und wenn ich halt wirklich Gift spritzen dabei habe Dann ist es meiner Verantwortung weil es mein Leben ist auch zu gucken wie kann ich da an dieser Stelle Lösungen finden?

01:08:51: Für uns ist es an der Stelle wirklich einfacher.

01:08:55: Vielleicht auch gewesen, weil unser Umfeld wirklich gut war und trotzdem... ...auch jetzt in Sachen zum Beispiel was man Arbeitgeber usw.

01:09:03: anbelangt.

01:09:03: das war sicherlich auch so eine Entscheidung, weil ich hätte das in der Form... ...so nicht weitermachen können.

01:09:08: Das hätte mich soweit runter gezogen.

01:09:12: Da wäre ich dran kaputt

01:09:13: gegangen Und da finde ich es wahnsinnig wichtig hin zu gucken!

01:09:17: Du hast das mit dem Freund sehr gut beschrieben.

01:09:19: du hast nämlich gesagt den du damals sicherlich als Freund bezeichnet hast und da klingt schon raus, dass das heute anders ist.

01:09:25: Und es ist glaube ich an ganz vielen Stellen schmerzhaft auch sich einzugestehen, dass Leute von denen man glaubt, dass sie einem gut tun und wenn man aber wirklich mal guckt Mensch wann geben wir die Leute Energie?

01:09:35: Und wann rauben sind wir vielleicht Energie?

01:09:37: Dass da auch manchmal genau diese harte Entscheidung dabei sein kann so sagen okay mit der und der Person wird der Weg hier nicht weitergehen zumindest nicht in der aktuellen Konstellation.

01:09:45: und dann nehmen wir auch wieder bei Selbstwirksamkeit.

01:09:47: Das ist so wichtig

01:09:50: einzustehen und auch zu sagen, das kann ich gerade nicht.

01:09:52: Und das will ich auch nicht.

01:09:53: Das muss ich auch noch nicht.

01:09:55: Genau!

01:09:56: Und dann sind wir wieder bei dem Thema wem gegenüber bist du verantwortlich?

01:09:59: Vor allen Dingen dir selbst gegenüber.

01:10:00: Wem wenn nicht dir selbst?

01:10:01: Ja genau.

01:10:03: Dann wird immer aber auch ganz häufig die Umstände und dass es so und so... Das ist glaube ich wirklich das große, große Thema.

01:10:18: in Denkmalier eines mache, dass ich... Also jeder einzelne Buchstabe steht für eine Haltung und das D steht für Dankbarkeit.

01:10:28: Was automatisch dann auch bei uns mit eingezogen ist.

01:10:32: wenn man da nochmal die Möglichkeit hat mit grauen Haden Vater zu werden, dann ist man dafür dankbar.

01:10:37: Das ist definitiv so.

01:10:39: Dann eine E-Vereigenverantwortung aber auch N für die Neugierde einfach auch neugierig aufs Leben weiterhin sein zu können.

01:10:49: Wenn Christina und ich nicht neugirig auf's Leben gewesen wären, dann hätten wir nicht noch mal am Eltern werden können.

01:10:57: Und dann geht es aber auch darum... Auch diese Klarheit für sich selbst zu finden.

01:11:02: was ist mein Warum?

01:11:03: Wofür stehe ich auf?

01:11:04: Was ist mir wichtig?

01:11:06: Dann ist das so dass ich in Denkmal eines mache Dass das M für Mut steht und das passt zudem auch was du eben gesagt hast Es bleibt dir nichts anderes übrig.

01:11:16: Du kannst es durchdenken, aber du musst das auch

01:11:18: machen.".

01:11:19: Also wenn du merkst... Das sind diejenigen, die dir an der Stelle die Energie rauben und du weißt es!

01:11:26: Dann ist es das eine, dass du's weißt, aber man muss es auch ändern.

01:11:30: Und du musst dann sagen, nee so gehts an der Stelle nicht weiter.

01:11:33: Und das ist auch nicht so einfach.

01:11:38: Zum Abschluss noch das A steht für die Akzeptanz.

01:11:42: in dem Buch ist die Reihenfolge eine andere, weil das beginnt alles mit der Akzeptanz.

01:11:48: Das ist schon das Entscheidende.

01:11:50: und zum Schluss bleibt die Liebe.

01:11:53: Und die Liebe verbindet Hannah und ich – also sie verbindet uns für immer!

01:11:59: Ich trage einen armband seit Ewigkeiten das Band der Liebe und so empfinde ich es auch.

01:12:06: Für mich habe ich vielleicht vorher auch nicht verstanden dass Liebe und Schmerz sind untrennbar miteinander verbunden.

01:12:17: Und deswegen ist es auch so, dass ich auch da eine Akzeptanz gefunden habe... Ich bin eigentlich schon auch – das hört sich jetzt vielleicht für den einen oder anderen komisch an – ich bin jeden Tag traurig!

01:12:34: Und trotzdem bin ich ein glücklicher Mensch.

01:12:38: Das Thema Unglücklichsein hat nicht zwingend was mit Traurig sein zu tun.

01:12:45: In dem Moment, wo ich traurig bin habe ich vielleicht in dem Moment sogar eine besonders starke Verbindung zur Hanna und spüre diese Liebe so unglaublich intensiv.

01:12:56: Und dann ist es für mich so dass ich zwar trauriger bin... Ich bin aber nicht unglaublich!

01:13:02: Und das ist so wo ich für mich auch meinen Weg damit gefunden habe und ich auch auf das Traurigsein an der Stelle anders schauen kann.

01:13:14: Und einfach heute sagen kann, dass sich ein zufriedener Mensch geworden bin!

01:13:19: Ich muss sogar sagen, wenn mir das an dieser Stelle erlaubt... ...ich habe auch einen anderen Zugang zu den Begrifflichkeiten Glück und Zufriedenheit.

01:13:28: Ich hab früher vielen Menschen Glück gewünscht.

01:13:32: Und ich glaube, das Glück ist... Glück ist verfänglich und das der Moment.

01:13:39: Und es ist auch gut, Glück zum finden!

01:13:40: Ich will das gar nicht kleinreden aber ich glaube dass das größte im Leben ist Zufriedenheit und wenn man genau hinschaut steckt in Zufridenheit dieses Wort Frieden auch drin und den Frieden mit sich selbst an der Stelle zu finden so viel mehr wert als diesen Kick durch das Glück was man natürlich gerne mitnimmt.

01:14:04: richtige Zufriedenheit ist einfach noch viel mehr.

01:14:07: Ja, das

01:14:07: würde ich total mitgehen.

01:14:09: und für mich dir schließt sich gerade total ein Kreis mit dem letzten Buchstaben mit dem L und der Liebe weil du grade gesagt hast

01:14:17: Hanna's

01:14:17: Stimme verstummt in den Buch.

01:14:19: dann mit diesen drei Tagen Und in unserem Gespräch und auch auf der Herford und seit wir in Kontakt sind habe ich gar nicht das Gefühl dass Hanna Verstumptes ist.

01:14:29: Ganz um gar nicht der Fall sondern die spricht total in dir, in deinem Erleben durch dich einfach weiter und wird in diesem Buch auch genauso fortgesetzt wie sie in dein Leben fortgesetzt

01:14:40: werden.

01:14:40: Genau so ist es auch und ich mache dann auch eines dass sich darüber schreibe über diese Haltung mit den unterschiedlichen Begrifflichkeiten und dann schreiber ich wie die Haltung mich verändert hat Wie mein Wirken ein anderes ist Und ich bin schon jemand gewesen der auch durchaus um außen gelebt hat und auch Erwartungen anderer und so weiter.

01:15:13: Auch heute gelingt es.

01:15:14: Du

01:15:14: kannst sagen, das passiert dir ganz schnell.

01:15:17: Wir haben kurz übergesprochen.

01:15:18: du hältst auch Keynotes.

01:15:20: natürlich will ich dass die Leute zufrieden sind.

01:15:24: Das ist auch so.

01:15:26: und dann ist es trotzdem so, dass sich weiß, dass es mich verändert hat.

01:15:33: Und ich hab irgendwann, war ich auf dem Friedhof und hab mit Hannah gesprochen.

01:15:40: Und hab zu mir gesagt ... Dirk?

01:15:43: Ich mag dich!

01:15:45: Und das ist auch vielleicht eine Sache die da ein oder andere jetzt nicht verstehen kann, wenn man das hört.

01:15:54: Aber es ist für mich so dass sich an vielen Stellen schon auch anders ticker Verletzlichkeit viel eher zulässe auch an der einen oder anderen Stelle doch auch, glaube ich, hoffentlich ein bisschen nachgegebener bin als ich vorher war.

01:16:14: Und das kann nicht nur sein, weil Hannah mich ständig begleitet.

01:16:19: Das ist so!

01:16:21: Und das ist genau der Moment wo sich der Kreis für mich total schließt?

01:16:23: Weil es genau das ist warum ich auf dich aufmerksam geworden bin, weil du geschrieben hast ne, Hannah war nicht sondern Hannah isst hier und... Ich finde das merkt man und das ist.. Nicht nur wenn man die Bilder sieht die sehr in den unterschiedlichsten Lebenssituationen zeigen, sondern auch wenn man mit dir spricht und man merkt was das mit dir gemacht hat.

01:16:42: Und wie es aber auch eben geprägt hat und zwar nicht nur im Negativen, wie man das ja lesen könnte und sagen könnte ist scheiße und das ist das Schlimmste was passieren konnte, sondern eben ganz viele richtige Weichen auch gestellt hat so bescheiden diese Situation an sich definitiv vor?

01:16:57: Genau also so ist es auch und dass ist ja das das schönste was man mir sagen kann Das wirklich so flow Weil wie schön ist das zu sagen, dass obwohl die eigene Tochter gestorben ist sie immer noch eine Wirkung auf andere Menschen hat.

01:17:13: Das ist für mich wunderbar wirklich Dankeschön.

01:17:18: Ich danke dir vielmals für deine Bereitschaft das so offen zu teilen dir darüber zu sprechen über diese ganze Diese ganze Zeit.

01:17:26: es ist ja nicht nur der Moment sondern das sind diese Wellen Über die wir schon gesprochen haben.

01:17:30: also vielen vielen dank für die Offenheit da auch mitzuwirken und das nach außen zu tragen.

01:17:35: Ja, ich danke dir.

01:17:37: Und ich muss an der Stelle aber auch so sagen das was du machst es ist so wertvoll und während auf dem Weg hierhin schon darüber gesprochen dass es wichtig ist diese Themen einfach ein Stück weit mehr in die Mitte der Gesellschaft zu bekommen und das auch im Interesse der Gesellschaft.

01:17:59: also das geht ja nicht um Selbstzweck sondern ich glaube ganz fest daran dass wenn man sich mit diesen Themen auseinandersetzt, das ist wirklich ein hohen Wert für die eigene Lebensqualität an der Stelle.

01:18:26: bei ihm, dass ich ihn besuchen durfte und das er mit mir gesprochen hat.

01:18:29: Ich bin über Instagram auf Dirk Aufmerksam geworden und habe ihn einfach angeschrieben und gefragt hey Dirk, ich mache hier diesen Podcast.

01:18:36: hättest du Lust kannst du dir vorstellen Gast zu sein?

01:18:39: Kannst du dir vorstellen deine Geschichte zu erzählen?

01:18:41: Und Dirk hat gefühlt keine Sekunde gezögert, hat mir sofort geantwortet und sofort gesagt der ist bereit über seine Geschichte zu erzählen, hat mich wahnsinnig herzlich empfangen und dafür bin ich ihm wirklich unglaublich dankbar.

01:18:53: Und ihr habt es gerade schon gehört.

01:18:55: ganz wichtiger Hinweis an der Stelle noch.

01:18:56: Dirk hat zusammen mit seiner Tochter

01:18:58: Hannah

01:18:59: ein Buch geschrieben und dieses Buch das erscheint jetzt bald im Handel und zwar am achzehnten August und ihr habt jetzt schon die Möglichkeit das Buch vorzubestellen.

01:19:07: den Link dafür den packe ich euch natürlich jetzt hier wieder in die Show Notes.

01:19:11: Und ansonsten darf ich mich bei euch bedanken, dass ihr reingehört habt.

01:19:14: Dass ihr diesen Podcast unterstützt.

01:19:16: wenn ihr noch nicht auf abonnieren geklickt habt dann macht das gerne.

01:19:19: lasst auch gerne eine fünf Sterne Bewertung da das hilft einfach sehr diesen podcast weiter bekannt zu machen.

01:19:24: und natürlich dürft ihr diesem podcast auch bei instagram folgen dann verpasst ihr keine Neuigkeiten.

01:19:30: und ansonstens freue ich mich einfach wenn ihr in zwei wochen wieder mit dabei seid wenn es ne neue folge dieses podcasts gibt.

01:19:35: und ich sag wie immer an der stelle bis dahin machts gut.

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