Vier Monate

Shownotes

Ein Arzt sagt Elke Hartmann, sie habe noch ungefähr vier Monate zu leben. Sie solle noch einmal mit ihrem Mann und ihren Kindern in den Urlaub fahren – es werde vermutlich der letzte sein.

Drei Jahre später sitzt Elke vor einem Mikrofon und erzählt ihre Geschichte.

Elke lebt mit einer palliativen Krebsdiagnose. In dieser Folge erzählt sie, was es bedeutet, wenn das eigene Leben plötzlich nicht mehr selbstverständlich planbar ist, warum sie zeitweise gelernt hat, nur noch zwei Wochen vorauszudenken und wie sich eine schwere Erkrankung auch auf Freundschaften und Familie auswirkt.

Vor allem aber sprechen wir über ein Projekt, das wir bereits aus der vergangenen Folge kennen: Elke hat ein Familienhörbuch aufgenommen. Ihre Lebensgeschichte, ihre Erinnerungen und ihre Stimme sollen bleiben – für ihre Kinder und die Menschen, die sie liebt. Und überraschenderweise hat dieses Hörbuch nicht nur etwas für die Zukunft verändert, sondern auch für Elkes Leben heute.

🔍* Themen dieser Folge*

👉 Wie Elke mit der Prognose umging, nur noch wenige Monate zu leben 👉 Warum sie zeitweise nur noch zwei Wochen im Voraus geplant hat 👉 Was eine palliative Erkrankung mit Freundschaften, Familie und Alltag macht 👉 Wie es sich anfühlt, die eigene Lebensgeschichte für ein Familienhörbuch aufzunehmen 👉 Warum gerade die Kapitel für ihre Kinder besonders schwer waren 👉 Wie das Familienhörbuch Elkes Blick auf ihr bisheriges – und ihr noch kommendes – Leben verändert hat

👤 Über den Gast dieser Folge Zu Gast ist Elke Hartmann.

Elke lebt mit einer palliativen Krebsdiagnose. Nachdem ein Arzt ihr zunächst eine Lebenserwartung von nur noch ungefähr vier Monaten prognostiziert hatte, entschied sie sich, diese Prognose nicht einfach anzunehmen. Drei Jahre später erzählt sie in dieser Folge von ihrem Leben mit der Erkrankung.

Etwa ein Jahr vor unserem Gespräch hat Elke außerdem ein Familienhörbuch aufgenommen. Darin erzählt sie ihre Lebensgeschichte, spricht über ihre Werte und Erinnerungen und hinterlässt ganz persönliche Kapitel für ihre Familie. Besonders wichtig ist ihr dabei, ihren Kindern etwas zu geben, auf das sie später zurückgreifen können – auch für Fragen, die sie ihrer Mutter dann vielleicht nicht mehr stellen können.

🎧 Mehr zum Familienhörbuch Das Familienhörbuch ermöglicht schwer und unheilbar erkrankten Eltern, ihre Lebensgeschichte professionell als Audiobiografie festzuhalten.

Weitere Informationen über das Projekt und Möglichkeiten, seine Arbeit zu unterstützen:

Familienhörbuch

In der vorherigen Folge von „Und plötzlich: Krise“ sprechen wir ausführlich mit Gründerin Judith Grümmer darüber, wie Familienhörbücher entstehen und warum die Stimme eines Menschen eine so besondere Form der Erinnerung sein kann.

🎙️ Host Florian D. Weber – Moderator, Entertainer und seit über 15 Jahren ehrenamtlich in der Krisenintervention und Suizidprävention tätig. Mit „Und plötzlich: Krise“ gibt er Einblicke in Situationen, die sonst verborgen bleiben – und spricht mit Menschen, deren Geschichten bewegen.

⚠️ Inhaltsinformation Diese Folge thematisiert Krebs, palliative Erkrankungen, Tod und Sterben, Todesangst sowie die mögliche Trennung von Eltern und ihren Kindern durch den Tod.

Solltest du Unterstützung benötigen, findest du anonyme und kostenlose Hilfe bei der Telefonseelsorge:

📞 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222

Weitere Hilfe: ➡️ Arbeitskreis Leben Freiburg ➡️ Arbeitskreise Leben Baden-Württemberg

📅 Veröffentlichung Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen, freitags um 7 Uhr.

🔗 Folge dem Podcast 🎧 Spotify, Apple Podcasts & überall, wo es Podcasts gibt 📸 Instagram: @und.ploetzlich_krise

Transkript anzeigen

00:00:01: Elke sitzt ihrem Arzt gegenüber.

00:00:03: Sie weiß, dass sie Krebs hat!

00:00:06: Sie weiß auch, das die Situation ernst ist.

00:00:09: Weil auf das was der Arzt ihr jetzt sagt kann sie nicht vorbereitet sein.

00:00:16: Sie haben noch ungefähr vier Monate.

00:00:19: Vier Monate... Machen sie nochmal Urlaub mit Ihrem Mann und Ihren Kindern.

00:00:24: Das wird der Letzte sein.

00:00:27: Für Elke bricht eine Welt zusammen.

00:00:30: Sie fällt tief

00:00:32: Doch

00:00:33: irgendwann rappelt Elke sich wieder auf.

00:00:35: Sie beschließt, diese Aussage nicht zu akzeptieren und das Gegenteil zu beweisen.

00:00:41: Zwei Jahre später empfängt Elke einen Biografen.

00:00:46: Sie erzählt ihm von ihrem Leben, von ihrer Geschichte, von ihren Erinnerungen, ihren Werten und ihren Gedanken.

00:00:53: Und sie hält all das für eine Zeit fest in der sie selbst nicht mehr da sein wird.

00:01:08: Hallo und ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge von UND Plötzlich Krise!

00:01:12: In der vergangenen Folge habe ich hier im Podcast mit Judith Grümmer

00:01:15: gesprochen.

00:01:16: Sie hat das Familienhörbuch gegründet, ein Projekt für schwer erkrankte Eltern die ihre eigene Lebensgeschichte erzählen und ihre Stimme ihrer Erinnerungen und ihre Gedanken für ihre Kinder und Familien festhalten können.

00:01:29: Heute spreche ich mit Elke Hartmann denn sie hat genau ein solches Familienhürbuch aufgenommen – und das obwohl ihr einen Arzt einmal nur noch wenige Monate gegeben habt!

00:01:41: Drei Jahre später sitzen wir zusammen in Köln.

00:01:44: Und Elke erzählt mir ihre Geschichte.

00:01:47: Wir sprechen darüber, was eine solche Diagnose mit einem Menschen macht Darüber wie es ist wenn das eigene Leben plötzlich nicht mehr selbstverständlich planbar ist Warum?

00:01:57: Elke zeitweise gelernt hat nur noch zwei Wochen voraus zu denken und über ganz vieles mehr.

00:02:03: Vor allem sprechen wir aber über das Familienhörbuch Darüber, wie es sich anfühlt die eigene Lebensgeschichte für eine Zeit aufzunehmen in der man selbst nicht mehr da ist.

00:02:12: Warum manche Kapitel auch heute noch schwer anzuhören sind für Elke und warum ihre Tochter das Hörbuch noch gar nicht hören möchte während ihr neunjähriger Sohn am liebsten immer weiterhören würde?

00:02:24: Vielleicht geht's in der heutigen Folge aber auch einfach um eine ziemlich grundlegende Frage Was hinterlassen wir den Menschen, die wir lieben Und was machen wir mit derzeit die wir bis dahin noch miteinander haben.

00:02:37: Ich bin Florian Dewebeber und ich bin Host- und Moderator dieses Podcasts, ich wünsche euch jetzt ganz viele berührende Gedanken und viel Spaß beim Gespräch mit Elke Hartmann!

00:02:52: Und plötzlich?

00:03:07: Krise!

00:03:11: Das war immer so meine Intention, dass ich gedacht habe Mensch du hast so viel Miss erlebt.

00:03:17: Das kann man doch bremsen!

00:03:18: Warum gibt es nicht für jeden der eine Krebsdiagnose bekommt?

00:03:24: So ein Zettel ist verpflichtend vom Arzt abzugeben wenn du die Diagnose krebs bekommst.

00:03:30: das sind deine Rechte.

00:03:32: alles ist aufgeführt.

00:03:34: Und dann habe ich gedacht, irgendwo musst du diese Unglaublichkeiten und diese Ideen die ich hab doch loswerden.

00:03:41: Ich habe aber nie was gefunden!

00:03:43: Also ich hab dann mal einen Journalist angesprochen, mit dem ich zur Schule gegangen bin.

00:03:48: Der arbeitet hier bei einer Kölner Zeitung aber irgendwie ist nichts draus geworden.

00:03:53: Wir haben nicht das richtige Format gefunden.

00:03:55: und als dann im Familienhoherberuch eben bei mir die Rückmeldungen kamen hey du hast so eine tolle Stimme fürs Radio Dann habe ich drüber nachgedacht ja vielleicht mache ich mal sowas?

00:04:05: Ja!

00:04:05: Dann kam jetzt der Aufruf Hey wir suchen da jemanden und haben mich gesagt okay dann bin ich mal dabei.

00:04:11: Wir haben gestern schon telefoniert, das ist ja alles dann doch erstaunlich spontan entstanden Elke.

00:04:15: Dass ich jetzt hier bei euch in Köln oder bei dir in Kologne sein darf.

00:04:20: Viel Vorlaufzeit hattest du nicht!

00:04:21: Ich glaube letzte Woche hast Du Dich gemeldet und jetzt haben wir Dienstag den elften August Und jetzt sitze ich hier und wir reden also so wahnsinnig viel.

00:04:31: vorbereiten konntest Du DICH NICHT.

00:04:34: Hast du radiumässig mal was gemacht jetzt oder sprichst du regelmäßig abends in dein Handy?

00:04:41: Nein, gar nicht.

00:04:42: Natürlich ich habe eine Palliativdiagnose das heißt Ich hab immer mal Phasen die jetzt auch leider wieder kommen wird wo ich mich behandeln lassen muss Wo ich operiert werden muss jetzt wahrscheinlich mehrfach und von daher Ist sowas zu planen sehr schwierig.

00:04:59: Ich habe auch phasen da geht es mir wirklich nicht gut Da schaffe ich es kaum außerhalb meiner vier wende irgendwas zu machen und dann gibt es wieder Phasen, da ist das besser.

00:05:11: Da könnte ich das machen aber da muss ich gucken wo jetzt gerade mein Schwerpunkt ist.

00:05:16: Dann lege ich vielleicht auf den Schwerpunkten lieber auf was ich mit meinen Kindern machen kann um denen noch etwas mitzugeben, um da noch Erinnerungen und Momente zu schaffen.

00:05:27: und das ist mir tatsächlich am wichtigsten.

00:05:28: und alles andere kommt erst danach.

00:05:33: oder ich lebe frei nach dem Motto, was kommen soll kommt sowieso.

00:05:38: Und dass jetzt dieser Aufruf kam ... wir suchen jemanden für ein Podcast haltig für keinen Zufall, das ich den auch gesehen habe.

00:05:45: Also ich bin nicht jeden Tag im Internet und schaue mir die Aufrufe und die Reels oder wie das alles heißt an.

00:05:55: An dem Tag hab' ich's aber angeschaut.

00:05:58: Ich glaube es gibt keine

00:05:59: Zufälle.".

00:06:00: Und wenn das sein soll, dann kommt das.

00:06:03: und ja jetzt sitzen wir hier.

00:06:05: Es sollte so sein!

00:06:05: Hast du mal ins Familienhörbuch reingehört schon?

00:06:09: Also weißt Du wie Deine eigene Stimme klingt?

00:06:11: Ja ich habe das komplette Familienhürbuch mir angehört und es ist tatsächlich genauso wie bei der Produktion.

00:06:23: Ich hab ja quasi mein meines komplettes Leben erzählt möglichen Gefühle, die man kennt und das sind wirklich viele kommen dabei vor.

00:06:36: Also sowohl beim Erzählen als auch beim Anhören ich habe verschiedene Kapitel auch Leuten vorgespielt.

00:06:45: Also meine Freundin durfte in ein Kapitel reinhören.

00:06:50: Meine Schwestern durften in ihr Kapitel reinhören, aber auch in andere Kapitelreinhören.

00:06:57: Mein Sohn durfte ihn paar Kapitel ran hören und auch denen ging es so dass wirklich alle Gefühle vorhanden sind selbst wenn man sich nur einen Kapitel anhört also Lachen, Weinen, Grübeln oder Schmunzeln.

00:07:18: Alles kommt vor und alles gehört eben auch dazu.

00:07:21: Das ist Leben.

00:07:23: Hört ihr die zusammen?

00:07:24: Oder schickst du... Also du bist immer dabei!

00:07:28: Ist das schwer an manchen Stellen?

00:07:30: Ja

00:07:31: Was macht es schwer?

00:07:33: Schwer macht so dieses dass sich so endlich anhört.

00:07:38: Wobei also wenn man nur über Es gibt verschiedene Kapitel und es gibt die Kapitel, der erzählt man natürlich über seine Kindheit.

00:07:45: Das hört sich nicht endlich an.

00:07:48: Sondern man weiß ja das ist noch viele Jahre weitergegangen aber natürlich gibt es auch so Kapitel wie die Diagnose oder Zukunftswünsche in solche Richtungen Und dass es schon schwierig sich gemeinsam anhören

00:08:07: Und du machst dir damit auch jedes mal ein Thema auf, oder?

00:08:09: Also du machst ja egal mit wem du es hörst.

00:08:11: Ob du's mit deinen Schwestern hörst, ob du das mit deinem Sohn hörst... Egal wem!

00:08:17: Es entstehen ja wahnsinnige Gefühle, es entstehen aber wahrscheinlich auch Themen und Fragen.

00:08:25: Du musst dann immer bereit sein die im Nachgang noch einmal zu thematisieren, weil das endet ja nicht damit dass das Kapitel ändert.

00:08:32: Und deswegen ist es eigentlich schön, dass ich noch die Möglichkeit habe mir gemeinsam anzuhören.

00:08:37: Weil das Gesprächsanstöße auch sein können.

00:08:40: Also es gibt auch Menschen wie meine Tochter und mein Mann, die wollen es nicht hören.

00:08:46: Ich hab meinen Mann zu einem Kapitel gezwungen.

00:08:50: Das ist sein Kapitel?

00:08:51: Das ist festgebunden

00:08:52: worden am Schirm.

00:08:52: Ja!

00:08:55: Das ist seinen Kapitel und das wollte ich einfach, dass er's anhört... weil es ihm gehört und das ist natürlich schöner, wenn ich es mit ihm zusammen anhören kann als wenn er es erst anhört, wenn nicht mehr da bin.

00:09:11: Man spricht ja über Liebe und natürlich ist das schöner wer man das macht, wer man noch zusammen ist Und deswegen ist es schon was Tolles, wenn man sich zusammen anhören kann.

00:09:24: Ich kann das aber auch verstehen bei meiner Tochter zum Beispiel dass sie sagt Mama ich will das noch nicht hören Das ist für mich noch zu weit weg.

00:09:33: Ich weiß du bist noch eine lange Zeit da und ich möchte das vorher nicht hören.

00:09:37: Ich möchte mich so mit dir unterhalten und wenn Du mir etwas erzählen möchtest dann erzählst mir Aber ich möchte es nicht anhören.

00:09:44: Anhören mache ich erst wenn Du wirklich nicht mehr da bist.

00:09:47: Wie alt ist deine Torte?

00:09:48: Sechzehn.

00:09:50: Und dein Sohn neun?

00:09:52: Der findet es toll, das zu hören!

00:09:55: Für den ist das so, dass du sagst, oh Mama veröffentlichte das doch mal... Das hört sich alles so gut an.

00:10:02: Du würdest bestimmt

00:10:03: eine Million Klicks

00:10:04: kriegen.

00:10:08: Genau.

00:10:10: Das ist eben die Welt eines neuen Jährigen, der rechnet in solchen Dimensionen und ist da so begeistert von ... Der würde am liebsten immer weiter hören.

00:10:20: Das mache ich dann aber auch nicht.

00:10:22: Da denke ich dann auch okay, ich bin ja noch da und kann ja tatsächlich sehr viel selber mit ihm erzählen und vor allen Dingen auch Neues erleben und neue Erinnerungen schaffen.

00:10:36: Da muss man jetzt nicht an den alten Erinnerungen festhalten, sondern im Moment ist es noch viel wichtiger neue Erinnerung zu schaffen.

00:10:45: Glaubst du dass das ein bisschen der Gefahr von so einem Projekt wie dem Familienhörbuch ist?

00:10:51: Dass man eben wenn man rein hört zu sehr schon auf alte Erinnerungen fokussiert und dabei so ein bisschen vergisst möglicherweise, dass du noch da bist.

00:11:01: Dass du auch noch eine bestimmte Zeit hast und das darum geht neue Erinnerung auch noch zu schaffen?

00:11:06: Nein ich glaube nicht!

00:11:07: Ich glaube, dass liegt grundsätzlich am Menschen selber wie er mit der Erkrankung umgeht oder habe es auch erlebt.

00:11:15: Ich glaube ist nicht nur sondern ich weißes.

00:11:18: Es gibt viele Menschen die wenn der Arzt um die Ecke kommt und sagt Du hast nicht mehr lange Dann glauben die das und schalten ihr System runter.

00:11:30: Und dann geht es sehr schnell, dann sind sie tatsächlich nicht mehr da.

00:11:35: Ich habe auch das Gegenteil erleben dürfen wo der Arzt gesagt hat du hast nicht mehr lange und der Patient wie ich auch gesagt hat nö das nehme ich nicht an Ich bin anderer Meinung als du.

00:11:50: Und jetzt zeige ich dir, dass ich noch eine verdammt lange Zeit hier habe und ich werde auch einen Weg finden das noch zu verlängern.

00:11:58: Und ich glaube tatsächlich, dass man egal mit welcher Erkrankung auf Wege findet wenn man das möchte und wenn man die Kraft sich dafür nimmt.

00:12:07: Das ist anstrengend!

00:12:09: Dann ist man in der Lage neue Erinnerungen und Momente zu schaffen.

00:12:14: Ich glaube, dass alles zusammenhängt.

00:12:16: Was glaubst du, macht das aus, dass man diese Wege findet?

00:12:18: Kannst du das beschreiben oder weißt du, was das bei dir war.

00:12:21: Also offensichtlich, der klingt gerade ja schon raus ... Hast du es auch nicht angenommen

00:12:25: als der Arzt bei dir im Ding kamen?

00:12:26: Nein ich hab's gar nicht an genommen.

00:12:27: Als bei mir hat der erste Arzt gesagt, du hast noch ungefähr vier Monate.

00:12:31: Mach nochmal schnell Urlaub mit deinen Kindern und das wird der Letzte sein!

00:12:36: Und dann habe ich gesagt nie... Das wird nicht der Letze sein.

00:12:39: also erstmal natürlich nicht.

00:12:41: erst mal bin ich tief gefallen aber dann habe Ich bin noch so da.

00:12:46: Das sehe ich mal ganz anders.

00:12:47: und jetzt gehe ich hier auf die Suche nach einem anderen Arzt, weil du bist es nicht!

00:12:51: Wenn du mir sowas sagen kannst und im Nachhinein fragt mich auch wo er die Glaskugel hatte... weil es war ja nicht richtig, was er gesagt hat.

00:13:00: Genau, offensichtlich über

00:13:01: drei Jahre her.

00:13:02: Wir sitzen weit später als vier Monate jetzt zusammen.

00:13:06: Das sind so Sachen.

00:13:06: aber natürlich kommt man wenn man dann ein Rezediv hat.

00:13:11: das war der Moment wo ich gesagt habe und jetzt muss ich gucken dass ich etwas mache was ich meinen Kindern hinterlasse Weil wenn ihr das der zweite und dritte und der vierte Arzt sagt Kriegst du Angst?

00:13:22: Das ist ganz normal, diese Todesangst oder was da auch immer kommt an Ängsten.

00:13:29: Das löst das natürlich aus!

00:13:31: Also es war dann bei dir tatsächlich so dass... Du hast den Arzt gewechselt Aber irgendwann kam der Nächste, der gesagt hat ...

00:13:38: Nee, erst mal war ich tatsächlich auch krebsfrei.

00:13:40: Also das hab ich tatsächlich geschafft.

00:13:43: nach einem Jahr ungefähr war ich kremsfrei und für ungefähr ein halbes Jahr oder so.

00:13:49: dann kam eine kleine Stelle wieder und die haben wir dann wieder behandelt.

00:13:53: Und jetzt sind wieder kleine Ständer, die müssen wir wieder behandeln aber Das ist noch lange kein Todesurteil.

00:14:00: also Ich habe halt einen Arzt gefunden, der das macht.

00:14:05: Dann findet man immer Wege, ne?

00:14:07: Das ist eben so uns.

00:14:09: Woher... das ist was mich interessiert.

00:14:11: Elke nimmst du die Kraft?

00:14:12: weil ich kann auch tatsächlich persönlich jeden verstehen der sagt okay wow wenn das jetzt die Diagnose ist dann mach' ich nochmal den Urlaub.

00:14:20: da nehme ich jetzt diese vier Monate und ich bin total bei dir.

00:14:23: Ich glaube dass es klingt immer so abgedroschen und so blöd wenn man das heutzutage sagte Mindset is alles.

00:14:28: ja nee das ist natürlich quatsch.

00:14:31: Mindset ist nicht alles aber ich glaube schon dass man damit einiges steuern und in die richtige Bade lenken kann.

00:14:37: Was glaubst du, warum dir das gelungen ist?

00:14:40: Also wo nimmst du diese Kraft her?

00:14:42: Woher nimmest du es her zu sagen ich suche jetzt einen anderen Arzt?

00:14:45: wenn du sowas hier sagst bist du's nicht.

00:14:47: also

00:14:49: Ich war schon immer ein Rebell.

00:14:52: Das ist auch viel Thema in meinem Familie

00:14:55: Das Beulah nicht zu viel natürlich.

00:14:58: Ich musste mich schon immer bisschen wehren auch schon als Kind und das ist in mir drin.

00:15:05: Ich habe so einen natürlichen Trotz, ich wäre mich vielleicht auch ein bisschen was punkiges äh, nicht mich und äh ja das ist drinnen geblieben.

00:15:18: Und wenn dann so einer um die Ecke kommt und meint er muss mir jetzt was erzählen, was er weiß?

00:15:23: Und ich bin nicht seiner Meinung, dann beweist sich das Gegenteil.

00:15:27: Das war eben in meinem persönlichen Fall auch so.

00:15:30: Also wenn der sagt nee du hast nicht mehr lange, dann sag' ich doch!

00:15:34: Ich hab noch lange.

00:15:35: Und da muss ich das eben beweisen.

00:15:39: Natürlich habe ich auch Phasen, wo ich denke auf Weih jetzt halte es nicht mehr aus und jetzt hab' ich Schmerzen.

00:15:45: und wenn man so Drogen verabreicht kriegt damit man das ganz aushalten kann dann denkt man schon wie lange machst du das?

00:15:54: Will ich das wirklich?

00:15:57: Man hat ja nur die Wahl entweder ich beißt die Zähne zusammen und zieh mich wieder raus oder ich lass mich fallen.

00:16:06: Ich muss mich entscheiden an irgendeinem Punkt.

00:16:09: Und ich kann mich aber auch entscheiden, also jeder hat das Recht sich zu entscheiden und zu sagen so jetzt ist es genug!

00:16:23: Also es ist schon richtig Arbeit, sich daraus

00:16:25: zu ziehen.

00:16:26: Das glaube ich gerne!

00:16:27: Um zu sagen soll ich arbeiten an meiner Psycho und lass mich nicht fallen sondern... Ich gucke dass das positiv ist und ich gucke da sich mir positive Erlebnisse schaffe selbst wenn ich solche Schmerzen habe.

00:16:38: Es gibt immer was Positives aber das ist schwierig und das kostet Kraft.

00:16:44: Es ist ja eine totale Perspektivfrage.

00:16:46: An einem, du hast vorhin finde ich sehr bildlich beschrieben, dass du gesagt hast es gibt Tage da kannst du deine eigenen vier Wände nicht verlassen und natürlich ist das eine Perspektive Frage weil auch innerhalb meiner eigenen vier wende kann ich natürlich total positive Erlebnisse schaffen.

00:17:01: aber es ist trotzdem schwer wenn ich normalerweise mache nur ein Beispiel positive Erlebnisse mit einem schönen Urlaub verbinde und damit dass sich den Klettersteig auf der nächsten Gipfel geschafft habe.

00:17:12: Und das ist, was ich mit positiven Erlebnissen verbinde.

00:17:14: und jetzt sitze ich zu Hause und komme nicht raus.

00:17:17: Dann ist die Fallhöhe sehr hoch aus meiner Sicht.

00:17:20: wenn dann quasi positive Erlebnis ist dass ich es schaffe mich im Bett aufzurichten oder aufzustellen oder was auch immer?

00:17:27: Ja das ist tatsächlich so.

00:17:30: aber es gäbe ja auch die Möglichkeit zu sagen man sucht sich Unterstützung.

00:17:38: also Ich habe eine wahnsinnig gute Therapeut hin Ähm... Ich weiß nicht, ob ich ohne sie noch hier wäre tatsächlich.

00:17:48: Also Sie hat mich aus vielen Löchern rausgeholt.

00:17:51: Ich muss sagen, dass ich vorher schon eine Erkrankung hatte die chronisch ist und da habe ich sie kennengelernt.

00:17:58: Und als ich dann in einer Krankenhausphase tatsächlich in einem sehr tiefen Loch war am Anfang der Erkrankung Hat mein Mann Kontakt zu.

00:18:07: er aufgenommen und hat gesagt hey wir finden keinen Psychoankologen Würden sie das übernehmen?

00:18:14: Und ja, das hat sie gemacht und hat mich wirklich aus ein paar sehr, sehr tiefen Löchern rausgeholt.

00:18:23: Es gibt wirklich tolle Methoden.

00:18:26: Also ein Beispiel ist, dass was mir sehr geholfen hat, dass sie mir gesagt hat du darfst nicht weiterdenken als die nächsten zwei Wochen.

00:18:37: also wenn du etwas planst darf das nicht weiter weg sein als die nächsten zwei Wochen.

00:18:42: Und du denkst auch nicht weiter nach darüber, was ist nach den nächsten zwei Wochen?

00:18:48: Sondern du beschränkst deine Gedanken auf diesen Zeitraum.

00:18:53: und das war natürlich Arbeit und auch schwierig zu sagen, ich plane jetzt keinen Urlaub.

00:19:00: Aber in dem Moment war es das was rettend war weil weiterzudenken als die zwei Wochen war gefährlich und zu unsicher und brachte so Gefahren mit wie?

00:19:14: Was ist wenn ich da nicht mehr da bin?

00:19:17: aber da sollte ich ja gar nicht drüber nachdenken.

00:19:19: im Moment war's

00:19:20: gut.

00:19:22: Ich versuch mich gerade in diese Lage zu versetzen.

00:19:25: Ich finde das beeindruckend, weil ich mir Vorstelle gestern drüber unterhalten, dass sich jetzt schon den Kalender für nächstes Jahr fülle und so weiter.

00:19:33: Das heißt wir sind ja vom menschlichen Denken her und von beruflichem glaube ich alle total gewohnt weit mehr als die nächsten zwei Jahre voraus zu planen.

00:19:42: Urlaubsanträge müssen in vielen Unternehmen bis November eingereicht sein fürs nächste Jahr.

00:19:47: Urlaube müssen gebucht werden sowas.

00:19:49: Das heisst es ist ja unglaublich schwer oder sich zu sagen, zwei Wochen nicht weiter.

00:19:55: Zwei Wochen?

00:19:56: Nicht weiter!

00:19:56: Weil die Tendenzen... Auch jetzt wir sind, ich habe es vorhin gesagt, elfter August, jetzt schon Weihnachten zu planen.

00:20:02: Was machen wir Weihnachten?

00:20:04: Wo sind wir?

00:20:05: Silvester ist ja permanent in unserem Alltag präsent und das ist fast gefordert,

00:20:10: oder?!

00:20:12: Ja, ist es tatsächlich.

00:20:13: Aber wenn man schlimm erkrankt ist sowieso raus aus der normalen Welt.

00:20:20: Man ist da gar nicht mehr so daran beteiligt wie man das vorher war.

00:20:26: also mit der Diagnose einer palliativen Erkrankung hat man nicht mehr das normale Alltagsleben was man vorher hatte.

00:20:36: Das ändert sich tatsächlich mit dem Tag der Diagnuse und Man ist nicht mehr oder ich war es definitiv nicht in diesen planbaren Sachen drinnen.

00:20:48: Wenn ich eine Chemotherapie mache, kann ich überhaupt gar nicht sagen was kommt nächste Woche auf mich zu?

00:20:53: Welche Nebenwirkungen habe ich?

00:20:56: Wie wird's mir gehen?

00:20:57: Lange ich vielleicht im Krankenhaus oder gehts mir sogar super?

00:21:01: Kann ich etwas unternehmen oder kriege irgendwelche Drogenfarbe reicht?

00:21:05: Man weiß das einfach nicht und man kann es auch nicht planen Und da gewöhnt man sich dran.

00:21:12: Also tatsächlich und zu sagen, ich lass es jetzt auf mich zukommen und gucke tatsächlich an dem Morgen selber wie geht's mir heute?

00:21:21: Was traue ich mir heute zu?

00:21:23: Ich habe Verabredungen getroffen und hab den Leuten immer gesagt am Tag selber sprechen wir bitte noch mal miteinander.

00:21:32: Und oft ist es genau so, habe ich's bei dir jetzt

00:21:35: gemacht.

00:21:35: Genau!

00:21:37: Dass ich gefragt habe hey können wir das flexible Hand haben?

00:21:40: Ich hab gerade ne nicht so gute Phase.

00:21:43: Manchmal schaffe ich es nicht und manchmal klappt es ohne Probleme und es hat geklappt und in den meisten Fällen klappt auch weiterhin bei mir einfach weil ich diese Einstellungen auch habe und es nimmt mehr ganz viel Last von den Schultern.

00:21:59: aber natürlich kommen auch so Gedanken und das war der Grund, weshalb irgendwann das Familienhörbuch mit ins Spiel kam.

00:22:08: Natürlich mache ich mir Gedanken über meine Kinder und wie sie groß werden.

00:22:12: Wenn ich eine palliative Diagnose habe dann weiß ich nicht, wie lange bin ich noch da?

00:22:18: Und ich weiß aber, meine Kinder haben eine Zukunft und eigentlich möchte ich sie für die Zukunft ebnen.

00:22:29: Mama ist da einfach total wichtig.

00:22:31: und wenn ich da in die Zukunft gucke bei meinen Kindern, das war immer das Schwierigste.

00:22:36: Und deswegen war es auch das wichtigste Projekt was sich gemacht habe, was mich psychisch total unterstützt hat zu sagen soll ich hinterlasse denen etwas Ich mache da ein großes Ding draus und selber hätte ich das nie geschafft, das alles so zu ordnen.

00:22:54: Und ohne fürchterliche Heulausbrüche festzuhalten aber mit der Unterstützung und mit jemanden, der die Erfahrung auch darin hatte war das so fantastisch was da zustande gekommen ist.

00:23:11: Das sind eben diese Unterschiede, wo man merkt okay wenn man in die Zukunft guckt macht man sich fürchterliche Sorgen und manche Sorgen kann man bearbeiten wie durch das Familienhörbuch aber manche eben nicht.

00:23:23: Und es ist die Frage ob diese Sorgen tatsächlich sein müssen.

00:23:28: alle also manche sicherlich.

00:23:30: Also wenn's um die Kinder geht dann schon da muss man auch Vorsorge leisten und sich darum kümmern.

00:23:38: was kann ich machen?

00:23:40: Aber manche müssen auch gar nicht

00:23:41: sein.

00:23:42: Was sind so Sorgen, wo du sagen würdest?

00:23:44: Ja die müssen sein.

00:23:45: also gerade wenn du Vorsorge ansprichst.

00:23:47: und was sind Sorgen wo du sagst Die waren oder die sind überflüssig.

00:23:52: Also ich denke so Sachen wie Ich denke, wir kennen alle diese Themen.

00:23:58: Welche Vollmachten es gibt?

00:23:59: Welche Vorsorge man treffen sollte um sich abzusichern und zu gucken.

00:24:04: okay wie will ich meine meine letzten Momente erleben?

00:24:08: was will ich im Krankenhaus was noch gemacht wird und was nicht?

00:24:12: soll mein Körper gespendet werden nachher für die Forschung oder keine Ahnung was das ist.

00:24:17: So total praktische Themen aber die eine Rolle spielen?

00:24:19: klar

00:24:20: genau also.

00:24:21: das sind ja schon auch Sachen über die man sich sorgen macht.

00:24:23: also wenn man gesagt kriegt du stirbst vielleicht bald, dann macht man sich Sorgen darüber.

00:24:29: okay wie passiert das?

00:24:30: Wer die Schmerzen haben werde ich beatmet oder keine Ahnung?

00:24:36: liege ich im Koma.

00:24:38: Wie schlecht geht es mir und was will ich nicht?

00:24:42: Was will ich aushalten und was möchte ich nicht?

00:24:45: heute gibt's da wirklich so viele Möglichkeiten dass man sich einfach mal damit befassen sollte.

00:24:55: Zeit von Angst und Sorgen und Gedanken.

00:25:01: Gibt es so ganz typische Sorgen, wo du sagst die sind einfach komplett überflüssig?

00:25:04: Und das werden sie auch immer sein?

00:25:12: Also ich hatte viele Erfahrungen mit meinem Umfeld machen müssen, wo man merkt... so palliative Erkrankungen oder gerade auch Erkran- kungen, wo es einem sehr schlecht geht.

00:25:27: Wo man auf Hilfe angewiesen ist machen was mit dem Umfeld und viele können überhaupt gar nicht damit umgehen und Es wird auch einfach immer noch viel zu wenig thematisiert sodass die Leute auch einfach nicht wissen, wie gehen wir damit um.

00:25:46: Wie können sie überhaupt mich ansprechen?

00:25:48: Also ich weiß dass viele ein Problem schon damit hatten zu sagen, wie geht's dir?

00:25:56: Ich habe das nie als schlimm empfunden aber die wussten nicht, wie gehe ich mit dem Thema um?

00:26:04: Du hast jetzt eine palliative Diagnose, vielleicht geht es dir immer schlecht.

00:26:09: Und wenn ich frage, wie gehts dir das?

00:26:11: Das ist doch eine total blöde Frage!

00:26:14: Kann man total vorstellen, dass sie so geframed ist von... Wie soll's mir gehen?

00:26:19: Scheiße geht's mir natürlich!

00:26:21: So auf die Gesamtsituation betrachtet stimmt das ja auch irgendwie.

00:26:24: Das ist ja nie falsch aber es ist ein bisschen das was du angedeutet hast oder was du sogar schon benannt hast.

00:26:30: In der Gesamtsituation gibt es ja auch wieder viele einzelne Situationen, es gibt bessere und schlechtere Tage.

00:26:35: Und ich verstehe dann total die Sorge, die da ist vor dieser Frage wie geht's dir?

00:26:42: Aber zeitgleich ist sie nicht zu stellen finde ich wirklich katastrophal weil das dir die Möglichkeit nimmt darüber zu sprechen und zu sagen heute ist ein ziemlich guter Tag und heute können wir weiß der Teufel was machen.

00:26:53: so also das ist hier auch irgendwie dann nicht die Lösung und ich versteh aber wie gesagt auch jeden im Umfeld.

00:26:58: er sagt Ich bin unsicher und ich glaube deswegen müssen wir auch da viel mehr darüber sprechen.

00:27:05: Am Ende musst du es ja für dich selbst entscheiden, das heißt wir brauchen ja Menschen die sagen und für sich sprechen dürfen.

00:27:10: Ich möchte dass du mich das fragst oder nicht, weil die Gesamtsituation einfach blöd ist.

00:27:17: Ich verstehe tatsächlich auch beides.

00:27:19: also ich habe eine sehr langjährige Freundin die sagt Für mich ist der Gedanke so schwierig, dass du gehen könntest Das kann ich dich aushalten Und die sehe ich sehr viel seltener und es ist okay für mich.

00:27:34: Weil wenn ich sie sehe, dann spüre ich die tiefe Verbindung, die da ist aber auch die Traurigkeit in ihr und das ist ok.

00:27:42: Es ist okay, dass sie das nicht öfter kann und ich lasse ja einfach diese Freiheit zu sagen du darfst das entscheiden.

00:27:50: Es gibt wenige, zu denen ich regelmäßig Kontakt habe.

00:27:54: die können das oder vielleicht sagen Sie es mir auch einfach nur nicht, weiß ich nicht so genau aber wenige die den Kontakt dauerhaft eng gehalten haben.

00:28:11: Also das sind wirklich sehr wenige geworden.

00:28:13: und vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass ich öfter sage nie... Ich kann heute nicht weg.

00:28:22: Du müsstest zu mir

00:28:23: kommen.".

00:28:24: Das ist ja auch so ein Ding, ne?

00:28:25: Also irgendwie bei meinen Kindern ist das auch oft so zum Beispiel dass sie sagen hey wir haben uns verabredet letztens mal waren wir bei dir also gehen wir heute zu mir und das funktioniert eben bei mir nicht mehr ich kann das oft nicht mehr alleine dann schaffe ich die Fahrt nicht.

00:28:40: oder wie auch immer bin einfach zu unsicher rauszugehen und das ist dann schon auch viel verlangt von denjenigen zu mir zu kommen.

00:28:53: Ich überlege gerade, ist das viel verlangt?

00:28:56: Weiß ich nicht

00:28:57: genau!

00:28:57: Da überlege ich gerade wirklich... also rein menschlich würde ich natürlich schon auch sagen okay wenn ich jetzt einen Freund dreimal in Köln besucht habe dann wäre es natürlich nett er würde auch mal nach Freiburg fahren aber auf der anderen Seite.. Also ich bin da grade sehr um überlegen ob das zu viel verlankt ist weil die ist ja schon immer irgendwie eine Frage des Kontexts.

00:29:18: Ich habe mir dieses Stichwort vorhin hier auch aufgeschrieben, so Thema Umfeld im Thema Spontanität weil es... Also ich auch da menschliche Perspektive kann nicht total nachvollziehen dass jemand sagt jetzt sagt sie schon wieder ab ist doch jedes mal das gleiche.

00:29:32: dann soll sich halt gleich sagen bei einem glaube ich das Verständnis fehlt wenn man das nicht selber erlebt fehlt mir ganz klar das verständnis.

00:29:40: was macht einen guten tag oder was unterscheidet einen guten Tag von einem schlechten Tag.

00:29:45: Und das fühlt sich für mich, als jemand der sich mit dir treffen will natürlich dann nach der immer gleichen Absage an irgendwie und es nervt weil aber der Perspektivwechsel glaube ich da nicht stattfindet und vielleicht ist es bei diesem Thema ist es viel verlangt genau das gleiche.

00:29:57: also vielleicht ist die Frage ob es Menschen gelingt die Perspektive zu wechseln und zu sagen okay ich verstehe diese Situation.

00:30:03: es ist mir aber trotzdem so wichtig dass ich halt auch das dritte Mal dann nach Köln fahre oder zu dir hierher komme.

00:30:11: Ja, man sieht es mir ja nicht an.

00:30:18: Wenn ich operiert werde, dann sieht man meinen Pflaster nicht und man sieht auch nicht meine Wunde.

00:30:23: Ich habe auch keinen Gipsbein oder sitze nicht im Rollstuhl das heißt man sieht es mir nicht an.

00:30:28: Ich sehe auch vom Gesicht her oder vom Körperlichen insgesamt nicht krank aus.

00:30:34: Und wenn jetzt jemand hierher kommt und ich sitze sage ich mal zwei Stunden am Tisch Dann wirklich vielleicht gar nicht kranken.

00:30:44: Aber dass ich nach diesen zwei Stunden total kaputt bin und mich erst mal hinlegen muss, das erzähle ich ja auch nicht jedem.

00:30:56: Ich versuche auch sogar, wenn es mir irgendwie möglich ist die Leute wo's mir wichtig ist dann auch zu besuchen.

00:31:04: Aber dann ist vielleicht genau in der Zeit weil ich ja dann eben auch relativ spontan sein muss kann derjenige nicht.

00:31:13: Weil er Arbeitstermine hat oder was auch immer und dann klappt das wieder nicht und dann ist das so ein gegenseitiges hm funktioniert

00:31:20: nicht.

00:31:22: Und zum anderen, ich habe auch Menschen verloren die gesagt haben das Thema ist ja immer da bei dir.

00:31:33: Man kann es nicht weglassen und es ist nervig dass es immer da ist.

00:31:41: Ich will nicht immer über Krankheit sprechen.

00:31:47: Aber auch da, gleiche Frage.

00:31:49: Sprichst du immer über Krankheit?

00:31:51: Nein oder?

00:31:51: Tue ich nicht.

00:31:52: aber natürlich gibt es Phasen wo ich das immer tue.

00:31:56: also wenn es mir fürchterlich schlecht geht und ich drei Operationen vor mir habe sage ich mal dann kann ich das in dem Moment nicht aus meinem Kopf schieben und dann ist es in dieser Phase auch tatsächlich immer da.

00:32:13: Und was natürlich auch stimmt immer da ist es natürlich in diesen Themen, dass das vielleicht nicht länger geht als zwei Stunden.

00:32:19: Aber das ist ja durchaus auch etwas, was du dir nicht ausgesucht hast.

00:32:22: also ich glaube würde jeder sagen jeder und jede da draußen Ich nehme's nicht wenn man die Wahl hätte.

00:32:29: Klar Punkt bleibt trotzdem der gleiche Wenn das für jemanden zu viel ist Dass das immer da isst dann muss man das vielleicht auch einfach akzeptieren In solchen Situationen.

00:32:38: aber das heißt Es gab schon auch Leute die gesagt haben Es geht nicht, ich kann diesen Weg nicht mitgehen.

00:32:45: Jetzt hast du ja das gerade vorhin auch schon angesprochen.

00:32:48: Das Familienhörbuch war ja so ein ganz wesentlicher Teil und ich hatte ja das große Glück auch schon mit Judith sprechen zu dürfen die das Familienhürbuch gegründet hat und sie hat mir schon so ein bisschen Einblicke gegeben in ganz verschiedenste Geschichten Und sie hat auch schon so etwas erzählt wie die Arbeit das Familienhörbuch stattfindet.

00:33:07: für alle, die es nicht gehört haben.

00:33:12: Du hast dich gemeldet und hast gesagt auch das Plump formuliert.

00:33:15: Hi ich bin Elke Ich habe eine palliative Diagnose und ich würde gerne den Familienhürbuch machen oder?

00:33:20: Das war so weiter runtergebrochen.

00:33:24: Dann kam ein Biograph

00:33:28: zu euch

00:33:29: quasi der dir Fragen gestellt hat.

00:33:31: Kannst du da mal so ein bisschen erzählen, wie das war?

00:33:33: Was er dich gefragt hat, wie der Ablauf war... Ob du auch eine gute Beziehung hattest, da alles erzählen zu können?

00:33:39: Ich kann mir das wirklich nicht vorstellen!

00:33:41: Also ich bin grundsätzlich ein sehr offener Mensch.

00:33:44: Ich kann über fast alles reden.

00:33:46: Da ich habe kaum Hemmungen und hab das auch diesbezüglich nicht gehabt.

00:33:54: Wobei ich sagen muss dass zu diesem Menschen eine wirklich gute Welle hatte und wir sehr gut voneinander, wie soll ich sagen lernen konnten und uns aufeinander einlassen konnten.

00:34:14: Ich war schon immer etwas Besonderes in meiner Geschichte und in allem, was ich so bin.

00:34:21: Und das ist auch relativ schnell beim Familienhörbuch klar gewesen, dass sich nicht in dieses normale Konzept reinpasse.

00:34:30: Das heißt man machte mal ein bisschen Vorgespräche und guckt, aha!

00:34:34: Was waren denn so Stationen des Lebens?

00:34:37: Kann man es so aufteilen, sage ich mal wie's bei jedem Menschen aufgeteilt ist.

00:34:42: Dann war sehr schnell klar, mir nicht.

00:34:47: Ich pass nicht in die Norm und wir müssen da irgendwie ein anderes Konzept aufstellen.

00:34:52: Das war eigentlich so das größte Hindernis, sage ich meinen Anführungsstrich, obwohl es war eigentlich kein Hindernist.

00:34:58: Kannst du vielleicht

00:34:59: ganz

00:34:59: kurz sagen was so die Norm gewesen wäre vom Familienhörbuch?

00:35:02: Also wie das bei allen Menschen ist irgendwie, sagen wir Geburt, Kindheit... Dann je nachdem, wie alt man wird.

00:35:08: Erstes Schulzeit, Teenager, so diese Sachen.

00:35:11: Und wenn da schon irgendwas drinnen ist was außer der Reihe ist, dann kann man das eben nicht einfach so machen.

00:35:20: Also auch die Familie zum Beispiel, wie war die Familie mit der du aufgewachsen bist?

00:35:26: und wenn da irgendwas Besonderes war?

00:35:28: Dann muss man eben gucken, wie gliedert man das anders.

00:35:31: Und das war bei mir so.

00:35:33: Das heißt wir hatten da schon ein bisschen damit zu tun.

00:35:36: Wie machen wir die Aufteilung?

00:35:37: Wie machen weh die Gliederungen?

00:35:38: Da müssen wir etwas verändern.

00:35:40: Das sind nicht so die Standardfragen, wie das sonst so der Fall ist.

00:35:44: Deswegen hat es auch ein bisschen länger gedauert.

00:35:47: Anfangs habe ich auch gedacht, ich muss mehr Tresor Kapitel aufnehmen.

00:35:50: Habe dann aber doch nicht gemacht, sondern ich hab's irgendwie so formuliert, dass es gar nicht sein musste als Tresorkapitel.

00:35:58: Kannst du kurz erklären?

00:35:58: Tresorgapitel, ich stelle mir vor, das ist was, was erst mal in den Tresort kommt oder...

00:36:02: Genau!

00:36:04: Also wenn man noch junge Kinder hat, gibt manchmal Themen die möchte man seinen jungen Kindern noch nicht erzählen weil sie einfach noch nicht für junge Kinder gedacht sind, weil sie sich noch nicht verarbeiten können damit umgehen können und so weiter.

00:36:18: Und dann macht man ein Tresor Kapitel, was sie dann im Alter von, was man festlegt, achtzehn-zwanzig sich anhören dürfen?

00:36:27: Ja!

00:36:28: Und das habe ich anfangs gedacht, dass ich das machen werde.

00:36:30: Habe ich aber nicht gemacht.

00:36:31: Das ist auch immer die Frage, was Man erzählen muss und was Nicht.

00:36:36: Im Laufe des Familienhörbuchs und dem, was Ich dort gelernt habe, was ich erzählen möchte, habe ich festgestellt, dass es gar kein Tresorkapitel werden

00:36:44: muss

00:36:46: dass auch das war so was total beruhigendes für mich, da ich sagen konnte okay also das familienhörbuch hat ganz viel mit mir gemacht.

00:36:56: Das auf der einen Seite hat es mir gezeigt hey du hast so wahnsinnig viel schon geschafft und erlebt.

00:37:01: Das ist Wahnsinn!

00:37:04: Was du da eigentlich eher zurückblickend alles geschafft hast und erlebt hast auch noch schaffen wirst.

00:37:13: Das wird einem so deutlich, wenn man über sein ganzes Leben erzählt und das hat wirklich psychisch auch mit mir ganz viel gemacht.

00:37:20: Und dann das zu hinterlassen und zu sagen hey also ich habe zwischendurch darüber nachgedacht warum hab ich sowas nicht von meinen Eltern?

00:37:28: Das ist total fies weil meine Eltern waren einfach irgendwann nicht mehr da.

00:37:33: Da rechnet man ja irgendwie nicht mit.

00:37:35: Also mein Vater war auch krank aber dass der dann plötzlich an irgendeinem Tag nicht mehr da ist, das konnte ich mir gar nicht vorstellen.

00:37:45: Und dann war er nicht mehr dort und in der Zeit danach hatte ich so viele Fragen und habe sie immer noch.

00:37:52: Er kann mich nicht mehr beantworten und ich kann ihn nicht mehr fragen.

00:37:56: Ich hab kein Hörbuch wo ich es nachhören

00:37:58: kann.

00:37:58: Ja?

00:37:59: – Ich würde es aber sehr gerne.

00:38:00: Klar!

00:38:02: Sein Bruder kann ich fragen, weißt du irgendwas darüber?

00:38:06: Aber das ist was anderes als wenn er es mir selber erzählt hätte.

00:38:09: Weil sein Bruder hat ja schon ... Das ist eine andere Sicht und nicht mehr die gleiche Meinung oder das Gleiche erleben.

00:38:18: Er kann es nicht so wiedergeben wie mein Vaters gekonnt hätte oder meine Mutters gekonnte hätte.

00:38:24: Und das ist etwas So wertvolles, das zu hinterlassen dass mich das unheimlich beruhigt hat, dass ich für meine Kinder so was habe.

00:38:36: Und auch für alle anderen die ich hinterlasse – für Freunde oder auch den Rest der Familie und auch für meinen Mann Sachen hinterlasse, die sie sich immer wieder anhören können.

00:38:48: Vielleicht auch so Kapitel wo Sie sagen hey jetzt brauche ich ein bisschen Kraft!

00:38:53: Jetzt höre ich mir das Kapitel mahnen.

00:38:55: Ja.

00:38:55: Jetzt vermisse ich sie gerade, jetzt höre Ich mir das kapitel mahne Und das tat unheimlich gut, was zu haben wenn ich nicht mehr da bin.

00:39:06: Ist der Prozess auch schwer gewesen?

00:39:07: Ich muss vielleicht erklären dazu.

00:39:09: Ich habe glaube ich bevor ich mit Judith gesprochen hab damit auch so ein bisschen ein anderes Bild gehabt und da hat Judith mich schon noch mal also meine Perspektive nochmal neu gesetzt weil ich dachte es ist doch auch wahnsinnig schwer es muss doch bestimmt wahnsinnigt belastend sein zu wissen ich nehme hier etwas auf was eigentlich für die Zeit gedacht nach meinem Tod, also für eine Zeit in der es mich so nicht mehr gibt.

00:39:34: Und Judith hat aber gesagt naja die Perspektive ist eigentlich nicht so ganz richtig weil du erzählst ja über sehr viele schöne Dinge des Lebens oder musst du nicht mal schön sein?

00:39:42: aber du erzähls über die Kindheit, über die erster Liebe und das ist ja... Das ist wieder total schön, aber ist es trotzdem dir auch schwer gefallen manchmal über manche Sachen zu sprechen?

00:39:52: Ist es schwer sich das so zu erarbeiten?

00:39:55: am Ende sitzt du auch in einem fremden gegenüber trotz allem also trotz allen weib den man da vielleicht hat.

00:39:59: nein

00:40:00: das war gar nicht schwer sondern Es war ja so ein rückblick auf mein eigenes leben und dass einfach zu erzählen was ich erlebt habe.

00:40:10: Was mir wichtig war meine werte weiterzugeben weiterzugeben, wo ich denke das müssen meine Kinder von mir wissen und das war überhaupt nicht schwer.

00:40:22: sondern das sprudelte so aus mir raus.

00:40:25: Also ich hätte ewig weitererzählen können und wahrscheinlich könnte ich auch noch weitere Kapitel aufnehmen über diese ganze Zeit, die nicht zu Wort gekommen sind wo die mir nachher noch eingefallen sind.

00:40:35: oder wenn ich mit jemandem dann ein Kapitel gehört habe und der dann sagte ach ja und da war ja noch das und dass und da sieht man auch wieder, dass es zur Gesprächsanlässen führt.

00:40:45: Und für mich war auch wichtig zu wissen Wenn ich das jetzt aufnehme, dann heißt nicht, dass ich nächste Woche nicht mehr da bin.

00:40:53: Also wenn es fertig ist... bei mir ist das jetzt gut ein Jahr her und ich bin immer noch da!

00:41:00: Und mit manchen habe ich Kapitel gehört, mit manch nicht aber es ist eben einen Rückhalt der nach wie vor da ist.

00:41:11: Schwer waren Kapitel wo ich so speziell für meinen Sohn oder meine Tochter einen Kapitel gemacht habe und denen gesagt habe, wie wichtig sie mir sind.

00:41:27: Das war ein schwere Kapitel weil ich da die Endlichkeit irgendwo mit drin hatte und das gefühlt habe.

00:41:36: Und das war schwierig, dass selber zu formulieren nicht aber sobald das Kapitel beendet hat, braucht sich eine halbe Stunde Pause.

00:41:48: Also das war sehr, sehr schwierig.

00:41:51: Aber mit der Grund zu sagen dafür macht man das Familienerbuch um genau das so hinterlassen?

00:41:59: Ja, ich habe mich viel über Identität gesprochen und das ist ja genau das was du gerade in solchen Kapiteln ganz stark reingibst glaube ich nochmal zu sagen Warum dir deine eigenen Kinder wichtig sind?

00:42:14: Wie man ja auch Entwicklung von Geburt bis jetzt beurteilt, nicht mal bewertet.

00:42:19: Aber also diese ganzen Themen die wirklich tief persönlich sind das kann ich total nachvollziehen aber sie sind halt wahrscheinlich eben auch die wichtigsten Kapitel geworden.

00:42:30: Hat der Prozess so das Erstellens des Hörbuches mit der Gesamtfamilie was gemacht?

00:42:35: Also ich meine jetzt nicht deine Schwestern, sondern wirklich so dein Mann die beiden Kinder.

00:42:40: Fanden die das sofort gut oder haben sie gesagt oha jetzt beschäftigt sich ja dann doch irgendwie mit dem Tod und mit der Endlichkeit?

00:42:48: Sie wussten ja erstmal gar nicht was ich da mache.

00:42:52: Irgendwann haben die gemerkt dass ist ja nichts Schlimmes sondern hier kommt einfach einer ins Haus und die nehmen da was auf.

00:43:00: Mein Sohn ist da total begeistert gewesen von, aber der ist grundsätzlich... Der Meinung, ich lebe sowieso noch lange.

00:43:10: Das spürt er und da lässt er sich drauf ein auf sein Gespür und sagt, Mama, ich will das alles ... Das ist Blödsinn, dass dir der gesagt hat, du stirbst bald?

00:43:20: Das stimmt nicht!

00:43:21: Du wirst über so in vier Jahre.

00:43:24: Von daher für den war das ... Ja, das war jetzt so'n Projekt.

00:43:27: Das macht die Mama da gerade weil sie krank ist aber... Dass die sterben könnte, das ist für denen kein Thema.

00:43:35: Für die anderen beiden ist es eher so, ich drück das Thema, dass die Mama sterben könnte noch weg oder dass meine Partnerin sterben konnte.

00:43:44: Da will ich erst mal nichts von wissen.

00:43:46: Solange das nicht näher kommt, ist für sie auch kein Thema und die wollen das auch noch nicht anhören – das Familienhörbuch.

00:43:55: Das ist ebenso!

00:43:56: Ich finde, man kann dann einfach annehmen wie's ist.

00:44:00: Also genauso wie man irgendwie annehmen muss, wie der Kranke mit seiner Erkrankung umgeht.

00:44:06: Genauso muss man auch annehmen, wie die Angehörigen damit umgehen und der eine setzt sich damit auseinander, der andere nicht.

00:44:12: Und das ist in Ordnung so!

00:44:14: muss jeder für sich entscheiden, was er da gefühlsmäßig kann und was nicht.

00:44:19: Ja das glaube ich auch.

00:44:20: also es wird von außen auch glaub ich niemals zu beurteilen sein.

00:44:23: du kannst natürlich immer irgendwie sagen ich rate dir oder so dass also aus der eigenen Perspektive heraus aber sonst ich glaube eine klare Empfehlung kannst gar nicht geben oder noch schlimmer formuliert einen Befehl oder den Zwang das jetzt zu machen.

00:44:39: Das glaube ich wird keinen Sinn ergeben.

00:44:42: Du hast gerade gesagt ist ein Jahr her dass du das aufgenommen hast.

00:44:46: Hast du manchmal so das Bedürfnis Kapitel neu aufzunehmen, Sachen neu zu erzählen und neue Kapitel hinzuzufügen?

00:44:56: Nein vom Grundsatz her nicht.

00:44:59: Sicherlich könnte ich jetzt noch mal das eine oder andere hinzufügen aber... Ich finde tatsächlich, dass es eine so runde Sache geworden.

00:45:10: Dass wenn ich das jetzt nochmal neu irgendwie Kapitel aufnehmen würde... man würde es merken glaube ich weil ich nicht mehr in dem Flow drinnen bin.

00:45:20: Das ist ein Flow gewesen da kann ich mich jetzt nicht einfach wieder hinbegeben.

00:45:28: Das funktioniert nicht.

00:45:30: Also was schon passiert ist, direkt danach haben der Biograf und ich festgestellt, dass ich zum Beispiel vergessen habe einen guten Morgenlied mit aufzunehmen und das haben wir dann schnell noch

00:45:45: gemacht

00:45:46: und hinzugefügt.

00:45:49: Das sind so Sachen, die fallen einem dann irgendwann ein.

00:45:52: Mist!

00:45:53: Das hab ich überhaupt gar nicht, ne?

00:45:54: Ich hab

00:45:55: total

00:45:55: vergessen... Da spiel ich jetzt noch schnell mit rein und das kann man natürlich auch mit seinem eigenen Handy aufnehmen und dann abspeichern in dem gleichen Ordner.

00:46:05: Und fertig.

00:46:06: also da muss man jetzt kein riesen Ding draus machen.

00:46:09: Es geht ja schon, man kann es ja jederzeit ergänzen.

00:46:14: Betrachtest du so das Familienhörbuch oder durchs Familienhürbuch Dein Leben, was du jetzt noch hast, anders.

00:46:20: Also versuchst du mehr im Sinne von Kapiteln auch Erinnerungen zu schaffen?

00:46:24: Hat das irgendwie etwas verändert?

00:46:26: Ja, es hat tatsächlich was verändert.

00:46:28: Also zum einen hat es verändert meine Sicht auf mich selber.

00:46:32: Es hatte ich ja eben schon mal kurz erzählt dass das mit der Psyche macht und wirklich auch positiv etwas mit einem macht und sagt hey was du schon alles geschafft hast mach dir einfach mal ein Zettel und schreib das mal auf was Du schon alles erreicht hast in deinem Leben und von wo Du kommst und was für Treppen Du im Por gestiegen bist und wie toll das ist, was du geschafft hast.

00:47:01: Und natürlich macht das schon verdammt viel mit einer Psyche!

00:47:07: Dann ist es tatsächlich so... Ich glaube kurz danach habe ich gesagt Ich muss anders anfangen.

00:47:17: Wir haben als Familie eigentlich jeder von uns immer den Wunsch gehabt, wir wollen mal Urlaub auf der AI da machen und eigentlich haben wir immer gesagt die Preise, die die verlangen in den Ferienzeiten sind so unverschämt.

00:47:31: das machen wir nicht.

00:47:33: Und dann habe ich gedacht Warum denn nicht?

00:47:36: Worauf soll ich denn warten bis die Kinder erwachsen sind und nicht mehr auf die Schulferien angewiesen sind?

00:47:42: Dann kann ich diese Erinnerungen nicht mehr schaffen.

00:47:46: Klar kann ich mit denen dann auch so eine Reise machen, aber das ist ja was ganz anderes als wenn die das als Kind erleben.

00:47:52: Als wären wir das als Familie mit jungen Kindern gemeinsam erleben?

00:47:57: So habe ich gedacht du hast das Geld auf den Konto!

00:47:59: Haus raus!

00:48:01: Ich buche das jetzt für die nächsten Ferien für meine Familie.

00:48:04: und dann hab' ich es einfach gemacht und wir waren auf der Arena Und es war super.

00:48:11: Ja, es hätte ich sonst nicht gemacht Wenn ich nicht den anderen Blick darauf bekommen hätte, wie wichtig Erinnerungen sind, hätte ich es nicht gemacht.

00:48:23: Also wenn man das nochmal so in diesen Kapiteln begreifen würde wäre die AIDA quasi ein weiteres Kapitel oder?

00:48:30: Genau!

00:48:33: Das wäre so eine besondere Erinnerung.

00:48:36: Ich hatte auch das Kapitel Reisen zum Beispiel, also viele Reisen die ich mit meinem Mann gemacht habe in außerhalb von Europa auch wo ich einiges thematisiert habe nochmal an Erinnerungen wo die Kinder mir die Fotos sehen, die überall in der Wohnung hängen solche Sachen.

00:48:55: aber die AIDA ist sicherlich auch so ein Erlebnis gewesen und die Kinder sagen wir müssten es noch mal machen Ja, nur mit weniger Siehgang.

00:49:09: Und mein Mann sagt ja aber zu anderen Preisen!

00:49:15: Das war's wert.

00:49:16: also wir haben es immer machen wollen und das war wichtig das einfach zu machen.

00:49:21: Einfach so sagen komm jetzt ist gerade das Geld auf dem Konto mach' es einfach.

00:49:26: Denk doch nicht drüber nach.

00:49:28: Wir denken mal viel zuviel nach über ganz viele Sachen.

00:49:31: Was wenn und nie, das ist nicht wert.

00:49:35: Warum verlangen die denn so viel dafür?

00:49:38: Und wenn es machen will, dann mach ich's einfach!

00:49:39: Ja...

00:49:42: Das ist ganz spannend.

00:49:43: Ich hab für meinen Poetry Slam Text geschrieben, der heißt aber was wenn alles klappt, der nämlich genau so ein bisschen sich mit dieser Frage beschäftigt warum man den Blick immer aufs Negative richtet.

00:49:54: also wer wenn es gut geht?

00:49:56: Also wenn man das macht und es geht einfach gut genau der gleichen Wahrscheinlichkeit passieren kann.

00:50:02: Also, das ist so... Kann den Gedanken total nachvollziehen?

00:50:06: Aber ich bin auch grundsätzlich so.

00:50:08: Das war bei der Entscheidung fürs Familienhörbuch so.

00:50:12: Ich habe mich nicht groß damit auseinandergesetzt.

00:50:14: Ich hab nur gewusst, ich kann da was hinterlassen für meine Kinder, also mache ich das!

00:50:18: Und dann habe ich mich einfach beworben und hab dahingeschrieben.

00:50:21: Ich wusste nicht genau, was da auf mich zukommt.

00:50:25: Und das ist jetzt heute genauso, ich wusste auch nicht genau.

00:50:28: Gar nicht!

00:50:29: Aber

00:50:30: was kostet die Welt?

00:50:31: So einfach machen und im Endeffekt ist es ja das, was einem die tollsten Erlebnisse auch bringt.

00:50:39: Ich finde das eine interessante Perspektive weil du hast gerade gesagt Du wusstest nicht was auf dich zukommt.

00:50:45: Ja das stimmt, du wusstst nicht mal etwas über mich.

00:50:48: Also du wüsstest ja überhaupt nicht wer hierher kommt.

00:50:52: Gästen von diesem Podcast folgen häufig.

00:50:55: Naja, also selbst wenn wir uns am Ende eine Stunde zusammengesetzt haben und gesprochen haben Und wir veröffentlichen nie auch nur einen einzigen Satz aus diesen podcast dann ist das schlimmste was Wir vergeudet haben ne stunde zeit und in der stunde hatte man aber dann wenigstens hoffentlich ein einigermaßen gutes gespräch.

00:51:12: Wenigstens und dann ist der preis erstaunlich gering.

00:51:15: finde ich also dass die fallhöhe ist nicht so hoch

00:51:19: Und im besten Fall habe ich vielleicht jetzt sogar schon was hinterlassen, was weiter erzählt wird und was vielleicht irgendwo jemanden erreicht dem es hilft.

00:51:32: Das wäre ja mein großes Ziel!

00:51:34: Es würde mir erreichen wenn wir mit jeder Folge eine Person erreichen die sagt Gott sei Dank dass es diese Folge gibt.

00:51:44: Gut, dass Elke das erzählt hat.

00:51:46: Weil ich bin in einer ähnlichen Situation oder ganz anderen, aber ich finde die Perspektive schön.

00:51:50: Dann hat sich das total

00:51:51: gelohnt.".

00:51:53: Genau und das Familienhörbuch ist eins dieser Sachen.

00:51:55: also ich glaube, dass viele Leute sich gar nicht trauen, sich dort zu bewerben und sich das nicht zutrauen.

00:52:04: Das ist total falsch.

00:52:06: Man muss überhaupt nichts können dafür, das sind solche Fachmenschen die das anleiten, die führen einen da so sanft durch egal in welcher Situation man sich gerade befindet und es ist so wertvoll das zu machen und zu haben, das kann ich einfach nur jedem empfehlen.

00:52:25: und deswegen habe ich sofort gesagt Ich bin dabei wenn das irgendwie das Familienhörbuch bekannter machen kann.

00:52:32: Das wäre auch mein Wunsch, also ich bin dir auch unglaublich dankbar Elke dass du dir die Zeit genommen hast heute und ja so ein bisschen aus deiner Geschichte erzählt hast aber eben auch noch mal erzählt hast wie dieser Prozess des Familienhöhebuch war.

00:52:43: Und ich fände es auch wahnsinnig schön wenn jeder und jede oder der das machen möchte das auch machen könnte.

00:52:49: da muss man leider ja auch realistisch sein.

00:52:51: Das scheitert an Judith hat's auch gesagt an Finanzierung usw.. Wann immer das hier jemand hört, der sagt ich möchte so unterstützen.

00:52:59: Ich glaube es freuen sich ganz viele Menschen darüber und ich finde es total schön auch nochmal von dir jetzt zu hören wie das dich die du ja noch lebst und die du nicht den Rackknopf gedrückt hast zum zweiten mal und direkt verstorben bist sondern du bist noch hier.

00:53:15: also auch das nochmal zu hören dass das vom Prozess her dir auch was gebracht hat ist so der Take den ich auch ganz oft mache.

00:53:21: Man muss über manche Sachen einfach sprechen und die Dinge auszusprechen.

00:53:24: Und aus dem eigenen Kopf rauszulassen, macht was.

00:53:28: Ich glaube das machen wir niemals in so intensiver Form wie wenn wir ein Familienhörbuch produzieren.

00:53:33: aber mit allem wenn wir mit anderen Menschen sprechen machen wir genau das.

00:53:36: Das ist wahnsinnig wichtig.

00:53:39: Ja absolut

00:53:41: Vielen vielen Dank Elke!

00:53:42: Vielen Dank für deine Arbeit.

00:53:46: Ganz herzlichen Dank, dass ihr in die heutige Folge von und plötzlich Krise reingehört habt.

00:53:51: Und wie immer gilt wenn es euch gefallen hat dann freue ich mich natürlich über Anregungen über Kritik und auch über eine gute Bewertung.

00:53:58: Ich freue mich natürlich auch über Kommentare entweder bei Social Media oder hier auf der Plattform wo ihr diese Folge gerade hört.

00:54:05: alle relevanten Infos zum Familienhörbuch und die Arbeit des Familienhürbuchs die packe ich natürlich auch heute wieder in die Show Notes.

00:54:11: Und dann bedanke ich mich, dass ihr hier reingehört habt und freue mich wenn wir uns auch in zwei Wochen wieder hören.

00:54:17: Ich sage an der Stelle wie immer bis dahin macht es gut!

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