Wenn die Stimme bleibt

Shownotes

Judith ist 18 Jahre alt, als der erste Mann, den sie wirklich liebt, plötzlich stirbt.

Psychologische Unterstützung gibt es nicht. Und als sie versucht, über ihren Verlust zu sprechen, merkt sie schnell: Viele Menschen wollen gar nicht so genau wissen, wie es ihr wirklich geht.

Judith spricht trotzdem.

Und sie lernt etwas, das sie durch ihr weiteres Leben begleiten wird: Reden tut gut.

Jahrzehnte später gründet die Journalistin das Familienhörbuch. Heute bewahren Judith und ihr Team die Stimmen schwer erkrankter Eltern für deren Kinder – und schaffen damit Erinnerungen, die bleiben können, wenn ein Mensch selbst nicht mehr da ist.

🔍 Themen dieser Folge 👉 Warum die Stimme eines Menschen eine ganz besondere Form der Erinnerung ist 👉 Wie ein Familienhörbuch entsteht und warum es viel mehr als ein Interview ist 👉 Was das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte mit schwer erkrankten Menschen macht 👉 Warum Trauer nicht unbedingt bedeutet, einen Menschen „loslassen“ zu müssen 👉 Judiths eigener Weg von der Journalistin zur Gründerin des Familienhörbuchs 👉 Was Palliativversorgung wirklich bedeutet – und warum sie nicht mit Aufgeben gleichzusetzen ist

👤 Über den Gast dieser Folge Zu Gast ist Judith Grümmer.

Judith ist Journalistin und Gründerin des Familienhörbuchs. Schon früh beschäftigt sie sich journalistisch mit Tod, Sterben und schwerer Erkrankung – unter anderem mit HIV und Aids sowie später mit Palliativmedizin.

Aus der Idee, die Lebensgeschichten und Stimmen von Menschen zu bewahren, entsteht schließlich das Familienhörbuch. Schwer und unheilbar erkrankte Eltern können darin ihre Geschichte für ihre Kinder erzählen.

Die Gründung fällt dabei in eine Zeit, in der Judith selbst mit einer palliativen Erkrankung in ihrer Familie konfrontiert ist: Ihr Mann erhält 2014 eine unheilbare Diagnose und stirbt 2018.

🎧 Mehr zum Familienhörbuch Weitere Informationen über das Projekt, Einblicke in die Arbeit und Möglichkeiten, das Familienhörbuch zu unterstützen, gibt es hier:

https://www.familienhoerbuch.de/

Die Familienhörbücher selbst sind bewusst nicht öffentlich. Einen besonderen Einblick in die Idee und auch originale freigegebene Stimmen gibt Judith aber in ihrem TEDx-Talk, über den wir in dieser Folge sprechen.

Judiths TEDx-Talk auf YouTube

🎙️ Host Florian D. Weber – Moderator, Entertainer und seit über 15 Jahren ehrenamtlich in der Krisenintervention und Suizidprävention tätig. Mit „Und plötzlich: Krise“ gibt er Einblicke in Situationen, die sonst verborgen bleiben – und spricht mit Menschen, deren Geschichten bewegen.

⚠️ Inhaltsinformation Diese Folge thematisiert Tod, Sterben, schwere und unheilbare Erkrankungen, den Verlust nahestehender Menschen und die Begleitung sterbender Menschen.

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📞 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 💬 Telefonseelsorge

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📅 Veröffentlichung Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen, freitags um 7 Uhr.

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Transkript anzeigen

00:00:05: Judith ist achtzehn Jahre

00:00:07: alt.

00:00:07: Es ist Dezember und der erste Mann, den sie in ihrem Leben wirklich geliebt hat... ...ist tot!

00:00:15: Von einem Tag auf den anderen.

00:00:18: Zwei Tage später dann sitzt Judith in der Schule.

00:00:21: vor ihr liegt eine Englischarbeit.

00:00:23: Sie schreibt und bekommt eine Sex.

00:00:27: Niemand fragt warum.

00:00:29: Psychologische Unterstützung gibt es nicht.

00:00:32: Und auch als Judith versucht, über das zu sprechen was passiert ist merkt sie schnell.

00:00:37: Eigentlich wollen viele gar nicht so genau wissen wie es ihr geht Aber Judith spricht trotzdem Denn sie merkt reden tut gut.

00:00:49: und noch etwas passiert.

00:00:51: Judith spürt plötzlich sehr bewusst dass sie selbst lebt Das Blut das durch ihre Adern fließt die kalte Luft draußen Dass sie atmet, dass sie sich warm anziehen muss um nicht zu frieren.

00:01:04: Sie lebt.

00:01:06: Damals kann Judith noch nicht wissen das Tod Leben Reden und Zuhören sie von nun an immer und immer wieder begleiten werden.

00:01:15: Dass sie als junge Journalistin Menschen mit HIV eine Stimme geben wird.

00:01:20: Dass die sich mit Palliativmedizin und Sterben beschäftigen wird Und dass sie Jahrzehnte später ein Projekt gründet bei dem es genau darum geht Menschen eine Stimme zu geben.

00:01:33: Und diese Stimme... ...zu bewahren!

00:01:44: Ganz recht herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Plötzlich Krise und wie immer schön, dass ihr wieder mit dabei seid.

00:01:51: In der heutigen Folge spreche ich mit Judith Grümmer.

00:01:54: Sie ist Journalistin und die Gründerin des Familienhörbuches.

00:01:58: Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie berührend.

00:02:01: Schwer- und unheilbar erkrankte Mütter und Väter erzählen ihre Lebensgeschichte für ihre Kinder Und sie hinterlassen ihnen damit ihre Stimme, ihre Erinnerungen und einen Teil von sich selbst.

00:02:14: Judith habe ich in Köln besucht – mit Judith spreche ich darüber wie diese Idee entstanden ist und warum gerade die Stimme eines Menschen irgendwann so unglaublich wertvoll werden kann!

00:02:24: Wir sprechen aber auch darüber was es bedeutet solche Lebensgeschichten aufzunehmen wenn die Zeit manchmal schon sehr knapp ist …und darüber wie persönlich diese Arbeit für Judith selbst geworden ist… denn Während sie begann, Familienhörbücher für andere Menschen aufzunehmen, begleitete sie ihren eigenen Mann durch eine palliative Erkrankung.

00:02:43: Und vielleicht geht es in der heutigen Folge auch um eine Frage die uns alle betrifft – was wollten wir einem Menschen eigentlich schon lange erzählen oder ihn fragen und warum warten wir damit?

00:02:55: Ich bin Florian Dweber, ich bin Host- und Moderator von UND Plötzlich Krise und ich wünsche euch jetzt ganz viele berührende Gedanken und viel Spaß beim Gespräch mit Judith Grümmer!

00:03:17: Und plötzlich Krise.

00:03:24: Du bist bezeichnet worden, habe ich im Vorfeld gelesen als die bewahrerin letzter Worte.

00:03:29: Teilst du das?

00:03:30: Es stand in einem Artikel über dich.

00:03:31: Ja also letzter Worte, das klingt so ein bisschen dramatisch weil und das ist auch sowas was dann in den Köpfen der erzählenden Mütter oder Väter tatsächlich ist.

00:03:40: So wenn mein Hörbuch abgeschlossen ist, dann ist das Lebensbuch zugeklappt und ich muss sterben.

00:03:46: es gibt Situationen wo das so ist Die Menschen sowieso schon in einer sehr, sehr fortgeschrittenen Krankheitsphase sind.

00:03:55: Aber in den letzten Worten würde ich so nicht sagen weil wenn die Aufnahmen beendet sind dann geht es ja wieder zurück in das Leben.

00:04:04: In welchem Stadion und welche Phase des Lebens das ist?

00:04:07: Und wir machen natürlich immer Mut nicht bis ganz zum Schluss zu warten bis die Kräfte fehlen oder bis man möglicherweise das Hörbuch selbst doch gar nicht mehr hören kann.

00:04:17: Es gibt Menschen, die zwei, drei Tage und uns einmal die zwei Stunden nach der letzten Aufnahme verstorben sind.

00:04:24: Die haben nochmal ihre ganze Kraft mobilisiert.

00:04:26: aber schön ist es ja wenn das von ihr in den Hörbuch fertig ist.

00:04:30: sie bekommen Sie reinhören können Und dann ihren Kindern sagen können kommt da gibts ein Kapitel Das hören wir jetzt zusammen Oder wir hören das ganze Familienhörbuch zusammen.

00:04:41: Soll ich euch mal erzählen, was ich im Familienhörbuch erzählt habe vom Kindergarten oder von der ersten Liebe.

00:04:47: Oder wie ich den Papa kennengelernt hab oder wie du geboren worden bist und das hören wir jetzt zusammen.

00:04:52: Und das wäre eigentlich so... Das Schöne also nicht letzte Worte sondern auch ein Impuls für neue Gespräche.

00:05:00: und hier die Mama.

00:05:02: Ich habe einen Werk, ich habe ein Familienhürbuch.

00:05:04: da bin ich stolz drauf.

00:05:06: Das bleibt wenn ich irgendwann nicht mehr bei dir bin Und das hören wir uns jetzt zusammen an.

00:05:11: Das wäre eigentlich das Optimale!

00:05:13: Aber ganz falsch ist der Gedanke ja trotzdem nicht, weil es ja... also wenn das die ausschließlich Idee wäre dann müsste man ja theoretisch sagen hey wir machen das mit allen.

00:05:22: Mit allen die Lust drauf haben.

00:05:24: aber genau du hast gerade auch schon angedeutet Anzahl der Anfragen und so weiter.

00:05:27: Das geht ja nicht und das ist ja auch nicht die Idee des Familienhörbuches sondern die Idee ist hier schon tatsächlich dass ihr Wie nennt ihr es?

00:05:35: Entsprechte über lebensverkürzend erkrankte Menschen, entsprichte über totkranke Menschen.

00:05:39: Ja

00:05:40: das ist so ein Wort.

00:05:40: also da sind wir selber auch immer bisschen schwierig weil wir wollen ja keine Todesurteile aussprechen.

00:05:45: Das kommt ja manchmal so an.

00:05:46: Das ist ja eine ganz sensible Feld.

00:05:48: Also wir sagen dass es eine palliative Erkrankung, also lebens verkürzende und unheilbar.

00:05:53: Das heißt das Ziel der Behandlung in der die Menschen sich befinden hat sich geändert.

00:05:58: Es geht nicht mehr um Heilung, Heilung heilung sondern es geht darum mit der Erkränkung möglichst lange, aber auch möglichst gut zu leben.

00:06:07: Also wir sagen wieder lebtsverkürzend unheilbar schwer krank.

00:06:11: es sind manche sagen auch sterbenskranke menschen aber es sind keine sterbenden Menschen.

00:06:16: manchmal ja aber oftmals im god sei dank noch in einer phase wo kraft da ist und wo sie ihm ihren kindern wirklich erzählen und wo die selber Ja, ich sag mal so in die vollen Scheunen des Lebens schauen und auch das Leben feiern.

00:06:36: Ist auch nicht immer einfach wahrscheinlich oder?

00:06:39: Wenn man das Hörbuchprojekt gestartet hat... Man weiß!

00:06:42: Man ist schwer krank, unheilbar krank.

00:06:45: Und dann diese Idee nochmal zu haben Ich erzähle jetzt noch einmal fröhlich von allem was in meinem Leben war.

00:06:51: Es ist wahrscheinlich auch nicht mehr einfach.

00:06:53: Äh

00:06:54: ja, ich würde es eigentlich fast umgekehrt sagen.

00:06:56: Also wenn so eine Diagnose einschlägt, fangen wir mal so an.

00:07:02: Dann bleibt die Welt stehen für den Menschen, für die Familie, für Angehörigen und Freunde.

00:07:08: Und dann wird versucht das Beste zu machen.

00:07:13: Heilung, irgendwann ist Heilung vielleicht nicht mehr möglich.

00:07:16: bei manchen Diagnosen ist vom ersten Tag an klar hier gibt es keine Heilung.

00:07:23: Nicht nur, dass die Welt stehen bleibt sondern auch im Alltag dreht sich eigentlich ja dann zunächst mal alles um diese Erkrankung.

00:07:29: Um diesen Shop den man verarbeiten muss.

00:07:30: und doch die Gespräche drehen sich da drum Wie geht's dir?

00:07:34: Was machst du?

00:07:35: Findest du die nächste Schemo?

00:07:37: wie verträgst Du die?

00:07:39: der Alltag wird bestimmt das Denken wird bestimmt Die Gespräche werden bestimmt Manche trauen sie gar nicht mehr anzurufen manche verstummen Und Eigentlich ist die Krankheit wirklich das was Alles bestimmt, das Familienleben.

00:07:55: Die Angst und der Schmerz.

00:07:57: So in diese Phase kommen wir rein zu irgendeinem Zeitpunkt wenn die Mutter der Vater sagt ich möchte ein Familienhörbuch machen und wenn wir starten können Und wir reden über das gelebte Leben.

00:08:10: Das hat ja nicht mit einer beispielsweise Krebserkrankung angefangen.

00:08:14: Wir reden über den Kindergarten Wir reden darüber, warum Mama sich mit zwölf Jahren die Haare lila gefärbt hat.

00:08:23: Oder was für Tattoos das sind, die sie sich im Laufe des Lebens herrschtechen lassen oder oder oder, wie sie den Papa kennengelernt hat und wie sie die Mama kennengelernet haben.

00:08:32: Und was schwierig war im Leben?

00:08:34: Was war schönem Leben?

00:08:35: und welche Musik hat sie gehört?

00:08:37: Welche Bücher hat sie gerne gelesen?

00:08:38: Oder was hat sie für Reisen gemacht?

00:08:40: ja?

00:08:41: Das heißt, das sind drei Tage, die sind angefüllt eigentlich mit allem, was das Leben ausgemacht hat.

00:08:49: Und schwer ist es die Kinder anzusprechen.

00:08:54: Das ist der Prozess nicht mehr zu erzählen oder der Audiobiographie zu nennen, aber man kommt immermehr in dieses Erinnern und auch wenn man Probleme gelöst hat wie man Entscheidungen getroffen hat und das Leben läuft sozusagen vor dem inneren Auge nochmal ab.

00:09:17: Erinnerungen werden wach, auch Sachen die man vielleicht schon längst vergessen hat.

00:09:23: Und dann ist mir nicht mehr die Brustkrebspatientin der Lungenkrebskranke sondern es das pralle Leben und es ist das Feiern des Lebens ja?

00:09:34: Das alles immer mit diesem Blick auf die Kinder den man das alles erzählt oder vielleicht auch seinen Kindeskindern weil ich bin ja davon überzeugt dass so ein Hörbuch in den Familien unter Umständen, auch in Generationen.

00:09:45: Das ist ja auch Zeitgeschichte.

00:09:46: Welche Musik habe ich gehört?

00:09:48: Welche Konzerte habe ich besucht?

00:09:51: Bevor wir gleich mal gucken wie du da hingekommen bist Judit, sprechen wir mal drüber was das Familienhörbuch genau ist.

00:09:58: Du hast ja ganz viel jetzt gerade schon beschrieben es geht oben Es ist eine autobiografische Arbeit.

00:10:04: Darum das können wir gleich wahrscheinlich auch noch mal im Detail darauf schauen, dass ihr mit Journalistinnen und Journalisten zu den Betroffenen geht.

00:10:11: Und mit denen Gespräche führt.

00:10:14: am Ende ist die Idee genau das was du gerade gesagt hast dieses es ist hier wirklich ein Werk das entsteht entstehen zu lassen und in der Familie zu lassen.

00:10:23: jetzt hast du gerade schon angesprochen Kinder weil das der Grundgedanke ist wahrscheinlich oder das Eltern für die die möglich möglicherweise auch sterben wenn Kinder noch ganz klein sind So ein Stück ihres Lebens den Kindern trotzdem noch mitgeben können.

00:10:38: Genau, genau!

00:10:39: Also ich sag mal die Zielgruppe sind Kinder.

00:10:44: Kinder, die irgendwann und wahrscheinlich sogar schon relativ bald Mama oder Papa verlieren werden, die Abschied nehmen müssen Und die einen Hörbuch mit der Stimme von Mama oder papa erzählt Mit ins Leben nehmen können was eigentlich ein Leben lang immer wieder Antworten auf die Frage gibt, wer warst du Mama?

00:11:07: Wer warst Du Papa?

00:11:10: Ein Kind von fünf Jahren.

00:11:12: Von zehn Jahren.

00:11:13: Von fünfzehn.

00:11:14: Von zwanzig.

00:11:15: Von dreißig.

00:11:16: Vonn fünfzig Jahre.

00:11:17: Ach dann ist dieser Mensch ja noch Kind seiner Mutter seines Vaters wird das Hörbuch immer anders hören und von daher werden die Antworten im Laufe des Lebens auch anders wahrgenommen werden.

00:11:32: Und es ist ein Wegbegleiter, der aber keine Aufträge und keine Botschaften enthält.

00:11:42: Ich habe die und die Fehler in meinem Leben gemacht – mach' es besser!

00:11:46: Ich hab den und den Beruf eigentlich ausüben wollen, ich hab's nicht gemacht, aber... ...ich sehe dich da drin du kannst das.

00:11:53: Nein, du kannst deinen Weg gehen….

00:11:55: Du hast Kraft.

00:11:57: Es gibt schwere Situationen im Leben, es gibt ganz viele schöne Momente.

00:12:01: Aber keine Aufträge.

00:12:02: Das Erzählen und Geschichten erzählen und die Geschichten seiner Vorfahren zu kennen trägt ja zur eigenen Identitätsfindung bei.

00:12:14: Ja.

00:12:15: Das ist der wichtige Punkt.

00:12:15: deswegen sind die Kinder die Zielgruppe.

00:12:19: Voraussetzung ins Familienhörbuch aufgenommen zu werden ist eine Palliative das heißt also Unheilbar und lebensverkürzende Erkrankung.

00:12:29: Das heißt nicht, der muss innerhalb den nächsten Monate, Wochen oder sehr bald sterben?

00:12:35: Nein!

00:12:36: Das Wunder ist immer erlaubt und gewünscht und auch eine lange Lebenszeit aber es kann eben auch anders kommen.

00:12:46: also Es geht um diese palliative Diagnose Auch wenn das Wort palliativ bei vielen wahnsinnige Ängste auslöst.

00:12:52: Können wir vielleicht auch noch mal darüber reden, was ist palliativ?

00:12:59: Aber eben dieses Stimme bewahren die Authentizität.

00:13:06: Die Deutungshoheit über die eigene Geschichte und das mitzugeben und dazu beizutragen dass diese Kinder, die oftmals tatsächlich noch sehr klein sind eine Ahnung davon haben wäre Mutter wer ihr Vater war.

00:13:24: Ja, die Stimme, die bewahrt wird.

00:13:27: Der Spiegel der Seele ist auch den Gefühlen vermietet und ich sage mal es ist wunderschön wenn man ein Liebesbrief von einem Menschen bekommt zum Beispiel auch von Mama oder Papa.

00:13:40: wohlgewählte Worte vielleicht schöne Handschrift vielleicht sogar.

00:13:44: aber Ich sage mal oder ich behaupte Mal noch schöner ist das zu hören weil da steckt ja alles drin Die Kraft vielleicht auch schon die Schwäche, das Lachen.

00:13:58: Die Traurigkeit dass man gehen muss was auch immer wie auch immer diese Stimme... ...die Seele widerspiegelt in dem Moment der Aufnahme.

00:14:07: Das ist eine Kostbarkeit glaube ich die... ...dies unvergleichlich!

00:14:13: Das is ja auch der Grund warum ihr Leute früher Anwuf beantwortet und Diktiergeräte heute vollgesprochene Mailboxen oder irgendwelche kleinen Clips aufheben.

00:14:24: weil die Stimme so was Besonderes ist und die Stimmen auch gleichzeitig das Erste ist, was man vergisst.

00:14:29: Das habe ich in der Vorbereitung auch gelesen.

00:14:30: Das hast du mal gesagt, ne?

00:14:31: Die Stimme ist wirklich das erste... ...was man vergißt!

00:14:34: Und es ist auch

00:14:35: so?!

00:14:35: Ja, das ist das Ersten, was also nicht mehr wirklich reproduzierbar ist ja.

00:14:40: Also man riecht ein paar Fonds und denkt an die Mutter.

00:14:45: Man riegt einen Apfelkuchen und denkt dann auf die Großeltern.

00:14:49: Einfach solche Bilder aufzumachen, man riecht die Zigarre und denkt an den Großvater oder wie auch immer.

00:14:56: Bei Stimme ist das was anderes weil die Stimme isst so individuell wie ein Fingerabdruck.

00:15:01: Und dass es nicht so reproduzierbar war wie eine Apfelkuchen Duft.

00:15:05: Ja!

00:15:07: Und die Sorge ich weiß gar nicht mehr wie meine Mutter klang, wie mein Vater klang , wie ein geliebter Mensch klang... Die bringt uns auch dazu eben wirklich auch die Mailbox nicht zu löschen, den Anrufverantworten aufzuheben.

00:15:23: Selbst wenn man es gar nicht hört und bei Kindern das wissen wir unterdessen auch, die ein Familienhörbuch haben viele nutzen das gar nicht mal um den Inhalt zu hören gerade kleine Kinder sondern um sich wohlzufühlen beim Spielen im Kinderzimmer oder beim Einschlafen nochmal die Stimme zu hören.

00:15:47: Das ist Märchen, was Mama oder Papa eingesprochen hat.

00:15:50: Vorgelesen hat gesungen hat.

00:15:54: Jetzt könnte man natürlich sagen... Ah Gott!

00:15:56: Aber ist das nicht eine totale Traurigkeit?

00:15:58: Ja, Traurigkeit gehört dazu.

00:16:01: Aber diese Sache, man muss ja loslassen die Toten.

00:16:08: Da gibt es ja viele, die sagen, es geht sich um Loslassens, geht um integrieren der Traurigkeiten und der Liebe.

00:16:14: Und das bleibt über die Stimme.

00:16:16: Wie man damit umgeht Da wird man seinen Weg finden.

00:16:21: Es ist noch gar nicht lange her, dass ich nach in die Nähe von Paderborn gefahren bin für eine Podcast-Folge und dort mit Dirk gesprochen habe.

00:16:29: Und Dirk hat genau das auch gesagt.

00:16:31: Er hat gesagt irgendwie ihm ist viel gesagt worden er muss loslassen.

00:16:35: aber er hat für sich festgestellt nein es wird nicht gelingen und darum geht's nicht sondern es geht darum der hat seine Tochter verloren sie zum Teil des Weiterlebens zu machen.

00:16:46: Ich find das total schlüssig.

00:16:50: Er gibt Total Sinn in meinen Augen, dass man genau das irgendwie schafft.

00:16:54: Weil loslassen würde ja immer bedeuten, dass du einen Schnitt machst und sagst okay was davor war hat jetzt keine Relevanz mehr.

00:17:01: aber es ist ja nicht der Fall.

00:17:02: also ganz und gar nicht der fall.

00:17:03: Nein!

00:17:04: Und die Liebe sitzt neben der Trauer, die Liebe sitzt neben der Wut natürlich auch den Wut, dass das so gekommen ist.

00:17:11: Das ist vollkommen klar.

00:17:14: Ich nehme mal hier, weiß ich nicht was, diese kleine Teilchen in die Hand.

00:17:20: So einen schönen Podcast oder bei Instagram eine Trauexpertin gesehen, die legte sich etwas in die hand und machte ne Faust drum Und dann sagte sie so Was heißt loslassen?

00:17:34: Die meisten drehen um und lassen es rausfallen.

00:17:41: Loslassen kann aber, jetzt ist dieses Gegenstand hingefallen.

00:17:44: Aber auch als ich mache noch mal eine Faust, man macht die Faust auf und hat die Handflächen nach oben Und das bleibt in der hand.

00:17:53: Jetzt hat man auch losgelassen.

00:17:54: es liegt aber trotzdem richtig.

00:17:56: Ja und ich glaube dass ist genau der punkt denn loslassen ist etwas.

00:18:01: Ich habe mal mit einer großmutter gesprochen die Das hörbuch ihrer tochter hat Genau wie die enkelkinder und sie sagen wenn sie dieses wort Loslassen schon hört.

00:18:10: Da wird sie richtig wütend, weil es sagt die Tochter gehört ihr Leben lang die verstorben dazu.

00:18:15: Es geht um Liebe und es geht im Erinnerung aber es geht nicht darum loslassen und vergessen.

00:18:21: Und auch so diese Vorstellung ach die Kinder waren ja noch so klein Die können sich ja gar nicht an Mama und Papa erinnern Ist ja nicht so schlimm.

00:18:28: Nein vielleicht sogar besonders schlimm.

00:18:30: Ja Weil es geht um Identität und wenn man keine Geschichten weiß von der verstorbenen Mutter, Vater, dem verstorbenden Geschwister.

00:18:42: Das können wir jetzt auf alle ausweiten oder auch auf den Vater, der die Familie verlassen hat.

00:18:46: Das muss ja... das ist schwer damit dann die Identität zu finden.

00:18:50: da ist Wut, da ist Trauer aber da ist nicht.

00:18:53: also dieser andere Teil, der ist ganz schwer zu fühlen Die Liebe.

00:18:58: Ich finde es spannend dass so diese Ansatz da ist, dass man sagt die Kinder sind ja noch ganz klein und es ist nicht so schlimm.

00:19:03: ich finde eine ganz interessante Herleitung.

00:19:07: Weil also man kann sicherlich darüber streiten was nehmen Kinder, Babys, Kleinkinder bewusst war.

00:19:12: Was können sie schon verarbeiten?

00:19:14: So habe ich keine Ahnung von.

00:19:16: aber das bleibt ja nicht dabei und die bleiben ja nicht klein sondern die werden ja älter und dann fehlt ja trotzdem die Mutter oder der Vater.

00:19:22: auch wenn es neue Partnerschaften gibt ist das ja immer etwas anderes.

00:19:25: also ich finde dass erstaunlich.

00:19:26: kurz gedacht muss ich ehrlich sagen weil man sagt ja da ist ja dieses Kind ist ein halbes Jahr alt das ist nicht schlimm.

00:19:31: also das ist jetzt völliger Blödsinn

00:19:33: Genau.

00:19:34: Ich weiß, ich habe mal mit einer jungen Witfe gesprochen und die sagte mein Gott wie gerne hätte ich ein Hörbuch von meinem verstorbenen Mann.

00:19:43: der ist einfach tot umgefallen.

00:19:44: da gab es jetzt keine Chance.

00:19:45: Die war aber schwanger mit dem zweiten oder dritten Kind Und dieses kind hat dann später oft gesagt Mein Gott wenn er mich wenigstens einmal hätte im Arm halten können.

00:19:57: Also selbst da, dass man das Kind ist dem Vater nie außerhalb des eigenen Mutterleibs begegnet.

00:20:03: Aber er hat es noch nicht einmal in den Arm nehmen können und das kann auch eine tiefe Trauer auslösen.

00:20:09: Und dann zu wissen er hat mir etwas eingesprochen.

00:20:15: Er hat mir gesagt ich werde deine Geburt nicht erleben aber Ich bin froh, dass du zur Welt kommst und meine Liebe wird dich begleiten.

00:20:26: Das ist so etwas Kostbares, was eben auch für Kinder die ihre Eltern gar nicht mal kennengelernt haben.

00:20:32: Glaub ich auch noch wichtig und ein ganz wunderbares Geschenk sein kann.

00:20:36: Das ist das, was du gerade vorhin Judith auch schon angesprochen hast.

00:20:38: Du hast gesagt also vielleicht geben wir da nochmal einen ganz kurzen Einblick wie die Arbeit, die die Produktion abläuft weil Du kannst das mittlerweile längst nicht mehr alles alleine machen und du machst selber keine Produktionen mehr.

00:20:50: Aber du hast ein kleines Team, hast du gesagt?

00:20:52: Und das sind unter anderem Journalistinnen und Journalisten die sich mit den Projektteilnehmern hinsetzen.

00:21:01: Jetzt ist ja aber eine ganz große Herausforderung.

00:21:03: wenn wir jetzt so sprechen dann erzählst du das mir und wenn ich in der Geschichte erzähle, erzähle ich dir.

00:21:07: Genau darum geht es ja im Familienhörbuch nicht sondern es geht wirklich darum die Hinterbliebenen oder die Hinterbleibenden direkt anzusprechen, oder?

00:21:16: Genau.

00:21:16: Also das ist wirklich... Das ist schwer!

00:21:18: ...das ist unglaublich schwer.

00:21:19: also das ist auch finde ich wenn ich an die Familienhörbücher denke, die ich selbst und die euch auch ganz alleine gemacht habe weil ich ganz ganz ganz alleine angefangen habe.

00:21:30: Ich hab so um die fünftig Hürbüche komplett alleine gemacht, auch allein produziert.

00:21:34: Geschnitten,

00:21:35: Sounddesign

00:21:35: alles.

00:21:38: Und das ist so dieser erste ganz schwere Schritt kennenlernen und beginnen.

00:21:46: Und beim Warmreden, oftmals frage ich so nach den Unterfragen auch in meinem Team.

00:21:50: Das ist das Gleiche eigentlich.

00:21:52: Wir fragen nach der Familiengeschichte, nach den Großeltern was es... Wo kommt die Familie her?

00:21:59: Was hat sie erlebt?

00:22:00: Ist ja ein Unterschied ob man Fünfhundert Jahre im selben Haus wohnt, haben wir tatsächlich mal gehabt.

00:22:05: Eine Familie seit fünfhundert Jahren im selbe Haus lebte oder ob man im zwanzigsten Jahrhundert oder auch jetzt in den letzten Jahrzehnten durch die Welt gejagt Geflüchtet getrieben worden ist wie so Unterschied ganz großer Unterschied.

00:22:19: also man fängt dann an aber dann sag ich auch immer es ist schön wenn wenn sie es schaffen was ich persönlich bleibt immer beim Sie diese diese diese professionelle Distanz brauche für meine Seele.

00:22:31: Und dann ist auch klar, wir sind nicht Freunde.

00:22:33: Auch wenn wir uns ganz, ganz intensiv kennenlernen sondern das ist unsere Arbeit die machen wir und werden das fertig und danach gehen wir auch wieder.

00:22:44: Das ist dieser Moment die sollte wenn ich sage so erzählen Sie es Ihren Kindern vielleicht ein Foto auf den Tisch stellen oder Teddy bear.

00:22:55: Das liebt sich teddy bear der Kinder wie auch immer und dass ist unglaublich schwer und das dauert bei manchen auch Manchmal beim Erzählen der Lebensgeschichte bis zu dem Zeitpunkt wo die Kinder geboren werden.

00:23:10: Das ist ganz, ganz unterschiedlich aber wichtig ist dass es alles so erzählt wird das die Kinder sich angesprochen fühlen.

00:23:19: also das man nicht dann ich sag mal ja und dann war ich schwanger und dann wurde meine Tochter geboren sondern Spätestens dann kommt und dann war ich endlich schwanger.

00:23:29: Und ich habe mich auf dich gefreut, und dann kommt das auch.

00:23:33: Das ist aber ein ganz schwerer Schritt und oftmals mit Tränen verbunden.

00:23:37: natürlich.

00:23:38: Ich kann das total nachvollziehen weil ich das merke dass wenn wir jetzt hier sitzen in köln In deiner wohnung und wirklich beide ja weiter von entfernt sind gerade einen familienüberbruch produzieren zu wollen oder zu müssen merke ich dass das was Total anderes ist.

00:23:54: Alleine aus deiner Erzählung heraus, wenn du schon sagst diese Geschichte mit dem Vater gerade die du erzählt hast wo du gesagt hast und ich werde dich nie sehen.

00:24:02: aber das macht total.

00:24:04: was finde ich mit mir jetzt auch wie ich hier sitze im Vergleich zu und ich werd ihn nie sehen oder ich werd sie nicht sehen wenn du so über die Tochter sprechen wirst.

00:24:12: es wirklich ein himmelweiter unterschied finde ich.

00:24:14: diese direkte ansprache hinzu, ich erzähle über jemanden quasi.

00:24:18: Weil das ist ein bisschen beliebiger natürlich auch.

00:24:20: Genau und wir nehmen auch die Fragen raus.

00:24:23: Das heißt wie selber wir Audiobiografen sind nicht zu hören.

00:24:26: Also es gibt manchmal lustige Wortgeplänkel da.

00:24:29: vielleicht ist man's drin weil sie einfach sozusagen ein Stielelement ist ja.

00:24:33: Die Audiobiografen also ich bin ja längst nicht mehr alleine mit vierzig Audiobiographen frei beruflich und fünfzig Sounddesigner und das kleine Team bestätigt sich auf den Fest angestellt.

00:24:44: Neun in Teilzeit, meistens Angestellte.

00:24:46: Mit einem kommt sozusagen jetzt mal der unternehmerische kurze Ausblick mit einer Vollzeit-Equivalenz im Wort was ich erst lernen musste von fünf Komma zwei.

00:24:57: Das heißt also das sind ungerechnet Fünf Komma Zwei Vollzeitstellen.

00:25:01: mit denen stemmen wir dieses ganze Team von unter dessen ja zwanzig Ehrenamtliche noch dazu.

00:25:06: Also Wir sind viele Leute und die Audiobiographen werden natürlich alle dahin auch ausgebildet, aber wichtig ist dass sie selber in diesem Hörbuch eigentlich nicht zu hören sind.

00:25:19: Also nicht als Interview- und Gesprächspartner.

00:25:21: Ja

00:25:21: also genau nicht wie wir es jetzt hier machen so oder wirklich...

00:25:24: Genau!

00:25:24: So nicht wie Wir's machen sondern Stattdessen als Atempause arbeiten wir natürlich mit Musik, mit solchen Dingen.

00:25:31: Mit Tonmaterial aus dem Archiv der Familie wenn da noch alte Kassetten oder CDs sind von weiß ich nicht was Blockflöte unter einem Weihnachtsraum und historischen Torausschnitten in so ein Zeitgeschichte geht.

00:25:45: und wie auch mal sozusagen mal was die Tagesschau berichtet hat oder wie es in einer Dokumentation berichtet wurde.

00:25:52: Da gibt's ganz verschiedene Stielelemente alles das was was uns Journalisten natürlich auch so als Handwerkszeug zur Verfügung steht.

00:26:00: Aber wichtig ist, dass wir uns rausnehmen weil es eben dann doch ein Monolog zum Kind eine Erzählung, eine Geschichte und das kriegen wir hin.

00:26:16: Auch wenn die Menschen selber ja gar keine Profis sind.

00:26:18: aber wir sind die Profis.

00:26:19: Wir sind die Professor, ich sage mal so als... Ich nutze immer das gerne das Bild dieses Wanderführers.

00:26:27: Weg auf dem Berg, das kann anstrengend sein.

00:26:32: Das ist manchmal ganz leicht.

00:26:33: Manchmal machen wir Umwege, manchmal geht es steil darunter weil wir irgendwie so einen ganz schmalen Fahrt gehen und dann sagen wir ich habe auch eine Sicherungsleine und ich hab auch irgendwie was dabei um wirklich Steigeisen dabei dass wir auch über die Hindernisse kommen.

00:26:48: manchmal Rennen die davon und erzählen durch ihre Geschichte.

00:26:52: Und ich komme kaum hinterher.

00:26:53: manchmal gebe ich die Hand und helfe, manchmal machen wir eine Pause und am Ende sitzen auf diesem Berg.

00:27:00: Das ist dann wenn man auch die Kapitelüberschriften eingesprochen haben diese fünfzig sechzig Kapitel die oft entstehen und dann sitzen wieder auf diesen berg und vor uns liegt das leben.

00:27:12: und Ja und da sind wir sehr stolz und zufrieden und dann kommt es vorwarten dass nachwort um das Ganze einzurahmen und dann ist das Herbuch fertig.

00:27:22: Das ist eben ein Werk, was die Menschen schaffen in einer wirklich schwierigen existenziellen Lebenssituation aber wo man sich stolz darauf sein können ja und was eben die Kinder mit ins Leben nehmen.

00:27:39: Wie lange dauert es so?

00:27:40: Kann man das sagen, ist wahrscheinlich ganz unterschiedlich.

00:27:42: Oder wenn du sagst, fünfzig-sechzig Kapitel... Das ist ja unglaublich viel Material!

00:27:47: Aber er gibt dir auch Sinn.

00:27:48: Es ist am Ende ein Leben auf das man schaut und ich habe mal interessanterweise eine Diskussion geführt mit jemandem der so das Gefühl hatte, in meinem Alltag passiert nichts.

00:27:58: Ich kann gar nichts erzählen wirklich komplett anderer Meinung.

00:28:03: Weil du jeden Tag, selbst wenn du nur zu Hause bleibst und deine Wohnung nicht verlässt ist es aus meiner Sicht eine Perspektivfrage was du erzählst weil es passiert jeden tag irgendwas so.

00:28:14: das heißt auch dass sie an der Frage wie klein teile.

00:28:17: kann ich sein dass es nicht hundert achtzig Stunden werden am ende weil die Das kriegst du ja nicht mehr produziert, aber gibt es da einen Anhaltssignal?

00:28:24: Ja also wir haben sozusagen ein Budgetdeckel.

00:28:26: Also

00:28:26: wir

00:28:27: sagen hundert Arbeitsstunden das sind zum Beispiel eben drei Tage Aufnahme oder sechs halbe Tage oder je nachdem wenn wir online aufnehmen.

00:28:36: also dass wir so die Audiobiographen ihre drei Tage haben und die Sounddesigner haben dann auch ein Budget an Stunden.

00:28:45: Die Hörbücher sind im Durchschnitt sechs bis sieben Stunden lang.

00:28:50: Es gibt Hörbücher, also zum Beispiel mein längstes und auch gleichzeitig am zeitunaufwendigsten ist fünfzehn Stunden lang geworden.

00:29:01: Aber das war ein Mensch der einfach Zeitgeschichte erzählt hat.

00:29:06: Der war in den siebziger Jahren in der DDR geboren und er hat eben auch einen wirklich alterskinderleben.

00:29:14: in der ddr heranwachsenen Mauerfall dann die autonome Zeit sozusagen nach der Wende und dann die Entwicklung hin zu einem ganz bürgerlichen, vergleichsweise bürgernischen Familienvater.

00:29:31: Das alles erzählt.

00:29:32: ich sage immer da kann man die Hälfte könnte man so Geschichtsunterricht senden aber es ist ja nicht öffentlich.

00:29:36: Ja

00:29:37: klar!

00:29:38: Und andere da sind am Ende zwei drei Stunden lange Hörbücher die aber genauso kostbar sind für Menschen, die vielleicht jetzt vorsichtiger reden.

00:29:53: Die Worte anders wählen, vielleicht auch einfach schon fortgeschritten Erkrankung sind ist jede Minute, die wir aufnehmen es einfach kostet.

00:30:02: und wir haben dieses Zeitkontingent das Schöpfen nicht alle aus, weil man hier dann doch eben schon wirklich zu schwach sind.

00:30:09: aber wir versuchen es und ja es gibt... Das ist noch das was der sich jetzt diesen kleinen Seiten schwenken kann, was auch die Journalisten, die ausgebildet sind für die Arbeit.

00:30:22: Was sie wirklich an der Arbeit lieben denn also reich werden können mit der Arbeit nicht mehr.

00:30:28: Aber es ist eine selbstbestimmte Arbeit und Sie müssen nicht mit mir darüber drängeln dass ich sage Mensch da müsst ihr jetzt noch zehn Minuten raus oder noch fünf Zeilen oder sonst sowas sondern es wird so lang wie es wird innerhalb der Arbeitszeit.

00:30:42: Und das macht eine unglaubliche Freude diese Zeit zu haben, drei Tage mit jemandem zu verbringen und zuzuhören.

00:30:53: Und Fragen zu stellen oder da zu sein... Also im journalistischen Alltag ist das ja extrem selten oder passt ungewöhnlich weil es geht hier alles auf schnell schnell.

00:31:03: Was

00:31:04: die Zeit gar nicht herrscht?

00:31:05: Aber hier hat man die Zeit!

00:31:07: Das ist einfach auch ein wunderbares Arbeiten für beide Seiten.

00:31:10: dann

00:31:12: Ist das so.

00:31:13: Oder vielleicht eine Frage vorhergeschoben.

00:31:15: Habt ihr das Thema schon mal gehabt, dass Leute irgendwie gesagt haben, ich möchte ein Höhebuch?

00:31:19: Aber ich hab gar nichts zu erzählen oder ich glaube es gibt gar nicht genug her.

00:31:22: Ganz viele!

00:31:24: Also meine Lieblingsgesprächspartner dann sind... also ich will jetzt keinem auf die Füße treten aber ich sag's mal wirklich ganz klar da sind die Männer, die von ihren Frauen geschickt werden.

00:31:37: Das ist so.

00:31:38: Die sagen du Ich möchte, dass du für unsere Kinder einen Familienhöhebruch machst Und dann sitzen die schon so da vor uns und man sieht ihnen an, das wollen sie gar nicht.

00:31:48: Also das machen die aber aus Liebe.

00:31:50: oder vielleicht hat auch noch der Arzt gesagt, es wäre eigentlich gut wenn diese was machen.

00:31:54: ja?

00:31:54: Weil wir ja auch oft von Ärzten und Kliniken empfohlen werden und dann sitzt die schon grummelig da und wollen eigentlich nicht... ...und wenn die dann ins Erzählen kommen, dann brechen die Dämme und dann merken die wie gut denen tut.

00:32:13: Da habe ich wirklich schon Leute erlebt, die wirklich missmutig gekommen sind und dann hinter uns in die Arme genommen haben.

00:32:22: Danke, danke, danke!

00:32:22: Das war so toll, das hat so gut getan.

00:32:24: Dieses Dreitage zusammenzusetzen und dreitage konzentriert und auch noch durch diese Wanderführerin, den Wanderfuhrer der eben auch mal die Hand gibt und mal aufpasst und vielleicht bei einem Umweg wieder zurück auf den Weg führt – das tut so wahnsinnig gut.

00:32:41: Es tut einfach gut.

00:32:43: Eigentlich wäre das für uns alle schön, aber wir nehmen uns die Zeit nicht.

00:32:46: Das ist so etwas was ich den Leuten immer versuche mitzugeben.

00:32:51: Das fängt ja schon an beim Tagebuch schreiben.

00:32:53: also jeder der schon mal jeder oder jede die schonmal Tagebuch geschrieben hat weiß ja wie hilfreich das sein kann.

00:32:59: Gedanken einmal aus dem eigenen Kopf rauszulassen ob es nur geschrieben ist ob ich in mein Handy spreche ob ich jemandem erzähle ist aus meiner Sicht erstmal total egal.

00:33:07: aber sowas aus dem eigen Kopf raus zu lassen ist eine wahnsinnige Entlastung.

00:33:12: An ganz vielen Stellen lösen sich dadurch, da bin ich fest überzeugt auch Probleme oder Knoten die man hatte und ein ganz ähnlicher Effekt greift ja da wenn ich mal merke oh wow das bringt mir selbst hier auch was darüber zu sprechen dann geht es wahrscheinlich auch weiter und weiter und dann kommen die Leute da gut rein.

00:33:27: Da haben wir ja auch tatsächlich von Anfang an das Familienhörbuchprojekt oder diese Idee wissenschaftlich begleiten lassen also wirklich vom ersten oder vom zweiten Hörbuch an Und es gibt also vier wissenschaftliche Studien unterdessen, die das eben auch tatsächlich belegen.

00:33:43: Also auch wenn ich gesagt habe, die Zielgruppe sind die Kinder ist jetzt so dass wir bei den Palliativpatienten eben wirklich unterdessens sagen können Es tut gut und es klingt jetzt blöd, wenn man das Wort versöhnen weil es einfach eine Unverschämtheit werden ein junger Vater an die junge Mutter

00:34:02: sterben.

00:34:03: Das ist nicht richtig.

00:34:04: Aber es hat

00:34:05: trotzdem etwas versöhnendes mit dem Leben, das ist ein Wort was tatsächlich auch kommt Versöhnung Tröstung Vorbereitung auf den Abschied und diese dieser Blick.

00:34:17: ich wusste gar nicht dass sich so viel Gutes auch erlebt habe oder auch weil das muss man ganz ehrlich auch sagen Es gibt auch Leben Die sind nicht gut gelungen Und eigentlich würden diese Menschen in der Mitte des Lebens stehen und die hätten auch noch Zeit, das zurechtzurücken.

00:34:34: Aber in dem Fall ist die Zeit nicht mehr da.

00:34:38: aber dann zu sagen ich habe versucht an den Fehlern zu arbeiten Ich hab versucht die Zumutung des Lebens irgendwie mit denen umzugehen und ich habe vor allen Dingen Die Liebe erlädt zu dir meine Tochter, meinen Sohn oder auch ich entschuldige mich über.

00:35:06: Ich habe einfach viel Mist gebaut aber ich möchte dir sagen, ich liebe dich!

00:35:12: Das ist es auf jeden Fall und alle male Wert.

00:35:14: also ich kann mich erinnern der mal ein Hörbuch gemacht mit einer Frau die Lagschnuff der Palliativstation und das alles im Leben falsch gelaufen will.

00:35:23: Die ist nicht freiwillig nach Deutschland gekommen.

00:35:26: Sie ist nicht Freiwillig in der Prostitution gewesen.

00:35:31: alles schief gelaufen.

00:35:33: Und die hat diesem Kind ein Hörbuch wirklich in ihren letzten Lebensstunden eingesprochen, wo sie gesagt hat ich kann das Leben nicht ändern es ist alles nicht gut gelaufen aber ich liebe dich und meine Liebe Du weißt, wie die Geschichte gelaufen ist.

00:35:53: Ich habe ja gesagt Identität.

00:35:55: Dieses Kind wird das Hörbuch erst mit achtzehn bekommen als beim Jugendamt so lange wartet.

00:35:59: Aber sie wird mit acht Zehnt.

00:36:01: die Frage wer warst du Mama?

00:36:03: Wird sie ein Stück weit durch ihre Mama selber beantwortet bekommen und dieses Leben ist ganz schwer gewesen.

00:36:12: aber für die Tochter wird es ein ganz großes Geschenk sein weil sie weiß Es ist vieles nicht gut gelaufen.

00:36:20: Aber meine Mutter hat mich geliebt.

00:36:22: Meine Mutter hat in ihrer Sterbestunde diese Liebe nochmal mit eigener Stimme bewahrt.

00:36:29: Das ist eine furchtvertraurige Geschichte und das ist eine wahnsinnig schöne Geschichte, weil ich meine... Ja,

00:36:34: es ist beides klar!

00:36:34: Ist das nicht großartig?

00:36:36: Dass die Frau noch die Möglichkeit

00:36:38: hatte?!

00:36:39: Ich glaube, dass das absolut großartig ist und du hast es vorhin auch schon angedeutet.

00:36:43: Eigentlich müsste jeder und jede die Möglichkeit haben, das zu machen.

00:36:48: aber jetzt gerade in diesem speziellen Fall finde ich wird diese Bedeutung vom Familienhörbuch nochmal so klar.

00:36:55: Du hast gesagt wartet beim Jugendamt weil man das wahrscheinlich vorher gar nicht machen kann.

00:36:59: Aber jetzt musst du dir vorstellen Die beschäftigt sich Und das ist was ich von Suiziden ganz oft zeige.

00:37:05: Die beschäftigen sich ja wahrscheinlich jetzt.

00:37:07: Wie alt ist sie?

00:37:07: Die Tochter, weißt du das

00:37:08: ganz gut.

00:37:09: Die Tochta war sechs.

00:37:11: Sechs.

00:37:11: Jetzt musst mal überlegen!

00:37:12: Das sind zwölf Jahre die da noch dieses Hörbuch ja noch wartet.

00:37:16: Zwölf jahre in denen sich wahrscheinlich immer wieder egal wo die untergebracht ist und wie gut es dir geht aber diese Frage erstellen wird was ist meine Identität?

00:37:24: wer war meine Mutter?

00:37:26: wie ging's der?

00:37:27: Was macht sie vielleicht auch gerade?

00:37:30: Und plötzlich bekommst Du Antworten auf diese Fragen ... eine ganze Zeit lang gestellt hast und ich glaube, dass das... Ich glaube man kann es gar nicht benennen.

00:37:39: Wie wichtig das ist, dass in so einem Fall dieses Familienhöhre hochgeht?

00:37:43: Und ich meine, das ist ja diese dramatische Seite.

00:37:44: aber die andere Seite gibt's hier auch Menschen, die einfach jetzt Mitte dreißig sind ein schönes Leben gelebt haben.

00:37:52: Aber sozusagen ist das jetzt gar nichts Besonderes.

00:37:55: Also der Meinung jedes Leben ist lebenswert sowieso, aber erzählenswert.

00:38:01: Es ist manchmal, das klingt jetzt fast kitschig.

00:38:07: Aber ich weiß so einer der Sounddesigner also der allererste, der anfing, der Sascha.

00:38:14: Der sagte mir mal es gibt eine Erinnerung an einen der ersten Produktionen die er mitgemacht hat.

00:38:21: Das treibt ihm heute noch die Tränen in die Augen.

00:38:23: Das war das mit Liebe erzählte Oster Hefekuchen-Kranz Rezept der Großmutter die sterbenskranke junge Mutter noch für ihre Kinder eingesprochen hat.

00:38:36: Auch das ist wichtig.

00:38:37: Total!

00:38:38: Wir haben immer diesen Osterkranz gegessen und ich sage dir jetzt, wie man ihn macht.

00:38:41: Und man hört richtig so... Man spürt richtig, wie er in Gedanken den Teich knetet und wieder duftet und wie das Rezept ist.

00:38:51: Das ist auch eine Kostbarkeit Das ist nicht banal.

00:38:55: Nein,

00:38:55: und wir sind jetzt an einem Punkt den du vorhin schon mal angesprochen hast wo ich mir auch einen Stichpunkt dazu eine Notiz dazugemacht habe.

00:39:02: das ist das Thema Stimme und Lesen.

00:39:04: dieses Rezept hättest du in Zeiten von KI kurz irgendein KI einsprechen können die hätte dir dieses Rezip binnen weniger Sekunden als wunderschöne Kochbuchseite gestaltet.

00:39:16: Hättest Du da gehabt?

00:39:16: Hättst Du immer lesen können wäre ja möchte man meinen im ersten moment genau das gleiche gewesen, aber es ist ja was völlig anderes weil jetzt kommt was du vorhin gesagt hast die stimme.

00:39:26: Es kommt die mutter, die an der einen stelle vielleicht sagt okay dann kippst du zucker in dies und jenes zusammen.

00:39:33: bei einer anderen stelle aber sagt und jetzt müsst ihr beim kneten aber aufpassen dass ihr und plötzlich schwingt ja so diese ganzen arbeitsschritte mit und du bist Teil des prozeses und das finde ich ein wunderschönes beispiel wo glaube ich sehr deutlich wird was auch der unterschied ist wenn ich etwas erzähle zu, wenn ich es einfach nur lese oder als schönes Rezeptbuch gestaltet habe und so weiter.

00:39:52: Es ist glaube ich ein ganz ganz großer Unterschied!

00:39:55: Und ja auch solche Sachen sind wichtig.

00:39:57: natürlich ist das nicht banal.

00:39:58: Wenn das irgendwie Thema war dann ist vielleicht auch das was für uns total banal wirkt eben das wichtigste der wichtigste Teil dieses Hörbuchs möglicherweise

00:40:06: Genau das genau dass.

00:40:07: und dann kommt eben auch noch dazu das Ja vielleicht Geschichten vorgelesen werden oder der Taufspruch.

00:40:13: Oder ein Gebet, also ganz ganz verschieden das was den Menschen wichtig ist.

00:40:19: Auch spannend wie ist es wenn ihr so einen Hörbuch produziert tatsächlich?

00:40:24: Also ist die Aufgabe an die produzierenden nicht an die Produzierenden sondern an die Teilnehmenden dass sie sich vorher Gedanken machen, dass man sagt hey überlegt mal was so Wendepunkt in eurem Leben waren was so grobe Eckpunkte waren sagt ihr eher, lasst euch drauf ein.

00:40:40: Unsere Interviewerinnen und interviewer werden das aus euch rausholen.

00:40:44: Das ist eigentlich so verschieden wie die Menschen sind.

00:40:46: also wir haben so einen Handbuch zur Vorbereitung, zur Einstimmung auf.

00:40:52: aber ganz ehrlich also wir verschicken das an jeden.

00:40:56: ich weiß nicht wie vieles wirklich nutzen.

00:40:58: es sind nicht viele weil der Alltag ist einfach eine andere.

00:41:00: Der Alltag wird bestimmt durch Kinder ja der Alltag wird bestimmt über die Krankheit durch zunehmende Schwäche oder durch das Achterbahnfahren, was ja die ganze Familie nicht nur den Patienten, die Mutter und Vater selbst betrifft.

00:41:14: Und ich möchte nicht dass sie so das schlechte Gewissen haben.

00:41:17: Oh Gott!

00:41:17: Also jetzt gleich kommt die Autobiografin zum ersten Mal.

00:41:19: Ich habe meine Hausaufgaben nicht gemacht.

00:41:21: Oh, Gott, oh Gott wie schrecklich, ne?

00:41:22: Wie

00:41:22: in der Schule.

00:41:23: Genau.

00:41:24: Es gibt natürlich die, die in der Schule immer perfekt vorbereitet waren und es ist dann auch unter Umständen in der Situation so.

00:41:31: aber da ist eben ganz, ganz unterschiedlich.

00:41:35: Ganz ehrlich am Ende Das Hörbuch merkt man gar nicht.

00:41:39: Haben die sich perfekt vorbereitet?

00:41:41: Oder gehen wir gemeinsam diesen Weg?

00:41:44: und ich sag immer so Erinnerungen, wie sind es?

00:41:46: kleine Türchen, die öffnen sich?

00:41:50: Manche lassen sich leicht öffnend.

00:41:52: Manche sind hinter einer Tapete vielleicht versteckt und da muss man erst mal an der Wand klopfen.

00:41:57: wo ist die Tapetentür und wo kriegt man sie auf um die Erinnerung rauszuholen?

00:42:00: oder welche?

00:42:01: lassen wir auch zu natürlich Aber sich da vorher auch Gedanken zu machen, heute ich habe gerade gesagt welche Erinnerungen lassen wir zu.

00:42:11: Also auf keinen Fall meine Kinder ansprechen und ich werde auch auf keinen fall über meine Krankheit reden und über meinen geschiedenen Mann sowieso schon gar nicht.

00:42:18: Das ist alles okay.

00:42:20: aber das erzählen verändert sich Und dann werden die Türchen aufgemacht Und dann wird vielleicht über die Trennung mit dem Mann geredet.

00:42:29: Eigentlich denkt man vielleicht sogar, also eigentlich das ist so ein Blödmann und jetzt brate ich dem richtig eins über ja?

00:42:36: Das wird der noch.

00:42:37: nein auch das verhindern wir.

00:42:40: Wir hören mit den Ohren der Kinder.

00:42:41: Ja,

00:42:42: d.h.,

00:42:42: also wir sind bei dem ganzen Hören, wir entscheiden nicht was es banal oder was es nicht banal.

00:42:49: Wir entscheiden nicht... Ist die Meinung weltanschaulich Richtig oder falsch, wer sind wir?

00:42:56: Ja.

00:42:57: Aber wie höre mit den Ohren der Kinder das heißt ja ein Kinderschutzkonzept.

00:43:03: Es wird keine dreckige Wäsche gewaschen es wird nicht abgewertet Es wird nicht unterschieden zu.

00:43:10: dass ist mein Lieblingskind und das ist ja sowieso Das Kind.

00:43:13: das lebt schon lange in meiner Familie aber das hat meinen Mann damals mitgebracht Und eigentlich mag ich die gar nicht.

00:43:18: Nein auch das geht nicht.

00:43:21: Wir unterscheiden auch nicht zwischen leiblichen Kindern und angenommenen Kindern, sondern es ist für alle Kinder.

00:43:27: Der Anlass sind die Minderjährigen aber es wird auch für die erwachsenen Kinder gesprochen.

00:43:32: Also da haben wir ein Kinderschutzkonzept.

00:43:33: das ist ganz wichtig und wir fühlen uns den Kindern gegenüber verpflichtet.

00:43:37: oder wer sind den Kindern gegen überverpflichtet?

00:43:40: Wir haben einen Kinderschurzbeauftragten.

00:43:44: Auch wir haben einen Ethikbeirat, auch bei Sachen wo wir vielleicht selber gar nicht wissen.

00:43:49: Oh Gott wie gehen wir da jetzt mit um?

00:43:52: Wir haben Psychologen im Hintergrund, wir haben die Wissenschaftler im Hintergrund und wir haben eine Krisenintervention.

00:43:58: ja also das Interview läuft und wir sind am ersten Abend und die Autobiografin denkt oh da läuft was vollkommen schief.

00:44:05: oder ich weiß selber nicht wie ich damit umgehen soll.

00:44:08: Dafür haben wir Leute im Hintergrund.

00:44:10: Also Familienhörbuch ist einfach sehr viel mehr als nur Mikro hinhalten.

00:44:16: Das wird mir jetzt gerade nochmal wirklich ganz, ganz deutlich bewusst.

00:44:20: also gar nicht weil ich glaube dass man sich viele schmutzige Wäsche waschen oder so oder denken da in dem Geschicht eines aus.

00:44:28: aber weil du ja auch als Grunderin mittlerweile in diesem gesamten Team um die Vollzeit-Equivalente, da nochmal mit reinzubringen.

00:44:38: Eher auch eine Verantwortung allen Gegenüber hast den Kindern die letztendlich die Zuhörerinnen und Zuhörer sind.

00:44:45: Den produzierenden, also den Audiobiographen, aber auch den Projektteilnehmenden... Also das ist ja ne Ehreverantwortung, die damit einhergeht und du kannst ja schlecht sagen, alles klar!

00:44:57: Wir drücken hier Rack und nach drei Tagen machen wir das wieder aus Ich bin wieder raus.

00:45:02: Tschüss, alles Gute!

00:45:03: Das funktioniert ja nicht.

00:45:04: Nein es geht auch nicht dass man zum Beispiel sagt die können nicht gut erzählen, die nehmen wir raus oder die sind zu schwach Ja?

00:45:13: Oder also wir machen eigentlich alles möglich.

00:45:16: Also auch Sachen von denen ich eigentlich behaupten hätte das sie nicht gehen.

00:45:21: Wir haben für den Anteil an der Bevölkerung der Patientenzahl.

00:45:24: Wir haben sehr viele Menschen mit ALS antarmäßig bei ALS, dass ja eine Nervenkrankheit Erkrankung ist oder neuer und keine Ahnung wie ich das jetzt nenne.

00:45:34: Also ALS sage ich mal das erste oder oftmals das erste aber sie verlieren die Sprechfähigkeit bei vollem Geistigen, bei voller Klarheit Und die müssen begleitet werden.

00:45:46: Oftmal sind Sie dann schon in einem Stadion wo sie selber gar nicht mehr sprechen können Wo man sagt nach Familienhörbungen Leuten die nicht sprechen können Wie soll das denn funktioniert?

00:45:53: Das funktioniert mit unterstützt der Kommunikation.

00:45:59: Der Partner, die Partnerin, die Freundin wie auch immer.

00:46:03: also ich weiß noch mein erstes ALS Buch zum Beispiel mit einer ALS Patientin das erste Buch die konnte nicht mehr sprechen.

00:46:10: das Kind war vier Monate alt.

00:46:12: da haben wir die acht wichtigsten Menschen ihres Lebens zusammen getrommelt.

00:46:19: Die waren alle zusammen die saßen alle zusammen mit ihr um ein Küchentisch Und sie hat dann über ihr Handy eingetippt, erzähl mal davon.

00:46:25: Davon darf ich die Story erzählen.

00:46:28: und dann wurde erzählt... Es wurde viel gelacht, es wurde viel geweint weil das auch eine Trauerarbeit war für alle.

00:46:34: Weil das so schnell war.

00:46:34: Die hatte ein Kind geboren und nach der Geburt hatte sie ne verwaschene Sprache und keiner konnte sich das erklären.

00:46:44: und dann war ganz schnell klar ALS.

00:46:48: Vier Monate später konnte sie nicht mehr laufen, konnte nicht mehr sprechen Und die saß da im vollen Bewusstsein.

00:46:54: Da war eine engagierte, vollberufstätige, erfolgreiche Frau vorher im Leben gewesen selbstverständlich.

00:47:01: und dann das geht man kann ein Hörbuch machen.

00:47:05: Das ist ein anderes Hör Buch aber es ist ein wundervolles Hörbruch geworden für dieses Kind.

00:47:11: Die Freunde, die Familie, die erzählen stellvertretend auch das kann man machen.

00:47:16: Wir haben einen Hörbuch gemacht mit einer Frau die gelähnte Stimmbäne hat der Tumor bedingt wo man auch sagen wird, es geht nicht.

00:47:24: Und die hatte sich ein bisschen vorgestellt das was mit KI alles aufgepackt wird.

00:47:28: Das war so.

00:47:28: deswegen hat sie sich beworben und ihr Mann er hat Synchronen das ganze übersetzt.

00:47:36: Da ist der Sound Designer mitgefahren zu den Aufnahmen.

00:47:39: Das haben wir vor Ort gemacht und das war nur ein Hauchen.

00:47:43: also man konnte da nichts verstehen und dass irre ist.

00:47:45: ich habe mir das höre komplett angehört.

00:47:48: So nach zehn Minuten hab ich das hauchen verstanden.

00:47:52: Ich sage bis heute, und die ist auch sehr schnell danach gestorben.

00:47:56: Also wenn man das publizieren würde dafür würden wir Preise für bekommen.

00:48:01: also weil es so ist so unfassbar diese diese Verbindung zwischen diesem Ehepaar zu erleben.

00:48:08: ja Es ist so ein unfassbareschönes Dokument einer großartigen Liebe.

00:48:15: Respekt dieses kleine Kind.

00:48:21: Da ist von Stimme nichts.

00:48:23: Es gab dann noch Stimmen, die wir eingebaut haben und da kommt man wieder in diese Tondokumente rein weil es gibt aus der Zeit von früher Stimme.

00:48:30: Dann kann man damit arbeiten.

00:48:31: Ja heute sind das

00:48:32: Sprachnachrichten als was es stattfindet.

00:48:36: Aber es ist jetzt kein klassisches Familienhörbuch so wie man sich das vorstellt.

00:48:41: aber wenn dann Leute kommen und sagen Was kostet dein Familienhürbuch?

00:48:48: Ich sage wir rechnen so sechstausend Euro.

00:48:51: Oh, das ist aber viel Geld.

00:48:52: Das kann man noch viel billiger machen!

00:48:54: Und wenn ich dann denke was da für eine Arbeit hintersteckt und was da... Ich meine das können die Leute nicht wissen ja?

00:49:00: Deswegen werde ich da schon immer... Ja klar.

00:49:01: Aber es ist ja...

00:49:02: Ist schon auch lustig dass du dir gedacht hast, er muss so günstiger gehen.

00:49:06: Es

00:49:06: muss also günstigen gehen.

00:49:07: Aber auf der anderen Seite alle die Berundfunkanstalten arbeiten und diese einfach sechstausend Euro für ein durchgefiedshiptes, durchproduziertes Hörstück von sechs und halb Stunden.

00:49:17: Sag mal wie macht ihr das

00:49:18: denn?!

00:49:19: Das ist die andere Seite.

00:49:22: Jetzt baust du mir schon fast die Brücke zu dir Judith, aber eine Sache schiebe ich da doch noch mal rein weil was mir jetzt gerade als du das erzählt hast sehr bewusst geworden ist dass ich glaube so ich glaube das kennen alle die irgendwie ehrenamtlich tätig sind überwiegend vielleicht aus dem Ehrenamt bleiben vielleicht nicht nur sogar wenn du so ne Tätigkeit hast bei der du nachher genau diesen Wert als Gegenleistung bekommst wo du siehst okay wir haben hier etwas geschafft was eigentlich erstmal unmöglich schien.

00:49:48: Wir haben dieser Frau noch mal eine Stimme gegeben oder wir haben... der ALS-Patientin.

00:49:53: Wir haben diese Freunde zusammengebracht, ich glaube das ist ein Wert den wahrscheinlich... Du hast vorhin gesagt man wird nicht reich damit aber ich glaube du kannst es auch nicht ersetzen.

00:50:01: Diese Werte dass man das geschafft hat und dass man weiß okay wir haben hier für einen Kind den Freundeskreis der Mutter nochmal zusammen gebracht und die erzählen.. Ich glaube das kannst du auch nicht aufwiegen!

00:50:12: Auch nicht mit sechs tausend Euro, nicht mit sechzehntausende Euro

00:50:15: Und das stimmt ja auch nicht ganz ehrlich.

00:50:17: Man wird dich reicht damit.

00:50:18: Das ist die finanzielle Seite Aber

00:50:21: richtig finanziell, wenn ich euch damit ja...

00:50:22: Genau.

00:50:23: Wir fühlen uns und das darf ich wirklich für alle die im Team arbeiten sagen wir fühlen Uns beschenkt durch diese Arbeit.

00:50:30: Ja Es ist ein unglaublicher Stress weil es auch oft einen Wettlauf mit dem Tod ist und den darf man eigentlich gar nicht aufnehmen.

00:50:37: Und immer das Gefühl, wenn es nicht funktioniert hat.

00:50:40: auch hätten wir schneller sein können.

00:50:41: Hätten wir... Also gerade mit so einer Warteliste ja?

00:50:45: Wo jetzt immer Leute warten und wir sagen, ob ich jetzt genau hätte mir doch noch diese Stiftung früher gefunden.

00:50:51: Hättten wir da nochmal früher nachhaken.

00:50:53: Dieses hätte, hätte, hätte.

00:50:54: Das macht einen auch krank.

00:50:56: Ich bin für die Gesundheit aller verantwortlich!

00:51:01: als geschäftsführende Gesellschaft darin.

00:51:03: Das ist natürlich diese eine Seite, aber die andere Seite ist das wir... also wir sind oft so glücklich und ich meine die Diagnose ist schlimm der Anlass ist schlimm.

00:51:16: warum wir uns kennenlernen und dass junge Väter und Mütter früh sterben ist schlimm.

00:51:23: das können wir nicht ändern.

00:51:25: Aber was wir ändern können etwas mitgeben.

00:51:28: Wir können die Stimme bewahren und wir können uns alle Mühe geben, ja?

00:51:32: Und wir können immer nur hoffen dass es in dieser Gesellschaft Menschen gibt, die uns durch Spenden unterstützen.

00:51:38: Und dann denke ich immer wie viel werden gerade vererbt?

00:51:41: Vierzig Milliarden?

00:51:42: Mein Gott das ist doch für manche das Portokasse.

00:51:45: Warum gebt ihr uns denn nicht einfach mal was?

00:51:47: Falls tausend andere gibt dir auch was haben wollen.

00:51:49: Ja natürlich klar!

00:51:51: Natürlich habe ich gedacht Hallo ja wir alle zusammen wir können das schaffen.

00:51:56: Wenn jeder Bundesbürger fünfzig Cent spendet,

00:52:00: dann werden ein paar Hörbücher finanziert.

00:52:02: Da könnten wir aus dem Vollen schöpfen ist aber nicht so ist ja auch ist so Aber es ist ein Geschenk.

00:52:09: Es ist ein geschenk für uns auch diese Arbeit machen zu dürfen.

00:52:11: Ja

00:52:13: Schieben noch mal was rein bevor man zu dir kommuniziert weil du mir da auch gerade den Hinweis schon gegeben hast.

00:52:18: Du hast grade gesagt das ist ein Wettlauf Mit der Zeit und manchmal verliert ihr den auch.

00:52:22: Das heißt, ihr habt aus... Auch es gibt die Situation, dass ihr Höhebücher nicht produzieren konntet also gar nicht angefangen habt möglicherweise weil die Patientin der Patient verstorben ist Und in der Produktion schon einfach die Leute dann verstorbt sind.

00:52:35: Also ich sag mal In der Produkation wenn nur zehn Minuten entstanden sind Weil is das kostbar?

00:52:43: Ja Wenn was auf dem Bandgerät ist, dann machen wir da auch etwas drauf.

00:52:50: Es passiert, dass wir ja im Hospiz ankommen auf der Palliativstorzion ankommen und die Leute sagen tut mir leid ist vor zwei Stunden ins Koma gefallen.

00:53:01: Wir haben auch schon mal eine halbe Jahr gewartet.

00:53:03: bei jemandem in Koma war nach einem halben Jahr das waren nicht die Sterbepfaser nur eine gesundheitliche Krise.

00:53:09: nur klingt jetzt cool und dann haben wir nach einem Halbenjahr weiter gemacht.

00:53:13: aber wir versuchen Aber es liegt nicht immer.

00:53:18: Und jetzt wird zum Beispiel auf unserer Warteliste von Leuten, denen wir gesagt haben so wie das Geld da ist sind in diesem Jahr... Wir haben jetzt Sommer und schon neun Leute verstorben.

00:53:31: Und zwar nicht weil wir keine Kapazitäten hätten sondern weil schlicht und ergreifend das Geld nicht da ist.

00:53:37: Und wir können nicht ich muss meine Leute bezahlen!

00:53:41: Es geht nicht.

00:53:43: Den Impuls hat man wahrscheinlich ganz oft, oder?

00:53:45: Ja wir ringen dann auch.

00:53:46: Aber es geht nicht.

00:53:47: Es geht auch nicht die Diskussion ja aber ausnahmsweise weil nächste Woche kommt die nächste Ausnahmsweise und wir machen alles.

00:53:55: also ich habe jetzt auch wieder wirklich aus dem Alltag gefroren.

00:53:58: das ist jetzt ungefähr drei oder vier Wochen her Kommt freitags um vierzehn Uhr bei uns sozusagen bei Iris Die erste die die Anrufe entgegen nimmt an eine Spitz Aus Süddeutschland, wir haben gerade heute eine junge Mutter als Gast zu uns bekommen.

00:54:19: Die ist geistig total fit aber der geht es richtig schlecht und die möchte dann Hörbuch machen.

00:54:25: Aber wir haben nicht mehr viel Zeit So Normalerweise vierzehn Uhr irgendwann lässt man auf den Griffel fallen.

00:54:34: Ja sicherlich Das wird ja Teilzeit stellen.

00:54:35: Gut Dann haben wir das hingekriegt.

00:54:41: Wir hatten bis Samstag Mittag das organisiert Die Audio-Biografien, das war auch wieder so ein Moment wo ich gesagt habe ja gut kommen wir versuchen es.

00:54:53: Eigentlich ist die Finanzierung nicht aber kommen wir versuch uns.

00:54:57: Da ist losgefahren und als sie ankam hatte die Sterbephase begonnen.

00:55:03: Aber wir hätten's geschafft.

00:55:05: Und wenn sie nur einen Tag später, dann wäre noch ein Tag aufgenommen gewesen.

00:55:09: Wir bemühen uns und oft klappt es auch.

00:55:12: Ich kann mich erinnern, wir haben irgendwann mal so eine Sache, ne?

00:55:14: Das kommt der Anruf.

00:55:19: Projektteilnehmerin in Berlin.

00:55:24: Am ersten Weihnachtstag ist die Berliner ... Wir sind ja flächendeckend aufgestellt, waren aber alle nicht erreichbar.

00:55:30: Ja, ja.

00:55:34: Hat der niemand was zu tun?

00:55:35: Am ersten Weihnachtstag ist eine Audiobiografin aus Köln mit dem Zug nach Berlin gefahren.

00:55:42: Ist einen Tag im Hospiz gewesen und hat einen Tag alles das aufgenommen, was der Mutter wichtig war.

00:55:48: Und am zweiten Weihnachtstage ist die Frau gestorben.

00:55:51: Aber sie hat uns das auf den Körperbuch.

00:55:54: Wir kriegen es hin!

00:55:55: Deswegen vierzig Audiobiografen, flächendeckend... Fünfzig Sound Designer, die die Arbeit machen.

00:56:04: Alle ausgebildet alle psychologisch begleitet.

00:56:10: das kriegen wir hin.

00:56:11: Das Banale was uns fehlt ist das Geld.

00:56:16: Wobei Wir Machen Ja Hörbücher also genau ja.

00:56:20: aber du hast es am Anfang gesagt Die Nachfrage ist größer als das was ihr decken könnte und dass Es Vielleicht Also Wenn Hier Jemand Ist der das gerade Hört und Sagt Ich habe und ich habe fünfzig Hörbücher übrig, dann ist es da was sich gerne bei dir melden glaube ich eher oder sie?

00:56:38: Genau.

00:56:39: Also wir haben da auch wunderschöne Unternehmenspartnerschaften die wir anbieten.

00:56:42: Wir haben Urkunden.

00:56:44: also ich meine tu gutes und spricht darüber ja.

00:56:47: also natürlich werden diese Menschen die uns unterstützen auch in irgendeiner Weise gewürdigt.

00:56:51: Ja vollkommen klar!

00:56:53: Auch das ist wenn jemand... Wir haben Stiftungen die uns unterstützen für eine Zeit.

00:56:58: Natürlich haben wir das.

00:57:00: Also wir reden ja von großen Beträgen, wenn man jetzt über die Jahre sieht wie viel Spenden wir schon gesammelt haben.

00:57:10: Natürlich alles im Jahresbericht nachlesbar der Jahresberichte auf der Webseite.

00:57:13: Verlinken wir in den Showloads?

00:57:15: Genau für die Ökonomien.

00:57:16: also alles nachles bar alles transparent alles wunderbar auch.

00:57:21: Und dann sieht man auch, was da für eine Arbeit untersteckt.

00:57:23: Das ist mehr als einfach nur ein Handy hinhalten und zu sagen, sechstausend Euro ist aber verdammt viel Geld!

00:57:28: Das kann man billiger und mit KI könnte man es noch billig machen?

00:57:31: Nein, das kann man nicht.

00:57:32: Ja, ist glaube ich aber auch so ein bisschen... also interessant finde ich, da kommen wir jetzt zu dir.

00:57:39: Dass es Leute gibt, die das so einschätzen.

00:57:41: Weil ich glaube jemand der das nie gemacht hat kann die Arbeit nicht einschätzen.

00:57:45: Ist

00:57:45: doch gar kein Vorwurf.

00:57:46: Nein,

00:57:48: völlig klar.

00:57:49: Ich glaube man kann das einfach wirklich nicht einscherzen wie viel Arbeit hinter einer Audioproduktion steckt weil du siehst am Ende die fertige Stunde oder die fertigen sechs Stunden und dass aber auf jede minutisch Produktion drei Minuten Schnittzeit kommen, dass Features produziert werden ist alles glaube ich nicht den Leuten nicht klar und geht auch gar nicht darum, hier jetzt irgendwie das um Mitleid zu werben oder so.

00:58:13: Überhaupt nicht, sondern einfach so dass man da mal ein Bild dafür bekommt.

00:58:17: Und so ein bisschen frage ich mich aber Judith wie du dazu gekommen bist?

00:58:21: Weil Du kommst eigentlich aus einer... Na ja!

00:58:24: Ich will nicht sagen ganz anderen Richtung.

00:58:26: Du bist Journalistin, du bist Hörfunkjournalistin.

00:58:29: Du hast jahrelang selbst moderiert.

00:58:31: vielleicht kennen viele deine Stimme noch aus dem Deutschlandfunk.

00:58:36: Prima erst mal nichts mit der Thematik des Familienhörbuchs zu tun gehabt, oder?

00:58:42: Ja könnte man so sagen.

00:58:44: Ich sehe im Rückblick ist auch immer die Frage wie man seine eigene Geschichte sieht und bewertet.

00:58:49: Das sehe ich tatsächlich ganz anders in dem Sinne dass ich selber sehr früh und zwar mit achtzehn Jahren zum ersten Mal wirklich vehement mit dem Tod konfrontiert worden bin.

00:59:02: Meine erste große Liebe war von einem Tag auf den anderen tot.

00:59:07: Und damit musste ich mich auseinandersetzen, und ich kann mich noch erinnern es war also december und als wir instagrar betrugen und Ich war natürlich vollkommen geschockt und traumatisiert und damals gab's auch keine psychologischen Hilfen.

00:59:22: Also ich habe zwei Tage später meine Englischarbeit verhauen, nach seinem Tod und die ist voll mit sechs bewertet worden.

00:59:28: Also hat sich keiner damals Gedanken gemacht!

00:59:31: Ich bin trotzdem irgendwie durchs Abitur gekommen.

00:59:34: aber ja gut es auch interessant so im Blick und auch... Das finde

00:59:38: ich interessant.

00:59:38: wenn's heute glaube ich nicht mehr geben hoff' ich dass das nicht mehr gemeint wird.

00:59:41: Auch zum Beispiel dass ich darüber gesprochen habe, dass war auch was was sehr irritiert hat, dass ich offen gesagt hab, also die Dame ist die erste Reaktion weil dann so Mein Gott, du hast abgenommen.

00:59:52: Ist irgendwas los und so?

00:59:53: Und es sieht ja gut aus, mal ein paar Kilo weniger!

00:59:55: Ich meine das kam schon damals.

00:59:57: Schon manche Einleitung... ich sag ja mein Freund ist gestorben.

01:00:01: Oh, weil das wollten wir jetzt eigentlich so genau nicht wissen.

01:00:03: Also das war schonmal ein Lernen fürs Leben.

01:00:07: Ich rede vielleicht auch manchmal ein bisschen viel aber ich rede und eigentlich wollen die Leute das gar nicht wissen.

01:00:14: also erster Lernschritt reden tut gut.

01:00:17: Meine Oma hat immer gesagt Reden ist Silber, schweigen ist Gold.

01:00:21: Lieber Oma?

01:00:21: Nein!

01:00:23: Das ist falsch.

01:00:24: Interessant ist ein Spruch, den ich so aus meinem Elternhaus auch noch kenne.

01:00:27: nicht das meine Eltern denen irgendwie aktiv gesagt hätten.

01:00:29: aber dieser Spruch ist bis heute total geläufig.

01:00:31: reden ist Silberschweigen und Gold.

01:00:33: Ist falsch, sag' ich mal.

01:00:34: Also man kann zu viel reden ja, man kann auch Sachen kaputtreden, aber nein.

01:00:37: Komm

01:00:38: doch auf den Kontext an.

01:00:38: Liebe Oma

01:00:39: der Sprur ist schonmal falsch, das habe ich gelernt.

01:00:42: Und dann war ich achtzehn wusste, der erste Mann den ich geliebt habe ist tot und ich spürte wirklich... also das war wirklich so ein... Ich spürde in meinen Adern dass Blut fließt.

01:00:52: Es ist warm, ich atme es ist kalt draußen, ich muss mir was anziehen um nicht zu frieren.

01:00:58: Ich lebe!

01:00:59: Und das war ein ganz ganz starkes Jahr zum Leben und ich hab mich dann damit natürlich beschäftigt und irgendwie hat mich der Tod nicht traumatisiert sondern stärker gemacht.

01:01:14: könnte man wahrscheinlich heute auch alles erklären, Religionsforschung bla bla bla.

01:01:17: Gut und ich wollte Journalistin werden und Ich bin durch Zufall beim Deutschlandfunk in die Medizin Redaktion geraten Und das war Anfang der achtziger Jahre, also so alt bin ich ja schon und es kam eine rätselhafte Krankheit auf von der man damals gar nicht wusste was das ist.

01:01:39: Also vor allen jungen Leute die starben und sonst wars also AIDS Mich konnte die Redaktion los schicken.

01:01:49: Ich war in den Kliniken, ich habe mit Leuten gesprochen, die knapp älter waren als ich und für die das damals ein Todesurteil war.

01:01:57: Ich konnte mit den Menschen reden.

01:01:58: Die haben sich mir geöffnet.

01:01:59: Ich hab nie erzählt was ich selber erlebt habe ja?

01:02:03: Und... ...ich konnte damit umgehen!

01:02:06: Ja?!

01:02:07: Und ehm.. Ich wusste auch wann ich das Mikrofon ausmache.

01:02:10: Ich bin nämlich nie so eine distanzloserasende Reporterin gewesen.

01:02:14: Und irgendwie hat das meinen Weg schon ein Stück vorgezeichnet.

01:02:17: dieses Stimme geben.

01:02:19: Es ist im Nachhinein irre, ja?

01:02:21: Ja

01:02:21: viele Jahre früher gewesen.

01:02:23: Wir reden jetzt von einer zwanzigjährigen, die Menschen eine Stimme gibt damals einen HIV-Positive ich weiß noch als der erste HIV positive zu uns in Studio kamen wir die alle Angst hatten was für ein Glas müssen wir das Glas hinter wegschmeißen?

01:02:37: kann er unsere Kaffeetasse benutzen?

01:02:38: ist das ansteckend?

01:02:39: also all dieses.

01:02:40: und ich hatte überhaupt keine Angst.

01:02:44: Und da begann das so, dass ich im Nachhinein da eigentlich mein Weg begonnen habe.

01:02:48: Ich habe mich ganz viel mit tot und sterben beschäftigt.

01:02:50: Dann kam die Palliativ- und Hospizbewegung nach Deutschland.

01:02:57: Ich war sofort da!

01:02:58: Ich wurde losgeschickt als junge Frau.

01:03:02: Da hat sie natürlich auch keiner Gedanken gemacht.

01:03:04: wie schafft ihr das psychisch?

01:03:05: Also Krisenintervention, dein Thema gab es gar nicht.

01:03:08: Das ist ja

01:03:08: viele Jahre später erst sein.

01:03:11: Aber ich konnte damit umgehen und ich habe den Menschen eine Stimme gegeben.

01:03:17: Und ja, dann wurde ich selbst Mutter und dann wurde mir ganz bewusst Es trifft ja nicht immer nur die anderen es kann auch mich selber treffen.

01:03:28: was würde Ich eigentlich tun wenn ich wüsste ich muss bald sterben?

01:03:32: Und damals hab' ich gedacht wird ein Kassett-Milkorder voll quatschen weil ich war ja ich hatte auch Fernsehen gemacht aber ich bin einfach was Radio angeht Überzeugungstäterin das ist für mich Das ist das Medium.

01:03:42: Ich habe auch geschrieben, ich habe auch Fernsehen gemacht.

01:03:44: Radio, Stimme, Stimmestimme, das ist das was mich immer beschäftigt hat.

01:03:49: und ja dann war es aber natürlich eine Zeit wo an Digitalisierung das noch gar nicht zu denken haben, also dieser...ich würde ein Kassettenrekorder voll quatschen mit meinem Leben, mit meinem Lachen, mit meinen Zaulern, mit meiner Liebe, mit was auch immer!

01:04:06: Und diese Idee ist mir nie aus dem Kopf gegangen.

01:04:09: Und dann kam die Digitalisierung.

01:04:11: Und dann hatte ich auch gleichzeitig gemerkt, wo es gibt so viele Geschichten, die man bewahren möchte und ich bin ja diese drei Minuten fünf Minuten... Also letztendlich habe ich große Formate gemacht.

01:04:22: Ich habe die lange Nächte gehabt in Deutschland, weil ich hatte auf drei, vier Stunden Zeit aber immer noch viel zu wenig.

01:04:26: das Leben hat ja mehr.

01:04:28: Und da habe ich irgendwann angefangen für Seniorenfamilienhörbücher zu machen.

01:04:34: also damals ist auch dieses Wort Familienhörbuch ist auch markengeschützt, ja?

01:04:37: Also damals ist das entstanden.

01:04:40: Und dann habe ich mit den Senioren diese Hörbücher gemacht und dann kam so ein Zeitpunkt wo mich das irgendwie... also ich hab da total viel Freude dran gehabt aber ich fand es auch sehr anstrengend weil diese damalige Generationen muss man jetzt schon sagen das ist jetzt auch schon wieder über zwanzig Jahre her Kriegsgeneration Die war so auf Überleben programmiert dass die viele Themen Da sind wir wieder beim Schweigen dass ich den Themen gar nicht stellte, nicht stellen wollte und ich irgendwie dachte ja eigentlich schade.

01:05:12: Und dann kam mir dieser Gedanke Moment mal du hast auch damals gedacht Du würdest ein Krasettenreher oder Vollquatschen?

01:05:19: Ich hatte ja mit Palliativ-Patienten mit so vielen zu tun.

01:05:23: und dann habe ich mir überlegt Nein warum gibst du denen nicht die Stimme?

01:05:26: Warum gibst Du denen nicht eine

01:05:27: Stimme?".

01:05:28: Und so begann das dann und dann hatte ich natürlich den Vorteil Ah!

01:05:30: Ich war in der Palliative Medizin gut vernetzt Ja?

01:05:34: Also ich wusste, was palliativ Medizin ist.

01:05:37: Ich hatte mit so vielen Patienten gesprochen schon für das Radio und ich habe Geschichte studiert über uns.

01:05:47: Also Historikerin ja also immer ein bisschen das Interesse auch an der Geschichte.

01:05:52: Und dann ist die Idee geboren und dann hab' ich erste Konzepte geschrieben Und dann habe ich das Ärzten erzählt und die sagten ja, schöne Idee finden sie mal Geld.

01:06:02: Aber ich hab keine Zeit!

01:06:05: Dann hatte ich den ich vorher nicht persönlich kannte Professor Radbruch.

01:06:11: der war damals Präsident der deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin in Bonn im Sitz in Köln.

01:06:17: Den hatte ich angesprochen und er sagte auch das Interessante beschäftigte sich nämlich mit Biografiearbeit.

01:06:23: auch bei Palliativ-Patienten kommen sie mal vorbei.

01:06:26: Dann hat er mich sitziert, auseinandergenommen.

01:06:31: Da kommt so eine Journalistin und will sowas machen.

01:06:33: Was soll das?

01:06:34: Und kann die das überhaupt?

01:06:35: Wie geht sie mit Leuten um?

01:06:37: Na gut!

01:06:37: Also ich wurde für Gut befunden.

01:06:39: Wollte mit einem netten Lächeln sagen, na sie müssen jetzt erstmal Geld finden und dann können wir auch mal weiter reden.

01:06:45: Und da kannte ich ne Frau auf dem Kinderspielplatz und die kannte jemandem im Kindersspielplatz.

01:06:50: Du, es gibt da jemanden bei der reinen Energiestiftung.

01:06:52: Hat zwar überhaupt nichts mit deinem Thema zu tun aber der ist nett!

01:06:55: Ruf den doch mal an.

01:06:56: also Kinderspielplatz, Kinderspiegel... und er sagt ne passt überhaupt nicht in unser Konzept Aber klingt spannend.

01:07:03: kommen sie mal vorbei Ja?

01:07:05: Und dann haben die so lange überlegt bis sie sagten So wir haben jetzt den Ansatz Wir fördern drei Jahre Die Pilotphase des Familienhörbos.

01:07:15: Das war zwei tausend vierzehn.

01:07:18: Sie sagten Wir machen.

01:07:21: Das war gleichzeitig die Phase, in der mein Mann die Diagnose palliativ und unheilbar bekam.

01:07:28: Aber meine Kinder waren wenigstens nicht mehr minderjährig.

01:07:32: Er war ein Junge, Erwachsene aber schon... das was mich auch noch mal bestärkte ja ist es schrecklich und ich hab dann auch so überlegt, haut das Schicksal mir jetzt eins um die Ohren und zu sagen, Judith, hör jetzt mal auf mit dem Ganzen!

01:07:43: Ja man wird ja an irgendeiner Stelle auch.

01:07:45: Da hat man dann fast schon wieder den Aberglauben nach.

01:07:48: Jetzt hast du da klug geschwätzt, du kannst mit dem Thema umgehen und du kannst das!

01:07:51: Und jetzt kriegst du mal so richtig... Beweis es!

01:07:54: Ja und dann habe ich so wirklich mit mir ein paar Tage gerungen und mein Mann sagt dann Judith starte und ich versuche so lange zu leben wie's irgendwie geht damit du durchstarten kannst.

01:08:05: mach dass und ja.

01:08:08: dann entstand die Situation.

01:08:12: auf der einen Palliativstation mein Mann lag und auf der anderen die Projektteil nehmenden Patienten, die ich intervierte.

01:08:19: Und komischerweise war das nicht belastend.

01:08:22: im Freundeskreis, sagten viele Menschen jetzt ja eigentlich auf und macht das nicht

01:08:25: usw.,

01:08:26: sondern ich habe das als Entlastung oder Begleitung in der schrecklichen Situation wohltu.

01:08:35: und zu sagen ist das falsche Wort.

01:08:36: Mir fällt aber kein besseres ein!

01:08:38: Ja,

01:08:38: aber ich verstehe was du meinst.

01:08:39: Und ja, und dann sind wir gestartet mit dieser Projektphase.

01:08:44: Es war ein Mann gestorben, im Jahr zwei Tausend Achtzehn.

01:08:48: Und da habe ich natürlich auch gemerkt dass dieses auseinandersetzen mit Sterblichkeit.

01:08:52: Ich hatte eine palliativ Care Ausbildung in der Zwischenzeit gemacht Einfach!

01:08:57: Man will das nicht aber es ist hilfreich zu wissen Ja?

01:09:02: wie wir meinen Mann beim Sterben begleiten können.

01:09:05: Ich wusste, dass es eine Palliativversorgung gibt!

01:09:07: Ich wuste, daß es eine spezialisierte ambulante Palliativversorgungen gibt!

01:09:15: Und ich habe mich auf den Weg gemacht und ich habe alle Unterstützung bekommen die mein Mann brauchte oder die wir brauchten um ihn zu Hause beim Sterbem gutzubegleiten.

01:09:28: Gleichzeitig machte ich diese Familie in Hörwücher und als mein Mann dann gestorben war habe ich gesagt, so jetzt ist die Welt sowieso irgendwie in Trümmern.

01:09:36: Alles ist anders.

01:09:39: Meine Kinder sagten mach mal eine warme Suppe Christe bei uns.

01:09:47: und dann hab' ich den Deutschlandfunk gekündigt also als feste Freie ja schon Luxusversorgung als fest freier Ja Also mit Urlaubsgeld und Krankengeld

01:09:57: Und überhaupt erstmal regelmäßigem Geld und

01:09:59: regelmäßigen Geld.

01:10:00: So.

01:10:01: und dann habe Ich angefangen und Dann Habe ich gegründet.

01:10:04: Dann habe ich gesagt, dann sagt niemand im Deutschlandfunk mir noch mehr.

01:10:07: so meine Redakteure.

01:10:09: Judith wenn es nicht klappt du kannst zurückkommen.

01:10:12: das fand ich sehr lieb, sehr beruhigend.

01:10:15: wäre da nicht möglich gewesen weil dann kam ja Corona also dann hat sich sowieso alles geändert und in dieser Corona-Phase bin ich durchgestartet Und das war eine Zeit... Ich weiß noch einer Projektteilnehmerin zugesagt, einer jungen Mutter.

01:10:41: Die wollte Donnerstags zu mir kommen oder Freitags und dann kannte Donnerstag der Lockdown.

01:10:46: ich glaube es war ein Donnerdag Und sie hatte in der Woche danach einen OP-Termin für eine schwere Operation womöglicherweise Sie hinterher nicht mehr schwere Leute sprechen können, die hatten einen Gerntumor.

01:11:02: Und zwar der Lock down.

01:11:04: und ja und dann hatte Aber es gab Menschen, die hatten Zeit.

01:11:09: Nämlich die Musiker.

01:11:11: Hatten alle keinen Auftritt mehr.

01:11:15: und dann gab es diesen Musiker einer großen deutschen Band der sagt, ich habe Zeit!

01:11:22: Komm wir bauen dir jetzt das alles so auf.

01:11:26: Wir schicken der Mikrofone.

01:11:28: Ich richtet ja den Computer so ein du fängst an und machst online und dann haben wir Samstag und Sonntags aufgenommen zwei Tage.

01:11:39: Dann hieß es keine Operation, Lockdown.

01:11:42: Es ist gefahren und die Operation ist gemacht worden Dienstags.

01:11:48: Sprachzentrum war wohl auch etwas beeinträchtigt.

01:11:51: Weiß ich nicht aber das Hörbuch verfertigt und ist dann ein halbes Jahr später oder ein Jahr später gestorben.

01:11:57: Aber das Hürbuch war da Und gleichzeitig war so.

01:12:03: die Musiker also unsere Sound Designer sind fast alles professionelle Musiker stehen auf den großen Bühnen.

01:12:14: Die stehen bei den Studioproduktionen, das sind Menschen die wirklich sehr viel Erfahrung haben und die mir sagen du?

01:12:21: Die Arbeit am Familienhörbuch ist das gute Kontrastprogramm zu der Glamour Welt, zu dem Hof der Bühne stehen.

01:12:30: Also es ist großartig was das für Leute sind.

01:12:33: Die können natürlich alle etwas hören, können Technik, die hören mit, die kennen die Melodie des Lebens ja!

01:12:39: Und die produzieren heute auch diese Hörbücher.

01:12:45: Das war sozusagen in dieser entsetzlichen Corona-Zeit, war das wirklich das Durchstarten des Familienhörwuchs online?

01:12:58: Wir sind dezentral, wir kommunizieren über Kacheln – das kannte vorher keiner!

01:13:05: Wir haben keine Kosten für Studios und weil jeder kann heute selbst produzieren.

01:13:09: Also wir produzieren auch mit Studios, aber wir haben keine Geschäftsstelle.

01:13:15: Jeder kann so arbeiten und das ist natürlich auch ein Grund dafür dass wir also einfach dann so gut durchstarten könnten.

01:13:25: Wenn du jetzt aus der heutiger Perspektive noch mal zurück guckst auf die Zweiundzwanzigjährige Judith, die da sich mit AIDS beschäftigt hat Es ist genau der Weg den Du Wo du heute sagen würdest, das war genau der Weg.

01:13:38: Der sinnvoll war und es waren die absolut richtige Entscheidungen, das Familienhöhebuch zu machen und alle Sicherheiten aufzugeben und damit durchzustatten.

01:13:45: Absolut!

01:13:45: Also ich habe gestern nochmal drüber nachgedacht.

01:13:47: was wollte ich mit Zweiundzwanzig?

01:13:49: Ich wollte dichterin werden.

01:13:51: Ich hatte sogar schon Lesungen gemacht also ich wollte Lyrikerin werden Und irgendwie ist es dazu nicht gekommen weil mich dann der Journalismus so gepackt hat Ja ich schreibe immer noch gerne aber Und es ist der vollkommen richtige Weg.

01:14:06: Also im Nachhinein, ich habe auch das Gefühl dass ich mich diese ganzen Jahre eigentlich auf das vorbereitet habe was ich als Ü-Sechzigjährige dann angefangen habe nämlich dieses Sozialunternehmen zu starten.

01:14:20: ja also Ich bin eine alte Junggründerin und Das ist witzig.

01:14:27: Auf der anderen Seite Ist das gar nicht so selten.

01:14:31: Ich bin ja dafür auch tatsächlich mit einem Preis ausgestattet worden, mit dem Zugabepreis der Körberstiftung.

01:14:37: Der geht an U-Sächsig Gründerinnen.

01:14:41: und wenn ich mir – wir haben jetzt wieder den nächsten Alumni treffen, da freue ich mich jetzt schon drauf – das sind alles Ü-Sechziger!

01:14:48: Und es ist die Lebenserfahrung.

01:14:53: Es ist bei vielen auch die Dankbarkeit etwas geben zu dürfen dass wir in dem Alter, in dem anderen Rente denken durchstarten.

01:15:08: Es ist natürlich ein Preis, den man zahlt.

01:15:14: In meinem Freundeskreis sind jetzt viele als Rentnerinnen unterwegs.

01:15:19: Du nicht?

01:15:20: Ich nicht!

01:15:20: Du bist unterwegs ja aber nicht in Sachen Rente und Reifen.

01:15:24: Aber

01:15:24: nicht in der Karibik oder sonst wo.

01:15:28: das ist Vielleicht einerseits traurig, weil manchmal denke ich auch.

01:15:33: Machen früh schon wieder so früh raus und so.

01:15:36: Aber auf der anderen Seite das ist mein Leben ja?

01:15:39: Und wenn ich dann zurück gucke um da diesen persönlichen Kreis dann zu schließen... Mein Vater, der Maler hat bis zu seinem letzten Tag obwohl er totkrank war an seinen Bildern gearbeitet.

01:15:55: Er hat an dem Tag, an dem er nachts ausgeatmet hat sein großes letztes Werk vollendet und hatte schon die neue Idee im Kopf.

01:16:05: Und ist lebenssatt wirklich gestorben!

01:16:09: Meine Mutter hat bis sie zweiundachtzig Jahre alt war ein kleines Moduscheft geführt und sehr selbstbestimmt gelebt.

01:16:19: und dann die letzten Jahre ihres Lebens ja einfach... draußen vor der Tür im Café gesessen, mal gutem Wetter und genossen dass sie gut integriert war in der Kölner Südstadt wo das ganze Stadt fand.

01:16:33: Das Leben der Familie Grümmer ist auch selbstbestimmt gestorben.

01:16:40: die hat irgendwann gesagt so jetzt reicht's ich mag nicht mehr essen und alles waren da.

01:16:47: Urenkel sind um ihr Sterbebett, man Bobby K. gerollt und wir haben zusammen sie begleitet und das Leben gelebt und gefeiert.

01:16:57: Und dann hat man so das Gefühl.

01:16:58: oder habe ich so ein Gefühl?

01:16:59: ja bis jetzt ist es alles gut gelaufen obwohl ich natürlich die schwarzen Stunden des Lebens kenne.

01:17:09: Ich hab so manchen Kälch getrunken den ich gerne stehen gelassen hätte.

01:17:15: Das meine ich jetzt nicht im alkoholischen Sinne, sondern der Traurigkeit in Kälch, der bitteren Traurigkeit.

01:17:22: Aber das gehört dazu zum Leben und manchmal will ich es nicht glauben und sage warum ich?

01:17:26: Warum muss mir das alles passieren?

01:17:29: Ich war die erste Witwe am Freundeskreis aber so ist das Leben.

01:17:37: Es ist interessant weil ich glaube jeder denkt sich das an verschiedenen Stellen, jeder denkt sie warum mir, warum schon wieder mir?

01:17:43: Aber dadurch, dass wir uns alle mit dieser Frage immer wieder beschäftigen zeigt ja schon in Nuancen natürlich und es gibt sicherlich Leben die verlaufen gerade als andere.

01:17:54: Du hast ein schönes Beispiel auch genannt jetzt in der heutigen Folge aber wir alle beschäftigen uns ja immer wieder mit dieser Fragen.

01:17:59: das heißt es scheint ganz offensichtlich Teil dessen zu sein.

01:18:03: Es scheint Teil des Lebens zu sein, dass es nicht immer stetig bergauf geht sondern dass es schwer ist an verschiedenen Stellen auch.

01:18:13: Ja Wir Menschen sind ja darin begabt, allem einen Sinn zu geben oder viele Menschen.

01:18:21: Ich versuche

01:18:21: das immer.

01:18:23: Also es ist nicht so dass... also ich sage mal im Endeffekt mein Mann ist ja nicht gestorben damit sich das Familienhörbuch machen kann.

01:18:30: Aber wenn mein Mann nicht gestorsen wäre hätte ich das Familienhöhebuch nicht gemacht.

01:18:34: entweder ich hätte ihn noch lange pflegen müssen dürfen wie auch immer Er hätte gesagt, Schätzchen, jetzt hören wir mit dem ganzen Quatsch auf.

01:18:43: Ja?

01:18:43: Jetzt genießen wir dir das Renten da sein wäre es auch nicht gewesen.

01:18:47: also ich denke natürlich heute so.

01:18:50: trotzdem Ich habe den Sinn gegeben und so ist das ja mit vielen Sachen man gibt einen Sinn.

01:18:54: Und um das noch zu ergänzen, ich hab ja viele Hörbücher auch mit Senioren gemacht vorher und ich erinnere mich, ich habe mal Mit einer Seniore in ein Familienhörbuch gemacht.

01:19:06: Die hat keine Schicksalsschläge in ihrem Leben gehabt gar keine.

01:19:11: Selbst der Krieg hat keinen Narben in die Familie geschlagen.

01:19:16: Und ich muss ganz ehrlich sagen, das ist der unglücklichste Mensch gewesen den ich jemals kennengelernt habe.

01:19:24: Es hat mich wirklich viele, viele Jahre beschäftigt.

01:19:27: Warum ist diese Frau alles gut gegangen?

01:19:32: Alles Wohlstand, alles gesund!

01:19:39: Alle Altgestorben in der Familie keine... warum is sie die Frau, die ich als die unglücklichste Frau erlebt habe.

01:19:50: Das hat auch niemand so viel geweint wie diese Frau.

01:19:55: Vielleicht gehören die Höhlen tiefen einfach dazu und nur wenn es Taylor gibt, gibt's auch Berge.

01:20:04: Ist das die Antwort, die du darauf gefunden hast?

01:20:05: Ja

01:20:06: irgendwo ja!

01:20:06: Die Sonne muss untergehen damit sie wieder aufgeht.

01:20:10: Ich habe irgendwann, das ist auch schon Jahre her, das mal gelesen.

01:20:14: Das ging so ums Thema Urlaub weil ich auch irgendwie gesagt hatte wie schön wäre es immer Urlaub zu haben.

01:20:21: aber es ist nicht schön, immer Urlaubsaum ist nicht Schön!

01:20:24: Weil du brauchst ja den Gegenentwurf Du brauchst die Arbeit dass der Urlaub was besonderes hat.

01:20:30: Vielleicht ist es genau das auch.

01:20:32: also du brauchest vielleicht Höhen und Tiefen, also aus meiner Sicht müssten das nicht die tiefsten Teller sein durch die manche gehen müssen.

01:20:41: Aber vielleicht schon in gewisser Weise eben diese unterschiedlichen Nuancen um eben auch gute Zeiten überhaupt schätzen zu können.

01:20:48: Also wenn ich jetzt so an die Geschichte und an diese Frau denke frage ich mich schon Was hat den einen Tag vom anderen unterschieden bei ihr?

01:20:57: Weißt du, wenn man das runterbrechen würde.

01:21:00: Oder auch umgekehrt, wenn wir jetzt noch mal wirklich auf die Kinder, die so früh Mama oder Papa verlieren... Das ist

01:21:06: schrecklich!

01:21:07: Ja ohne jeden Zweifel.

01:21:09: Gut, wir können ihnen etwas mit auf den Weg geben.

01:21:12: aber ich habe oft gesagt und es kommt nicht von mir sondern aus der palliativen Medizin von den Menschen, die da täglich viel mehr zu tun haben Der Tod prägt ein Leben.

01:21:27: Er kann sein Leben erschüttern, ja?

01:21:29: Der Verlust aber er muss nicht traumatisieren und er präght Und das sind nicht die schwächsten Kinder, die daraus entstehen oftmals Ja.

01:21:44: also dass sind schon als ich glaube dass diese kinder oftmals auch ganz besondere kinder sind.

01:21:49: man wünscht es keinem ja.

01:21:51: Aber wenn man dann eben geschichten wenn man einfach biografiert Macht und so viele Lebensgeschichten kennt.

01:21:59: Dann spüren, erleben wir immer wieder und hören uns auch immer wieder dass die Fähigkeit das man als Mensch einen Sinn geben kann vielen und daraus ein Sinn und eine Kraft und eine Resilienz entwickeln kann.

01:22:14: ja Dass das ist was das Leben dann auch so besonders macht.

01:22:21: Also insofern, ich hoffe auch immer dass das ein Trost ist für die die so früh ihre Kinder alleine lassen müssen.

01:22:29: Das ist eine untröstliche Situation.

01:22:30: also gar keine Frage aber sie geben ihnen etwas mit und Sie müssen dadurch nicht traumatisiert sein.

01:22:38: Sie müssen da durch nicht geschwächt sein sondern vielleicht werden sie dadurch besonders stark.

01:22:45: Und Ich weiß ich war mal auf einem Vortrag von einem Nobelpreisträger.

01:22:54: Der hat sein ganz besonderes Mikroskop entwickelt und seine Motivation war, das war ein Vortrag bei der deutschen Gesellschaft für Piativmedizin.

01:23:05: Seine Motivationssicht durch diese unendliche Leid auch was Forschung bedeutet Rückschläge weitermachen, für verrückt erklärt zu werden weil das was man im Kopf hat eigentlich gar nicht funktioniert.

01:23:18: die Motivion war der frühe Tod seiner Mutter durch Krebs und er gesagt hat, ich will etwas tun.

01:23:26: Und da hat ein Mikroskop erfunden was sowieso so viel tiefer in die Kleinheit des Lebens, in den Mikrobereich geht, dass er wirklich der Krebsforschung eine ganze Menge gebracht hat.

01:23:43: Wäre er das geworden wenn er dieses Schicksal nicht gehabt hätte?

01:23:48: Vielleicht und vielleicht nicht.

01:23:54: An der Stelle würde ich normalerweise Werbung machen und würde sagen, Leute hört unbedingt mal in so ein Familienhörbuch rein.

01:24:01: Aber du hast das schon angedeutet?

01:24:02: Das geht natürlich nicht!

01:24:03: Und es geht ja auch gut im Grunde nicht.

01:24:05: Die sind für die Familien, das sind Werke, die bleiben in den Familien, die sind nicht öffentlich.

01:24:10: aber es gibt trotzdem eine ganz gute Möglichkeit mal einen Einblick zu bekommen.

01:24:14: denn ganz am Anfang habe ich es schon gesagt wir haben uns bei TEDx in Freiburg kennengelernt absolut wunderbaren Talk gehalten, zu dem es auch ein Video gibt und wo du auch originale Stimmen mitgebracht hast.

01:24:27: Also wo du noch mal wirklich einen tieferen Einblick gibst als wir das jetzt hier tun konnten was so'n Familienhörber ist da kann ich jeden und jede nur einladen schaut euch diesen Talk an hört euch diesen talk an.

01:24:37: aber ich empfehle schaut wirklich auch rein dann... Ich find's auch spannend die Person hinter der Stimme mal zu sehen und da kann man dich ja eben sehen.

01:24:45: Die Familienhöpfe sind nicht öffentlich vollkommen klar.

01:24:48: Ausschnitte, die man hören darf.

01:24:50: Es werden oftmals Ausschnitten freigegeben für diesen kurzen Reels in Instagram.

01:24:57: also da folgt uns

01:24:58: genau.

01:24:59: auch das ist eine schwere Möglichkeit.

01:25:01: bekommt

01:25:01: man eine Ahnung?

01:25:02: es gibt auch einige Filmdokumentationen.

01:25:05: wie findet man bei uns in der Mediathek.

01:25:06: also es gibt erstaunlich viele Menschen obwohl das Hörbuch so privat privat privat ist die bereit sind ausschnitte zu veröffentlichen oder die selbst bereit sind vor die Kamera zu treten.

01:25:19: Auch aus Dankbarkeit, dass so die Idee vom Familienhörbuch weiter verbreitet werden kann und Leute vielleicht rechtzeitig zu uns finden wenn sie ein Hörbuch aufgrund dieser Diagnose eben machen müssen wollen.

01:25:35: wie auch immer mein Ausdruck.

01:25:38: also da gibt es schon Möglichkeiten da auch nochmal eine Ahnung von zu bekommen.

01:25:43: Ich sag gleich noch was zu palliativ.

01:25:46: Ich hab jetzt schon so viel geredet, aber ich glaub das was jeder doch damit rausnehmen wollte und auch das was ich in Freiburg bei den TEDx sagen wollte ist dieses Was ich dir noch sagen wollte oder dieses was ich eigentlich noch gerne gefragt hätte wo man oft feststellt nach dem Tod Verpasst, verpasste Chance.

01:26:11: Eigentlich wollte man immer aber wann hat's nicht?

01:26:13: aus Tausenderlei Gründen?

01:26:14: Aus Zeit oder aus Angst, aus Scham, was auch immer... Mensch lass uns doch miteinander ins Gespräch kommen!

01:26:23: Nicht immer aufschieben.

01:26:26: Es täte vielen von uns so gut, mehr voneinander zu erfahren und ins Gespräch zu kommen.

01:26:31: Ich glaube – das habe ich auch bei TEDx gehabt – dass es ein sehr probates Mittel gegen die Einsamkeit ist einfach miteinander ins Gesprich kommt sich öffnen, die Stimme klingen lassen, die Emotionen, die da drin sind.

01:26:43: Und was ich noch zu variativ sagen wollte, das ist ja so'n böses Wort Das böse P-Wort um Gottes Willen!

01:26:48: Es ist immer noch die Vorstellung in vielen wenn sie das Wort überhaupt je gehört haben.

01:26:54: Das ist dieses, wir können nichts mehr für Sie tun.

01:26:57: Ein bisschen wie in Filmen auch?

01:26:59: Ja, schrecklich!

01:27:00: Oder es ist genau dieser Satz Wir können leider nicht mehr

01:27:04: für sie tun.

01:27:04: Sie sind ausderrabiert.

01:27:05: Leider nicht nur im Film sondern auch in der Realität fallen diese Worte sehr oft.

01:27:10: Wir haben bei einer Krebsdiagnostik tatsächlich eine Palliativen ein gesetzliches Anrecht auf eine Pelliativversorgung.

01:27:19: Es sind nur ganz wenige, die dieses Anrecht auch in Anspruch nehmen.

01:27:24: und weil dieses böse P-Wort eben so gefährlich ist.

01:27:30: Nein!

01:27:31: Palliativmedizin heißt das Ziel ist nicht mehr die Heilung.

01:27:35: Das Ziel ist ein gutes Leben eine akute Versorgung um etwas kämpfen, wo die Wahrscheinlichkeit extrem gering wird.

01:27:51: Ich sage immer ... Die Wunder sind ja trotzdem erlaubt und die gibt es auch bei uns!

01:27:57: Wir haben Leute im Projekt, ich kann mich eine Frau erinnern, die hat ... ... zwei Tausend Achtzehn Familienhöhungen mit mir gemacht.

01:28:04: Das war vollkommen klar, dass sie Weihnachten nicht erlebt.

01:28:07: Das wusste Sie?

01:28:08: Das habe ich geahnt.

01:28:10: Brustkrebs, gehörnvoller Metastasen.

01:28:12: Ja?

01:28:14: Die lebt.

01:28:14: Die ist wieder in Beruf.

01:28:16: Da hat die... So, die hat sich später mal gemeldet.

01:28:18: Da hat die Immuntherapie so angesandt und sie sagt, guck mal ich weiß es kann morgen vorbei sein weil wenn ihr nicht mehr greift dann ist das der Absturz.

01:28:28: aber es kann auch sein dass ich noch zwanzig Jahre lebe.

01:28:31: Das war zwei tausend achtzehn nicht absehbar.

01:28:33: Aber Sie isst unheilbar und es kann jeden Moment vorbei sein.

01:28:37: aber Es kann auch noch sehr viele Glücksmomente geben palliativ Versorgung Symptomkontrolle Lebensqualität und vor allen Dingen.

01:28:47: Und deswegen ist das Familienhörbuch nicht in der Onkologie zum Beispiel angesiedelt, sondern in der Palliativversorgung.

01:28:54: Die Palliative Versorgung hat die Aufgabe... ...die ganze Familie in den Blicken zu nehmen.

01:29:00: Auch ich als Angehörige bin nie vom Onkologen gefragt worden Wie geht's dir?

01:29:06: In der Pelliativ-Versorgung?

01:29:08: Ja!

01:29:08: Da wird die Familie in dem Blick genommen.

01:29:10: Deswegen sind wir da.

01:29:11: Das heißt es wird wirklich geschaut und gekümmert Es wird sich um die Familie mitge kümmert.

01:29:15: Also natürlich muss man auf was dazu sagen, ja.

01:29:18: Aber ich weiß selbst als meine alte Mutter dann versorgt wurde in ihren letzten Lebenstagen und die Urenkel da um das Bett mit dem Bobbikar fuhren kamen die Fachleute also das Vegepersonal und sagte brauchen die Urengelhilfe?

01:29:41: Brauchen sie können wir etwas tun?

01:29:43: Brauen Sie Gespräch?

01:29:44: Braauen Sie ein Rad?

01:29:44: Brauchten Sie können wir irgendetwas für sich tun?

01:29:48: Selbst die Urenkel waren in diesen warmen Mantel, des palliativen Palum der Mantel.

01:29:56: Waren in diesem warmen Mantel mit um Sorg und Schütz, mit um Hüllt.

01:30:05: Das ist palliativ!

01:30:06: Und das heißt nicht wir können nichts mehr für sie tun ja?

01:30:10: Da kann ich nur noch mal aus meiner ganz eigenen Lebenserfahrung sagen als mein Mann schon sehr weit krank war da gab es diese Situation aber ganz normal im Krankenhaus, nicht auf der Palliativstation.

01:30:23: Der konnte kein Glas mehr zum Mund heben.

01:30:27: und dann habe ich gesagt so jetzt müssen wir... es muss jetzt palliativ versorgen.

01:30:32: Das kam nicht besonders gut an bei den Ärzten ja?

01:30:37: Und dann ist er auf die Palliativstation gekommen, da hab' ich wirklich nachgedrängt.

01:30:40: Ich kannte den Weg Ja!

01:30:43: Und der ist ja zehn Tage gewesen.

01:30:45: und nach zehn Tagen, ich weiß noch, das war ein erster November und die Sonne schien Es wurde entlassen und wir sind den ganzen Tag im Fahrrad in Köln unterwegs gewesen.

01:30:55: Mein Mann hat gesagt, warum bin ich da nicht schon viel früher hingekommen?

01:31:00: Und es ging mich um aufgeben!

01:31:02: Es ging mich die Königswürfel für mich tun.

01:31:04: Der ist natürlich ein Monat später gestorben das war absehbar aber er hatte noch eine gute Zeit gehabt und wir haben auch eine gute zeit gehabt

01:31:15: Judith wenn du das so sagst dass du selbst der Beste belegt dafür bist oder nicht.

01:31:21: Jetzt bist es ja nicht mehr nur du, sondern das ganze Familienhörbuch dass man eben doch noch eine ganze Menge für die Menschen tun kann.

01:31:27: und Ja Du hast das gesagt Es geht nicht mehr um Heilung.

01:31:31: Aber nur weil man etwas nicht heilen kann heißt Das Nicht Dass Man Nichts Mehr Für Die Menschen Tun Kann.

01:31:36: Und das Familienhürbur ist ja nur eins von unzähligen Beispielen.

01:31:40: Du Hast das andere gerade genannt.

01:31:43: Danke

01:31:46: Und wie immer bedanke ich mich natürlich ganz am Ende der Folge vor allen Dingen bei euch dafür, dass ihr in diese Folge in diesen Podcast reinhört und ihnen damit unterstützt.

01:31:54: Wenn es euch gefallen hat dann lasst natürlich auch gerne ein Kommentar und eine positive Bewertung da.

01:31:59: das freut mich sehr und hilft auch weiterhin diesen Podcast noch ein bisschen bekannter zu machen und Ich freue mich wenn ihr in zwei Wochen wieder mit dabei seid und ich sage an der Stelle bis dahin machts gut.

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