Kein Halt (1/2)

Shownotes

Was passiert, wenn eine Familie in einer Krise nicht zusammenrückt – sondern alte Konflikte plötzlich umso sichtbarer werden?

Gemeinsam mit Marc Fleischer schauen wir auf zwei Einsätze des Kriseninterventionsteams. Im ersten findet ein Vater nach seiner Nachtschicht seine Tochter tot in der gemeinsamen Wohnung. Im zweiten müssen Eltern erfahren, dass ihr Sohn bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen ist.

Zwei vollkommen unterschiedliche Situationen – und doch gibt es eine auffällige Gemeinsamkeit: Die Menschen, die gerade dasselbe verloren haben, finden kaum zueinander.

Wir sprechen darüber, was das für Helferinnen und Helfer bedeutet. Wie viel dürfen wir eingreifen? Wann müssen wir Konflikte einfach aushalten? Und kann es manchmal tatsächlich das Hilfreichste sein, gar nichts zu sagen?

Marc Fleischer ist noch vergleichsweise neu im Kriseninterventionsteam – und hat trotzdem bereits zahlreiche Einsätze erlebt.

In dieser Folge schauen wir sehr konkret auf seine Erfahrungen: auf seinen ersten tatsächlich stattgefundenen Einsatz, auf die Frage, ob Helfende Verstorbene sehen müssen, auf zwei schwierige Familiendynamiken und auf Situationen, in denen auch wir als Kriseninterventionshelfer nicht genau wissen, welcher nächste Schritt der richtige ist.

Dabei geht es immer wieder um eine zentrale Frage: Was können wir tun, wenn die Menschen, die sich eigentlich gegenseitig Halt geben könnten, in einer Krise keinen Zugang zueinander finden?

🔍 Themen dieser Folge 👉 Warum Marc Fleischer zur Krisenintervention gekommen ist 👉 Wie sich der erste echte Einsatz nach Ausbildung und zahlreichen Übungen anfühlt 👉 Ob Kriseninterventionshelfer Verstorbene sehen müssen – und wann ein Blick trotzdem hilfreich sein kann 👉 Was passiert, wenn alte Familienkonflikte mitten in einer akuten Krise wieder aufbrechen 👉 Wie Helfende damit umgehen, wenn sie plötzlich zwischen Angehörigen stehen 👉 Warum Menschen nach einer Todesnachricht vollkommen unterschiedlich reagieren können 👉 Wut, Schuldzuweisungen und der Versuch, das Unbegreifliche irgendwie erklärbar zu machen 👉 Wann Helfende aktiv eingreifen sollten – und wann Zurückhaltung hilfreicher sein kann 👉 Warum „einfach da sein“ manchmal bereits genug ist

👤 Über den Gast dieser Folge Marc Fleischer ist seit knapp einem Jahr Mitglied im Kriseninterventionsteam und damit noch vergleichsweise neu in der Krisenintervention.

In kurzer Zeit hat er bereits zahlreiche Einsätze erlebt. In dieser Folge blickt er gemeinsam mit Florian auf zwei Situationen zurück, die beide begleitet haben – und reflektiert offen, was ihm dabei geholfen hat, wo er unsicher war und welche Haltung sich für ihn inzwischen zu einem persönlichen „Handlauf“ im Einsatz entwickelt hat.

🎙️ Host Florian D. Weber – Moderator, Entertainer und seit über 15 Jahren ehrenamtlich in der Krisenintervention und Suizidprävention tätig.

Mit „Und plötzlich: Krise“ gibt er Einblicke in Situationen, die sonst verborgen bleiben – und spricht mit Menschen, deren Geschichten bewegen.

⚠️ Inhaltsinformation In dieser Folge sprechen wir ausführlich über Tod, Suizid, das Auffinden verstorbener Menschen, einen tödlichen Arbeitsunfall, Todesnachrichten und Trauer. Einzelne Situationen und das Auffinden verstorbener Personen werden anschaulich beschrieben.

Solltest du Unterstützung benötigen, findest du anonyme und kostenlose Hilfe bei der Telefonseelsorge:

📞 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
💬 telefonseelsorge.de

Weitere Hilfe:
➡️ Arbeitskreis Leben Freiburg: akl-freiburg.de
➡️ Arbeitskreise Leben BW: ak-leben.de

📅 Veröffentlichung Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen, freitags um 7 Uhr.

🔗 Folge dem Podcast 🎧 Spotify, Apple Podcasts & überall, wo es Podcasts gibt
📸 Instagram: @und.ploetzlich_krise

Transkript anzeigen

00:00:07: Das war der Nachfolger.

00:00:09: Jetzt kann ich den Betrieb einstellen, es gibt keine Nachfolge mehr.

00:00:12: – jetzt kann ich aufhören!

00:00:15: Dieser Satz fällt in einem Wohnzimmer, indem wenige Minuten zuvor eine Todesnachricht überbracht wurde.

00:00:21: Durch das Fenster dringt helles Tageslicht.

00:00:24: Auf einem Tisch stehen Tassen die niemand anruiert.

00:00:27: Alles sieht nach einem gewöhnlichen Tag aus … nur dass für diese Familie nichts mehr gewöhnlich ist….

00:00:34: Der Vater steht immer wieder auf.

00:00:36: Er geht eine Geschritte, bleibt stehen und setzt sich

00:00:39: wieder.".

00:00:40: Dann spricht er über den Betrieb, den sein Sohn eines Tages übernehmen sollte.

00:00:45: Seine Frau sieht ihn an.

00:00:47: Sie fragt ob das gerade wirklich sein Ernst sei?

00:00:50: Ob der Betrieb jetzt tatsächlich seine größte Sorge sei?

00:00:53: Ihr Sohn sei schließlich gerade gestorben!

00:00:57: Er antwortet nicht wirklich darauf.

00:00:59: Wenig später wird er wütend – Auf die Situation, auf den Unfall Und auch auf seinen Sohn.

00:01:06: Diese eine Fahrt sei nicht notwendig gewesen, es habe keinen Grund gegeben sich zu beeilen.

00:01:12: Hinter seinen Worten steht ein Gedanke den niemand ausspricht Der Sohn könnte noch leben wenn dieser Morgen anders verlaufen wäre.

00:01:20: Im selben Raum sitzt die Mutter.

00:01:23: Sie braucht andere Antworten.

00:01:25: Was ist passiert?

00:01:26: Wie ist ihr Sohn gestorben?

00:01:27: Wo ist er jetzt und wann kann sie zu ihm?

00:01:31: Zwei Menschen haben gerade dasselbe verloren.

00:01:34: Und trotzdem scheint es, als würden sie sich in diesem Moment überhaupt nicht mehr erreichen!

00:01:40: Was passiert wenn eine Familie in einer Krise nicht näher zusammenrückt?

00:01:44: Wenn jeder etwas anderes

00:01:46: braucht?!

00:01:47: Wenn Menschen nicht nur mit dem Tod eines Angehörigen kämpfen sondern plötzlich auch miteinander?

00:01:53: Und was können Helferinnen und Helfer tun, wenn ausgerechnet die Menschen, die sich gegenseitig Halt geben könnten dazu gerade nicht in der Lage sind?

00:02:11: Hallo und ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Unplötzlich Krise.

00:02:16: Und ich freue mich natürlich an dieser Stelle wie immer, wie alle zwei Wochen das ihr auch in diese Folge wieder rein hört!

00:02:22: Auch in der heutigen Folge probieren wir das neue Format nochmal aus denn ich spreche auch in der heute folgen noch mal mit einem Kollegen aus dem Kriseninterventionsteam ganz konkret über genau die Arbeit in der Krisen-Intervention und mein heutiger Gast ist Marc Fleischer.

00:02:36: Marc ist noch vergleichsweise neu im Kriseninterventionsteam, hat aber in dieser relativ kurzen Zeit in der er dabei ist schon erstaunlich viele Einsätze erlebt.

00:02:45: Und zwei davon schauen wir uns heute mal genauer an!

00:02:48: Im ersten findet ein Vater nach seiner Nachtschicht seine Tochter tot in der gemeinsamen Wohnung – sie hat sich das Leben genommen.

00:02:55: Im zweiten Einsatz müssen Eltern erfahren dass ihr Sohn bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen.

00:03:01: Das sind also zwei völlig unterschiedliche Einsätze und trotzdem gibt es am Ende eine Gemeinsamkeit.

00:03:07: In beiden Familien erleben wir Menschen, die gerade dasselbe verloren haben und die trotzdem keinen gemeinsamen Umgang mit diesem Verlust finden.

00:03:15: Wir sprechen darüber was das für uns als Helfer bedeutet ob wir in familiäre Konflikte eingreifen sollten wie neutral man bleiben kann wenn man plötzlich zwischen zwei Menschen steht und warum es manchmal verdammt schwer auszuhalten ist einfach nur da zu sein.

00:03:28: Und wir sprechen darüber, warum Mark nach seinem allerersten richtigen Einsatz zwar das Gefühl hatte dass wir gehen konnten aber trotzdem nicht, dass dieser Einsatz wirklich rund und abgeschlossen war.

00:03:39: Denn da muss man ehrlich sein auch das passiert in unserer Arbeit immer und immer wieder!

00:03:43: Und an dieser Stelle wünsche ich euch ganz viele spannende Gedanken im Gespräch mit Marc Fleischer.

00:04:11: Weißt du, wie viel Du schon gemacht hast dieses Jahr?

00:04:13: Also sind Ultra-Fiele auf jeden Fall.

00:04:14: Sechzehn die ich gemacht habe und dann sind nochmal fünf, sechs, wo ich im Auto saß und kurz vorher abgebrochen worden bin.

00:04:22: Das ist eine lustige Gemeinsamkeit-Markt, das wollte ich Dir heute auch erzählen.

00:04:27: Du bist ein richtiger Einsatzkiller!

00:04:30: Du hast wirklich erstaunlich oft geschafft loszufahren... Aber nicht am Ziel anzukommen, weil es vorher abgebrochen wurde.

00:04:37: Wir

00:04:38: kommen in meinem Leben!

00:04:40: Und damals als ich die Einsatzkoordination übernommen habe und auch in dieses Team der Einsatzkoordinatoren reingegangen bin... ...habe ich über Monate, wann immer ich mich eingetragen hatte war nichts Es war einfach nichts.

00:04:53: Ich war so richtig dachte Ja gut dann trage ich mich jetzt halt noch mehr ein und das war über Monate nichts.

00:05:00: Und genauso gleich hast du als Kraft erlebt ... im fünf, sechs Mal losgefahren ist.

00:05:06: Auch einmal... Ich war ja das nie vergessen eines Morgens.

00:05:08: Es war ultra früh, fünf Uhr glaube ich, wenn wir da Sonne gerade so am Aufgehen.

00:05:13: Ich an der Einsatzstelle, da kurz mit dem Rettungsdienst geredet und die mir gesagt, ja so richtig brauchen wir euch eigentlich gar nicht mehr!

00:05:20: Und du warst eine Minute vorankonzenz an einer Einsatzsteller also hast den Weg quasi schon gemacht gehabt und kam es nicht zum Zug.

00:05:29: Ja, das war schade.

00:05:31: Tatsächlich habe ich da echt geglaubt.

00:05:33: Das liegt dann mir?

00:05:34: Es ist so ein Fluch.

00:05:34: Wenn man irgendwas sucht, dann ist es immer an der Stelle wo man nichts sucht oder das Letzte sucht und genauso ist da auch das Universum wollte das einfach nicht.

00:05:43: Du hast gerade gesagt es ist schade und irgendwie ist es eigentlich so absurd dass man in so einer Situation von Schade spricht?

00:05:49: Oder ich kann das ja total nachvollziehen weil das ist es ist Schade!

00:05:52: Man macht eine Ausbildung die dauert echt lange du übst ganz viel kriegst immer wieder diese Anrufe und kommst aber nicht zum Zug, also kommst nie an den Punkt mal hilfreich zu werden.

00:06:04: Es ist eigentlich wirklich schade, ne?

00:06:06: Auf der einen Seite für mich natürlich schade weil mein Ziel war ja den Einsatz zu machen.

00:06:10: andererseits wenn ich nicht gebraucht werde dann ist es sehr auch gut.

00:06:14: Ja Schade in dem Fall wenn einfach andere übernehmen Also oft gab's auch das die Leute dann vom Unfallort in die Klinik gefahren sind Und dort halt dann betreut wurden.

00:06:24: Ja, genau.

00:06:26: Schade natürlich nicht im Sinne von Mist!

00:06:29: Jetzt kommen wir da wieder nichts... Aber so schade um hilfreich zu werden ist der Fall den wir gerade beschrieben haben dieser frühmorgengliche.

00:06:36: Das ist eigentlich das Beste was passieren konnte.

00:06:37: Da waren Angehörige.

00:06:39: Da war eh sofort die Familie vor Ort und Freunde vor Ort.

00:06:42: Es ist ja das beste was passieren kann eigentlich.

00:06:44: Gucken wir heute interessant damals auch drauf.

00:06:47: aber klar wenn man natürlich eine halbe Stunde der Anfahrt dann schon hinter sich hat vielleicht erzähle ich irgendwann mal Im Podcast diese Geschichte, wo ich einen ganzen Sonntag im Schwarzwald unterwegs war.

00:06:58: Ohne überhaupt eine Einsatzminute am Ende zu haben.

00:07:01: als andere Geschichte.

00:07:04: Du bist relativ neu Marke im Vergleich zu mir auch.

00:07:08: Hast da ja auch einen ganz anderen Blick auf viele Sachen noch?

00:07:11: Warum Krisenintervention und warum hast du überhaupt angefangen?

00:07:14: Das ist ne lange Geschichte.

00:07:16: in dem Kreis meiner Familie sind ganz viele Leute ehrenamtlich engagiert oder überhaupt die tun Gutes angefangen bei meiner Frau als allererstes zu nennen, die in der Klinik arbeitet.

00:07:27: Die sich überall engagiert.

00:07:28: Die ganze Familie, TAW Feuerwehr und Freundesnotarzt also wirklich alle sind irgendwie um mich rum.

00:07:35: Irgendwie organisiert in Blaulichtorganisationen oder ehrenamtlich und ich war der einzige der nichts macht.

00:07:43: Und das wollte ich irgendwie ändern.

00:07:44: Ich wollte irgendwas zurückgeben.

00:07:45: Man kommt es ja auch mal an den Lebensphase wo du sagst okay ich habe eigentlich alles erreicht was ich erreichen wollte.

00:07:50: jetzt möchte ich gerne noch etwas zurück geben.

00:07:55: Ich sage immer, klar ist es klassisch, wenn man auf dem Dorf wohnt und geht mal in die Feuerwehr.

00:08:00: Aber ich sehe mich jetzt nicht da, dass die Opernsänglerinnen aus dem vierten Stock runter tragen mit Atemschutz.

00:08:08: Das kriege ich nicht hin, das mache ich nicht.

00:08:10: Und ich hatte einfach dieser psychologische Aspekt interessiert.

00:08:14: Ich habe den Bericht übers Atheil gesehen und da habe ich das Gesen-Interventionsteam interviewt.

00:08:20: Der hat mir gedacht, genau, dass ich wusste gerade, dass es das gibt!

00:08:23: Genau das, was ich machen will.

00:08:25: Und dann kam so die Unterschrift mit Namen und war die halt Diplom-Doktorpsychologe irgendwas.

00:08:31: Dann hab' ich das Adakta gelegt.

00:08:32: Ja klar, ich kann ja keine Psychologie jetzt noch studieren, weil ich das machen kann... ...und habe es weggelegt.

00:08:37: Und irgendwann hatte ich mal einen Workshop im truflichen Kontext,... ...wo jemand in der Pause erzählt hat, ähm, er oder sie macht das.

00:08:46: Und da hab ich gesagt, hey du hast doch gar keine Psychologe, wie geht's?

00:08:48: Ne ne, das kann man in einer Ausbildung, ahja okay!

00:08:51: Und dann ging das recht schnell.

00:08:53: Und ich bin echt happy, dass man das machen kann.

00:08:57: Ja genau, das ist es ja am Ende.

00:09:00: Ich glaube davon leben wir auch.

00:09:01: Du machst was ganz anderes in deinem Alltag als ich so... Wir beide haben wieder etwas ganz anderes als andere und ich habe das hier schon mal gesagt.

00:09:08: Wir haben Leute die in der Kirche arbeiten, wir haben Leute bei den Freiburger Verkehrsbetrieben arbeiten.

00:09:14: Das ist eine Straßenbahnfahrt.

00:09:15: Es ist so ganz ganz bunt gemischt wer dabei ist und so.

00:09:20: Also ich glaube also man guckt sicher auch um so in der Gruppe Wer macht ein Was?

00:09:24: Ich glaube alle haben so einen Kontext.

00:09:26: Irgendwas mit Sozial, die meisten und da steche ich schon raus.

00:09:32: also es gibt glaube ich noch einen Kollegen der beruflich ähnlich aufgestellt ist wie ich.

00:09:37: aber ich habe mit sozialen und mit Menschen arbeiten im sozialen Kontext gar nichts zu tun.

00:09:42: hab' ich glaube schon

00:09:44: Ja wir können's jetzt tatsächlich auch nicht sagen.

00:09:46: das zeigt aber ja nochmal dass dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat.

00:09:50: Also du musst nicht soziale Arbeit studiert haben oder wie ich Erziehungswissenschaft, es hat damit nichts zu tun.

00:09:58: aus meiner Sicht, meine ganz felsenfeste Überzeugung bist

00:10:01: du

00:10:02: menschlich?

00:10:04: Ich nenne das ja häufig so ein bisschen... Pflapsig gesunder Menschenverstand.

00:10:08: Weil genau das ist es am Ende aus meiner Sicht, der gesteht und fällt nicht damit dass du fünf Jahre Psychologie im Bachelor & Master studierst sondern das steht und fällt damit dass Du das gut lernen kannst in so einer Situation richtig damit umzugehen und genau das is es ja am ende

00:10:24: einfach da sein

00:10:26: bevor wir jetzt gleich so in den ersten Einsatz mal reinspringen mag eine Frage werden gerade schon Bist du dann Ausblicke gegeben, worüber wir heute sprechen?

00:10:36: Und ich werfst dir einfach mal so als Knochen erst einmal hin.

00:10:40: Wenn du so diesen Satz hörst dass eine Familie so ne Krise nicht tragen kann was kommt dir da so als erstes in den Sinn?

00:10:50: Das ist schon das ist ein gewichtiger Satz über den man mal nachdenken muss.

00:10:55: Ich glaube Familie sollte ja eigentlich alles tragen können.

00:10:59: Also das ist so.

00:11:01: meine ganz naive kindliche Vorstellung von Familie bin aber da tatsächlich eines Besseren belehrt worden, dass das nicht so der Normalzustand ist.

00:11:10: Ich habe die Hoffnung ich glaube das in meiner Familie wenn irgendetwas passiert was das Leben so aushebelt irgendwie dass dann alle da sind.

00:11:19: Das glaube ich ganz fest egal was vorher war ob man sich vielleicht auch mal zwei Jahre nicht gesehen hat oder ob man mal das letzte Gespräch nicht so toll war was auch immer.

00:11:28: Aber wenn etwas passiert dann sind alle da!

00:11:30: Ich kann auch jeden anrufen nach zum Drehen sagen hey ich brauch dich Dann auf jeden Fall und alles was war ist vergessen.

00:11:36: Und das ist glaube ich nicht überall, so muss dich feststellen.

00:11:40: Hast du das im Rahmen der Einsätze festgestellt oder so insgesamt einfach?

00:11:43: Im Rahmen der Einsatzzehürgen.

00:11:45: Weil das wird ja jetzt ohne zu viel zu spoilern aber es wird ja eine ganz relevante Größe in den beiden Fällen werden, auf die wir heute schauen.

00:11:55: Als ich dieses Skript für diese Folge geschrieben habe, hab' ich auch schon gedacht, das schicke ich einmal noch vorweg dann gucken wir tatsächlich mal auf den ersten dieser beiden Einsätze.

00:12:03: Da habe ich gedacht, das ist schon auch so eine Folge in der man glaube ich nochmal ganz gut reflektieren kann.

00:12:07: Wie wäre das in unserer Familie?

00:12:11: Weil ich glaube dass man ganz häufig das vielleicht auch gar nicht sehen kann.

00:12:18: Du hast gerade auch gesagt, ich habe so ein Gefühl, dass wenn das so wäre dann ist total egal ob man sich zuletzt gestritten hat.

00:12:23: Dann funktioniert es und ich glaube Das ist nicht mehr als so ein gefühl.

00:12:27: Ich würde das bei meiner Familie nämlich exakt genauso beschreiben.

00:12:32: In welcher Familie gibt's denn bitte keinen Streit?

00:12:34: Also das gibts ja einfach nicht.

00:12:36: Wenn dann

00:12:40: da.

00:12:42: Aber die entscheidende Größe ist ja funktioniert, wenn plötzlich was eintritt womit man nicht gerechnet hat.

00:12:48: Und wenn du magst, steigen wir einfach mal ein und gucken auf den ersten Einsatz, den wir beide zusammen gemacht haben.

00:12:55: Es ist ein heller Sonntagvormittag Auf den Straßen ist wenig los Vor den Häusern stehen nur einzelne Autos.

00:13:02: Für viele Menschen hat der freie Tag gerade erst begonnen als die Polizei das Kriseninterventionsteam alarmiert.

00:13:09: Ein Vater braucht Unterstützung.

00:13:12: Nach einer Nachtschicht ist er am Morgen nach Hause gekommen.

00:13:15: In der gemeinsamen Wohnung hat er seine Tochter tot aufgefunden – sie hat sich das Leben genommen!

00:13:21: Die Tochter war erst seit kurzer Zeit wieder bei ihm eingezogen, nun stehen ihre Schuhe noch im Flur, ihre Sachen liegen in der Wohnung und ein Alltag, der gerade erst wieder begonnen hatte, ist abrupt zu Ende.

00:13:36: Als die beiden Helfer eintreffen, stehen Fahrzeuge der Polizei vor dem Haus.

00:13:40: In der Wohnung arbeiten Kriminalpolizei und Kriminaltechnik.

00:13:44: Neben dem Vater sind der Bruder der Verstorbenen sowie die Mutter da, die Eltern sind getrennt.

00:13:51: Die Mutter ist mit ihrem neuen Partner gekommen.

00:13:54: Die Menschen, die betreut werden sollen sitzen im Zimmer der verstorbener Tochter.

00:13:59: Der Raum liegt abseits vom unmittelbaren Auffindeort.

00:14:03: Die Tür dorthin bleibt geschlossen.

00:14:05: Niemand führt die Helfer an der Verstorbenen vorbei.

00:14:08: Und für ihre Aufgabe ist das auch nicht notwendig.

00:14:11: Hast du das noch im Kopf, Marc?

00:14:12: Wie wir damals in diese Wohnung gekommen sind und wie hast du das erlebt?

00:14:17: Dass wer da beschreibt es nochmal so ein bisschen... Wir sind die Treppen hochgekommen und dann einfach geradeaus in das Zimmer der Tochter gegangen während des ganzen Geschehenes ein bisschen rechts von uns den Floh entlang gewesen ist.

00:14:29: Hast Du's noch in Erinnerung?

00:14:30: Ich weiß es noch ganz genau.

00:14:31: Das war mein allererster Einsatz.

00:14:33: Der zustande kam!

00:14:35: der erste Stande kam, genau.

00:14:39: Von daher habe ich glaube ich jedes einzelne Bild abgespeichert und bin natürlich auch froh glaube ich im Nachhinein dass wir direkt da in diesen Raum gehen konnten wo die Angehörigen saßen und ich mich da ein bisschen an dein Rockzipfel hängen konnte um einfach nochmal im Häuschen zu spielen, um ein bisschen zu beobachten.

00:14:59: erstmal Wir sind in den Mechanismen.

00:15:02: Wie agiert die Polizei?

00:15:03: Was machen die Angehörigen?

00:15:06: Ja, einfach mal sich in die Ecke zu stellen, einmal abzuwarten und zu gucken.

00:15:10: Da war ich ganz froh drumherr.

00:15:11: Warst du nervös?

00:15:13: Nee!

00:15:14: Das ist nicht gespannt, ultragespannt was da jetzt kommt.

00:15:19: Also die Ausbildung war ja schon sehr intensiv.

00:15:21: Schon genau vorbereitet wird so und so ablaufen und keine Ahnung... Und ich war wirklich gespannt ob das genauso ist.

00:15:28: Ich war überrascht dass es dann tatsächlich so So auch wahr?

00:15:31: Ja.

00:15:32: Wir können ganz kurz einen Einblick mal in die Ausbildung geben, wird sicherlich in der anderen Folge auch nochmal Thema sein.

00:15:38: Die Ausbildung besteht zu einem großen Teil sicherlich aus theoretischem Wissen.

00:15:41: und was passiert wenn Was wie wann Wie lange darf das Verstorbener Zuhause bleiben?

00:15:47: Wie reagieren Menschen in Krisen?

00:15:49: Und ein ganz anderer Riesen?

00:15:50: großer Teil ist Übung Übung, Übung.

00:15:53: Es sind Rollenspiele noch und nöcher.

00:15:55: Alle Situation werden mal durchgespielt alle möglichen Reaktionen Geht nicht, du kannst nicht alle Reaktionen durchspielen.

00:16:01: Aber es ist so breit und ich würde das bestätigen.

00:16:05: tatsächlich wenn du dann in den ersten Einsatz kommst läuft das natürlich im real geschehen aber ab wie in einem Rollenspieler Es ist halt ein Mensch oder mehrere Menschen die auf eine Situation reagieren wie sie darauf reagieren.

00:16:19: Ich bin damals ja relativ straight auch also weiß es auch noch Die Polizei hat jetzt Hat uns das ja auch sehr schnell angeboten, dass wir einfach direkt da rein können.

00:16:28: Dass die da ihre Arbeit machen können und so weiter... Und ich habe da immer gar keinen Impuls mir, das dann anzuschauen.

00:16:33: Hattest du das Gefühl, dass dir das irgendwie in dem Einsatz vielleicht geholfen hätte?

00:16:37: Wenn du diese auffinde Situation mal gesehen hättest?

00:16:40: Also für den Einsatz nicht!

00:16:42: Ich weiß es mir wenig ausmacht sowas zu sehen.

00:16:46: Natürlich wäre ich gespannt gewesen.

00:16:47: Ich war darauf vorbereitet was zu sehen.

00:16:49: also ich hab echt vermutet wir treffen jetzt auf solche Bilder.

00:16:53: Ich war eben im Nachhinein nicht böse, dass es nicht so war.

00:16:56: Aber klar als Neuer war ich da schon drauf gespannt das zu sehen und ich habe damals gewusst, ich weiß heute auch, es hätte mir im Einsatz jetzt in der Betreuung gar nichts geholfen.

00:17:09: Das bringt nix.

00:17:11: Und hier nichts.

00:17:12: Denkt gerade schon ein bisschen an den zweiten Einsatz und fragt mich ob's manchmal einen Unterschied macht.

00:17:19: Können wir vielleicht nachher darauf gucken?

00:17:20: Vielleicht greife ich an dieser Stelle jetzt mal gar nicht vor.

00:17:22: Ich frag mich nämlich, ob es einen Unterschied macht.

00:17:24: Weil ich für mich die Entscheidung getroffen habe, was ich nicht sehen muss, gucke ich mir nicht an.

00:17:28: und das ist jetzt so in einer Wohnungssituation gerade jetzt für dich mit dem ersten Einsatz.

00:17:35: du weißt ja nicht, in was für eine Wohnung du kommst.

00:17:37: Es gibt Wohnungen, wer hätte gar nicht drumherum gekonnt?

00:17:40: Das war noch ein bisschen glücklich dass diese Wohnung so geschnitten war wie sie geschnitten war?

00:17:44: einfach

00:17:44: Ja witzigerweise also.

00:17:47: ich hab mir da viele Gedanken drüber gemacht.

00:17:49: muss man das sehen?

00:17:51: will ich das sehen, kann ich es sehen etc.

00:17:53: Und ich hatte jetzt erst kürzlich einen Einsatz wenn ich das kurz erzählen kann.

00:17:56: Auf

00:17:56: jeden Fall?

00:17:59: Da kam ich völlig unvorbereitet hin.

00:18:00: also ich bin einfach losgefahren und als ich da ankam dann war die Kollegin schon im Gespräch auf der Straße mit der Betroffenen und als sich dazu kam nach einer Viertelstunde zwanzig Minuten sind sie gleich aufgestanden und wir gehen ins Haus und ich habe das null geschnallt.

00:18:18: Warum auch immer?

00:18:18: Ich war halt mir noch in der Autofahrt, in der Parkplatzsuche.

00:18:22: Worum es da genau geht, dass ihr Bruder gestorben ist und dann ja wir gehen jetzt mal rein und so und dann sind wir da rein.

00:18:27: Dann hat die den Briefkasten aufgemacht das sind die ganzen Zeitungen von ein paar Tagen rausgequollen.

00:18:31: Oh aha okay für das Stock hochgelatscht und ich bin die Treppen hinterher gelaufen und war dann ganz oben ganz froh, dass sich die vier Stockwerke rauf konnte ohne Sauerstoffzelt.

00:18:43: Es ging ja gut und die Tür wurde aufgeschlossen.

00:18:45: Ich kam da rein, das war eine ganz kleine Zweizimmerwohnung.

00:18:47: Wir gehen den Gang entlang hier links Schlafzimmer und hier das kleine Wohnzimmer mit der angeschlossenen offenen Küche.

00:18:54: Und dann habe ich mich so umgeguckt und sah dass Regal stehen und ganz viele Büchercidees lag viel Unrat rum alles verstaubt.

00:19:02: Und wirklich ganz viel Zeug lag rum.

00:19:03: und ich guck mich so herum und denke was hatten wir alles hier rumliegen?

00:19:06: Da hat er eine Puppe auf der Couch sitzen.

00:19:12: Das ist keine Puppe, der saß da nackt auf der Couch.

00:19:16: Schon bisschen gelblich weil er eben schon ein paar Tage da saß.

00:19:21: ich habe das nur kurz angeguckt und wieder weggeguckt Und erst da hab' ich kapiert Da is ne Leiche.

00:19:28: und dann haben wir uns genau neben dran gesetzt um das Gespräch zu finden Weil diese Wohnung so klein war.

00:19:32: Wir haben genau neben daran Diese Betreuung gestartet mit dieser Schwester.

00:19:38: Da hab´ich gemerkt es macht mir nichts aus Aber dieses Ich guck dahin unabsichtlich Und ich hab's unabsichtlich gesehen.

00:19:46: Das hat mich dann so ein bisschen wie ... dumm kann man sein, so völlig unvorbereitet in eine Wohnung reinzulatschen und sich umzugucken.

00:19:55: Und zu sagen hier und da ist jetzt ne Puppe.

00:19:59: Wenn du das jetzt so rückblickend betreffst, sag ich auch, wobei mags geben.

00:20:06: Es gibt sieben Haushalte in Deutschland ohne Puppen auf der Couch sitzt.

00:20:10: Aber die andere Seite ist ja genau dieses Unvorbereitete ist vielleicht ein bisschen das Unvoreingenommen.

00:20:16: Weil du natürlich dir nicht schon vorher dieses Szenarien ausmahlst und so weiter.

00:20:20: Das würde, glaube ich auch nicht helfen!

00:20:23: Und gerade so in dem Fall kommst ihr halt dann nicht umhin, dir das anzugucken oder dich sogar... Ich glaube es klingt für alle Hörerinnen und Hörern wahrscheinlich komplett absurd dass man sich daneben setzt, sodass man sagt, was spinnt ihr jetzt?

00:20:43: So sind die Gegebenheiten manchmal nur.

00:20:45: natürlich kann man dann sagen wir gehen raus wieder mit der Betreuung und so weiter.

00:20:49: Aber es ist halt manchmal auch nicht alles so einfach, also manchmal sind die Gegebenheiten wie sie sind.

00:20:54: Ich werde das niemals vergessen dass wir auch mal Freiburger Umlandgemeinde in einem Einsatz waren wo wir immer wieder um in diese Gesprächssituation kommen mussten, über die verstorbene Person drüber steigen mussten.

00:21:10: Und das hat mir vom ersten Moment an unbehagend gemacht und mit jedem weiteren Mal auch.

00:21:15: Die lag leider so, dass wir nicht... Es ging nicht!

00:21:20: Jedes mal sind wir da wieder drüber gestiegen und dann saßen wir in diesem Raum quasi wie im Stuhlkreis oben diese Verstorbene Personen herum.

00:21:30: Dieses Bild werde ich nie mehr los und das ist gar nicht, dass sich das nicht aushalten könnte.

00:21:34: aber mir hat diese verstorbene Person so leid getan weil ich dachte mein Gott wir steigen hier über dich drüber Wir reden hier über Dich und Du liegst hier quasi in unserer Mitte Das war... Ja wenn man das so sehen will, das war ein bisschen so eine Albtrauma.

00:21:48: Ich denke mein Gott, also kannst du auch nichts machen?

00:21:51: Was willst du machen?

00:21:52: vor die Tür schleifen oder so?

00:21:54: Also Katastrophe.

00:21:55: Aber das gibt es eben

00:21:57: Ja.

00:21:58: Da kann man sich nicht darauf vorbereiten?

00:22:00: Und für mich ist so, ich habe Handhab das nämlich auch so dass ich eigentlich denke wenn ich es nicht sehen muss und ich nicht das Gefühl hab es macht jetzt für diesen Einsatz einen Unterschied dann gucke ich mir das nicht an sondern dann gehe ich eben straight in dieses Zimmer wo die Betroffenen oder die zu Betreuenden sind und für da das Gespräch und genauso haben wir's ja gemacht.

00:22:19: Also in dem Moment hat es mir insofern geholfen als dass mir schon bewusst geworden ist während des Gesprächs dass diese Schwester ja ihren Bruder so aufgefunden hat Und sie hat ihn dann auch noch am Hals den Puls gefühlt, ob er denn lebt.

00:22:30: Das war so ihre erste Reaktion logischerweise...

00:22:32: Also in der Sofa-Situation jetzt müssen wir vielleicht nochmal klären?

00:22:34: Ja, in der SOFA-Situation um die Einzelns II anzurufen, also die hat diesen Anblick ja auch gehabt und es ist ihr Bruder!

00:22:43: Und Sie hat ihn angefasst, der dann kalt ist und diese ganzen haptischen Dinge auch noch dazu.

00:22:49: Also mir war dann in dem Moment bewusst was sie für Schritte hat gehen müssen und ich habe nur einmal kurz hingeblinzelt.

00:22:54: Das hat mir schon geholfen, auch ihre Situation ein bisschen besser zu verstehen.

00:23:23: Aber wir haben es nicht gesehen.

00:23:26: Man kann das dann irgendwie auf einer rationalen Ebene anders nachvollziehen, aber es ist schon anders wenn man's einmal gesehen hat und so wirklich diese Szene vielleicht sich noch mal ein bisschen selber mehr vorstellen kann.

00:23:38: Und jetzt glaube ich eine Frage die man über Stunden jetzt diskutieren könnte hilft oder hilfts nicht?

00:23:43: Ich glaube es gibt da keinen richtig und falsch sondern das kann hilfreich sein, aber ich verstehe auch jeden und ich mach's ja selber so und sag wenn ich's nicht sehen muss... verzichte ich gerne auch drauf.

00:23:54: Also mir hat es in dem Moment geholfen, weil ich das gesehen habe was sie gesehen hat von dem ja.

00:24:00: Ja spannend!

00:24:01: Weil das wäre jetzt ja genau so dann die andere Seite hätte dass vielleicht auch in dem Einsatz geholpen können wir vielleicht gleich auch nochmal darüber diskutieren?

00:24:08: also ich hab den Vater der war ja.

00:24:10: also ich weiß nicht ob die anderen Familie Mitglieder Sie gesehen haben wahrscheinlich schon?

00:24:13: Ich

00:24:14: gehe davon aus aber ich weiß es noch nicht.

00:24:16: Wo wir da waren war's glaube ich nicht so.

00:24:19: Da hatte nur der Vater sie gesehen und ich glaube Da hätte es jetzt mir uns vielleicht auch nicht geholfen, das zu verstehen was die da erlebt haben.

00:24:29: Das war das Erlebte aber auch nicht das Zuverarbeiten oder der Schockmoment?

00:24:34: Stimmt!

00:24:34: Vielleicht

00:24:36: springen wir einfach mal ins Zimmer der verstorbenen Tochter rein.

00:24:43: Die beiden Helfer betreten das Zimmer der Tochter.

00:24:45: Es ist nicht groß.

00:24:47: Auf Möbeln und Ablagen liegen persönliche Dinge wie sie in fast jedem bewohnten Zimmer liegen könnten Sportsachen Kopfhörer ein Notizbuch.

00:24:56: Nichts daran ist für sich genommen ungewöhnlich und doch bekommt jeder Gegenstand in diesem Moment eine andere Bedeutung.

00:25:04: Die Tochter ist nicht mehr da, ihr Alltag aber ist noch überall sichtbar – Eine Jacke die wieder getragen werden sollte, Kleinigkeiten die später weggeräumt werden müssen.

00:25:14: Spuren eines Lebens das wenige Stunden zuvor noch selbstverständlich zu diesem Haus gehörte.

00:25:23: Niemand schreit, niemand bricht zusammen.

00:25:25: Die Stimmen bleiben

00:25:26: leise.".

00:25:27: Gerade dadurch ist jedes Wort deutlich zu hören.

00:25:31: Mit dem Vater entsteht schnell ein Gespräch.

00:25:34: Er weiß dass seine Tochter psychisch instabil war.

00:25:37: Er versucht das Geschehene einzuordnen – nicht weil er schon verstanden hätte was passiert ist und auch nicht weil ihn der Tod weniger trifft!

00:25:46: Er kann über seine Tocher sprechen, ihre Situation, die vergangenen Wochen oder Monate.

00:25:52: Die Mutter reagiert anders.

00:25:54: Für sie liegt die Verantwortung nicht bei ihrer Tochter, sie richtet ihren Blick auf den ehemaligen Partner der Verstorbenen.

00:26:01: Die Beziehung war immer wieder auseinandergegangen und wieder aufgenommen worden.

00:26:05: Kurz zuvor hatte es erneut eine Trennung gegeben.

00:26:09: Für die Mutter steht fest, er trägt die Verantwortung dafür dass ihre Tochter sich an diesem Morgen das Leben genommen hat.

00:26:17: Der Vater widerspricht!

00:26:19: Er sagt, dass es die Entscheidung der Tochter gewesen sei.

00:26:22: Dass zu einer gescheiterten Beziehung zwei Menschen gehörten und das Schuldzuweisungen jetzt nichts mehr verändern würden.

00:26:30: Die Mutter bleibt bei ihrer Sicht!

00:26:32: Und mit der Zeit wird deutlich, dass hier nicht nur über die Beziehungen der Tocher gesprochen wird.

00:26:38: Du hast doch noch nie gesehen, dass er ihr nicht gut tut oder ja du schon wieder mit deiner Sicht?

00:26:44: Es sind Kleine Sätze.

00:26:46: Aber sie erzählen von Konflikten, die nicht an diesem Sonntag Vormittag entstanden sind.

00:26:55: Erinnerst du dich daran noch an diese Szenerie?

00:26:58: Vielleicht gesagt oder das nochmal der Vater der Verstorbenen sitzt auf dem Bett... Die Mutter ist mit ihrem neuen Partner auch in diesem Zimmer und der Bruder ist auch noch gelegentlich dabei.

00:27:10: Der ist dann immer wieder runtergegangen zur Großmutter.

00:27:13: Das ist so dieses Szene gewesen!

00:27:15: Und diese Zitate sind nicht ausgedacht.

00:27:18: Das ist da tatsächlich passiert, also das ist relativ schnell Thema geworden.

00:27:23: Wer hat jetzt Schuld?

00:27:27: Da habe ich innerlich, erinnere mich die Augenbrauen hochgezogen war erstaunt über dieses Verhalten und fand sie in der zweiten Moment dann Schade einfach.

00:27:39: Also schade dass sie nicht füreinander da sein können sondern dass sie sich da die Vorwürfe gegenseitig machen.

00:27:47: Da würde ich ja sogar vielleicht noch sagen, haja die sind halt auch kein Paar mehr gewesen.

00:27:50: Die waren ganz offensichtlich getrennt.

00:27:52: aber ganz interessant fand ich da auch dass der neue Partner der Mutter der auch mit vor Ort war Auch gar keinen Einfluss hatte auf diese Beziehung.

00:28:03: und das ist wirklich Ich fand es damals Auf der einen Seite interessant zu beobachten auf der anderen Seite genau wie du sagst extrem schade.

00:28:12: wo sich dieses Diskussion hin verlagert hat glaube widerspricht mir gerne, wenn du es anders hieß.

00:28:18: Was wir häufig erleben in unseren Einsätzen ist diese Frage nach dem warum?

00:28:22: Warum hat sie das gemacht?

00:28:24: Das ist eine frage die diskutieren fast alle menschen mit uns mit sich mit freunden und so weiter häufig mit dem unbefriedigenden fakt dass man keine antwort auf diese frage bekommen wird.

00:28:36: da ging's aber ja relativ schnell um das thema schuld?

00:28:39: also wer hat sie formel jetzt mal überspitzt dahin getrieben?

00:28:44: Warum hat sie diese Entscheidung getroffen?

00:28:47: Und da ist ja leider der, ich glaub zu dem Zeitpunkt ehemalige Partner.

00:28:51: Der Tochter irgendwie so in den Fokus dieser Diskussion plötzlich gerückt.

00:28:56: und dann hatten diese ehemalsigen Eheläute unterschiedliche Sichtweisen.

00:29:00: Und die waren plötzlich Thema!

00:29:02: Und das ist fast in einem Konflikt geendet.

00:29:06: Aber vielleicht mal eins nach dem anderen.

00:29:09: Diese Frage nach der... Die stellt sich halt auch super

00:29:14: oft.

00:29:15: Ja, die Schuldfrage ist eine naheliegende.

00:29:21: Das gehört ja zu dem Warum?

00:29:23: Wer oder war es hat Schuld und in diesem Fall war als Naheliegende der Schwiegersohn ins B oder ich weiß gar nicht mehr wie die familiäre Situation zwischen den zwei ein war.

00:29:37: War auch ein bisschen unfreundlich.

00:29:38: Freund

00:29:39: verlobt keine Ahnung.

00:29:40: Verheiratet sogar aber

00:29:43: Ich weiß es

00:29:43: nicht genau.

00:29:44: Die waren verheiratet, aber

00:29:47: ja...

00:29:47: und auf leider viel gewesen so offensichtlich.

00:29:51: Eben also hat da eine Person Schuld.

00:29:53: oder manchmal ist eben war das Autoschuld?

00:29:57: War das Auto kaputt oder war dies oder das?

00:30:01: Klar in der Nachschau kann ich Verständnis aufbringen weil natürlich dass eben A zum Barummen gehört und B in dem Moment ist natürlich ablenkt von dem von dem eigentlichen Gedanken, der da ja naheliegend ist.

00:30:17: Der Elefant im Raum ... Die Tochter ist jetzt weg für immer.

00:30:22: Da will man nicht gleich ... Da will das Gehirn auch gar nicht drüber nachdenken logisch.

00:30:26: Dann beschäftigt man sich mit anderen Sachen kann ich nachvollziehen.

00:30:30: Geht auch anders habe ich auch in anderen Einsätzen anders gesehen.

00:30:34: In dem Moment fallen die es einfach schade.

00:30:38: Ich war froh dann dass sie den der nicht anwesenden Person die Schuld gegeben haben und sich nicht gegenseitig die Schuld geben haben und gefetzt haben.

00:30:47: Keine Ahnung, das hätte ich dann ganz schlimm aushalten können.

00:30:50: Ich fand es war so schon schwer auszuhalten!

00:30:53: Ich weiß nicht ob du dich daran noch erinnerst aber als wir so irgendwann... Es war halt auch ein kleines Zimmer.

00:30:57: Das heißt stand das halt wie ich fast Schulter an Schulter.

00:31:00: Der war jetzt zwischen uns allen nicht viel Platz und so.

00:31:03: Und wir sind dann da irgendwann mal in dieses Kreuzfeuer rein geraten, der ja du hast die Anonie verstanden und ah du wieder suchst die Schuld wieder bei anderen.

00:31:12: Und er hat den Vater ganz klar gesagt das war am Ende ihre Entscheidung.

00:31:15: Die Mutter hat es völlig anders gesehen.

00:31:17: Plötzlich stehst du dazwischen drin und man hat ja richtig gemerkt dass hängt sich jetzt eher so an diesem Konflikt dieser beiden auf als an der eigentlichen Situation.

00:31:28: aber eher klar der kommt halt zum Tragen plötzlich.

00:31:32: Was ich mir dabei halt gedacht habe, da greife ich vielleicht vor war einfach dass sich auch schade fand oder das sind wir dann bewusst geworden.

00:31:39: Dass ich dann in dem moment ja gar nicht helfen kann.

00:31:42: also Ich bin ja da wegen dieses ereignisses.

00:31:45: Wenn die sich aber jetzt in die haare kriegen und ihre alten konflikte ausleben Dann bin ich nur zuschauer.

00:31:52: ich kann nicht.

00:31:53: bin ich da um über je probleme zu sprechen oder über was weiß ich?

00:31:58: Da kann ich nur zu schauen ist die zeit in der ich da bin.

00:32:00: ich bin gerne da und ich bin so lang da wie es wie es mich braucht, aber in dem Moment kann ich nicht helfen und das finde ich dann auch schade.

00:32:10: In der letzten Folge mit Jessica da auch drüber gesprochen, weil wir waren da einem Einsatz wo sich die Dynamik permanent verändert hat.

00:32:17: Das war völlig absurd wie häufig sie sich verändern.

00:32:20: Es ist immer was anderes gerade gebraucht gewesen und da könnte man jetzt natürlich auch sagen ja gut dann brauchen die euch aber vielleicht gerade beim Austragen dieses Konflikts.

00:32:29: Aber wir hören das gleich noch mal dass es ja tatsächlich auch passiert Und ich habe mir da jetzt für die heutige Folge echt die Frage aufgeschrieben hätten wir da irgendwann hätten wir da wieder sprechen müssen.

00:32:39: Hätten wir da irgendwann mal, der Mutter beispielsweise sagen müssen im Moment mal also... Man kann das jetzt nicht auf diese Person schieben die hier nicht da ist und die sich zum damaligen Zeitpunkt gerade halt wieder getrennt hatte.

00:32:52: Also hätte man da irgendwann sagen müssen Moment stopp oder muss man das einfach aushalten?

00:32:56: Oder hätte man vielleicht auch den Vater sagen müssen Ja moment mal der hat schon eine Mitschuld.

00:33:00: also weißt du, wo beziehe ich Positionen Und wo nicht, finde ich wahnsinnig schwierig da.

00:33:07: Ich kann mal ganz kurz sagen was mein natürlicher Impuls gewesen wäre.

00:33:10: Mein natürlicherImpuls wäre schon gewesen der Mutter irgendwann zu sagen... ...ich glaube die Frage bringt uns nicht weiter ehrlich gesagt.

00:33:16: Ich verstehe dass sie im Raum ist aber die bringt uns nichts weiter.

00:33:19: plus ich sehe es auch nicht so.

00:33:21: also meine ganz persönliche Meinung ist schon Natürlich spielt das in diesen ganzen Beziehungskonstrukt damit rein.

00:33:28: Aber Es Ist Nicht Der Mann Ex-Mann Wie Auch Immer Das gerade war dafür verantwortlich für die Entscheidung, die die Tochter getroffen hat.

00:33:38: Das hätte ich natürlich so von meinem Natürlichimpuls heraus schon gerne auch mal irgendwann dann gesagt und das hätte ich wenn wir nur mit ihr da gewesen wären wahrscheinlich auch gemacht.

00:33:46: aber dann hätte ich ja automatisch dem Vater recht gegeben.

00:33:48: Plötzlich hätte ich mich auf eine Seite gestellt, wäre er auch nicht gegangen.

00:33:53: Genau!

00:33:54: Also ja der Impuls... Der Gedanke zumindest war da.

00:33:58: Er ist immer wieder da, wenn sowas passiert.

00:34:02: Aber den lege ich ganz schnell zur Seite, weil ich auch gelernt habe dass eben solche Dynamiken sich ganz arg ändern in dem... Auch die Wahrnehmung der Menschen uns gegenüber.

00:34:12: Wer sind wir denn da?

00:34:13: Wir sind ja eigentlich ein Fremdkörper.

00:34:14: Ja komplett!

00:34:15: Es steht dann fremder im Wohnzimmer oder im Zimmer der Tochter oder wo auch immer und fängt da an über meine Ehe zu urteilen oder zu erzählen Und dann kann ... Wir sind nicht da um Sympathien zu ergattern oder irgendwas.

00:34:33: Und das kann aber dann in der Antipathie umschlagen und das möchte ich ganz arg vermeiden, auch nicht dass ich es jetzt gesagt habe und in zwei Stunden kommt dann auf einmal hoch.

00:34:42: was wollen sie ja eigentlich?

00:34:43: Sie haben sich ja gegen mich gewendet oder wie auch immer gar nicht.

00:34:48: also da versuche ich so neutral möglich das muss ich runterschlucken und aushalten.

00:34:51: Also ich versuche das auszuhalten.

00:34:54: Ich schreibe mal das Stichwort Antipathy hier nochmal auf weil Wage sogar zu behaupten, dass wenn das passiert ist dann ist der Einsatz gelaufen.

00:35:03: Also ich glaube es ist gar nicht unsere Aufgabe Sympathien zu gewinnen und schon gar nicht in so einem Konflikt also irgendwie die eine Seite für mich zu gewonnen und die andere quasi mir gegenüberzustellen null.

00:35:13: aber ich glaube sobald Antiparty im Spiel ist ist der einsatz gelaufen weil dann hat ja keiner mehr Bock von die irgendeinen Ratschlag anzunehmen.

00:35:21: Ich finde, was da auch noch so wahnsinnig zum Tragen kommt ist... Wir haben ja die Wahrheit nicht gepachtet!

00:35:27: Also wissen wir am Ende ob nicht wirklich genau diese eine Situation der einzige Grund war für diesen Entscheid?

00:35:35: Also wer sind wir das zu beurteilen sondern bist aber plötzlich da reingezogen in diesem Konflikt und stehst auch noch zwischen denen irgendwie so?

00:35:45: Furchterlich also.

00:35:47: Vielleicht ist es ja auch die Art dieser Menschen so miteinander zu kommunizieren.

00:35:50: Vielleicht ist das die Ebene, die sie gefunden haben irgendwann im Laufe der Jahre wo Sie sich überhaupt noch unterhalten können.

00:35:57: dann sollen sie sich halt auf der Ebene auch unterhalten.

00:36:00: wer bin ich dass ich genau in diesem einen Augen blinzeln die ich da bin?

00:36:03: Ich darf Ihnen das zu unterbrechen.

00:36:07: Ja plus alles was wir jetzt beschrieben haben ist vielleicht ja auch nochmal wichtig zu sagen ist unsere Wahrnehmung.

00:36:13: Also vielleicht würden die, wenn man die jetzt fragen würde oder der Bruder oder wer auch immer da war das völlig anders erzählen und sagen Hä?

00:36:20: Was habt ihr denn da... also wie kommt ihr denn darauf so.

00:36:24: Da darf man auch wirklich nicht vergessen wir sprechen hier gerade über unsere Wahrnehmung aus diesen paar Stunden, die wir vor Ort waren.

00:36:31: Genau.

00:36:32: Ja finde ich da schwer sich da... Ich habe es gut gefunden dass wir uns da rausgehalten haben, dass wir ein bisschen zurückgezogen haben Und auch keine Ratschläge, was wir mal ähnlich geben.

00:36:45: Wir waren da rausgehalten und einfach nur da waren in dem Moment.

00:36:52: Das war für mich bei der ersten Einsatz ein lehrreicher Einsatz und fand ich genau deshalb sehr gelungen weil wir genauso vorgegangen sind.

00:37:05: Ich will da aber ehrlich sein, das ist mir manchmal schwergefallen.

00:37:07: Weil ich dachte, ach du Scheiße, jetzt stehen wir hier zwischendrin und ich hab mich wirklich hilflos gefühlt.

00:37:11: Weil die dachten, ich kann hier gerade nichts machen!

00:37:15: Die reiben sich so aneinander auf ein bisschen... Der Vater sagt ja für dich waren es schon immer die anderen, der Mutter sagt ja du hast die Anonie verstanden so Und du stehst völlig machtlos dazwischen.

00:37:27: und ich habe mir die Frage wirklich lange danach auch noch gestellt wo muss man eingreifen?

00:37:32: Wo muss man vielleicht irgendwann mal sagen Also ehrlich gesagt, wir sind auch noch hier im Raum gerade.

00:37:37: Wir können da irgendwie nicht angucken, sondern wir gehen oder sagen über was anderes.

00:37:42: Ich fand das schwer aber klar.

00:37:43: Wir haben es genau wie ich es gesagt habe, wir haben es einfach ausgehalten diese Minuten die da halt so stattgefunden haben.

00:37:48: Also wir haben ja in meiner Erinnerung versucht da ein bisschen auszuweichen indem wir gesagt haben die Großmutter die ja unten wohnt und die kümmert sich ja grade gar niemanden.

00:37:58: Sollen wir da mal hingehen?

00:38:00: Soll man irgendwie das Vorgehen ein bisschen ändern, das Setting ein bisschen

00:38:05: Aber interessanterweise ist, dass ja auch passiert.

00:38:07: Der Vater ist dann vielleicht auch das Nummer erklärt.

00:38:10: Er ist von der Nachtschicht nach Hause gekommen und hat seine Tochter gefunden und ab dem Moment hat er einfach nur noch funktioniert.

00:38:14: Das heißt, er hatte irgendwie so ein ganz natürliches Bedürfnis irgendwann und wollte was essen.

00:38:19: Und dann hat er dieses Zimmer verlassen zusammen mit dem Bruder und die sind nach unten gegangen.

00:38:24: Was dann passiert ist, es ist ja auch ganz interessant und gibt ja auch nochmal einen Einblick in die Dynamik, die da vor Ort war.

00:38:36: Je länger das Gespräch dauert, desto deutlicher wird die Distanz zwischen den getrennten Eltern.

00:38:41: Sie sitzen nur wenige Meter voneinander entfernt wirken aber als befenden sie sich in zwei verschiedenen Gesprächen.

00:38:49: Die Kommunikation bleibt kühl.

00:38:51: Blicke werden kaum erwidert.

00:38:54: Schon eine kleine Bemerkung könnte genügen damit dass Gespräch in einen Streit kippt.

00:38:59: Dass es nicht dazu kommt liegt vor allem am Vater.

00:39:03: Er lässt die Bemerkungen seiner ehemaligen Frau weitgehend an sich vorüberziehen.

00:39:07: Zumindest wirkt es so!

00:39:09: Es geht auf der einen Seite hinein und auf den anderen wieder hinaus.

00:39:13: Vielleicht ist das Selbstschutz, vielleicht kennt er diese Auseinandersetzungen seit Jahren?

00:39:18: Vielleicht weiß er einfach dass es nichts bringt jetzt darauf einzugehen.

00:39:23: Das alles sind allerdings nur Eindrücke.

00:39:26: von außen lässt sich nicht erkennen was sich zwischen diesen beiden Menschen über Jahre entwickelt hat.

00:39:31: Beobachtbar ist nur, sobald Mutter und Vater gemeinsam in einem Raum sind wird das Gespräch schwieriger.

00:39:38: Es fallen Sätze wie Sie sehen ja, wie der er ist!

00:39:42: In solchen Momenten entsteht fast automatisch eine Einladung an die Helfer sich auf eine Seite zu stellen – zu bestätigen dass der andere schwierig ist.

00:39:51: Zu nicken Verständnis zu zeigen vielleicht sogar Partei zu ergreifen.

00:39:58: Genau das ist ja das worauf man sich nicht einlassen kann….

00:40:01: Der Vater ist dann damals irgendwann runtergegangen, um sich was zu essen zu machen.

00:40:06: Und er war nicht lange weg.

00:40:09: Weiß nicht ob du dich daran noch erinnert?

00:40:11: Ist genau das passiert!

00:40:12: Da sind diese Sätze gefallen wie sie sehen ja eh wieder reagiert.

00:40:15: unsere Tochter ist nur aus Not hier eingezogen weil sie jetzt gerade nichts anderes hatte und so weiter.

00:40:22: also all dieser Sätze die irgendwie nochmal so implizieren in unserer Beobachtung Der hat es nicht erkannt, oder der ist halt wie er ist so und das ist Teil des Problems.

00:40:36: Ist schon schwierig finde ich sich da nicht auf eine Seite ziehen zu lassen.

00:40:38: Der Impuls bei mir ist dann ganz schnell zu sagen, ja ich sehe natürlich wie er isst klar, naja klar habe ich auch wahrgenommen, aber sofort würdest du bestätigen was sie hören will?

00:40:48: Ja absolut!

00:40:51: Ich hab mir tatsächlich ehrlicherweise ein Beispiel an dem neuen Partner genommen und im Nachgang noch am Bruder Weil beide ja auch gar nicht darauf eingegangen sind.

00:41:01: Das stimmt!

00:41:02: Und das fand ich von dem neuen Partner so stark, der stand einfach nur daneben.

00:41:09: Der war einfach nur da... Ich weiß gar nicht mehr die Hand auf der Schulter gehabt von der Mutter oder auf dem Rücken.

00:41:17: Er war einfach noch da und hat nichts dazu gesagt.

00:41:20: Gar nichts.

00:41:21: Ich hab überhaupt irgendetwas gesagt an dem Tag als wir da waren.

00:41:25: Der hat sich völlig zurückgehalten und er war gar nicht da.

00:41:29: Das ist aber das.

00:41:30: Der war da so ein Ruhepol, wenn der auch noch was gesagt hätte... Ich hab immer Angst gehabt, er fängt jetzt an sich auf eine Seite zu schlagen oder dann wär's glaub ich eskaliert.

00:41:42: Weiß ich nicht.

00:41:42: Es waren nur ne Sache zwischen Vater und Mutter.

00:41:45: Und daher ist es nicht komplett aus dem Ruder gelaufen.

00:41:48: War ertragbar für mich!

00:41:50: Du rufst mir gerade so wirklichen Bildwach in diesem Raum?

00:41:53: Wenn alle Damen Bruder, neuer Partner Die beiden Eltern und wir beide.

00:41:58: Das waren die Menschen, die in diesem Raum waren.

00:42:00: Wenn ich jetzt nicht völlig falsch gezählt habe macht das sechs Personen... ...in diesem Raum.

00:42:06: Zwei waren so in diesem Konflikt.

00:42:10: Damit ist diese Waage ausgeglichen.

00:42:11: Hätte nur eine Person!

00:42:14: Marthei für ne andere ergriffen wäre sie natürlich sofort ins Ungleichgewicht gekommen.

00:42:18: Und ich glaube an dieser Stelle hätte der Einsatz kippen können weil du automatisch dem einen oder dem anderen recht gegeben hättest.

00:42:25: Gebt ihr total recht, Marc.

00:42:26: Wenn wir das gemacht hätten?

00:42:28: Wäre es genauso gleiche gewesen wie wenn der Partner da irgendwann auch nur einen Satz in so eine Richtung gesagt hätte... ...der den Vater dann vielleicht auf hundert-achtzig bringt weil er sagt ja klar stellst du dich darauf dies als sofort kippt diese Waage und kann man natürlich sagen, dass sind ja sechs Personen im Raum, hätten wir ja weder Parität herstellen können.

00:42:45: Ja ich glaube ganz so einfach wäre's dann auch nicht gewesen.

00:42:48: Das ist immer bei diesem Antipartiethema, wenn wir die Sympathie oder zumindest die Neutralität dieser Leute verlieren, dann ist der Einsatz gelaufen.

00:42:58: Hattest du trotzdem so den Impuls irgendwie dich dazu irgendwann mal was zu sagen?

00:43:03: Weil das ja schon... Das war jetzt nicht ein zweiminütiger Konflikt sondern wir standen da hier wirklich lange dazwischen.

00:43:08: und hattest Du diesen Impuls?

00:43:11: Ehrlich gesagt nein!

00:43:13: Also es war wie gesagt mein erster Einsatz.

00:43:16: ich war tierisch gespannt.

00:43:17: Ich war einfach komplett in dieser Beobachterrolle Das meiste gesagt von uns beiden.

00:43:27: Ich habe hin und wieder mal eine Frage gestellt, weil die Mutter einfach direkt neben mir war.

00:43:33: Aber ansonsten habe ich mich ganz aktuell zurückgehalten, weil ich beobachten wollte Und ich dieses Auftreten von diesem Partner sehr stark fand.

00:43:42: Ich dachte das ist eigentlich genau das was gerade hilft.

00:43:46: Am Ende hast du es gesagt erstand da mit uns.

00:43:51: Wir mussten den ganzen Einsatz stehen.

00:43:52: Ich fand auch eine sehr skurrile Erfahrung.

00:43:56: Wir kamen da rein, es war ein relativ kleiner Raum.

00:44:00: Es gab das Bett und es gab zwei oder drei Stühle... ...und die haben sich alle irgendwie hingesetzt außer der Partner.

00:44:09: Der stand neben dem Kleiderschrank so?

00:44:11: Ja,

00:44:12: neben ihr also genau!

00:44:14: Und wir haben uns da in so eine Ecke gedrängt nebeneinander Schulter an Schulter.

00:44:19: Das klingt wie als wäre das so eine Beschreibung aber als wär das so.

00:44:25: Aber das war exakt so, wir standen in der Ecke des Raums am Fußende des Bets und links noch in der Schreibtisch.

00:44:32: Und genau diese Ecke hat man uns da irgendwie so reingeschoben auch keine Fluchtmöglichkeit und blödformuliert weil die Tür diagonal gegenüber war.

00:44:39: Wir hätten einmal durch diesen Raum müssen über alle drüber steigen oder weniger.

00:44:43: Ist der Beobachtersicht genial?

00:44:44: Ja total!

00:44:45: Alles gesehen auch der Polizist, der immer wieder mal rein kam und irgendwelche Infos gab oder wollte.

00:44:50: nur in mir ist der Wunsch immer lauter geworden Ich bräuchte mal eine Sitzmöglichkeit.

00:44:56: Warum bietet uns niemand ne Sitz-Möglichkeit an?

00:44:59: Gar nicht!

00:45:01: Also wenn ich normaler Alltag ohne so ein Ereignis, wenn jemand zu uns kommt und zu mir kommt dann biete ich dem ne Sitsmöglichkeit an.

00:45:09: Das ist da gar nicht passiert.

00:45:11: Klar logisch das war natürlich eine Ausnahmesituation.

00:45:15: Aber die haben sich alle hingesetzt und saßen alle, die ganze Zeit.

00:45:18: Die ganze Stunde.

00:45:19: Keiner hatte irgendwas gesagt.

00:45:20: Der einzige war mal der Bruder.

00:45:23: Du hast das irgendwann gesagt, hey, die Großmutter ist unten so.

00:45:26: Wollen wir nicht da auch mal gucken?

00:45:28: Also schon diesen freundlichen Hinweis gegeben.

00:45:30: Und der Brudermeine hat auch einen, zwei Mal diesen Impuls gehabt weil er ja immer wieder unten war bei der Großmütter auch.

00:45:36: Er hat auch immer wieder den Impuls gefolmen.

00:45:38: Nicht mal alle aus diesem viel zu engen Zimmer hier raus.

00:45:41: Aber es hat keinen Platz gefunden!

00:45:43: Das hat keinen Platz gefunden, das war für die beiden Eltern kein Thema.

00:45:50: Jetzt wo du sagst der Bruder war tatsächlich auch noch so.

00:45:52: ein Punkt der mir aufgefallen ist.

00:45:54: Der war sehr klar.

00:45:59: Er hat klare Entscheidungen getroffen und ich gehe jetzt zur Oma runter.

00:46:02: Ich wollte mir nicht rausgehen, er hat diese Situation analysiert... ...und Vorschläge gemacht, der war sehr, sehr klar!

00:46:09: Er war auch traurig, es hat man ihm angemerkt logisch.

00:46:12: aus der Fassung, aber er war klar.

00:46:16: Und es war eigentlich nur eine Sache zwischen Vater und Mutter die versucht haben für sich alleine damit klarzukommen und sich dann halt eben in diesen Konflikt nochmal gestürzt haben

00:46:29: Für sich allein?

00:46:30: Ich glaube das ist irgendwie das Entscheidende.

00:46:32: tatsächlich ja der neue Partner war da.

00:46:35: Der Vater hat so wie ihr es erzählt hat keine neuen Partnerin aktuell oder keine Partnerin Die auch irgendwie hätte anrufen können.

00:46:43: Und die waren für sich alleine, weil die untereinander zumindest auch über den Bruder oder so.

00:46:50: Der ja auch ein gemeinsames Kind der beiden ist nicht zueinander gefunden und ich glaube dass das dazu beigetragen hat warum wir nicht aus dieser Situation raus kamen, weil es wirklich festgesteckt ist an diesem Punkt.

00:47:01: Du musst dir das mal vor Augengriff rufen diese ganz kurile Situation die dann noch stattgefunden hat.

00:47:06: Der Vater war schon unten Hat sich was zu essen gemacht.

00:47:09: Das hat uns aber trotzdem nicht aus diesem Raum entlassen, weil die Mutter in dem Moment nicht bereit war mit runter.

00:47:16: Also kam der Vater irgendwann zurück, hat sich zwei Brötchen gemacht und die auf den Bett der Tochter plötzlich gegessen während wir alle da noch standen.

00:47:27: Dass dir etwas essen musst du total nachvollziehen.

00:47:30: Aber das ist so völlig skurril!

00:47:33: Er hatte keinen Tisch, er hat diesen Teller gehalten.

00:47:36: Das ist ihm dann ... Hatte auch noch einen Kommentar dazu gefangen von der ehemaligen Partnerin so.

00:47:42: Weißt du?

00:47:42: Ich denke, mein Gott!

00:47:46: Wir müssen uns mal aus dieser Situation hier jetzt befreien.

00:47:50: Keine Chance, keine Chance.

00:47:52: Aber ich wüsste nicht was wir hätten machen sollen um daraus zu kommen.

00:47:56: Gar nichts, gar nix.

00:47:59: Für mich war das die Situation, wir haben gemacht, dass wir konnten Und das Fazit für mich war ja dann am Ende.

00:48:07: Es waren sechs Menschen im Raum, so wie du es gesagt hast aber es waren sechs Einzelne also wir zwei.

00:48:13: klar Wir hatten einen gemeinsamen Grund da zu sein wir waren gemeinsam da Aber die anderen vier Die waren jeder war jeder Für sich.

00:48:20: der Mann der der neue Freund Der hat sich extra rausgenommen okay aber Bruder Vater und Mutter die Hatten miteinander überhaupt keine familiäre interaktion.

00:48:31: auch der Das fällt mir in den Nachgang auch auf.

00:48:33: Der Bruder hat ja auch nicht die Mutter mal in Arm genommen oder Hey Papa, die sind da gar nix.

00:48:38: Der bruder war viel am organisieren was glaube ich so eine ganz gute Ausflucht ist aus einer Situation hilft glaub ich ganz vielen.

00:48:44: Ausfluchte gar nicht negativ gemeint.

00:48:46: Hilft ja, okay stürzt mich auf Dinger, denen ich mich festhalten kann?

00:48:50: Was ist der nächste Schritt?

00:48:51: Wen müssen wir informieren?

00:48:52: und so weiter?

00:48:53: Da war er sehr stark.

00:48:54: es runter ein Stock unten drunter hat die Großmutter gewohnt.

00:48:56: Er hat sich vielso in diesen organisatorischen Themen aufgehalten und alle anderen waren zumindest in der Zeit, in der wir da waren aus meinem Gefühl raus keinen emotionalen Zugang zueinander und zu dieser Situation gefunden.

00:49:15: Und ich glaube, bevor wir diesen Einsatz gleich abschließen, dass das an dieser Familienkonstellation lag auch vielleicht sicherlich auch daran, dass wir da war, dass natürlich dann nochmal zwei Fremde reinkommen.

00:49:26: Ich glaube aber, dass wir zum Beispiel auch dazu beigetragen haben, dass dieser Konflikt nicht völlig eskaliert ist zwischen den Meinen.

00:49:31: Und ich glaube das hätte auch passieren können wenn wir nicht da gewesen wären und es wird dann, wenn das so wäre, wird's danach passiert sein?

00:49:39: Vielleicht haben wir natürlich auch gehemmt.

00:49:41: also vielleicht haben wir gehemmt, dass die sich mal in Arm nehmen...

00:49:44: Kann sein ja vor Fremden.

00:49:46: Genau.

00:49:48: Was du gesagt hast, ist auch noch ein wichtiger Punkt der mir dann auch immer noch dazu einfällt was ist, wenn wir gehen?

00:49:54: Also eigentlich sind wir hier dann da Auch da, um die Zeit zu überbrücken bis das soziale Netzwerk greifen.

00:50:00: Bis dann eben Familie da ist... ...die dann übernimmt.

00:50:04: Jetzt war die Familie da aber das war völlig wirkungslos.

00:50:07: Was ist wenn wir gehen?

00:50:08: Was ist dann fünf Stunden später am Abend, wenn sie sich ins Bett legen?

00:50:12: Dann haben die niemanden mit denen Sie am Abend und Sie alleine sind, das nochmal besprechen können.

00:50:16: Weil sie keine Familie haben.

00:50:17: Erinnerst du dich noch daran dass ich dich nach dem Einsatz gefragt habe?

00:50:21: hat es für dich jetzt gepasst da zu gehen und weißt du deine Antwort noch?

00:50:26: Du hast nämlich damals gesagt, irgendwie gehst du nicht mit so einem richtig befriedigenden Gefühl daraus.

00:50:34: Wüsstest aber auch nicht was wir noch tun sollten und das geht mir – auch wenn ich jetzt da wieder darüber nachdenke – exakt gleich.

00:50:41: Also ich glaube es war ein Punkt an dem wir uns gut verabschieden konnten.

00:50:44: Ich weiß auch nicht mehr genau wie lange wir da waren weil's nicht so ultra-ultralang.

00:50:49: Der Vater ist irgendwann runter, dann auch zur Großmutter.

00:50:51: Wir haben mit beiden noch mal gesprochen und gesagt, gibts irgendwie noch was, was wir tun können?

00:50:57: Und dann war das nicht der Fall... Und trotzdem passt es auch, finde ich.

00:51:02: Also hat sich für mich schon stimmig angefühlt diesen Einsatz an dieser Stelle zu beenden aber auch nicht mit einem runden Gefühl wie ich das in anderen Einsätzen kenne normalerweise.

00:51:12: Das

00:51:12: war nicht rund, ja.

00:51:14: Ich kannte ja keine anderen Einsätze, aber das

00:51:16: hat sich für mich...

00:51:17: Ja, stimmt.

00:51:17: Dann

00:51:17: hast du ja vorher auch gebrochen!

00:51:21: Ich bin zu langsam gefahren.

00:51:22: Genau, da müssen wir mal Gas geben auf der Anfahrt.

00:51:25: Wahrscheinlich.

00:51:27: Das hat sich nicht rund angefühlt, genau das war der Punkt und es gab offene Punkte wie zum Beispiel dass wir gar nicht die Gelegenheit hatten mit der Großmutter zu sprechen.

00:51:37: Das mit der nicht gesprochen hat, außer jetzt Thalzone und der Bruder.

00:51:41: Ja aber du weißt ja nicht wenn die gleich emotional waren wie die oben in dem Zimmer waren dann ist die Großmutter nicht abgeholt worden an dem Tag auf jeden Fall.

00:51:48: Also wenn das gleiche Emotionalität... also es war einfach kühl sagen was doch dies ist.

00:51:53: Es war extrem kühl!

00:51:55: Und wenn das unten genauso war?

00:51:58: Wie gesagt das ist keine Bewertung.

00:52:00: mag dass deren Umgang sein.

00:52:01: ich habe im Fall haben wir's gerade auch immer gehört.

00:52:04: Wenn das seit Jahren deren umgang ist B- und Verurteilen wird es natürlich nicht im Geringsten.

00:52:10: Aber es fühlt sich komisch an für jemanden, der das eigentlich anders kennt und anders erlebt so.

00:52:15: Also es wurde nichts gesagt untereinander was glaube ich nachhaltig schädlich war oder schädigend war.

00:52:24: also wir versuchen ja möglichst auch nichts zu sagen was dann noch zwei drei Tage später oder am Abend irgendwie noch der Satz dann hängen bleibt bei den Leuten und das habe ich aber auch schon erlebt.

00:52:35: da kommen vielleicht noch dazu Dass Menschen dann manchmal in ihrer Familie, Zu-Familienmitgliedern irgendwas sagen.

00:52:42: Wo ich sage, das hätte ich mir jetzt verkniffen wollen und den Satz wird derjenige sich sein Leben lang noch weiter erinnern.

00:52:48: Da können wir gleich im zweiten Ansatz drüber sprechen dass die Story kennst.

00:52:52: du glaube ich selber noch gar nicht weil du nicht dabei warst.

00:52:54: in dem Moment Gucken wir gleich mal drauf, da sind auch so Sätze gefallen wo ich dachte ach du liebe Zeit.

00:53:00: Ich mit meiner Erfahrung und so weiter hätte ich niemals gesagt verstehe aber wo sie herkommen natürlich.

00:53:07: Also das ist da nicht passiert bei diesem Einsatz?

00:53:09: Da war ich froh.

00:53:11: Aber schön.

00:53:12: Familia betrachtet schön War es nicht?

00:53:15: Nein, du sagst das völlig richtig.

00:53:17: Es ist kein Satz gefallen der nachhaltig Schaden anrichten könnte.

00:53:20: aber es ist auch keinen Satz gefallen der auch nur in irgendeiner Art und Weise ein bisschen Wärme in diesen Raum gebracht hätte.

00:53:27: mal ein... Das ist eine Riesenscheiße das hätten wir uns alle so niemals denken können.

00:53:35: irgendwas was verbindet einen Wir in diesem Raum.

00:53:38: Mal Auch dass es halt alles nicht gefallen.

00:53:43: Der zweite Einsatz beginnt nicht bei der Familie.

00:53:46: Er beginnt an einer Unfallstelle.

00:53:48: Einige Fahrminuten vom Wohnhaus entfernt, zwischen Einsatzfahrzeugen Absperrband und Menschen die routiniert ihre Aufgaben abarbeiten.

00:53:57: Polizei Feuerwehr Rettungsdienst und das Kriseninterventionsteam sind vor Ort.

00:54:03: Während die einen Spuren sichern und Fahrzeuge bewegen müssen andere bereits an die Menschen denken, die noch nichts von diesem Tod wissen.

00:54:11: Ein junger Mann ist bei einem Unfall mit einer Arbeitsmaschine ums Leben gekommen.

00:54:15: Dieser Tod kommt für alle völlig unerwartet.

00:54:18: Als die Arbeit an der Unfallstelle beendet ist, fahren zwei Kriseninterventionshelfer gemeinsam mit der Polizei zur Adresse der Eltern.

00:54:26: Im Auto ist klar was als nächstes geschehen muss.

00:54:29: Mutter und Vater müssen erfahren dass ihr Sohn tot ist.

00:54:34: Das Haus liegt in einer ländlich geprägten Gegend Unmittelbar ans Wohnhaus.

00:54:38: anschließend befindet sich der Familienbetrieb Der den Alltag der Familie seit vielen Jahren bestimmt.

00:54:44: Als die Fahrzeuge vor dem Haus halten, läuft dieser Alltag noch weiter.

00:54:48: Mutter und Vater sind zu Hause Eine Türe öffnet sich Fremde Menschen stehen davor Und noch bevor der erste vollständige Satz gesprochen ist Verändert sich die Stimmung.

00:54:59: Die Nachricht trifft auf zwei Menschen deren bisheriger Tag gerade noch weiter lief.

00:55:04: Ein ganz gewöhnlicher Tag Endet in dem Augenblick, indem die Polizei sagt Dass ihr Sohn gestorben ist.

00:55:11: Zunächst sind beide kaum emotional erreichbar.

00:55:15: Sie stellen die Nachricht in Frage, sie wollen sie nicht glauben – sie fragen nach immer und immer wieder.

00:55:22: Sind sie sich sicher?

00:55:23: Kann es nicht jemand anderes sein?

00:55:25: Woher weiß die Polizei das es wirklich ihr Sohn ist?

00:55:29: Und dann wollen sie zur Unfallstelle fahren!

00:55:32: Sie glauben dass sie dort vielleicht etwas sehen, etwas verstehen oder endlich begreifen könnten….

00:55:38: Der Wunsch taucht immer wieder auf, selbst nachdem erklärt wurde das die Unfallstelle noch abgesperrt ist.

00:55:44: Die Helfer raten ihnen davon ab – die Polizei arbeitet noch!

00:55:48: Sie können gar nicht unmittelbar zu ihrem Sohn und das was sie dort sehen würden könnte sich tief einprägen ohne ihnen die Antworten zu geben, die sie suchen.

00:55:59: Aber die Eltern fragen er neut….

00:56:02: Zweiter Einsatz, ganz anderes Szenario.

00:56:04: Da kann man sich jetzt fragen, warum sprechen wir über zwei Einsätze in einer Folge?

00:56:08: Aber ich glaube es wird gleich nochmal sehr deutlich werden.

00:56:11: Erinnerst du dich noch daran dass die Mutter da unbedingt hinfahren wollte?

00:56:14: das ist so wirklich.

00:56:15: der mehrfach geäußerte Impuls war an diese Einsatzstelle zu fahren?

00:56:20: Die Mutter wollte das unbedingt...die hat es mehrfach zwei drei fünf mal gefragt.

00:56:26: Ich

00:56:26: habe aber intensiver erinnerung die Tochter

00:56:29: Die später kam dann ja.

00:56:30: Ja, die

00:56:31: später kam also die Schwester das Verstorbenen... ...die das sehr nachdrücklich verlangt hat da hinzufahren ganz intensiv und aggressiv.

00:56:42: Die war glaube ich die treibende Kraft dahinter.

00:56:46: für die Mutter wäre es auch wichtig gewesen aber sie hat sich dem Vorschlag nicht zu tun hat sie sich eher gefügt.

00:56:55: Die Schwester waren wir einfach Fremde.

00:57:00: Es war ein Fremdkörper in ihrem Zuhause, in diesem Innenhof-Setting wo man einfach Familie ist.

00:57:07: Die wollte uns da nicht haben.

00:57:10: Nee also die Schwester kommt später ja erst dazu.

00:57:14: Also sie kommt in diesem Einsatzszenario wesentlich später dazu.

00:57:17: der Anfang ist hier wirklich gemacht worden mit den beiden Eltern und ich meine wir haben das ja auch...

00:57:24: Ja das war die erste Frage.

00:57:26: schon glaube ich an den Polizisten auch der noch nicht mal ausgeredet hatte ob man da gleich hinfahren kann.

00:57:32: Der hatte Mühe zu Ende zu reden, weil die gar nicht zugehört hat mehr so richtig, weil immer wieder diese Frage kam.

00:57:38: Man muss sich das aber irgendwie vorstellen.

00:57:39: ich meine da steht die Polizei wir haben es ja mit denen auch thematisiert dann oder ich vor allen Dingen mit der Mutter dann auch.

00:57:45: Da steht die Ich hatte doch, wir hatten Einsatz.

00:57:51: Wir waren sogar kenntlich mit Rotkreuzjacken in dem Tag was ja auch nicht immer der Fall ist.

00:57:56: aber da wissen die Leute irgendwas stimmt hier nicht.

00:58:00: und die hat dann auch gesagt sie hat immer noch einen Unfall geglaubt und hat ja auch deswegen gesagt ihr habt mehrfach gefragt sind Sie sich sicher das kann ich sein?

00:58:06: Der Vater hat immer wieder eingeworfen der hat an der da wo dieser Unfall passiert sein soll hat er gar nicht gearbeitet.

00:58:12: das kann gar nichts sein es unmöglich.

00:58:13: und der Polizist Aber wie?

00:58:15: Sämtliche Register gezogen hat gesagt, es ist der Traktor.

00:58:19: Nein kann gar nicht sein!

00:58:19: Der hatte heute morgen den anderen mitgenommen.

00:58:22: Keine Chance abmoderiert gewesen.

00:58:23: Der Polizist hat das nächste Ding hingeworfen und gesagt ja ... Es ist dann der.

00:58:27: und er stellt, nein kann ich sein da arbeiten die gar nicht.

00:58:29: Die sind ganz woanders so... Alles was der hingelegt hat ist dem aus der Hand gerissen worden Und in Papierkopf geflogen, so sinnbildlich gesprochen Und die Mutter immer wieder, nee sie glaubt das nicht.

00:58:41: Ob man da jetzt hinfahren könnte?

00:58:42: So kann ja auch noch jemand anders sein.

00:58:44: Auch Gedanke der ganz schnell da war.

00:58:46: Könnte ja auch jemand anderes gewesen sein gerade wenn so diese Beschreibung vom Traktor mit dem es passiert ist und vom Ort alles irgendwie so nicht ins eigene Bild passt.

00:58:54: natürlich ein Gedankel den ich auch nachvollziehen kann der ganz Schnell kommt.

00:58:57: Ja ich hab überlegt wo das her kam.

00:59:01: also ja das waren Unglaube gegenüber den Aussagen von der Polizei und aber auch uns gegenüber.

00:59:08: Die waren sehr auf sich konzentriert und die wollten den Beweis haben, sie wollten das sehen weil sie uns nicht geglaubt haben.

00:59:17: Das ist ein bisschen auch eine Frage finde ich, die wir immer besprechen können, da ja die Polizei hat gleich gesagt ne kann man nicht hinfahren, kann mal nicht hin fahren.

00:59:26: Die wollten natürlich da die Einsatzstelle... ... die Ruhe an der Einsatzstelle haben und so weiter.

00:59:31: Wir sehen das ja meistens ein bisschen flexibler, sag ich mal also... Ich bin schon ganz oft noch mit Angehörigen zu der Stelle gegangen wo der Verstorbene liegt oder lag.

00:59:42: Geht um Verabschiedung kann es gehen beispielsweise geht aber auch um genau dieses Begreifen da.

00:59:47: an dem Tag haben wir gesagt aus unserer Sicht ergibt's keinen Sinn und haben immer wieder betont dass auf unsere Sicht einfach gerade keinen Sinn ergibt weil Man kommt nicht an die Einsatzstelle hin.

00:59:59: Die war weiträumig abgesperrt, es ist da arbeitet dann auch ein Verkehrsunfalldienst und so weiter.

01:00:05: Es ist also nichts was schön anzuschauen ist

01:00:07: usw.,

01:00:08: hätten wir das machen sollen?

01:00:09: Hätten wir vielleicht einfach hinfahren sollen, hätten mal sagen sollen okay habt ihr zweimal gefragt passt dort vorne steht unser Auto steigt ein wir fahren hin.

01:00:17: ich glaube ich glaube nein aus mehreren Aspekten heraus.

01:00:21: Ich war ja der erste der da auch direkt zum Einsatzort gerufen worden ist Und die haben mir dort gesagt Gut, dass du da bist.

01:00:28: Wir erwarten, dass jetzt das halbe Dorf hierher kommt, weil sich das ja wie ein Lauffeuer rumspricht.

01:00:34: Genau, es ist eine kleine Gemeinde im Umland gewesen und funktioniert einfach etwas anders als die Stadt.

01:00:38: Es ist wesentlich weniger anonym, braucht nochmal drei Minuten weiß das Dorf Bescheid.

01:00:43: Ganz genau!

01:00:45: Die haben erwartet, dass da jetzt ein Riesen-Menschenauflauf stattfindet und das hätten die gar nicht gebrauchen können.

01:00:49: Also sie haben wirklich ganz akwert darauf gelesen, haben ja sowohl das rote Kreuz, den Notärztin als auch die Feuerwehrleute, also auch die Polizei jeder unabhängig voneinander hat gesagt wir erwarten hier ganz viele Leute von der Familie, die sollen nicht herkommen.

01:01:03: Und das habe ich so für mich abgespeichert!

01:01:05: Ich hab jetzt wirklich erwartet.

01:01:06: er kommt drei Autos hergefahren vollgepackt mit Familienmitglieden, ich wusste ja nicht worum es geht... und die überrennen diese Unfallstelle.

01:01:14: Und die sind nicht mehr aufzuhalten, die wollen alle dahin.

01:01:18: Dieses Bild habe ich für mich abgespielt und gesagt ne das gilt es auch zu verhindern.

01:01:21: wenn das jetzt hier passiert sei es drum.

01:01:23: Ich war dann froh dass die Polizei gesagt hat wir lassen uns jetzt da hinfahren

01:01:27: Ja aber nimm also nimm wirklich mal dieses Bild.

01:01:32: Wie funktioniert das auf dem?

01:01:34: ich komme selber vom Dorf so ich kann das nur für meinen Dorf beschreiben.

01:01:37: wie funktioniert sowas?

01:01:38: Du kennst jemanden der ist in der Feuerwehr Der informiert schon, sagt ähm... Das landet ja sofort durch einen reinen Zufall bei den Eltern.

01:01:47: Hey wir haben hier ein Unfall das ist der Traktor.

01:01:49: könnt ihr immer gucken ob der Traktor bei euch im Hof steht?

01:01:51: weil sonst könnte das euer Sohn sein.

01:01:54: so und Zack liegt diese Nachricht binnen Minuten bei den Eltern.

01:01:58: Und jetzt stell dir wirklich die Situation vor.

01:02:00: Wir haben es gerade schon beschrieben wir sind dahin gekommen und der erste Impuls war wir fahren da hin.

01:02:05: Jetzt nehmen wir nur an Die Information wäre von der Feuerwehr vom Rettungsvom irgendjemandem, der an der Unfallstelle spazieren geht bei den Eltern gelandet.

01:02:16: Dann wäre dieses Szenario so eingetreten.

01:02:20: Unser Glück und der Zufall in diesem Einsatzszenario war nur dass wir die Chance bekommen haben mit der Polizei selbst dahin zu fahren das sie es von uns aus erster Hand erfahren.

01:02:30: Wäre das anders gelaufen wären die an dieser Einsatzstelle aufgeschlagen.

01:02:33: Das heißt diese Befürchtung wäre zu ein hundert Prozent eingetrehten Hundertprozentig.

01:02:38: Ja,

01:02:39: das war reine ... Kann man das Glückssache nennen?

01:02:44: Für uns jetzt für den Einsatz...

01:02:47: Auch für die Eltern ehrlicherweise weil wenn die da hinkommen dann wird es ja erst mal ein Tumult.

01:02:54: Das ist so kann sich schon bisschen vorstellen wie in den Filmen.

01:02:57: Die Leute wollen hin die wollen zur Einsatzstelle dies aber weit räumlich abgesperrt.

01:03:00: das heißt die Feuerwehr und die Polizei lässt an jemandem durch.

01:03:03: Du wirst vor Ort nicht mehr Antworten bekommen.

01:03:05: Ich glaube, ich bin nicht der festen Überzeugung.

01:03:09: Nur es herrscht eine wesentlich größere Unruhe dadurch dass wir das die beiden Polizisten irgendwann gesagt haben.

01:03:15: er wird jetzt gerne sofort mit uns dahin fahren.

01:03:19: Das hat es auch ermöglicht dass wir in einer ruhigen Umgebung mit denen sprechen konnten und das hat ja unter anderem den Grund dass sie die Informationen aus erster Hand erfahren Und nicht über vierzig Ecken, dann an der Einsatzstelle wurde ein Riesentumult ausbricht plötzlich.

01:03:33: Sondern dass die es wirklich von uns erfahren konnten.

01:03:35: Also eine super Entscheidung auch vom Polizisten gewesen jetzt wirklich keine Minute länger zu warten.

01:03:40: zwei vom Roten Kreuz sind da.

01:03:41: er hat da nichts mehr zu tun.

01:03:42: Der Verkehrsunfalldienst ist ab dahin sofort.

01:03:47: Das ist auch die richtigen Erfahren.

01:03:49: Genau Nicht das irgendeiner von oben Vom Weinberg aus denkt er wüsste wer das ist und irgendeiner falschen Familie eine Bescheid sagt.

01:03:56: Auch nicht auszumalen?

01:03:57: Also

01:03:58: ich hab mir da Szenarien vorgestellt, keine Ahnung... Ich war froh dass wir dann da direkt hinfahren konnten und eben dieses Szenario im Kopf hatte ich als es drum ging vor Ort.

01:04:10: Dann können wir da jetzt hin fahren!

01:04:12: Ich will da jetzthin fahren Und das ist im Kopf gehabt Nein Wir fahren da nicht hin Weil die wollen das alle nicht.

01:04:17: Was wollen wir denn da?

01:04:18: Ja

01:04:19: ja Die Frage konnten sie selber auch nicht beantworten.

01:04:21: Das ist ja eine Frage, die gestellt worden ist im Raum.

01:04:27: Ich finde das auch ein bisschen unsere Aufgabe.

01:04:30: Wir kommen gleich noch zu einem Beispiel wo es nämlich schief gegangen ist in genau diesem Einsatz.

01:04:33: Es ist ein bisschen unserer Aufgabe die Leute darauf vorzubereiten weil wir wissen wenn man da hinfahren passiert dies und jenes.

01:04:39: also diese frage mal zu stellen okay Wo kommt dieser Impuls her?

01:04:44: Warum wollen sie dahin Und was glauben Sie wird vor Ort passieren?

01:04:49: Weil vor Ort passiert nicht dass du freundlich in Empfang genommen wirst und jeder dir mal die Unfallstelle zeigt und du da mal gucken kannst, was könnte da passiert sein usw.

01:04:57: Das ist... Du stürzt Leute in ein Chaos, in ein emotionales Chaos und auch möglicherweise Chaos das vor Ort stattfindet.

01:05:05: Und es schon unsere Aufgabe da mal vorzubereiten.

01:05:07: und die Frage konnte ja nicht beantwortet werden Die konnten uns ja nicht richtig erklären warum die dahin wollen.

01:05:14: der einzige Aussage war immer um wirklich zu verstehen dass es der Sohn ist.

01:05:19: Ja, ich muss das sehen.

01:05:21: Hat glaube ich die Schwester gesagt?

01:05:22: Ich will es mit eigenen Augen sehen weil sie es nicht geglaubt hat.

01:05:26: Die Schwester ist nämlich genau das wunderbare Beispiel wo ich sage dass geht auch schief.

01:05:30: die Mutter hat so wahnsinnig diesen drängenden Impuls gehabt.

01:05:33: da war die Polizei noch da die Tochter anzurufen und ich kann diesen Impuls zu einhundert Prozent nachvollziehen.

01:05:40: Natürlich will man das machen.

01:05:42: der Vater weiß nicht ob du dich dran erinnerst Du warst ja mit dem draußen.

01:05:45: Der hat glaube ich per WhatsApp Plump formuliert das ganze Dorf, informiert darüber.

01:05:51: Wer völlig wahllos hat der Nachrichten rausgefeuert an alle möglichen Leute?

01:05:55: Völlig total nachvollziehbar.

01:05:57: aber...

01:05:58: Das war so ein Punkt wo ich dachte jetzt läuft es aus dem Ruder her weil wir uns in diesem Raum wo Polizei und Eltern waren verabredet hatten.

01:06:04: Wir rufen nur die eine Schwester an die in der Nähe wohnt Die andere Schwester die irgendwie im Urlaub ist Die kontaktieren wir nicht Weil sie kann jetzt eh nichts machen.

01:06:16: Und in diesem, der Satz war glaube ich nicht ausgesprochen oder das war ist der Vater mehrfach immer wieder aufgestanden raus und hat dann in die Familien WhatsApp-Gruppe das reingeschrieben.

01:06:26: Aber ja auch völlig verkürzt!

01:06:28: Das wäre wirklich nur der Kern der Information.

01:06:31: Ja, natürlich hat es dann auch die Tochter, die Moorlaufer gelesen... Also es war dann einfach das totale ... Klar, ich kann das nachvollziehen.

01:06:41: Ich

01:06:41: auch zu hundert Prozent.

01:06:43: Es musste aus ihm raus.

01:06:45: Er hat dann barlos telefoniert und immer nur todtodtod ins Telefon reingeschrien.

01:06:52: Ja, ich kannst nachvollziehend.

01:06:54: Aber da hab' ich gedacht jetzt... Was können wir jetzt tun um das einzufangen?

01:07:00: Nicht

01:07:01: so!

01:07:01: Gebt doch mal noch den Einblick, den wir bekommen haben oder den ich bekommen habe.

01:07:06: Das habe ich vor die Hunde gehen sehen.

01:07:08: Das kann ich wirklich so sagen und hab mich aber völlig machtlos erlebt, weil die Mutter dann eben gesagt hat wir rufen jetzt diese Tochter an!

01:07:14: Und sie hat auf meinen Bitten fast flehen nicht reagiert zu sagen lassen Sie uns erst überlegen was wir sagen.

01:07:21: da hat sich darauf eingelassen ihrer Tochter am Telefon nicht sofort zu sagen was passiert ist.

01:07:26: Weil ein Schritt weiter gedacht.

01:07:28: die Tochter muss ins Auto steigen muss herfahren.

01:07:31: In meiner perfekten Welt hätte es Sinn ergeben, dass sie's erst vor Ort erfährt.

01:07:35: Ja

01:07:36: so ruft die Mutter an und sagt kannst du ganz schnell herkommen?

01:07:41: Was ist die erste Frage die du haben?

01:07:43: Natürlich natürlich fragt die Tochter am anderen Ende warum?

01:07:47: ja jetzt guckt die mutter plötzlich völlig hilflos mich Und die beiden Polizisten an und da war klar, das Kind ist in Brunnen gefallen.

01:07:54: Was willst du jetzt für eine Story erzählen?

01:07:56: Deswegen bin ich da auch hart und sage wir müssen uns vorher überlegen was wir sagen!

01:08:01: Natürlich lüge ich jemanden nicht an und sag ich möchte gern über die Geburtstagstorte mit dir sprechen so... Die sind ja auch nicht dumm.

01:08:09: die Leute am anderen Ende der Leitung, die wissen dass es schon irgendwas passiert ist aber man kann ja schon sagen Es ist etwas Schlimmes passiert dann will mal gerne mit ihr drüber sprechen.

01:08:16: vielleicht kommt diese Frage nach dem warum trotzdem Das bin ich darauf vorbereitet.

01:08:20: Und diese Mutter ist völlig unvorbereitet von dieser Frage plötzlich getroffen worden und sieht sich jetzt in der Situation, lügig sie an oder sage ich jetzt einmal am Telefon schon die Wahrheit?

01:08:30: Dann muss sie es am Telefons sagen!

01:08:31: Also dann ist genau dieser nicht optimale Fall eingetreten dass die Tochter in dieser Emotionalität sich da ins Auto setzt und so... Also zeitgleich wusste das eh schon aus der Familien-WhatsApp Gruppe wahrscheinlich wenn die Nachricht da noch nicht da war, war sie vier Sekunden später da.

01:08:45: also das ist so richtig komplett aus dem Router gelaufen.

01:08:47: Komplett

01:08:49: Ja, das habe ich so endlich empfunden.

01:08:53: Ich war zu dem Zeitpunkt draußen mit dem Vater der gar nicht zugänglich war, der völlig, er hat gar nichts zugehört überhaupt nicht.

01:09:00: Der war noch am Maschinen ein oder ausschalten die gerade noch liefen, der wurde ja völlig aus der Arbeit auch rausgerissen.

01:09:08: Er hat noch weitergearbeitet im Kopf und das hat sich irgendwie bei den war ganz schwer.

01:09:14: Das war eine Reaktion, die der Vater dann auch gezeigt hat?

01:09:19: ausgeschalten, weil er ja gesagt hat das war es.

01:09:24: Er kann den Betrieb einstellen hier.

01:09:25: Das wars der Sohn wäre sein Nachfolger gewesen und war auch schon eingestiegen in diesem Betrieb und das war's Betriebende.

01:09:33: Und das hatte dann auch kommuniziert im Raum mit der Mutter.

01:09:36: nochmal also für denen das ganz große Thema für den Vater war mein Betrieb endet hier Und darauf hat die Mutter ja auch wieder reagiert und gesagt, das ist gerade deine größte Sorge.

01:09:47: Unser Sohn ist hier grad verstorben, er ist hier verunfallt und deine Sorge ist der Betrieb.

01:09:53: Und jetzt kommt so zum ersten Mal diese Parallelitze diesem ersten Einsatz.

01:09:57: Die haben keine gemeinsame Basis gefunden.

01:10:00: Auch kommunikativ keine Basis gefunden, die beiden.

01:10:05: Also meine Analyse um vorzugreifen natürlich am Ende ich glaube dass es einfach ein kleiner Betrieb.

01:10:15: Die haben seit Jahren, seit zwanzig, dreißig, fünfzig Jahre nur das Gleiche gemacht.

01:10:20: Alleine vor sich hingeworstelt und haben das aufgebaut.

01:10:25: Und es hat sich alles diesen Betrieb untergeordnet auch die Familie, auch das Familienleben, auch dass Miteinander ist auf der Strecke geblieben damit dieser Betrieb leben kann.

01:10:35: Da haben sie die Kommunikation verloren dabei.

01:10:41: Wir machen die Maschine am Abend aus kommen alle aus dem Feierabend, setzen uns an den Tisch und essen gemeinsam und erzählen uns vom Tag.

01:10:48: Das fällt bei denen komplett weg weil die sich den ganzen Tag nur angeschrieben haben wahrscheinlich die letzten Jahre.

01:10:54: Es war auf jeden Fall die Wirkung ja.

01:10:56: Die haben auch da, weißt du wieder so?

01:10:58: es gab im Vergleich zum ersten Einsatz gab's eine Situation wo ich dachte jetzt klappt jetzt funktioniert das hat er seine Frau mal in den Arm genommen und dann dachte ich so jetzt kommt auch eher runter, jetzt finden die gemeinsam zueinander und nichts der Gleichen ist passiert.

01:11:17: Also wirklich gar nicht!

01:11:18: Sie hat da auch wenig drauf reagiert also wenig resoniert damit so.

01:11:23: aber er ist auch im nächsten Moment wieder raus aus diesem Raum, wieder in den Hof, wieder mit irgendwelchen Leuten telefoniert, wieder gesagt ja Betrieb Ende alle... Er hatte alle Mitarbeitenden, dann hat er nach zurück zum Hof bestellt und gesagt das war es fertig aus brauchen nicht mehr weitermachen lohnt sich nicht mehr wofür?

01:11:39: Das waren so die Fragen.

01:11:40: Und ich verstehe das sogar, dass den das beschäftigt.

01:11:44: Das macht ja nicht aus einem Impuls heraus, dass ihm der Sohn nicht wichtig wäre sondern... Ich glaube auch nicht, dass für ihn der Betrieb das Schlimmste ist in dieser Situation aber das ist seine Art damit umzugehen.

01:11:56: Das ist worauf sich das für ihn kanalisiert?

01:11:59: Ist sein Modus erst den ganzen Tag nur für den Betrieb da?

01:12:03: und das war jetzt erstmal Betriebsbeeinflussend.

01:12:07: Definitiv und da wiederum hatte die seine Ehefrau, die Mutter kein Zugang auch kein Verständnis dafür.

01:12:14: Auch verständlich oder?

01:12:16: Das ist auch komplett nachvollziehbar dass die das sagt spinnst du!

01:12:19: Das ist gerade dein Thema so und dann auch da wieder wenn dir das wieder als Waage fest vorstellst.

01:12:25: diese sind komplett nicht irgendwie reden auf völlig unterschiedlichen Ebenen sind die unterwegs irgendwie so.

01:12:33: Ich denke, das ist aber genau das Kernthema schon immer war.

01:12:36: Bei denen, dass einfach die Mutter halt versucht hat... ...die Familie zusammenzuhalten und Familie sein zu lassen.

01:12:43: Und er halt im Betrieb war immer bei jedem Minute seines Lebens Tag Nacht alles aus Betriebssicht gesehen hat.

01:12:51: Und in dem Moment war genau das der Kern.

01:12:53: Er denkt an den Betrieb und sie sagt warum?

01:12:55: Warum denkst du jetzt an den betrieb?

01:12:58: Ist so bisschen die Frage, kann Trauer falsch sein?

01:13:01: Weil das war ja schon ein bisschen was da im Raum stand.

01:13:05: Ich will es gar nicht vorwoffnen aber zumindest dieser Hinweis, deine Trauer ist hier falsch.

01:13:09: Also sie geht jetzt gerade nicht um den Betrieb.

01:13:15: Aber das ist halt auch eine Form der Trauer, eine Form von Verarbeitung dass in seinem Kopf genau das gerade ein Riesenproblem war.

01:13:22: Ist das falsch?

01:13:28: Also, ich weiß ... Wann fängt die Trauer an?

01:13:32: Ja, fair.

01:13:33: Ich glaube er war noch im Schock.

01:13:35: Er hat das noch gar nicht gerallert irgendwie.

01:13:37: Das war für den noch völlig ... Ich muss den Betrieb aus dem Kopf kriegen und ich muss mich dieser Situation stellen.

01:13:45: Das waren auch so ein Verarbeitungsprozess.

01:13:47: der war noch nicht am Trauern, glaube ich.

01:13:49: Es mag einen Psychologe anders deuten.

01:13:51: Die Mutter hatte schon Phasen gehabt wo sie geweint hat und wo sie dann traurig war und so.

01:14:00: aber Der

01:14:22: Vater bleibt nicht nur bei der Firma.

01:14:24: Seine Gedanken wandern immer wieder zurück zu den Stunden vor dem Unfall, er beginnt über die Fahrt seines Sohnes zu sprechen Über eine kleine Reparatur, über einen Weg der aus seiner Sicht auch an einem anderen Tag hätte gefahren werden können.

01:14:38: Sie sei nicht dringend gewesen – diese Reparatur hätte warten können!

01:14:43: Es habe keinen Grund gegeben sich zu beeilen.

01:14:46: Der Unfall sei ohne Not

01:14:48: passiert.".

01:14:49: In seinen Worten liegt Wut.

01:14:51: Seine Stimme wird fester sobald er über die vermeintliche Eile spricht.

01:14:55: Es ist Wut auf diesen Morgen, auf eine Entscheidung die sein Sohn nicht mehr erklären kann und auf die Vorstellung dass wenige Minuten alles verändert haben.

01:15:04: Und damit richtet sich ein Teil seiner Wut gegen den Menschen der gerade gestorben ist – auch das kann von außen irritieren!

01:15:13: Darf ein Vater in diesem Moment wütend auf seinen toten Sohn sein?

01:15:25: Das war auch wirklich sehr, sehr präsent in diesem Einsatz.

01:15:29: Die Wut auf den Verstorbenen und dem Sohn.

01:15:33: Warum fährt der da lang?

01:15:34: Haben wir ganz am Anfang schon angedeutet.

01:15:36: Wir haben es am Anfang nicht geglaubt, weil das so zur Örtlichkeit, wo die gearbeitet haben, nicht gepasst hat.

01:15:42: Also warum fährt er da lang, warum fahrt er um die Zeit mit diesem Traktor irgendwo hin?

01:15:47: Warum fahrte er so schnell ... Der hat immer wieder gesagt ohne Not.

01:15:51: Das Ganze sei ohne Not passiert!

01:15:55: Er hatte mir schon unterstellt, dem Sohn hätte was falsch gemacht.

01:15:58: Er hätte wie immer zu schnell gefahren und gehudelt als ob er gewusst hätte, was passiert ist.

01:16:03: Das war noch gar nicht klar?

01:16:05: Nein, nein!

01:16:06: Ich weiß nicht, ob das heute, wenn wir sprechen, klar ist, ich weiß nicht ob diese Untersuchung abgeschlossen ist

01:16:10: usw.,

01:16:11: aber da weiß es auf jeden Fall nicht.

01:16:12: Auf gar keinen Fall... Und da ist natürlich so die Frage, darf man auch jemanden der verstorbenes Wüten sein?

01:16:21: Na klar.

01:16:22: Denk schon

01:16:23: Ich auch, ich bin eigentlich sogar überzeugt.

01:16:26: Ich glaube es ist ganz normal.

01:16:32: Wenn es dir selbst hilft in dem Moment besser auf den Verstorbenen als auf die Personen, die jetzt noch da sind?

01:16:38: Ja!

01:16:39: Wenn das jetzt hilft, diese Situation für mich gerade zu verbessern dann darf ich auch wütend sein.

01:16:46: Auch aus meiner Sicht weil Wut erklärt.

01:16:48: Weil vielleicht wir so ein bisschen die Frage nach dem Schuldigen... Wenn wir die Einsätze noch mal vergleichen, auch die Mutter aus dem ersten Einsatz war wütend.

01:16:56: Auf einem dritten, der irgendwie weit weg oder weiter erweck war ... Er ist jetzt der Vater hier aus diesem Einsatz war und wütent auf den Sohn.

01:17:03: Aber das erklärt ja so ein bisschen!

01:17:04: Du versuchst dir durch diese Wut, du bist ja wütender auf jemandem weil du ihm so ein bißchen die Schuld dafür gibst dass es passiert ist.

01:17:11: Zumindest die Verantwortung.

01:17:13: Und dieses genau das... Ist ja eine Antwort.

01:17:16: Es ist passiert, weil der zu schnell gefahren ist Er schuld war, dass diese Beziehung nicht so gut geklappt hat usw.

01:17:23: Also damit bildest du dir fürs Gehirn ja so ein bisschen eine Erklärung und natürlich ruft dieser Erklärungen Wut hervor auf denjenigen der es dann zu verantworten hat.

01:17:32: völlig nachvollziehbar Und ich glaube es gehört dazu.

01:17:35: also ich glaub's kennt auch jeder das man auch wenn man um jemanden trauert muss ja nicht mal in Todesfall sein.

01:17:42: So wenn du als kind Umziehst in der andere Stadt hier bist Du natürlich wütend auf deine Eltern weil die sind Schuld daran dass du umziehen musst.

01:17:50: Wenn du dich mit deinem noch so guten besten Freund streist, bist du natürlich auch wütend auf den... Auch wenn du traurig bist das eine Freundschaft zu Ende geht?

01:17:57: Bist du auch wüten weil er ja auch da sein Beitrag ist.

01:18:01: Also es ist sogar eine völlig normale Reaktion und Emotionen in so einer Situation.

01:18:06: Es ist eine Reaktión also irgendeine.

01:18:10: Ja.

01:18:10: Das wäre auch jede andere Reaktions da genauso gut gewesen?

01:18:17: Ja, genau.

01:18:18: Also das muss man ja vielleicht auch sagen es ist ja schon mal gut dass was da ist.

01:18:21: also wenn das ist mir immer lieber dass jemand reagiert und auch wütend ist und auch wenn der dann so ein schnelles macht wie diese WhatsApp Gruppe usw.

01:18:30: Ist mir das trotzdem immer lieber als wenn gar keine Reaktionen kommt weil dann hast du natürlich gar keinen Anknüpfungspunkt.

01:18:36: Jede Reaktion ist eigentlich ganz gut.

01:18:39: ich fand die jetzt schwer damit umzugehen weil er nicht zugänglich war.

01:18:44: Er hat sich mit dieser Wut Er hat sich auch zurückgezogen, er hat sich mit dieser Wut zurückgezogen und hat die ausgelebt.

01:18:50: Der war nicht empfänglich für uns oder für die Frau?

01:18:55: Oder für irgendjemandem?

01:18:57: Für niemanden!

01:18:58: Das ist ja auch so ein bisschen Opfer seines eigenen Handelns geworden weil dadurch dass der das so förmlich an alle geschickt hat, die er irgendwie erreichen konnte.

01:19:09: in dem Moment kam natürlich auch Leute her Es kam Freunde es kam Verwandte Die standen plötzlich im Innenhof, Mitarbeiter kam zurück.

01:19:19: Aber der konnte gar nicht damit umgehen!

01:19:20: Der konnte null Komma Null damit um gehen.

01:19:22: aber da ist er so ein bisschen obfassender des eigenen Handelns geworden weil er sich diese ganzen Leute also auch irgendwie eine normale Reaktion und die stehen plötzlich da und er konnte aber gar nicht kanalisieren.

01:19:32: Da war ich dann überlegen hätte ich das lenken können?

01:19:37: Hätte ich es verhindern können?

01:19:39: Hätte ich intensiver, also so intensiv wie ich immer drauf gedrängt habe.

01:19:41: Nein wir fahren dann nicht hin.

01:19:43: Hätt ich da intensiver drängen müssen?

01:19:46: Hör mir zu!

01:19:49: Lass dich darauf ein... Wir müssen jetzt dies und das um ihn rauszuholen.

01:19:53: aus dieser Wutschleife keine Ahnung.

01:19:56: Spannender Gedanke was wenn du jetzt so drüber nachdenkst hättest du machen wollen?

01:20:03: Keine Ahnung von seiner charakterlichen Wie soll ich sagen Eigenschaft her.

01:20:12: hätte er es gebraucht, wenn jemand auf den Tisch haut und ihn anschreit.

01:20:17: So absurde Sachen in der Situation klingt einfach auf dem Tischhaut und sagen so jetzt red ich Jetzt machen wir das und das.

01:20:24: Ich glaube der Polizist war nicht soweit davon entfernt Ehrlicherweise?

01:20:28: Ja Weil

01:20:29: der hat ja genau den gleichen Kampf geführt Der kam ja nicht durch, der konnte ja nicht zu Ende reden Der konnte nichts sagen was jetzt wichtig ist weil dort immer wieder ist der Aufgestanden weg die nächste WhatsApp und so weiter.

01:20:40: Ich habe gerade gedacht Also was hättest du machen?

01:20:42: Mäulen ihm das Handy wegnehmen und durch den Innenhof schmeißen, dass es irgendwo an der Wand knallt.

01:20:47: Es wäre eine Maßnahme gewesen.

01:20:49: Ja ja aber ich war sehr passiv.

01:20:51: Ich bin einfach nur hinter im Her gedackelt und hab dann versucht mit irgendwie so zwischen rein noch zu quatschen.

01:20:56: Aber ich habe gemerkt er hört mir nicht zu.

01:20:58: Genau hat er auch nicht.

01:20:59: Hat

01:20:59: er nicht.

01:21:00: Das war also völlig wirkungslos.

01:21:01: Deswegen habe ich's sein lassen.

01:21:02: Ich habe dann meine Energie auf die Mutter konzentriert.

01:21:05: als du dann auch mal unterwegs warst.

01:21:09: habe ich mich auf die Mutter konzentriert, weil sie wollte hören und reden.

01:21:14: Und auch die Freunde, die noch dabei waren.

01:21:16: Wir haben eine gemeinschaftliche Sitzrunde gemacht und haben uns ausgetauscht.

01:21:21: Da war ich wirksam.

01:21:22: Das fand ich gut!

01:21:23: Ich hab den Vater sein lassen.

01:21:28: Wenn ich ihn fünf Minuten lange reiche, habe ich alles da rein gesteckt... ...und alle anderen, die wollen und könnten sitzen

01:21:34: lassen.".

01:21:36: Ich hab mich das gerade gefragt, weil ich das einmal in einem Einsatz erlebt habe.

01:21:39: Dass ich jemandem auch mal wirklich so eine Ansage gemacht habe und gesagt habe, soll jetzt hier hinsetzen?

01:21:43: Jetzt dreht ich!

01:21:45: Und dann können wir ja hier wieder... Also erinnere ich noch genauer dass ich das einmal mache.

01:21:49: Ich hasse das ja.

01:21:50: Ich bin ja gar nicht autoritär irgendwie so.

01:21:52: also es liegt mir auch einfach gar nicht.

01:21:55: aber da ging's mir so dermaßen auf auf den Zeiger, weil wer an der Unfallstelle auch draußen immer wieder weggelaufen ist und dahin.

01:22:01: Und das ging mir so dermaßen auf dem Zeige, dass ich dann irgendwann gesagt habe jetzt gut Jetzt sind wir hier!

01:22:08: Und jetzt lassen wir mal die anderen ihre Arbeit machen und sie bleiben jetzt hier.

01:22:11: Ende der Diskussion.

01:22:12: So, es hat tatsächlich was gebracht.

01:22:15: Der hat sich total entschuldigt dafür.

01:22:17: Er hat gesagt er ist so durch den Wind.

01:22:18: Ich kann das ja auch verstehen.

01:22:21: Aber deswegen finde ich den Gedanken wirklich interessant.

01:22:23: hätte man da sagen müssen Stop es reicht jetzt setz dich jetzt dahin und über zu leg das Handy weg.

01:22:31: Du schreibst jetzt niemanden mehr eine WhatsApp.

01:22:34: Ich habe mich das nicht getraut, ich hab das tatsächlich mir überlegt, ich bin einfach zu unerfahren.

01:22:40: auch Es hätte ja auch sein können dass der dann komplett ausrastet komplett eskaliert uns rausschmeißt.

01:22:47: Ich könnt dir nicht garantieren wenn du das bei mir machst wie ich reagiere denn vielleicht fahre ich noch höher als du gerade bist Und da ist die Tür und du hast drei Sekunden, wenn er dann nicht rausmüsst.

01:22:56: Dann sorg ich dafür, dass du

01:22:57: rausgehst.".

01:22:58: Da müsstest du drüber lachen aber...

01:23:00: Ja.

01:23:02: Es gab ja noch andere Menschen also ... Wenn er jetzt alleine gewesen wäre hätte ich vielleicht ... Hätte ich mir das tatsächlich wirklich ernsthaft überlegt?

01:23:09: Es gab andere Menschen, die mich gebraucht haben in dem Moment.

01:23:11: Die habe ich mich denen zugewendet.

01:23:13: Deswegen hat es mir Leid getan um ihn.

01:23:16: Das ist auch der Kern des heutigen Gesprächs.

01:23:20: Es hat ja auch seine Frau und seine Familie nicht an sich ran lassen.

01:23:22: Und er war aber für die wiederum nicht da, die waren füreinander... Die waren alle in diesem Hof, alle beieinander, alle zusammen!

01:23:30: Und waren nicht füreinandert da.

01:23:32: Und ich hatte einen Moment wo es mir ein bisschen den Rücken runtergelaufen ist, wo ich schlucken musste als einer der Mitarbeiter kam.

01:23:40: Und einer, der war sehr traurig.

01:23:42: Der hat so eine Stimmlage gehabt und so ... Das hat ihn getroffen und der hat mich angefasst.

01:23:49: Und da muss die schlucken.

01:23:53: Wie herzlich diese Mitarbeiter miteinander, untereinander waren und auf die Familie zugegangen sind, auf die Mutter, auf keine Ahnung... Die haben mehr Emotionen positive oder wie soll ich sagen, empathische Emotion gezeigt als der Vater und als die Familie untereinanders.

01:24:07: Alle!

01:24:08: Ja.

01:24:08: Das fand ich so krass.

01:24:10: Denen wiederum haben wir mit denen gar nicht gesprochen.

01:24:13: Ich hatte gerne mit denen gesprochen weil die waren glaube Offen dafür.

01:24:18: Ja und die haben vor allem diesen Ansatzpunkt gegeben, wo du gemerkt hast das nimmt den richtig mit.

01:24:25: Ich erinnere es genau.

01:24:26: also dieser eine auch der da reinkam.

01:24:29: ich habe es irgendwann glaube ich auch zu dir gesagt er tut mir so leid dass ist so der ist ja aber auch da.

01:24:35: sobald dieser Kontakt irgendwie entstanden wäre ist es wieder unterbrochen worden durch irgendetwas was halt da wieder in diesem Inhof passiert ist schon Wild gewesen.

01:24:45: Vielleicht gucken wir noch mal drauf, weil so diese Familiendynamik auch nochmal wirklich ganz anders greifbar wird als die Tochter dazugekommen ist.

01:24:53: Aber mag damit das jetzt nicht völlig ausartet, machen wir es nicht in der Folge jetzt sondern das machen wir In der nächsten Folge wo wir uns auch nochmal mit diesem Thema intensiv beschäftigen Weil wir ja auch nochmal auf die Einsätze insgesamt schauen wollen.

01:25:07: also wir haben schon den ersten Einsatz beleuchtet Wir sind im zweiten Einsatz.

01:25:12: Da haben wir auch schon gesagt, die Tochter ist irgendwann dazugekommen.

01:25:15: Die Mutter hat sie angerufen und natürlich ist passiert was passieren musste.

01:25:18: Sie hat sich ins Auto gesetzt, ist dahergefahren alles gut gegangen.

01:25:22: aber auch das hat die Dynamik in diesem Einsatz noch mal gravierend verändert.

01:25:25: und da gucken wir dann aber eine zweiten Folge drauf um die Hörerinnen und Hörern jetzt hier nicht über Stunden noch zu quälen und einen vierstunden Podcast aufzunehmen.

01:25:35: Ja deswegen habe ich mir die spannenden Sachen für den zweiten Teil.

01:25:38: Die

01:25:38: spannenden Sachen?

01:25:39: Ja, ich weiß ja auch noch nicht alles aus dem Einsatz sehr interessant weil wir haben uns aufgeteilt werden mal auch nochmal erzählen Auch da ist so viel deutlich geworden.

01:25:48: es war ein richtigen Clip Hänger hier weil auch in dieser Situation in die ich dann nochmal reingegangen bin ist soviel deutlich geworden Aus der Beobachtung heraus was in dieser Familie liegt und warum da viele sachen vielleicht auch Nicht geklappt haben wie man wie wir uns das wünschen würden.

01:26:04: Aber gib auch mal noch einen Cliffhanger.

01:26:07: Was sind die spannenden Sachen?

01:26:08: Das hast du mir gar nicht im Vorfeld erzählt, was so die richtig spannende Sachen sind.

01:26:13: Also ich habe dann noch ein Gespräch mit den Nachbarn-Freunden, das waren ja Freunde in den Nachbaren.

01:26:20: Die sind auf mich zugekommen.

01:26:21: Die haben mich zur Seite genommen und haben da über die Familie was erzählt.

01:26:27: Also haben versucht irgendwie hier Hintergründe zu geben oder ich weiß nicht, was der Grund war warum aber aus dieser Sitzgruppe heraus als sich das auf, weil die Tochter dann kam und hat es wieder aufgebrochen.

01:26:38: Man kam ja nicht dazu mal einen Gedanken auch zu Ende zu sprechen oder zu denken.

01:26:42: Und in so einer Gesprächspause hat die Frau glaub ich mich da mal zur Seite genommen und hat mir über die Familie einfach ein paar Sachen erzählt?

01:26:51: Ich bin gespannt, weil wir noch viel haben glaube wo wir diesen Einsatz auch noch wirklich intensiv sprechen können.

01:26:58: Ich habe mir angewöhnt und meistens vergesse ich's, aber ich wollte es mir angewöhnen!

01:27:02: Aber das klappt eben nicht so richtig gut die Leute immer nach ihrem besten Tipp zu fragen in Einsätzen.

01:27:09: Das mache jetzt hier.

01:27:10: damit wirds nicht ganz so negativ und mit einem schlimmen Ding rausgehen und alles ist nur scheiße und so wie ich würde interessieren du bist So ultra lange dabei, hast aber jetzt enorm viele Einsätze in kurzer Zeit gemacht.

01:27:25: Also...sechzehn Einsätze plus...plus fünf nicht angetreten und das war der Trampelig-Richtig-Trampum.

01:27:32: Da hast du die ersten fünf dich da immer gedrückt, hast du nirgends...

01:27:36: Ausstelleres Auto!

01:27:37: Genau

01:27:38: ja, komm mal ne Frau.

01:27:40: Ja okay genau Porsche ist bestellt.

01:27:42: wir konfigurieren den jetzt gleich noch zusammen.

01:27:44: Marc was mich daran interessiert würde so wenn Du in einen Einsatz gehst?

01:27:47: Was is so?

01:27:48: dein Go to Tipp, dein Trick wo du sagst den wende ich immer an.

01:27:53: Das ist so.

01:27:53: diese eine Sache die mache ich immer.

01:27:58: Ich

01:27:59: führe mir vor Augen für was ich denn da bin und das Minimalste was da ist einfach da sein.

01:28:07: Und selbst wenn ich nichts sage wenn ich einfach nur Aufkreuze guten Tag sage und wieder gehe war es immer noch besser als Wenn ich nicht da gewesen wäre.

01:28:19: Und alles darüber hinaus muss ich mir genau überlegen, ob ich es mache.

01:28:21: Also dieses Auf-den-Tischhauen eine aktive laute Ansage zu machen... Das muss man sich ganz genau überlegen.

01:28:29: Ich überlege mir jetzt mal, sage ich das jetzt oder nicht?

01:28:33: Ganz oft komme ich zu dem Punkt wo ich sagt gut dass ich es nicht gesagt habe.

01:28:38: Das sollte ich vielleicht im Privatleben auch öfter mal beherzigen.

01:28:45: Aber auch da, das nenne ich mit auch in meinen Alltag ganz oft wenn in Besprechungen oder auch im beruflichen Kontext einfach Zeug geredet wird um einfach den Impuls... Ja aber ich wollte auch noch, das wollte ich auch noch sagen und das muss ich auch nochmal sagen dass sich diese Impulse unterdrücken kann und sagen, ich sage einfach gar nichts.

01:29:04: A ist die Besprechung schneller fertig und B hätte es niemanden weitergebracht wenn ich es gesagt hätte und das ist auch in diesen Einsatzkontexten so Ich muss es nicht sagen Es bringt niemandem weiter oder macht's schlimmer oder machts besser.

01:29:18: um mich daran zu erinnern Wenn dies für mich wie ein Handlauf an der Treppe ist reicht wenn ich da bin.

01:29:25: nur wenn sie es anbietet wenn sich wirklich dieses Gefühl habe es hilft dann Sag ich, was gleich ist wie mit Anfassen.

01:29:32: Es gibt ja Menschen die brauchen mal eine Umarmung oder eine Hand, die sie halten können oder ne Hand auf der Schulter.

01:29:37: Das wollen aber auch nicht alle.

01:29:39: Manche wollen das überhaupt nicht und da überlege ich mir ganz genau ob ich das anbiete wo ich es mache und halbe mich lieber zurück als etwas zu machen.

01:29:50: Und damit bin ich bis jetzt ganz gut gefahren.

01:29:52: Das mag vielleicht ungefähr auch dem Partner gegenüber sein den man dann mitnimmt.

01:29:56: Ich habe oft das Gefühl dass ich eher der passivere Teil bin Und die anderen mehr reden.

01:30:02: Aber das kommt halt auch noch aus dieser Beobachterrolle heraus, die ich immer noch einnehme.

01:30:08: Ja oder macht da mal einen anderen Gedanken auf und dann machen wir wirklich Schluss weil ich knüpfe da an beim nächsten Mal.

01:30:14: Ich baue nochmal den Cliffhanger genau zu diesem einfach nur da sein.

01:30:19: Fürs nächste Folge für den einstiegenden Beispiel gar nicht aus einem Einsatz-Szenario, aber wie hilfreich genau das einfach manchmal sein kann und was du jetzt gerade gesagt hast.

01:30:28: Ich weiß nicht ob das unfair dem Partner oder der Partnerin im Einsatz gegenüber ist.

01:30:32: vielleicht wäre es manchmal gut wir alle würden das mehr machen.

01:30:36: Wir alle würden mehr aushalten, mehr da sitzen, mehr beobachten manchmal.

01:30:41: Ich möchte das gar nicht, also sollte gar nichts so klingen als würde ich einzelne Personen aus unserem Team irgendwie diese Verantwortung zuschieben wollen zu sagen ihr redet zu viel?

01:30:49: Gar nicht!

01:30:52: Vielleicht hilft es manchmal auch, weißt du?

01:30:54: Also vielleicht ist das gar nicht unverantwortlich den Partner gegenüber sondern vielleicht ist es auch die Erinnerung.

01:30:59: Dass genau das hilfreich sein kann.

01:31:01: Beispiel dass es so ist kommt in zwei Wochen.

01:31:08: Schon gemerkt, in den beiden Einsätzen mit Marc gibt's eine ganze Menge zu besprechen und gibt es eine ganze menge auf das man nochmal schauen kann.

01:31:15: Ihr habt Marc heute in seinen allerersten Einsatz begleitet und im zweiten da sind wir jetzt gerade mittendrin haben schon die ein oder andere Dynamik kennengelernt und versprochen in zwei Wochen.

01:31:25: Schauen wir auf genau diesen zweiten Fall noch mal intensiver und schauen dann vor allem auch noch einmal darauf was diese beiden Fälle, was diese Beide Einsätze gemeinsam haben.

01:31:33: Ich freue mich deshalb natürlich, wenn ihr in zwei Wochen wieder reinhört.

01:31:36: Und natürlich – und das gilt weiterhin – helft ihr mir wahnsinnig, wenn Ihr diesem Podcast eine gute Bewertung dar lasst!

01:31:42: Wenn ihr die Folgen teilt, schickt sie gerne an Freunde, Verwandte, alle von denen ihr glaubt, dass Sie hier mal rein hören sollten.

01:31:48: Das hilft mir den Podcast bekannter zu machen, das Thema noch weiter zu streuen und vor allem die Themen, die ich mit Marc und auch mit allen anderen Gästen hier bespreche, in die Welt zu tragen.

01:31:57: Ich bedanke mich vielmals fürs Reinhören und bin dann in zwei Wochen hier wieder am Start zusammen mit Marc.

01:32:02: Und der zweiten Folge bis dahin, macht's gut!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.