Kein Halt (2/2)

Shownotes

Was passiert, wenn eine Familie in der schwersten Stunde ihres Lebens nicht zusammenfindet?

Im ersten Teil unseres Gesprächs haben Marc Fleischer und ich euch in zwei Einsätze mitgenommen. Jetzt schauen wir noch einmal genauer hin: auf die Reaktionen der Angehörigen, auf Entscheidungen, die wir während der Betreuung getroffen haben, und auf Situationen, in denen wir selbst nicht wussten, ob unser Handeln das Richtige war.

Wir sprechen über die Grenzen unserer Arbeit, über unterschiedliche Perspektiven – und darüber, warum es manchmal mehr Mut braucht, einfach dazubleiben, als etwas zu sagen.

🔍 Themen dieser Folge 👉 Warum Anwesenheit und Schweigen manchmal die beste Unterstützung sind 👉 Unterschiedliche Persönlichkeiten und Arbeitsweisen in der Krisenintervention 👉 Wenn Wut, Vorwürfe und alte Familienkonflikte aufbrechen 👉 Wie Helfende mit Ablehnung und aggressiven Reaktionen umgehen 👉 Die Begleitung einer Familie an verschiedenen Orten 👉 Wann ein Kriseninterventionseinsatz beendet werden kann 👉 Warum wenige Stunden Betreuung kein Urteil über eine ganze Familie erlauben 👉 Wie wichtig Gespräche über Tod, Bestattung und persönliche Wünsche sind

👤 Über den Gast dieser Folge Marc Fleischer engagiert sich ehrenamtlich in der Krisenintervention. Gemeinsam mit Florian D. Weber blickt er auf zwei Einsätze zurück, bei denen beide als Kriseninterventionshelfer beteiligt waren.

Im Gespräch bringt Marc seine eigenen Beobachtungen und Einschätzungen ein. Gerade dort, wo sich seine Perspektive von der seines Gesprächspartners unterscheidet, wird deutlich, wie unterschiedlich dieselbe Situation wahrgenommen werden kann.

🎙️ Host Florian D. Weber – Moderator, Entertainer und seit über 15 Jahren ehrenamtlich in der Krisenintervention und Suizidprävention tätig.

Mit „Und plötzlich: Krise“ gibt er Einblicke in Situationen, die sonst verborgen bleiben – und spricht mit Menschen, deren Geschichten bewegen.

⚠️ Inhaltsinformation In dieser Folge sprechen wir über plötzliche Todesfälle, Suizid, schwere Unfälle, Trauer, familiäre Konflikte und psychische Belastungen. Die Schilderungen einzelner Einsätze können emotional belastend sein.

Solltest du Unterstützung benötigen, findest du anonyme und kostenlose Hilfe bei der Telefonseelsorge:

📞 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 💬 https://www.telefonseelsorge.de/

Weitere Hilfe: ➡️ Arbeitskreis Leben Freiburg: https://akl-freiburg.de/ ➡️ Arbeitskreise Leben BW: https://www.ak-leben.de/

📅 Veröffentlichung Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen, freitags um 7 Uhr.

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Transkript anzeigen

00:00:03: Hallo und ganz herzlich willkommen zur heutigen Folge von Und Plötzlich Krise.

00:00:07: Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil meines Gesprächs, mit Marc Fleischer.

00:00:11: In der vergangenen Woche haben wir euch gemeinsam mit auf zwei Einsätze unseres Kriseninterventionsteams genommen und wir haben zwei Familien, die plötzlich mit dem Tod eines geliebten Menschen konfrontiert wurden begleitet.

00:00:24: Und in beiden Familien haben wir was erlebt das uns beschäftigt hat – Menschen, die gerade dasselbe verloren haben aber trotzdem kaum zueinander finden!

00:00:33: Wir haben darüber gesprochen wie unterschiedlich Menschen auf eine Krise reagieren welche Rolle alte Konflikte spielen und wie schwierig es manchmal ist als Helfer einfach nur da zu stehen und auszuhalten.

00:00:44: Und genau daran wollen wir in der heutigen Folge anknüpfen, denn gerade beim zweiten Einsatz sind doch noch einige Fragen offen geblieben!

00:00:52: Wir wollen darüber sprechen was solche Erfahrungen mit uns als Helfende machen und was wir daraus mitnehmen.

00:00:58: Ich freue mich riesig dass ihr wieder dabei seid und in diese Folge hört.

00:01:01: – jetzt geht's weiter im Gespräch mit Marc Fleischer.

00:01:21: Ja, ich bin nicht ganz ausgeschlafen.

00:01:23: Ich hatte gestern Abend noch einen Einsatz

00:01:25: mitbekommen.

00:01:27: In Lang auch?

00:01:28: Also können wir euch kurz drüber sprechen?

00:01:29: Ihr seid oben acht los und glaube...

00:01:31: Nein, nein, nein!

00:01:32: Wir waren erst um neun vor Ort.

00:01:34: Das war ein bisschen weiter weg.

00:01:36: Und waren dann um

00:01:39: zwölf oder so lange?

00:01:40: Zwölf waren wir da wieder raus.

00:01:44: Dann noch nach Hause fahren?

00:01:47: Wir waren circa zwei Stunden dort sieben Leute zu betreuen.

00:01:51: das war schon Schon die größere Nummer.

00:01:55: Aber das hat tatsächlich ... Das Thema von heute bei mir ein bisschen gerade gerückt, weil es war große Familie und viele Freunde.

00:02:04: Der hatte ein sehr großes Netzwerk.

00:02:05: also es war einer der einen Autounfall hatte im Dorf direkt vor den Augen seines besten Freundes.

00:02:10: Ach

00:02:11: du Scheiße!

00:02:12: Ist ja irgendwie so'n Abhang runtergekollert... Und der Freund hat ihn direkt aus dem Auto rausgeholt oder versucht halt zumindest aber bei ihm halt im Auto.

00:02:19: Er hat sich ins Auto rein gequetscht und war dabei Und als wir dahin kamen zur Betreuung, saß diese ganze Truppe.

00:02:28: Oma, Opa, Onkel Tante, Freunde... Alle sieben Leute saßen da in so einer Bürgerhalle im Stuhlkreis und wir haben uns dazu gesetzt.

00:02:37: Da habe ich gemerkt, die haben ein riesiges Netzwerk untereinander.

00:02:40: Die kennen sich alle in diesem Dorf jeder für jeden, jederzeit.

00:02:46: Der hat so einen Glück gehabt der Typ!

00:02:48: Also erst mal glaube ich nicht allzu viel passiert.

00:02:50: Ich wollte

00:02:50: gerade fragen, hast du überlebt?

00:02:51: Ja ja bis jetzt sobald wir wissen ging es ihm gut aber ansprechbar.

00:02:55: er konnte alles bewegen und hat sich an den Namen alle erinnert.

00:03:01: also von daher ging's im ersten Mal gut.

00:03:03: Von daher schon mal Check Glück gehabt und da war dermaßen ein Netzwerk um sich herum.

00:03:10: Alle, auch die Mutter war da nicht dabei.

00:03:11: Weil die Mutter hat vor kurzem schon mal ein Todesfall erlebt in der Familie.

00:03:14: Die war psychisch etwas angeschlagen aber um die haben sich dann andere Teile der Familie gekümmert.

00:03:20: Also wenn man es ankreuzen müsste wie man es denn gerne hätte Wenn sowas unbedingt passieren muss Dann in diesem Setting also wirklich war.

00:03:27: das war richtig schön zu sehen.

00:03:30: Die waren echt happy und Die einzigen Sorgen waren dann so, ich hab da anrufen müssen die eine Tante hat.

00:03:35: Ich musste anruhen.

00:03:37: zu mir hieß es sich soll den Notruf wählen.

00:03:38: Ich wusste gar nicht was ich sagen sollte weil die hat's nicht mitgekriegt.

00:03:41: das war die einzige die nichts gesehen hat.

00:03:43: und die sollen anruven.

00:03:44: Und musst du dann am notruf irgendwas erzählen deswegen auch irgendwas von dem Radlader erzählt obwohl der er im auto verunglückt ist.

00:03:50: Ja okay habe ich noch in der einsatzmeldung ja genau und schon wieder Radlader.

00:03:54: Das ist der gleiche

00:03:55: Einsatz.

00:03:56: die haben jetzt weitergemacht mit dem zwetschenden Ernten oder weiter gemacht mit ihrem thema Und das ist nochmal passiert?

00:04:02: Nee, es war was anderes und zwar kein Radlader.

00:04:04: Aber die waren dann völlig... Ja ich habe da falsche Angaben gemacht und sie hat auch erst mal die einzehntes Null statt eins jetzt zwei gewählt also etwas aus dem Verhältnis kleinere kleinere Sorgen, die man da nehmen musste oder konnte.

00:04:18: Aber erklärt nochmal diesen Stress auch den Mann hat.

00:04:20: also vielleicht können wir das einmal an der Stelle sagen.

00:04:23: es ist in dem Fall erstaunlich egal ob man die eins eins null oder die eins ans zwei anruft weil das wird weitergeleitet.

00:04:28: also in der regel verbinden die oder sagen euch zumindest bitte da anrufen.

00:04:33: also das ist kein drama das kann einfach passieren so Und da sieht man aber auch mal, was für ein Stress das plötzlich sein kann.

00:04:40: Da anrufen zu müssen in der allgemeinen Hektik schon weil ich glaube wenn wir so hier sitzen können wir uns alle sagen wir uns allen ja es sind die fünf W's und am Ende unbedingt auf jeden Fall warten falls die Rückfragen haben.

00:04:52: Das ist in der trockenen Theorie total einfach.

00:04:54: Aber wenn du in der Situation bist, bist du so im Stress dass dir alles entfällt.

00:05:00: Alles entfallen kann gibt sicherlich auch Leute die das ganz routiniert machen.

00:05:04: hundertprozentig Ist schon krass.

00:05:08: Ja, wobei meine Erfahrung auch ist das der ja am anderen Ende die Sachen auch schon abfragt also wenn ich gar keine Ahnung hab dann der fragt dann schon und die Frau hat halt gar keine Infos schickt einfach irgendjemanden da ist was passiert was kann ihn nicht sagen

00:05:24: Ist natürlich jetzt auch nicht so, ich war nicht dabei.

00:05:26: Aber es ist jetzt nicht die günstigste Situation gewesen weil im besten Fall ruft jemand an der zumindest einen ganz groben Überblick hat über das was passiert.

00:05:33: Da geht's ja nicht um Details aber zumindest dass man weiß Es ist ein Verkehrsunfall.

00:05:38: Das und so ist passiert Und dann gehts ja manchmal eben bei diesen Rückfragen auch ganz schnell.

00:05:42: darum muss man möglicherweise schon eine Reanimation anfangen und das ist ja dann total gut wenn die auf der Leitstelle das wissen Weil sie dann helfen können.

00:05:49: die sagen genau was man machen muss und so weiter weil die geschult sind Genau, aber deswegen bist du... jetzt wir zeichnen auch vom Montagmorgen.

00:05:57: Das ist eh schon nicht so die dankbarste Zeit eigentlich!

00:06:01: Deswegen hat es jetzt nicht so wahnsinnig viel Schlaf.

00:06:04: Aber das ist eine interessante Konstellation weil Wir ja heute nochmal auf die Folgen dieser anderen beiden Einsätze schauen und heute noch mal ganz intensiv auch auf dieses Thema schauen.

00:06:14: Was passiert eigentlich, wenn Familiensysteme nicht tragen?

00:06:16: Das ist die zweite Folge.

00:06:18: vielleicht erwähnen wir das an der Stelle nochmal.

00:06:19: kurz also wenn ihr die vorherige Folge mit Marken noch nicht gehört habt dann lohnt sich es auf jeden Fall da anzufangen weil wir relativ intensiv hier in diesen beiden Folgen auf zwei Einsätze schauen und einfach sind total unterschiedliche Einsätze aber die Themen waren am Ende ähnlich.

00:06:33: deswegen lohnt es sich auf jeden fall da an zu fangen.

00:06:36: Und ich möchte aus der letzten Folge noch ein Thema aufgreifen, Marc.

00:06:40: Das hast du nämlich ganz am Ende gesagt.

00:06:44: Dein Go-to Trick habe ich dich ja danach gefragt.

00:06:47: also was ist so das was du immer machst oder wo du immer zurückgreifen kannst in solchen Einsätzen?

00:06:51: und da hast Du gesagt dass es manchmal einfach schon ausreicht dazu sein einfach nur irgendwo zu sitzen und nichts zu machen.

00:07:02: Und als du das erzählt hast, ist mir nämlich auch eine Geschichte eingefallen.

00:07:05: Die mir eine Freundin erzählt hat die mal mit einer wiederum anderen Freundin wandern war und die hatte kurz vorher jemanden aus der Familie verloren, jemand nahestehenden und die waren den ganzen Tag zusammen unterwegs.

00:07:18: auf einem Berggipfel haben sie sich einfach nur hingesetzt und saßen da bestimmt eine Stunde oder so und die Betroffene in Anführungszeichen also die die jemanden nahestehnenden verloren hatte hat sich dann, nachdem die da einfach nur saßen bei der Freundin bedankt und gesagt danke dass du da warst.

00:07:39: Und diese ist auch aus allen Wolken gefallen weil sie dachte okay ich kann mir hier völlig fehlen am Platz vor Ich konnte nichts dazu sagen!

00:07:44: Ich habe nichts gemacht.

00:07:46: aber es ist so.

00:07:48: das hilft so ungemein und sicherlich nicht in allen Situationen Aber das kann so hilfreich sein sich einfach nur hinzusetzen um jemandem nicht alleine zu lassen.

00:08:03: das Gefühl mehr machen zu müssen ist trotzdem immer da.

00:08:07: Natürlich, dann in der Situation gibt es ganz lange Momente wo man wirklich auch nur da sitzt und am besten die Leute einfach mal ihren Gedanken nachgehen lässt damit ihr auch Zeit für sich haben, das zu verarbeiten neu zu sortieren und da einfach ständig reinzuplappern mit guten Ratschlägen... Nein!

00:08:31: Und daher gibt's diese Momente auf jeden Fall.

00:08:34: Wenn man jetzt aber nicht weiß, was man sagen soll.

00:08:37: Dann ist genau die richtige Zeit für so einen Moment.

00:08:40: Ja es ist interessant weil du's gerade auch schon angesprochen hast der Impuls ist ja trotzdem da was zu sagen und das finde ich lustig weil ich das Freunden auch immer erzähle Ich hab den auch!

00:08:49: Ich habe diesen Impuls auch!

00:08:51: Man müsste ja meinen irgendwie nach zehn Jahren Krisenintervention ist dieser Impuls weg.

00:08:55: Aber er ist nicht weg, der ist trotzdem da.

00:09:00: den zu unterdrücken oder ich habe das gelernt und mir vor allem.

00:09:02: Und dass ist das, was mir hilft diese eine Frage zu stellen dieser Satz, den ich jetzt gerade sagen will.

00:09:09: Sag' ich denn wirklich?

00:09:10: Weil die Betroffenen, die zu betreuen denen brauchen?

00:09:14: Oder sag' ich dem weil ich es grade nicht mehr aushalte?

00:09:16: Sag' Ich weil mir's schwer fällt hier grad die Stille auszuhalten!

00:09:20: Und ich komm erstaunlich oft zum Ergebnis

00:09:22: ne?!

00:09:23: Ich würd´s für mich tun also... Es gibt keinen Grund hier grade was zu sagen.

00:09:27: Das heißt aber du hast den Impuls auch.

00:09:29: Ja natürlich, klar.

00:09:31: Der kommt immer wieder und der kommt ja auch im Alltag sehr häufig.

00:09:35: aber ich habe einfach gelernt darüber nachzudenken.

00:09:37: bevor ich dann diesen Impuls nachgebe drüber nachzdenken sag' ich das jetzt für mich und was würde ich damit bewirken wenn ich das sage?

00:09:45: Würde ich mir das gerne anhören wollen was jetzt da zu sagen ist und dann verknallt es mir einfach

00:09:52: Ich glaube, das ist auch ein häufiger Grund warum Floskeln kommen.

00:09:54: Weil du bist ja so... Du hast diesen Stress!

00:09:56: Du hast den innerlichen Stress!

00:09:57: Willst irgendwas sagen?

00:09:59: Er wird schon wieder gut.

00:10:01: Also anders kann ich mir das fast nicht erklären, wo diese Floskeln herkommen.

00:10:04: Wir haben nix Sinnvolles zu sagen aber wollen irgendwas sagen und dann kommen halt genau diese Sachen die ja... Kann man ja sogar drüber streiten ob sie vielleicht nicht manchmal sogar hilfreich sind?

00:10:14: Ich hasse es ja!

00:10:15: Ich hasste es hier wirklich.

00:10:16: Lass sich sogar mit mir streiten, ob das nicht manchmal vielleicht einfach auch reicht so was zu sagen.

00:10:21: Aber ich behaupte trotzdem ist bleibt besser wenn man einfach manchmal einfach die Schnauze hält

00:10:26: Wobei ich das für eine Unterstellung halte dass ich nichts Sinnvolls zu sagen hätte.

00:10:30: also wäre schon sinnvoll

00:10:31: Immer.

00:10:32: In jeder

00:10:33: Situation.

00:10:34: Haben sie

00:10:35: schon eingekauft?

00:10:38: Genau, wenn

00:10:40: ihr aber was ... Es gibt ja auch wirklich sinnvolle Tipps die einfach auch manchmal sind ergeben und die nicht dahergesagt sind dass man die Leute mal dran erinnert was zu trinken oder vielleicht mal etwas zu essen wenn wir da schon zwei Stunden saßen und die nichts getrunken haben.

00:10:53: das sind ja wirklich so Sachen die einfach dann hilfreich und gut sind wenn man die sagt.

00:10:59: Ich bin das kürzlich gefragt worden.

00:11:01: Ist es eine natürliche Stärke von dir auszuhalten und nichts zu sagen?

00:11:06: Kannst du das von Natur aus gut?

00:11:09: Ich glaube schon, ich glaub hat dass ich eher ein ruhigerer Typ Bin Und eher grundsätzlich mal nicht sage wenn man mich was fragt uns den thema gibt zu dem ich etwas zu sagen habe.

00:11:19: also wenn Wenn man mich explizit nach meinem rat fragt in dem moment Dann glaube ich hört's auch nicht mehr auf dann muss man mich bremsen.

00:11:27: aber Grundsätzlich ... bin ich nicht der, der als Allererstes schreit und unbedingt zu dem Thema was beitragen muss.

00:11:35: Das heißt auch so wenn du auf die Ausbildung zurück guckst... ... das war nie ein Thema für dich, dass dir das irgendwie schwer gefallen ist, so einen Raum zu halten mit einfach blanker Präsenz nenn ich es mal?

00:11:44: Ja nee, das war tatsächlich der einfachste Teil für mich.

00:11:49: Ich glaube auch der A-Effekt während der Ausbildung versucht wurde zu vermitteln ... in so Rollenspielen quasi, wo der, wie nennt man es, Trainer, Dozent auch immer.

00:12:02: Einfach versucht hat einen Betroffenen zu spielen und dann die Reaktionen der Teilnehmer da ... ... versucht hat herauszulocken und da war natürlich am Anfang jeder ... ... er hat auf ihn eingeredet.

00:12:16: War der erste Impuls klar?

00:12:17: Und den Impuls hatte ich nie.

00:12:20: Also total abgefahren

00:12:21: hoch!

00:12:22: Ja, also den Impuls habe ich nicht unbedingt.

00:12:25: Also klar, das ist mal stimmungsabhängig und es kommt drauf an.

00:12:27: aber im Falle eines Einsatzes wenn man ja bewusst auch irgendwo hinfährt in einer Rolle dann weiß ich schon dass sich da jetzt nicht hinkommen und hier das Mikrofon in die Hand nehmen und das ganze durchmoderieren sondern ich...

00:12:43: Möchte ein Vorwurf raus?

00:12:45: Geht mal weiter!

00:12:46: Dann bin ich euch jetzt interessiert wie das hier

00:12:48: weitergeht.

00:12:49: Zum Beispiel gar nicht so gut könnte, wie ein Belehrter-Moderator.

00:12:54: Danke!

00:12:54: Mach weiter!

00:12:57: Also ähm...

00:13:00: ich... Okay, klären wir nach, wenn die Mikros aus sind.

00:13:11: Ich hab den Impuls nicht und das ist ein Grund warum mich das gut machen kann.

00:13:17: Ja plus weiß ich einfach auch, ob es eine Gabel ist?

00:13:20: ... immer ruhig bleiben.

00:13:23: Es bringt wenig, was mich da aus der Fassung bringt... Ich bin einfach da ein Ruhepol!

00:13:28: Warum auch immer?

00:13:29: Das unterscheidet uns komplett.

00:13:31: Und das unterscheidelt uns wirklich komplett.

00:13:33: Es ist so witzig dass du diesen Vergleich mit dem Moderator gemacht hast weil ich mich das in den letzten Jahren oft gefragt habe ob es nicht tatsächlich damit zusammenhängt Weil ich schon jemand bin der wahnsinnig diesen Impuls hat Was dazu zu sagen und von Natur aus fällt's mir überhaupt nicht leicht einfach nur da zu sein, da zu sitzen.

00:13:52: Das ist überhaupt nicht meine Stärke!

00:13:54: Ich bin schon jemand der irgendwie glaube ich so ganz vielen Sachen einen völlig beklopptes Halbwissen auch hat.

00:14:00: Irgend ein Thema, das habe ich irgendwann schon mal gehört und dann wird es auch preisgegeben soll, die völlig ungegugelte Fakten auch oft... Und ich hab da schon diesen Impuls eigentlich lieber was sagen zu wollen und ich musste das richtig lernen.

00:14:13: also für mich war das Im Vergleich zu dir, du sagst es war das leichteste.

00:14:16: Für mich war das das mit Abstand schwerste in dieser Ausbildung und auch in den ersten Einsätzen wirklich mich dahinzusetzen und manchmal auch einfach eine Stunde lang oder es gab einen Einsatz da was viele viele Stunden lang nichts zu sagen.

00:14:29: Das ist mir wirklich schwer gefallen.

00:14:32: Ich glaube ich habe eher mit dem umgekehrten Fall zu kämpfen dass ich zu wenig sage.

00:14:37: also vielleicht wäre ja auch mal der richtige Augenblick da jetzt irgendwas wichtiges anzubringen die nicht dann vielleicht ... in Anführungszeichen verschlafen, weil ich einfach nichts sage.

00:14:49: Da muss ich mich ständig reflektieren, müsste man jetzt was sagen.

00:14:52: Sag ich das jetzt, sag' ich's nicht!

00:14:53: Also es ist schon so ein Prozess der permanent in meinem Kopf immer abläuft.

00:14:57: Rede ich jetzt oder redde ich nicht?

00:14:59: Am Ende ist besser nix zu sagen.

00:15:01: ja... Wir hatten´s da auch schon mal davon.

00:15:03: Ich hab die Befürchtung dass ich manchmal meinen Kollegen und meine Kolleginnen dann unrecht tue,... ...weil ich bin nichts dicht dabei hätte oder du mich Du ja dann eher dazu neigst was zu sagen.

00:15:18: Und du dann die ganze Zeit resistest.

00:15:19: statt mir, also deinen Redeanteil ist viel größer als meiner und ich mir nach hinterher überlegt habe, hab' ich ihn jetzt da im Stich gelassen weil ich einfach nichts gesagt hab'.

00:15:28: Es ist wirklich interessant!

00:15:30: Weil wir hatten diesen Fall... Wir waren jetzt ja in ein paar Einsätzen zusammen auch jetzt zuletzt wieder gar nichts mit dem hier zu tun haben und ich teile das überhaupt nicht.

00:15:39: Ich finde wahnsinnig interessant, dass offensichtlich bei uns im Kopf die gleichen Prozesse ablaufen aber aus unterschiedlichen Richtungen so weißt du?

00:15:45: Du sagst müsst dich mehr sagen und ich denke immer müsste ich ein bisschen weniger sagen, gleicher Denkprozess muss sich.

00:15:51: jetzt muss ich nicht.

00:15:52: also gleiche Abwägung oder sage ich jetzt sage ich nicht... Aber aus völlig anderen Richtungen herkommen find' ich Wahnsinnig Interessant!

00:15:58: Und das kann ja an der Stelle einmal kurz sagen irgendeinem Einsatz, das nicht gepasst hätte und dass ich da jetzt im Stich gelassen worden wäre.

00:16:08: Also bin ich überhaupt gar nicht.

00:16:10: Ja

00:16:10: ist ja auch ein schönes Feedback!

00:16:12: Ja total also...

00:16:13: Dann baue ich es noch weiter aus auf jeden Fall?

00:16:14: Genau

00:16:15: dann warte ich jetzt nächstes Mal einfach im Auto vielleicht.

00:16:17: Wartest du das nächste mal einfach im Autor?

00:16:19: Rauchst du eine in der Zwischenzeit und dann...?

00:16:23: Und ich geb dir einfach telefonisch durch oder

00:16:24: was?

00:16:25: Hey hey halt da war doch gehts genauer.

00:16:29: Lass uns mal nochmal in die Einsätze reinspringen.

00:16:31: Vielleicht noch einmal ganz kurz zusammengefasst für alle, die nicht die andere Folge noch hören wollen?

00:16:36: Wir sprechen aber zwei Einsätze.

00:16:38: Beide sind Todesfälle, interessanterweise auch beides Kinder von Familien gewesen also erwachsene Kinder und den beiden Fällen interessante Familienkonstellationen, die im ersten Einsatz dem wir erzählt haben überhaupt nicht zueinander gefunden haben wirklich auch während des gesamten Einsatzes irgendwie keine gemeinsame Basis hatten im zweiten Einsatzzimmer dastehen geblieben.

00:17:00: Eigentlich ganz ähnliche Situationen, eine Ehepaar ist bis dahin da gewesen auch beide auf völlig unterschiedlichen Ebenen.

00:17:07: der Vater des Verstorbenen als sehr viel ans Unternehmen gedacht an dem Betrieb und daran dass er den jetzt nicht weiterführen kann weil der Sohn den hätte übernehmen sollen.

00:17:16: auch viel mit Wut auf den Sohn.

00:17:18: also so dieses Thema Der könnte noch leben, das Müll hätte nicht passieren müssen so.

00:17:23: Und die Mutter einfach mit sehr vielen Fragen ist es wirklich?

00:17:26: Wie kann's passieren?

00:17:27: können wir an diese Unfallstelle hin und dann kam irgendwann die Schwester des Verstorbenen also die Tochter noch dazu.

00:17:34: Die eine der Töchter kam da noch dazu und vielleicht steigen wir an der Stelle einfach wieder ein.

00:17:46: nur wenige Minuten nachdem die Todesnachricht überbracht ist nimmt die Mutter ihr Telefon und ruft ihre Tochter an.

00:17:52: Die Tochter isst bei der Arbeit.

00:17:55: Noch ist sie in einem ganz anderen Alltag, umgeben von Menschen und Aufgaben die wenige Sekunden später keine Bedeutung mehr haben.

00:18:04: Am Telefon bekommt sie mit das etwas passiert ist.

00:18:08: Eine solche Nachricht lässt sich in einem spontanen Anruf kaum auffangen – sofort entstehen Fragen.

00:18:14: Gleichzeitig fehlen die Nähe, die Ruhe und vielleicht auch die richtigen Worte.

00:18:19: Etwa eine halbe Stunde später kommt die Tochter zum Elternhaus.

00:18:23: Sie betritt einen Raum, in dem alle anderen schon länger mit der Nachricht leben als sie.

00:18:28: Sie tritt Frosch auf – fast aggressiv!

00:18:31: Sie will antworten.

00:18:32: Wie ist das passiert?

00:18:33: Wo ist ihr Bruder jetzt?

00:18:34: Wie geht es weiter und warum kann ihr niemand genaueres

00:18:38: sagen?".

00:18:39: Viele dieser Fragen können die Helfer noch nicht beantworten.

00:18:42: Die Polizei ermittelt.

00:18:44: Manche Informationen sind unklar, andere dürfen zu diesem Zeitpunkt nicht weitergegeben werden.

00:18:49: Die Tochter reagiert genervt.

00:18:52: Ihre Schärfe trifft auch das Kriseninterventionsteam.

00:18:56: Und immer, wenn die Angehörigen unmittelbar aufeinandertreffen, entsteht eine neue Reibung.

00:19:01: Einer spricht über die Firma, einer will wissen was passiert ist und eine andere verlangt Antworten, die noch niemand geben kann.

00:19:08: Dann fällt ein Satz wie «Darum geht es doch jetzt gar nicht, Mama!».

00:19:13: Jeder versucht diese Nachricht auf seine Weise zu begreifen – und gleichzeitig signalisiert jeder dem anderen deine Art damit umzugehen ist gerade falsch.

00:19:32: Erinnerst du dich noch, als die Tochter dazukam?

00:19:36: Ich hatte ja mein erster Kontaktpunkt war ja ein bisschen vorher weil ich die hören konnte am Telefon schon.

00:19:40: Also ich habe schon so einen ersten minimalen Eindruck bekommen aber erzähl gerne mal wie du das erinnerst, als sie dazukaam.

00:19:47: also ich weiß nicht mehr ob du da auch dabei warst oder ob ich alleine war aber ich weiß dass ich in zwei drei Schritte zurück gemacht hab um der Tochter Raum zu geben die da in diesem Hof lief auf die Eltern zu Und sie war schon sehr traurig, den Trennen nahe oder hat auch geweint.

00:20:05: Er ist schon beim Hinlaufen und dann war der in diesem Umarmungsprozess mit den Eltern Kontakt aufzunehmen oder mit der Mutter zumindest direkt... Echt?

00:20:21: Schon die erste aggressiv von mir, von meiner Seite aus empfunden, eine aggressive Frage.

00:20:27: Wo ist er?

00:20:30: Kann man da hin?

00:20:31: Ganz genau!

00:20:32: Das aber halt in einem Tonfall ... der nicht freundlich war, sagen wir es mal so.

00:20:37: Und da dachte ich Ups!

00:20:38: Ja...

00:20:39: Also die hab' ich genauso auch in Erinnerung.

00:20:43: und dann direkt also vielleicht nochmal an der Stelle.

00:20:46: das ist unsere Interpretation, dass ist unsere Wahrnehmung dieser Situationen und wir bewerten sie überhaupt nicht.

00:20:52: Das ist auch wie, also wir können das gut aushalten, dass das Teil dieses Jobs sowas auch auszuhalten.

00:20:57: aber das ist unserer Wahrnehnung so und ich teile die zu hundert Prozent.

00:21:01: Und die zweite Frage war ja dann relativ schnell, und wer seid ihr eigentlich?

00:21:05: In einem relativ ähnlichen Ton, wo ich auch dachte... Okay!

00:21:11: Interessant ist es eine andere Dynamik, die das jetzt hier annimmt plötzlich.

00:21:15: Das hat mich dann so überrascht, dass sich die Dynamik nicht erinnert, aber das Signal dafür ändert sich die Stimmung.

00:21:23: Jetzt muss man wieder anders auf die Leute eingehen, die man gerade Kontakt aufgenommen hat Zu dem man gerade den Zugang vielleicht auch gefunden hatte, das ändert sich jetzt wieder komplett.

00:21:33: Ist wir auf Null gesetzt?

00:21:34: Jetzt geht es von vorne los... Ja!

00:21:38: Das war's wirklich weil dir ist es ja sogar bis dahin gelungen manchmal Kontakt zu diesem Vater aufzunehmen und du hast ja in einigen wenigen Momenten mit dem reden können dich mal kurz mit dem hinsetzen können d.h.

00:21:51: du hattest diese Verbindung war irgendwie da.

00:21:56: Ich glaube die Mutter mit der hatte ich immer wieder Kontakt, die war jetzt auch von der Betreuung her gut zu machen.

00:22:04: Die war auch dankbar dass wir da waren.

00:22:07: aber so die zwei zusammenzuführen hat schon mal irgendwie überhaupt nicht funktioniert.

00:22:12: und ich finde das was du jetzt gerade gesagt hast wirklich interessant weil mit der Tochter kam vor allem deshalb eine neue Dynamik noch mal rein, weil die alle aus meiner Sicht keine gemeinsame Basis hatten.

00:22:25: Die Mutter war tief traurig also auch wirklich nach außen gezeigte Trauer und ein Unverständnis.

00:22:31: Die anderen waren hundertprozentig auch trauriger garantiert aber beim Vater hat sich es gezeigt in blindem Aktionismus wirklich im blinden Aktionismus Und bei der Tochter in Aggression in richtig Wut.

00:22:46: und jetzt nicht nur so eine innerliche Wut, sondern wiech ne Wut die nach außen gekehrt ist.

00:22:49: Und die sich auf uns projiziert hat an der Stelle auch.

00:22:53: Weil diese ganzen Fragen kam ja immer wieder von ihr.

00:22:55: Warum können wir da nicht hin?

00:22:58: Sie verbieten uns das jetzt dahin zu fahren.

00:23:00: Ja nee, das tun wir nicht ehrlicherweise.

00:23:04: Ich glaub du warst es sogar irgendwann Marc, der gesagt hat dann fahrt halt hin.

00:23:10: Also ich hab gesagt, dann glaube ich kann's am Ende... Wir verbieten das ja nicht, wir können es auch nicht verbieten.

00:23:15: Wir würden uns nur empfehlen, dass nichts zu tun, wenn man da nichts sieht weil's weiträumig abgesperrt ist.

00:23:22: Auch das war dann eine Glaubensfrage.

00:23:25: Das haben sie erst mal nicht geglaubt.

00:23:28: Sie haben mir alles in Frage gestellt sowieso was wir gesagt haben.

00:23:31: Es war dann nochmal die neue Glaubenfrage Ist das wirklich so?

00:23:35: Ist das abgesperrt und warum kann man da nicht hin

00:23:39: etc.?

00:23:42: Ja, irgendwann habe ich aufgegeben.

00:23:47: Aber ich hab gewartet mit dem Aufgeben bis sich das Gefühl hatte da ist auch nichts mehr am Unfallort.

00:23:53: oder es ist jetzt so viel Zeit vergangen dass da schon ein bisschen Ordnung gemacht wurde.

00:24:00: also nicht dass man den Einsatzkräften in den Füßen rumläuft und so weiter.

00:24:05: aber am Anfang habe ich einfach versucht zu vermeiden Weil es ja auch der Wunsch der Polizei war.

00:24:10: Ja, da hatten die ganz klar gesagt, das war ja auch das Thema ... Die beiden Polizisten haben ja schon gesagt, dass das keine Option ist dahin zu fahren.

00:24:19: Vielleicht hat man... Es ist ja nicht unsere Aufgabe, das auszureden oder das zu verbieten und was auch immer.

00:24:25: Das würden wir niemals machen.

00:24:27: Ich glaube, wir haben es beim letzten Folge auch schon kurz angerissen.

00:24:29: Vielleicht hätte man sie auch einfach fahren lassen, sondern vielleicht wäre das manchmal wirklich besser.

00:24:33: um dieses Begreifen noch mal zu machen.

00:24:35: Ich glaube, in der Situation hätten wir das Problem einfach an die Einsatzstelle raus aus einem geschützten Rahmen verlagert.

00:24:41: In diesem Haus waren wir einfach im sehr geschütztem, sehr privaten Rahmen.

00:24:46: Wenn man herausgefahren wäre es halt in aller Öffentlichkeit plötzlich hätte das stattgefunden und die wären auch nicht weiter gewesen.

00:24:52: dadurch leider.

00:24:54: Es werden so vielen Punkten kontraproduktiv gewesen für die Einsatzkräfte, für die anderen, die sich dann alle gefragt hätten was machen?

00:25:00: Die denn da warum führen?

00:25:02: eigentlich klar war, als wir uns gemeinschaftlich dort getroffen haben mit den Einsatzkräften.

00:25:10: Dass es genau das zu vermeiden gilt die Verwandtschaft hierherzubringen.

00:25:13: Plus dass sie ja auch in diesem freien Feld nenne ich jetzt mal auch den Touristen und den anderen Dorfbewohnern immer über den Weg gelaufen werden und in ihrer Trauer und das wollten die bestimmt auch nicht.

00:25:30: also es wäre einfach falsch gewesen guter Rat zu sagen, wir empfehlen euch das nicht zu tun.

00:25:39: Auch wenn es sich für die natürlich super falsch angefühlt

00:25:42: hat.".

00:25:43: Ja ja!

00:25:44: Ich glaube das war ein ganz wesentlicher Treiber warum diese Tochter sich auch nicht beruhigt hat und warum sie uns wirklich richtig feindselig gegenüber war.

00:25:54: weil ihre Wahrnehmung war natürlich... Die beiden Heinis vom Roten Kreuz verbieten mir das jetzt und wenn die mir das verbieten dann mache ich das erst recht so also Oder dann hinterfrag ich das nochmal mehr.

00:26:06: Und dieses Hinterfragen, das kann ich sogar alles verstehen!

00:26:12: Das finde ich total nachvollziehbar dass man sagt ja wo ist er?

00:26:15: Warum können wir da nicht hin?

00:26:16: Ich habe mich irgendwann mal gefragt oder der fragt mich das auch jetzt gerade wenn wir so drüber sprechen ob wir vielleicht einfach die Strategie hätten irgendwo mal wechseln sollen um die nicht immer in dieser Rolle zu lassen also quasi denen nicht immer wieder neues Futter zu geben uns zu hinterfragen sondern ob man das Spiel einfach um drehen hätte sollen und einfach mal sagen okay packen sie ihre sachen wir fahren dahin um zu gucken ob das also als paradoxe intervention nicht funktioniert dass die sich dann selber mal fragen ja was wollen wir da eigentlich.

00:26:45: Was meinst du hättest geklappt?

00:26:46: ich glaube auch

00:26:47: nicht glaubt über den gefahren.

00:26:49: Ich glaube die werden tatsächlich eingestiegen mitgefahren ja

00:26:52: wahrscheinlich schon,

00:26:53: also auch das wie wären wieder hingekommen werden in ihren eigenen auto in der trauer mit dem mit der wut etc.

00:27:00: etc.

00:27:02: Nein, also dieses einfach mal rauszutriggern und zu sagen ja komm wir gehen jetzt da gemeinsam hin.

00:27:06: Ich glaube das hätte in dem Fall nicht geholfen.

00:27:11: Hast du diese Tochter so als Angriff auf dich auch bezogen?

00:27:16: Das Verhalten von ihr?

00:27:19: Nein...

00:27:21: nein!

00:27:22: Also ich verstehe mich grundsätzlich als Fremdkörper in so einer Situation.

00:27:25: Das bin ich einfach.

00:27:26: oder sind die hier einfach?

00:27:28: Und genau als das hat sie uns auch gesehen.

00:27:30: Das waren wir da einfach So und deswegen, also ich persönlich auf mich persönlich bezogen nicht.

00:27:37: Deswegen habe ich da auch nicht persönlich reagiert oder irgendwie das persönlich genommen dagegen argumentiert.

00:27:47: Nee gar nicht.

00:27:48: Ich war...ich erinnere mich dass ich da relativ ruhig glaube ich geblieben bin und in gleichem Ton möglichst die Antworten nochmal.

00:27:57: und denn sie hat mich sehr häufig unterbrochen Wahrscheinlich weil es ja nicht so schnell genug ging und ich eher zu langsam war, wie auch immer.

00:28:05: Hab dann den Satz noch mal von vorne angefangen oder hab ihn einfach doch zu Ende geredet?

00:28:09: Weil ich das Gefühl hatte die Mutter interessiert sich dafür was ich zu sagen habe.

00:28:13: Ja das war total so!

00:28:14: Also in der Konstellation war es so dass die Tochter direkt bei der Mutter war Der Vater, so blöd es klingt.

00:28:23: Aber ist ja eh wie ein Aufgeschäuchter, das ruht durch diesen Innenhof von A nach B und C zurück und war wieder plötzlich weg und wieder da.

00:28:30: Das heißt Mutter-Tochter waren da und ab dem Moment ist die Mutter unter den Räder gekommen mit ihren Fragen usw.

00:28:37: Da sind Sätze gefallen wie, ah, das ist doch jetzt egal!

00:28:42: Was mir schwer fällt auszuhalten weil ich dachte, dass ist aber eine total berechtigte Frage.

00:28:45: jetzt also dann lass uns doch da kurz drüber sprechen und das stimmt Du hast nicht mehr ausreden können.

00:28:53: Es ist eigentlich alles überfahren worden, was so gesagt worden ist und das ist schwierig finde ich da dann... also ich bewundere es auch ein bisschen dass du da zurück glaubst weil ich tue mich auch da schwerer.

00:29:05: jetzt ähnlich weil ich dann denke und interessanterweise hatte Der Polizist ist ja die gleiche Mühe, der konnte auch nicht fertig reden als wenn nur noch am Anfang da mit den beiden Eltern waren.

00:29:17: Er hatte ja ... Der kam ja auch nicht durch weil er permanent unterbrochen worden ist.

00:29:21: also Gleiches dann wieder und mir fällt es schwer Weil ich dann manchmal denke Mensch jetzt halt einfach dein Maul Ich erklär's dir Ja Jetzt sei einfach ruhig!

00:29:30: Ich bin gerade dabei das zu erklären Wenn du mir kurz zuhören würdest Dann wüsstest du's.

00:29:35: So Kann ich natürlich auch gut unterdrücken.

00:29:37: aber ich merke dass schon Dass mir das schwerer fällt Manchmal dann schon so denke, mein Gott hör jetzt einfach zu.

00:29:47: Klar Perspektive gewechselt das ist schwer.

00:29:50: wenn man auf der anderen Seite sitzt glaube ich aber auch so diese Wut.

00:29:55: Ich nehm es schon im ersten Moment persönlich und muss dann wirklich einmal für mich durchatmen

00:30:00: Flo,

00:30:00: das hat dir gerade gar nichts mit dir zu tun.

00:30:02: Das ist dieser Situation geschuldet und dann ist mir das auch klar!

00:30:05: Das ist mir dann total klar.

00:30:07: aber ich finde es nicht so einfach.

00:30:08: Also insbesondere dieses wütende Verhalten dass sich gegen uns richtet auszuhalten, finde ich nicht so leicht.

00:30:15: Ja also...

00:30:16: Ich

00:30:18: habe jetzt noch niemanden gefunden der mich da getrickert hätte.

00:30:21: Es gibt sicherlich den Moment.

00:30:23: Den Tag, keine Ahnung, den einen Typen der genau das sagt was mich in dem moment auch irgendwie ... überkochen lässt, ich weiß es nicht.

00:30:34: In dem Moment einfach nicht... Ich weiß nicht ob das der Rolle und den Einsatz geschuldet ist mit dem Szenario,... ... dass das noch mal etwas mehr dämpft und das Bewusstsein auch da ist,... Ja eben wie wir es vorhin gesagt haben, was ich zu sagen habe... ... ist ja nur was ich dazu zu sagen.

00:30:53: Das heißt nicht, dass die's hören wollen und wenn sie mich dabei unterbrechen!

00:30:57: ... dann ist es so.

00:31:00: Es macht ja auch nichts wieder gut, was ich dazu sagen hätte.

00:31:03: Nee,

00:31:03: das ist völlig wichtig!

00:31:04: Ich

00:31:07: kann's dann versuchen nochmal zu wiederholen und man muss sich ja auch bewusst machen... Die Menschen sind ja hoch emotionalisiert in dem Moment, fragen nach einer Sachinformation und ich komme dann auf eine emotionale Frage mit einer Sach-Information die gar keinen Zugang findet oder selten So, und das da prallen dann zwei Welten aufeinander.

00:31:27: Dass die das nicht hören was ich gesagt habe und sich darauf fünf Minuten später nicht mehr daran erinnern und das gleiche nochmal fragen ist ja völlig klar.

00:31:33: Ja, wird es auch alles unterschreiben?

00:31:35: Und ich behaupte auch dass ich das schon gut hinbekomme.

00:31:38: aber ich finde es tatsächlich auch immer wieder bei mir interessant in solchen Einsätzen zu beobachten, dass ich mich da schon einfach wieder dran erinnernen muss usw.

00:31:46: Ich würde jetzt behaupten wenn mein Vater oder meinen Bruder mehr nicht zuhören würden, dann würde ich die anders rundlaufen lassen.

00:31:53: Weißt du so?

00:31:53: Also das ist im privaten Umfeld fehlt mir glaube ich diese Differenzierung ganz schon oder ich muss sie zumindest nicht machen weil ich da natürlich... Da fällt es mir zumindest schwerer denn den Grund zu sehen warum die jetzt gerade gedanklich in einer anderen Welt sind.

00:32:04: Das ist im Einsatz völlig klar.

00:32:07: und trotzdem ist es ja irgendwie auch eine menschliche Reaktion dass wir eben auch auf die Leute reagieren.

00:32:12: und ich bin mir auch sicher irgendwann kommt einer der bringt dich auf die Palme.

00:32:16: Gab's man hier auch schon zickfach dass ihr gedacht habt okay Ich beiß mir jetzt hier einfach auf die Zunge und dann haben wir weiterhin eine Zeit, die über beide aushalten können.

00:32:25: Weil wenn ich dazu etwas sagen müsste, dann gehen wir hier aneinander hoch.

00:32:29: Das passiert ja einfach.

00:32:31: Aber was du sagst ist auch hundert Prozent richtig das ist eine Ausnahmesituation.

00:32:36: Und ich bin mir sicher egal welchen dieser beiden Einsätze wir nehmen Wenn wir da heute hinfahren werden wir erstens nicht mehr erkannt Wir stehen davor der Türen die sagen wer sind sie?

00:32:46: Und dann vielleicht wenn man den Kontext geben würde Und die erinnern sich nicht mehr an den Umgang, den wir da miteinander hatten.

00:32:52: Da bin ich mir hundertprozentig sicher.

00:32:54: Also keiner könnte mehr sagen wie diese Gespräche waren und wie die Stimmung war.

00:32:59: Das wissen die alles nicht mehr.

00:33:01: Hat das du das Gefühl dass in diesem Einsatz, jetzt im zweiten Einsatz in diesem Innenhof eine Familie betreut haben?

00:33:14: Ja... Alles in allem ja!

00:33:16: Es war eine Gemeinschaft auf jeden Fall auch inklusive der Mitarbeiter Alle die da waren, es war eine Gemeinschaft.

00:33:24: Vielleicht Schicksalsgemeinschaft in dem Moment sowieso.

00:33:30: Die drei Vater-Muttertochter, die waren auf jeden Fall Familie weil die Emotionen, die sie für sich hatten ob die jetzt gut oder schlecht waren oder ob man sie gut oder schlecht bewerten könnte.

00:33:44: Die waren so intensiv und das muss Familie gewesen sein.

00:33:48: also dieser Diese Wut auch aufeinander.

00:33:52: Das war mehr als nur Freundschaft oder Bekanntschaft, das war Familie einfach.

00:34:01: Mega spannender Aspekt!

00:34:02: Ich bin ganz anders an die Frage rangegangen aber lass uns da... wirklich nur mal kurz bleiben, weil ich gebe dir recht dieser Umgang untereinander.

00:34:11: Der hat ja ganz viel offenbart was in dieser Familie läuft und ich hatte nämlich gar nicht den Eindruck dass wir dann eine Familie betreut haben sondern für mich war das der Eindruck wir betreuen hier drei Einzelpersonen.

00:34:22: Weil mein Bild aber auch Geh mich zu.

00:34:25: Vorgeframed war, die können sich gegenseitig irgendwie stützen und das war gar nicht der Fall wenn man sich das vorstellt wie ein Dreieck.

00:34:32: du hast drei Punkte und jeder dieser Punkte steht für eine dieser Personen ist zwischen dem also Dreieck wird dir dann jetzt gekommen, die geometrische Erklärung.

00:34:41: Pass auf!

00:34:41: Ich erkläre einmal wie das Dreiecke funktioniert.

00:34:44: Drei Punkte und zwischen diesen Punkten jeweils Linien bilden das Ganze.

00:34:48: Und da hättest du an jeder dieser Linien einen Blitz zeichnen können weil immer in... Die haben alle aufeinander geschossen in verschiedenen Situationen.

00:34:56: Vater, jetzt mach dies.

00:34:57: Ja Du verstehst es eh nicht.

00:34:58: Du gehst dazu deiner Arbeit.

00:35:01: Mutter, das spielt doch keine Rolle.

00:35:02: Immer, immer wieder.

00:35:03: Deswegen ist für mich total Gefühle entstanden, wir betreuen hier eigentlich drei Einzelpersonen.

00:35:07: Die haben zumindest jetzt in dieser Akutsituation nichts was die verbindet gerade aber deine Perspektive ist ja eine ganz andere auf die gleiche Situation.

00:35:18: die sind einfach so offen so ehrlich wie sie halt miteinander sind.

00:35:23: die zeigen in dieser hoch verletzlichen Situation Dass sie sich auch nicht grün sind untereinander immer, dass es eine normale Familie ist.

00:35:32: Wo's mal Stress gibt und wo's halt in so einer Situation auch Stress gibt.

00:35:35: Und unterschiedliche Blickpunkte aufs Thema gibt auch.

00:35:39: Also die waren schon... Wie soll ich das beschreiben?

00:35:45: Sie haben sich angeschrien während sie sich umarmt haben.

00:35:48: So vielleicht.

00:35:50: Es gab nicht viele Momente, wo sie sich am Abend haben.

00:35:53: Die Mutter und die Tochter haben sich eher mal umarmter.

00:35:56: Vater war ja sehr distanziert.

00:35:58: Mutter und Tochter saßen mal nebeneinander, haben die Hand gehalten oder haben sich auch mal umarmt.

00:36:04: Aber während dieser Umarmung kam dann auch noch einmal diese Emotionen, diese Wut hoch der Tochter auf wen auch immer also auf das was die Mutter gerade gesagt hat weil sie das für belanglos gehalten hat oder der Vater der irgendwas von hinten vorgerufen hat und sie ihm dann ... Das war doch schon bei dir immer so oder irgendwie sowas.

00:36:22: Also... Die haben sich halt während Sie sich umarm't haben waren sie sauer aufeinander.

00:36:31: Und vielleicht ist das doch auch die natürlichste Form von Ehrlichkeit, weil natürlich liegt es vielleicht am ehesten in so einer Situation offen?

00:36:40: Vielleicht ist das am eheste die Möglichkeit wo man so Sachen ansprechen kann, wo man auch mal sagen kann ja das war doch bei dir schon immer so du hast doch schon immer reagiert und so weiter Weil das im Alltag vielleicht auch an ganz vielen Stellen untergeht, weil man es runter schluckt.

00:36:55: Weil man sagt ja so echer Halt.

00:36:59: Lassen wir's jetzt und vielleicht geht es in der Situation nicht mehr, weil die Nerven eben blank liegen.

00:37:04: Und das stimmt.

00:37:05: Das macht natürlich irgendwie eine Familie aus.

00:37:07: Es macht sicherlich nicht diese heile Weltfamilie aus, die man sich vorstellt, die du gerade vorher noch angesprochen hast wie man sich das wünscht aber es macht Familienleben aus und kennt ja auch jeder, wie er uns hier zuhört hundertprozentig also.

00:37:20: Ich glaube, das ist ganz naiv natürlich.

00:37:24: Dass da ganz viel unverarbeitetes noch im Hintergrund war die Freunde, Schreckstriche Nachbarn wie auch immer, die dann auch noch dabei waren.

00:37:37: Die haben mich mal zur Seite genommen und haben mir dann erzählt dass es mit dem Sohn der dafür Unfall nicht so einfach war und er auch verschiedene Probleme hatte und auch gesundheitliche Themen oder psychisch bedingte Probleme, also er hatte Probleme in irgendeiner Art und Weise.

00:37:56: Uns die Familie nicht einfach hatte auch untereinander nicht und natürlich dass da auch was den Betrieb angeht viele viele Probleme unter der Unter der Oberfläche irgendwo vergraben sind Und das glaube ich schon, dass die ganz viel nicht verarbeitet haben.

00:38:11: Weil einfach der Betrieb herlaufen

00:38:12: muss.

00:38:12: Weil die Zeit auch nicht da ist?

00:38:14: Die Zeit ist nicht da sich mal gegenseitig die Meinung zu sagen es irrelevant.

00:38:18: Es muss irgendwie weitergehen und deswegen haben sie ganz viel runtergeschluckt was sie im Alltag auch immer unterdrücken können.

00:38:25: aber wenn dann so ein Moment ist der alles aufreißt Dann kocht alles kommt alles raus was was irgendwie mal vergraben wurde

00:38:32: und ist auch irgendwie ja gut.

00:38:34: Es fühlt sich natürlich für jemanden wie uns komisch an, da kann man ja auch sagen.

00:38:38: Das ist natürlich komisch!

00:38:40: Also bestenfalls kommen wir schon ins Szenarien wo die Leute sich gegenseitig unterstützen weil das uns dann sehr schnell überflüssig macht.

00:38:47: Das war hier jetzt halt nicht so.

00:38:48: aber genau also vielleicht ist es ja auch einfach wirklich gut dass das hochkommt und dass man... Dass das so passiert, diese Freunde die du angesprochen hast, die haben eigentlich nichts anderes gemacht als wir.

00:38:59: Die haben sich auch sehr zurückgehalten, haben immer mal wieder einen vorsichtigen Versuch gewagt.

00:39:04: Auch die sind angeblasht worden, auch die sind überfahren worden sag ich jetzt mal so...

00:39:10: Die waren abschnittsweise nur da, die standen auch in der Ecke und haben das beobachtet, haben zugeschaut.

00:39:15: Ja.

00:39:15: Die haben ganz vieles ganz richtig gemacht

00:39:17: einfach nur... Die haben sie nicht alleine gelassen!

00:39:21: Jetzt gab es in diesem Einsatz eine Wendung.

00:39:24: auf die möchte ich mit dir auch gerne nochmal schauen weil auch daran sich noch einmal ganz viel zeigt aus meiner Sicht, wie der Umgang untereinander ist und so.

00:39:36: Und dann teilen wir uns jetzt sehr auf.

00:39:38: also in diesem Einsatz kamen die Situation das wir überlegen mussten wer geht jetzt zur immer noch lebenden Großmutter?

00:39:47: Die weit über neunzig war und wer sagt's der?

00:39:50: und Dann bin ich mit einem anderen.

00:39:54: Mit dem Bruder des Vaters bin Ich dahin gefahren und seiner Frau.

00:39:57: die haben mich mitgenommen eingepackt ins Auto und Wir sind Dahin.

00:40:13: Der Vater verlässt immer wieder den Raum.

00:40:16: Mal steht er im Flur, mal draußen – dann kehrt er zurück und beginnt einen neuen Gedanken!

00:40:21: Er läuft weg fängt etwas anderes an und spricht wieder über den Betrieb, den Unfall und darüber was sein Sohn nicht hätte tun müssen….

00:40:29: Für die Helfer ist er kaum erreichbar.

00:40:32: Jeder Versuch eines Gesprächs bricht ab sobald er sich in Bewegung setzt.

00:40:37: Die Mutter ist etwas zugänglicher Aber auch sie ist zwischen den eigenen Fragen, den Reaktionen ihres Mannes und der Ankunft ihrer Tochter gefangen.

00:40:46: Zwischendurch verlässt einer der beiden Helfer das Haus.

00:40:49: Gemeinsam mit einem weiteren Angehörigen fährt er zur hochbetagten Großmutter des Verstorbenen – Sie kann aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst zum Haus der Familie kommen!

00:40:59: Auch sie muss erfahren dass ihr Enkel tot ist.

00:41:02: Währenddessen bleibt Marc bei den anderen Angehürigen.

00:41:06: Das Team arbeitet für eine Weile an zwei verschiedenen Orten.

00:41:10: Als beide Helfer später wieder zusammenkommen, hat sich die grundlegende Dynamik nicht verändert.

00:41:16: Sobald mehrere Familien mit Glieder aufeinandertreffen entsteht Ärger!

00:41:21: Nicht unbedingt weil jemand bewusst einen Streit beginnen möchte sondern weil keiner die Reaktion des anderen aushält.

00:41:44: Hab ihr alles nicht mitbekommen?

00:41:45: Weiß ich bis heute nicht.

00:41:48: Hör' ich jetzt auch gerade zum ersten Mal.

00:41:50: Ich bin gespannt, was hast du gemacht?

00:41:55: Die Tochter fühlt sich total freundlich ähnlich als die Idiota!

00:42:01: Das ging eigentlich genauso weiter.

00:42:02: Also ich hab die Herausforderungen gerne angenommen und natürlich war das schon... Ja, die Situation hat sich ja nicht verändern.

00:42:08: Das waren einfach Leute, die untereinander wütend aggressiv waren und sich angeschrien haben, nicht gut zu kontrollieren waren.

00:42:14: Die Mitarbeiter, die da irgendwie im Hof rumgestapft sind und ich wussten ob sie Fischer oder Flash sind ... Was sollen Sie eigentlich jetzt machen?

00:42:22: Es war völlig krass!

00:42:23: Und ich hab gedacht okay... Aber das ist ja meine Rolle, mein Job.

00:42:27: Dafür bin ich ausgebildet, dafür bin ich da und wir hatten es ja vorher abgesprochen.

00:42:30: Ich hatte gehofft dass du dem zustimmst, dass ich da bleibe dass du gehst, damit ich dir Herausforderungen annehmen kann.

00:42:37: Da ... das wollte ich gerne und da hat sich ja in der Zeit auch nicht wirklich viel dran verändert nur, dass ich halt ja nicht gleichzeitig mit drei Leuten reden kann.

00:42:47: Ich muss mich dann auf jeden Fall konzentrieren Und ich hab mir dann halt eben versucht die Mutter rauszusuchen weil sie die zugänglichste war.

00:42:55: Es war für mich halt der einfachste Weg.

00:42:57: Sie wollte hören was ich zu sagen habe also hab' ich mit ihr gesprochen Die Freundin Nachbarin, die war dann auch noch dabei.

00:43:06: Da haben wir so zu dritt versucht irgendwie ein Gespräch aufzubauen, was auch immer wieder unterbrochen worden ist durch Zwischenrufe vom Vater oder von irgendjemandem.

00:43:16: Aber ich habe mich einfach dann... Ich hab meine Ressourcen konzentriert da wo ich am effektivsten sein konnte.

00:43:23: Das war das einfache

00:43:24: Ja.

00:43:25: Also

00:43:25: ich hätte ja auch dem Vater hinterher laufen können wäre ich halt nicht mehr im Hof gewesen und wäre ich irgendwo gewesen Die Tochter hat nicht den Eindruck gemacht dass sie meine Das Gespräch mit mir möchte, hätte ich hier auch nicht helfen können.

00:43:37: Ja klar

00:43:38: nur muss die Ressource e-bündeln.

00:43:40: in dem Moment wenn wir also ist jetzt auch nicht so ganz alltäglich dass wir uns aufteilen so passiert es auch nicht regelmäßig und wir haben da ja auch drüber gesprochen ergibt das hier Sinn?

00:43:49: gerade mein erster Gedanke war natürlich hat das blödeste was wir jetzt machen können ist dass wird zu dieser oma hinfahren statt die herkommen zu lassen.

00:43:57: also hier sind alle dann möge die doch bitte hierher kommen.

00:44:01: Ging dann nicht, weil die nicht gut zu Fuß ist.

00:44:03: Das ging einfach nicht und ich habe im Nachhinein auch verstanden warum das nicht ging.

00:44:08: so passt.

00:44:09: Also es ist jetzt nicht alltäglich dass wir uns aufteilen aber gibt's halt.

00:44:14: einfach hast du dich überfahren gefühlt?

00:44:16: Dann irgendwie so oder ist es dir an irgendeiner stelle schwer gefallen?

00:44:19: Weil wir haben beim letzten mal auch gesagt Du machst das jetzt noch nicht ultra-ultralang Und plötzlich stehst du da alleine mit sieben acht neun Leuten und der andere ist weg.

00:44:26: Tür fällt von außen ins schloss tschau.

00:44:31: Also natürlich im ersten Moment war klar, wir werden uns aufteilen müssen.

00:44:35: Dann war klar damit fällt ja das Netz unter doppelte Boden also du fällt weg.

00:44:42: Ich habe dann niemanden zweit mehr den ich dem nicht tief in die Augen gucken kann und wir miteinander komponieren können was machen wir denn jetzt?

00:44:47: sondern ich muss es alleine machen.

00:44:51: Das war erstmal geschluckt innerlich und dann klar dafür bin ich da.

00:44:56: Also ich bin ausgebildet ich bin jetzt auch keine achtzehn mehr der ... hab auch eine gewisse Lebenserfahrung, das wird schon irgendwie gehen.

00:45:06: So und dann habe ich mich da reingestürzt also da... Das wird ja nicht das letzte Mal gewesen sein.

00:45:14: Also ich war auch dankbar, es ging ja schon eine Weile, wir waren ja schon ne Weile dort als danklar war Wir trennen uns auf und daher kannte ich ja das Setting die Leute schon.

00:45:26: Ich wusste ja worauf ich mich einlasse.

00:45:28: Es wird irgendwann mal passieren dass wir irgendwo hinkommen und wir uns gleich aufteilen und ich ganz alleine irgendwo anfangen muss.

00:45:35: Und von daher war das der bessere Einstieg, meine Leine was zu machen.

00:45:39: Ich bin weggefahren und den Teil der Geschichte kennst du ja wiederum nur aus meiner ganz groben Erzählung.

00:45:44: Das war dann wirklich ganz interessant weil es stellt sich sofort die Frage überbringt denn jetzt gleich die Nachricht?

00:45:50: Da war als wir da im Auto angefahren sind relativ klar dass ich das mache.

00:45:55: So, das waren die Vorstellungen des Bruders habe ich mich dabei auch sehr klar hingestellt und gesagt, das wird so nicht passieren.

00:46:02: Also ich komme da gerne mit aber ich werde es auf gar keinen Fall überbringen.

00:46:06: Das ist also hab den dann auch versucht zu erklären die sollen sich mal bitte in diese Lage versetzen.

00:46:10: Da kommt jetzt ein wildfremder Typ rein in Alltagskleidung und sagt übrigens ihr Enkel ist tot.

00:46:17: Dann habe ich gesagt dass wir mal so nicht machen.

00:46:19: Ich komm da gerne Ihr eigener Sohn soll das bitte machen, also auch nicht dass an seine Frau delegieren sondern er soll es bitte machen.

00:46:29: Hab den dann auch noch mal ganz klar Ratschläge gegeben wie sie das machen können was man so sagt und die Bitte jetzt nicht anfangen sollen irgendwas zu beschönigen.

00:46:37: Sondern dass wir wirklich da reingehen und sehr klar sagen was passiert ist.

00:46:42: Frau Sohnsoh oder ne?

00:46:45: die die duzen sich ja.

00:46:47: Die hat sich Frau Sohnsong gesagt Mama ich muss dir etwas Schlimmes sagen Der

00:46:54: ist

00:46:55: wirklich verunglückt, gab einen Unfall.

00:46:58: Hat das dann auch wirklich gut gemacht so?

00:47:01: Und sie hat entsprechend reagiert total traurig, hat angefangen zu weinen konnte es gar nicht glauben.

00:47:05: also es richtig geschockt gewesen natürlich.

00:47:07: und dann hatte auch wieder eine ganz interessante Dynamik gegriffen weil der der Sohn und auch darüber hatten wir vorher gesprochen Dass ich gesagt hatte und danach einfach nichts mehr sagen, danach wirklich das aushalten.

00:47:19: Ich weiß es ist schwer aber danach wirklich bis sie einfach erst mal reagieren lassen.

00:47:23: Und er hat sofort gesagt aber Mama du musst jetzt stark sein und Es geht weiter.

00:47:28: also wie die ganze floskel maschinengewehr abgefeuert dass da so zur verfügung stand Und immer weiter geredet gerede gereded.

00:47:37: und die fraue hat das erstaunlich erstaundlich gut aufgenommen für dieses hohe alter und Natürlich ist die geschockt und hat in der Folge ganz klar ihre Bedürfnisse geäußert.

00:47:49: Und hat gesagt, sie hat hier gleich noch einen Physiotherapie-Termin, den möcht ihr absagen?

00:47:55: Und daraufhin hat er so'n dann wiederum gesagt auf gar keinen Fall sagst du den ab das ist wichtig für dich dass brauchst du das tut dir gut usw.

00:48:04: Hat die richtig da reingedrängt!

00:48:07: Das war total krass für mich weil ich keine Chance hatte da irgendwie zwischen reinzukommen.

00:48:12: Und ich hab die Gelegenheit genutzt, als der Sohn kurz raus ist zur Nachbarin um die auch noch zu informieren dass die möglicherweise auch mal nach der Mutter schaut.

00:48:21: Also das Ding ist so groß geworden plötzlich weil sie gesagt hat nein!

00:48:24: Ich um Gottes Willen nicht die NachbarInnen.

00:48:26: wenn die jetzt kommt dann sitzt die ja zwei Stunden.

00:48:28: das kann ich gerade nicht.

00:48:30: Die wollte es nicht und er war schon weg.

00:48:32: Der war schon auf dem Weg rüber und dann habe ich die Gelegensheit genusst Wissen Sie was?

00:48:37: Wenn die jetzt gleich wirklich hier steht, erkläre ich ihr das.

00:48:39: Dann schicke ich sie weg.

00:48:40: So, das mache ich für Sie.

00:48:42: und was den Physiotherapie-Termin angeht, das entscheidend bitte Sie also wirklich gucken Sie ob sich das für sich anfühlt.

00:48:49: Und der Sohn hat aus bestem Willen heraus diese Mutter komplett überrollt.

00:48:55: Komplett!

00:48:55: Der hat ihr jede Mündigkeit genommen und die war fit.

00:48:58: Die war absolut fit.

00:48:59: Ich würde sagen, die hat das wirklich mit am besten aufgenommen so und wusste für sich okay Das kann ich gerade, das kann nicht und so weiter.

00:49:07: Hat auch eine Pflegerin da also war auch nicht alleine.

00:49:10: aber es ist total interessant weil auch David er so eine Familiendynamik gegriffen hat.

00:49:13: die Frau hat natürlich an einer Stelle gesagt jetzt ich kann ich kann nicht mehr Ich will nicht mehr wie gesagt weit über neunzig Und das hat den Sohn total getriggert woraufhin der sofort gesagt du musst jetzt stark sein Du darfst jetzt nicht aufgeben was menschlich nachvollziehbar ist Aber schwer auszuhalten wenn man als mit Ausbildung in diesem Wohnzimmer oder in dieser Küche sitzt.

00:49:39: Also da war es, habe ich jetzt vorhin schon gedacht, das ist gut dass wir uns in der Form aufgeteilt haben.

00:49:44: Ich glaube damit wäre ich jetzt überfordert.

00:49:47: Meinst du?

00:49:47: Gewesen

00:49:48: also schon mal Punkt eins.

00:49:50: Da wo ich war was Gut zuzuhören, da zu sein.

00:49:55: Sich auf die Leute einlassen, die uns schon kennen.

00:49:59: Bei dir hatte ich jetzt den Eindruck habe ich verstanden, dass es wichtig war etwas zu sagen Am Anfang den Sohn zu instruieren, zu wissen was man sagt und wann man was nicht sagt.

00:50:11: Hat jetzt nichts gebracht?

00:50:12: in dem Fall?

00:50:16: Ja klar!

00:50:17: Ich glaube das ist auch in allen anderen.

00:50:19: Ja, dem darf er auch nicht vergessen.

00:50:22: Ich sitze da als unbeteiligter, ne?

00:50:24: Gebt ihm dann Kurzbriefing fünf Minuten so, so, das sind die fünf Punkte, die macht es jetzt bitte und der heißt ja selber in Ausnahmesituationen.

00:50:31: also klar kommt es nicht

00:50:32: an.

00:50:34: Aber ich hätte nicht gewusst... Also ich hätte mir erstmal selber überlegen müssen was würde ich dem denn sagen, was er sagen soll, was wäre richtig, was wär falsch?

00:50:42: damit wäre ich jetzt wahrscheinlich am Anfang überfordert gewesen.

00:50:45: von dem war's ganz gut dass du dabei warst.

00:50:48: Ich glaube, du hattest das genauso gut hinbekommen.

00:50:50: Also mache mir wegen überhaupt gar keine Gedanken.

00:50:53: Es wäre halt anders gewesen, glaub ich ne?

00:50:56: Ganz anders.

00:50:57: Vielleicht hätte der dieses Briefing nicht bekommen.

00:50:59: vielleicht wäre dadurch aber auch noch zusätzlich nervös gemacht worden.

00:51:02: Ich kann zum Beispiel jetzt gar nichts sagen habe ich den vielleicht noch Zusätzlich nervöst gemacht weil ich natürlich so ein bisschen seine... also ich hab dem vielleicht ja auch muss man sagen jede Natürlichkeit genommen ist.

00:51:13: eine Erwartung war Ich mach das.

00:51:15: Da hab ich gesagt, nein!

00:51:16: Das ist total... Hab ihm auch versucht zu erklären warum?

00:51:18: Weil das wirklich... Er hat versucht oder er hat auch gesagt versetzen sich in die Lage.

00:51:23: da kommt ein wildfremder Mann rein steht im Wohnzimmer und hat nur ne Scheißnachricht dabei so dass es einfach besser wenn er das macht.

00:51:31: Ich weiß aber nicht wie der das vielleicht gemacht hätte wenn der einfach so den normalen Umgang gehabt hätte weil ich natürlich schon gesagt habe gibt's so den Punkt den Punkt, den Punkt da könntest du gleich drauf achten die ganze Zeit in seinem Kopf gewarbert.

00:51:45: Vielleicht hat er die ganze zeit so gedacht, da muss ich dran denken und das hatte gar nichts Natürliches mehr usw.

00:51:53: Das hat ja dann auch nicht geklappt.

00:51:54: der hat immer weiter geredet obwohl ich gesagt habe ganz wichtig Nachricht ist einmal erst ankommen lassen So wenn sie dann fragen hat wird sie schon Fragen war auch so natürlich.

00:52:04: vielleicht hab ich das auch damit kaputt gemacht sondern Wenn du jetzt damit gegangen wärst und keinen Briefing gegeben hättest wäre vielleicht genau diese Natürlichkeit halt total erhalten geblieben

00:52:13: Wahrscheinlich, aber ich glaube das ist auch ein Phänomen, was ich vorhin gesagt habe.

00:52:16: Du bist halt mit der Sachenformation gekommen, aber er war schon auf der emotionalen Seite und hat es gerade nicht aufgenommen, sondern hat dann emotional rausgelassen, was ihm gerade in den Sinn gekommen ist.

00:52:26: Ja,

00:52:28: gab mehrere so interessante Situationen weil aus diesen Bedürfnissen zu reden hatte er immer wieder das Gleiche erzählt, erzählt, wie es aus seiner Sicht zu diesem Unfall kam und was man schon wusste.

00:52:40: Und irgendwann ist die Mutter im richtig oberen Mund gefahren hat gesagt das hast du mir jetzt schon dreimal erzählt brauchst jetzt nicht nochmal hören.

00:52:46: so weil der so aus dieser Not heraus ihr diese Erklärung geben.

00:52:49: zum einen habt ihr gar nicht gebraucht weil die ist wirklich erstaunlich gut damit umgegangen hat auch sofort ihre Bedürfnisse benennen können und das war ja so ein bisschen.

00:52:59: die Sorge auch dass das mit der Oma noch ganz schlimm wird Das würde ich nicht teilen.

00:53:04: Zumindest jetzt in dem, was ich mitbekommen habe, konnte die ganz klar sagen, okay, ich hab gar keinen Bock auf diesen Physiotherapie-Termin den will ich absagen und ich hoffe das sie es auch gemacht hat weil ich dann später zu ihr auch das eben gesagt haben als der Sohn mal raus war und auch zur Pflegerin die da war.

00:53:19: gucken Sie ob's geht.

00:53:20: Es mag schon sein dass das ihr auch gut tut und vielleicht auch gut ist ein bisschen Ablenkung zu bekommen.

00:53:25: aber sie solls entscheiden so Und auch mit der Nachbarin sie soll das entscheiden.

00:53:34: Und dann war die Situation eigentlich auch gelaufen, weil der Sohn gesagt hat wir kommen später nochmal vorbei.

00:53:39: Aber ich gehe jetzt wieder und dann haben sie mich ja nur noch zurückgefahren und sind dann selber nicht mehr groß in diese Situation sondern sich verabschiedet.

00:53:48: Es ist so ein bisschen schwierig mit der Sohne, der Bruder usw.. Am Ende der er mich gefahren hat ist der Brudder des Vaters das Verstorbenen gewesen.

00:53:58: Die haben mich wieder zurückgebracht und sich selbst gar nicht mehr blicken lassen.

00:54:02: im Innenhof Waren weg dann.

00:54:04: Das fand ich auch spannend, weil die eigentlich Familie ...

00:54:06: Ja, genau und man hätte auch annehmen können, die bleiben da!

00:54:10: Aber nee... das war nicht zurückgefahren und gegangen.

00:54:15: Der hat mir noch gesagt welche Tür ich nehmen muss, weil ich stand an der falschen Tür von dieser Einfahrt.

00:54:19: Dann hat er gesagt hier geht es rein und dann war der weg.

00:54:23: Ja, das fand ich schon heftig.

00:54:25: Ja ist halt auch wieder genau dieses Ding.

00:54:29: Von meiner Erwartung wäre auch gewesen, der bleibt da Auch so, wie ich das aus meiner Familie von Todesfällen kennen.

00:54:39: Hätte es das jetzt glaube ich so nicht gegeben?

00:54:41: Also klar dass man sich irgendwann wieder verabschiedet ist völlig logisch aber jetzt so glaube ich ihr nicht.

00:54:47: Ich kann das alles verstehen.

00:54:49: eben der Betrieb und der Zwang diesen Betrieb am Laufen zu halten hat ganz viel familiäre Interaktion abgetötet oder zur Seite geschoben.

00:55:02: Die Bedürfnisse jedes Einzelnen wurden weit weggedrückt und es kam dann halt in dem Moment alles hoch.

00:55:09: Kann ich alles verstehen, finde ich einfach schade weil ich glaube auch dann im folgenden sich wahrscheinlich auch niemand mit ihm, mit dem Verstorbenen jemals so emotional zusammengesetzt hat um mal zu klären wenn denn mal was wäre?

00:55:28: Mit dir wie hättest du's denn gerne?

00:55:30: willst du Verbrannt werden, Erdbestattung... Keine Ahnung.

00:55:37: Was sind deine letzten Wünsche?

00:55:38: Ich bin mir sicher das mit dem noch niemals jemand darüber gesprochen hat.

00:55:42: Keiner wusste wie er es eher gerne hätte.

00:55:44: In diesem Alter hat man ja auch keinen Testament oder sonst irgendwas.

00:55:46: Genau!

00:55:47: Das ist natürlich jetzt in dem Fall auch nochmal irgendwie dramatischer weil der vom Alter her zwischen dreißig und vierzig irgendwo lag.

00:55:55: Da machst du dir keine Gedanken und schon noch weniger, glaube ich, wenn die Eltern noch am Leben sind.

00:55:59: Dann würde man eher die umgekehrte Situation erwarten dass man mit den Eltern mal drüber spricht.

00:56:03: aber selbst das passiert ja häufig genug nicht.

00:56:06: Ich stelle

00:56:06: mir einfach nur vor die Uneinigkeit, die grundsätzlich schonmal da war ohne noch... Ohne vor irgendwelchen... Gut ist die Frage welcher Bestatter soll denn der sein?

00:56:16: Das war auch mal so ein Thema zwischendurch.

00:56:19: Aber grundsätzlich ohne jetzt Herausforderungen oder Fragen gestellt zu sein, schon sich uneinig zu sein.

00:56:24: Und wenn dann die Frage eben aufkommt diese ganzen Formalitäten was welche Beerdigung wie wann wo wer soll kommen?

00:56:33: Was soll mit seinen Sachen sein?

00:56:36: Das ist eine Entscheidung, die dann irgendjemand treffen muss, die die gemeinschaftlich am besten treffen müssten.

00:56:41: aber Gemeinschaft war nicht

00:56:43: und das keine Gemeinsicht war zeigt sicher so.

00:56:46: Das zeigt sich ja wirklich an der ersten Stelle dieses Einsatzes schon, wo wir eigentlich gesagt haben lasst uns erstmal in Ruhe jetzt überlegen was wir machen.

00:56:56: Der Vater verlässt diesen Raum und schickt WhatsApp-Nachrichten an alle irgendwie erreichbar.

00:57:05: Das ist eigentlich das erste Moment wo man schon sagen muss okay gemeinsam wird hier gar nichts entschieden weil wir hatten ja gerade eigentlich festgelegt dass wir ein anderes vorgehen wollen.

00:57:13: Wumm los!

00:57:14: Das Ding war losgetreten.

00:57:16: Und genau, man muss natürlich auch das nur spekuliert und da kann ich auch vorwegnehmen wir wissen es nicht Wir sind nicht mehr involviert in den weiteren Prozess.

00:57:24: Aber mit dem Gefühl geht man da ja so ein bisschen dass die genau an diesen... Dass jede einzelne kleine Entscheidung eine riesen Krise wiederum auslösen kann.

00:57:33: Bestens falls passiert's nicht.

00:57:34: aber Mit der Annahme mussten wir da ehrlicherweise ein bisschen gehen Auch?

00:57:39: Und das ist ja das was mich an diesem ganzen Thema eben so aufreibt dass wenn wir gehen und die Familie übernimmt, das dann alles irgendwie lösbar wird.

00:57:51: Und bei denen war das ja genau umgekehrt.

00:57:53: Die mehr Familie dazukommt, desto problematischer wurde es – und eben jede Entscheidung wird zu Krise!

00:58:00: Ich glaube, wir müssen da kein Geheimnis draus machen.

00:58:02: Dass wir irgendwann nach diesen paar Stunden die noch mal winzige Einblick in dieses Familien nehmen.

00:58:08: Wir sprechen von ein paar Stunden... ...von Jahrhunderttausenden Stunden, die die schon zusammen verbracht haben.

00:58:13: Also es ist wirklich ein winzig kleiner Einblick.

00:58:17: Weiß gar nicht ob das gut gerechnet war mit diesen hundertausenden Stunden ehrlich gesagt.

00:58:22: Fünf Punkte Mathe Abi!

00:58:23: Lass uns einfach so stehen Es ist ein winziger Einblick.

00:58:27: aber Wir müssen da kein Geheimnis draus machen, dass wir ein bisschen erleichtert waren zu gehen.

00:58:32: Wird mir nämlich auch nicht mehr aus dem Kopf gehen, dass dieses große Tor zum Betrieb hinter uns ins Schloss fällt und wir uns angeguckt haben und beide gesagt haben es ist nicht schlimm das wir hier auch gehen können

00:58:45: jetzt.".

00:59:06: Der Tag ist inzwischen deutlich fortgeschritten.

00:59:10: Irgendwann sind die nächsten Schritte geklärt.

00:59:12: Die Familie weiß, dass sie zunächst weitere Informationen der Polizei abwarten muss.

00:59:18: Auch das weitere Vorgehen mit dem Bestatter ist besprochen.

00:59:22: Ein guter Freund der Familie kommt hinzu und bleibt vor Ort.

00:59:26: Damit ist jemand da, der die Familie kennt – jemand, der auch dann noch bleibt wenn das Kriseninterventionsteam geht!

00:59:34: Als der Einsatz endet spüren beide Helfer auch Erleichterung.

00:59:38: Das klingt vielleicht hart….

00:59:40: Von Krisen-Interventionshelfern wird erwartet dass sie bleiben wollen, helfen noch etwas tun zu können.

00:59:49: Aber manchmal kommt ein Punkt, an dem die eigene Anwesenheit nichts mehr verbessert – Die Familie ist nicht allein!

00:59:56: Die nächsten Schritte sind geregelt.

00:59:59: Gleichzeitig wird deutlich, dass das Kriseninterventionsteam weder die Konflikte lösen, noch dafür sorgen kann, dass die Angehörigen plötzlich Verständnis füreinander entwickeln.

01:00:09: Die Helfer verabschieden sich und gehen auch nicht mit dem Gefühl, dass diese Familie nun stabilisiert wäre.

01:00:17: Es bleibt das Wissen in den ersten Stunden da gewesen zu sein, die Nachricht mitgetragen und Antworten gegeben zu haben wo Antworten möglich waren.

01:00:26: Und ausgehalten zu haben, wo es keine Lösung gab.

01:00:34: Darf man das so?

01:00:35: Darf er leichter sein wenn ein Einsatz endet?

01:00:38: Ich glaube das muss man auch weil ich glaube genau das was uns ja diese Arbeit wenn's Arbeit machen lässt dass man sich auch distanzieren kann davon und dieses Tor hinter mir zumachen und wieder ans Licht treten.

01:00:55: Also wenn ich das jetzt mal so ganz plakativ hinter uns war, dass die Dunkelheit in diesem Hof und vor uns der Parkplatz wir gehen raus, wieder in unser Leben war das Licht da wieder reinzugehen sich darauf zu freuen ist ja auch etwas hinter sich.

01:01:08: zulassen dieses Thema abzugrenzen es ist nicht mein mein Thema gewesen.

01:01:14: Ich bin ich und ich habe andere Sorge andere Themen aber jetzt gehe ich erst mal ins Licht.

01:01:21: Interessante Formulier.

01:01:22: Jetzt kriege ich erst mal das Licht!

01:01:24: Ja, findest du's?

01:01:28: Also Marc sitzt hier noch und es geht ihm gut.

01:01:29: Er ist jetzt nicht auf die Art ins Licht gegönnt.

01:01:35: Ein Schritt rausmachen aus diesem Drama erleichtert sein zu können bedeutet ja auch, sich eben hinterzulassen und zu verarbeiten abschließen damit und das müssen wir ja auch.

01:01:48: Absolut nur man kann Auch die Frage stellen, muss eine Situation nicht stabil sein bevor wir sie verlassen?

01:01:54: Ich glaube ich habe das hier oft schon erklärt.

01:01:56: Es verläuft in Wellen und es gibt Höhepunkte und Tiefpunkte so.

01:01:59: Und das wird natürlich in den nächsten Tagen immer so sein.

01:02:01: aber... Mussten die Situation nicht zumindest so stabil sein dass wir sagen Passt!

01:02:08: Die können wir gutem Gewissens alleine lassen.

01:02:10: Hast du die damals guten gewissens allein gelassen?

01:02:15: Also ja ich finde

01:02:17: es auch nicht doppelig.

01:02:17: Ich merke gerade selber, da sind jetzt zwei die werden sich Antwort erst mal, sorry.

01:02:25: Also grundsätzlich erstmal haben sie gesagt wir sollen gehen Wir können gehen Ja es ist okay

01:02:31: Stimmt.

01:02:32: Es waren diese Freunde da und die ganzen Arbeiter waren weg Und das hat sich ein bisschen beruhigt gehabt also dieses ganze Gewusel innerhalb dieses Hofes Die Maschinen die ja ständig liefen und die so eine Lautstärke erzeugten dass man auch kaum sprechen konnte.

01:02:47: Das hat irgendwann aufgehört und dann kamen so eine gewisse Ruhe.

01:02:52: Da habe ich gedacht, okay jetzt kommt es in eine neue Phase dieses ganze Thema.

01:02:57: Und da war schon der Meinung man kann gehen auf der einen Seite.

01:03:02: Auf der anderen Seite war auch diese Erleichterung da eben.

01:03:05: Dann

01:03:05: muss man ja aber auch immer aufpassen ist mal versucht man die Erleicherung herbeizuführen und sich daraus zu

01:03:12: flüchten.

01:03:15: Das sind wir glaube nicht Das sind wir nicht.

01:03:19: Wir hätten in diesem Setting auch gerade, wir haben ja diesen Fall extra auch hier rausgesucht, hätten wir nichts mehr tun können, weil die ja auch nicht bereit waren für uns anzunehmen.

01:03:33: Genau!

01:03:34: Es ist irgendwie so diese Gewissheit dass wir in den ersten Stunden da waren.

01:03:38: So das ist das Angebot was wir machen konnten und das haben wir gut gemacht auch.

01:03:43: Und ich habe gerade als ich dir die Fragen gestellt hab eigentlich gemerkt, dass wenn ich sie beantworten müsste, das ein zweischneidiges Schwert ist aus meiner Sicht.

01:03:51: Weil ich schon glaube, dass es unsere Aufgabe ist eine Situation stabiler zu verlassen als wir sie vorgefunden haben.

01:03:59: Ich glaube, wir wären schlecht unterwegs gewesen, wenn wir mehr Chaos stiften würden, als vorher da war oder mit unserem Eintreffen.

01:04:07: In dem Fall kam's ja wirklich mit unserem eintreffenden, weil wir die wirklich auch Überbringer oder Mitbeteiligten an dieser schlechten Nachricht waren beim Überbringen.

01:04:16: Zeitgleich ist aber auch die Frage, was heißt Stabilität?

01:04:19: Ich kann hier und können wir in anderen Folgen sicherlich mal machen.

01:04:23: Auch aus Einsätzen erzählen wo ich mit einem noch schlechteren Gefühl gegangen bin weil ich dachte hier lassen wir gerade jemanden alleine der links- und rechts niemanden hat Und wir haben wirklich uns alle Mühe gegeben Aber hier ist niemand und trotzdem müssen wir auch irgendwann gehen weil diese Situation Das muss man sich auch einfach klarmachen, wir sind keine Helden und wir sind kein Weltretter.

01:04:44: Und wir sind jetzt auch nicht die Genies, die auflösen können was da seit Jahren vielleicht schweilt und so weiter.

01:04:50: Das heißt Stabilität ist eine totale Definitionsfrage.

01:04:56: In der Situation hätten wir die Stabilität nicht herstellen können weil dieses Familienkonstrukt getickt hat wie es getickt hatte.

01:05:03: nochmal deutlich das ist keine Wertung.

01:05:05: Das ist weder gut noch schlecht.

01:05:07: Die sind wie sie sind und die kommen sehr gut offensichtlich vielleicht ein bisschen.

01:05:10: Die kommen zu Recht so und das ist deren Leben, da mischen wir uns auch nicht

01:05:14: ein.".

01:05:15: Also das ist irgendwie so das Schwierige weil ich finde es schon unsere Aufgabe Stabilität zu hinterlassen aber eben auch zu erkennen dass wir keine Weltretter oder keine Chines sind die jetzt die alles entscheidende Idee haben die diese Familie ganz harmonisch zusammenführt.

01:05:30: Es ist totaler Quatsch!

01:05:32: Und... Ich sage das auch ehrlich Genau, wir haben ja das auch abgeklärt.

01:05:38: Das hatte nichts mit einer Flucht zu tun überhaupt nicht mehr.

01:05:41: Wir haben nur zwei Stunden geblieben und es war jetzt aber nicht unaushaltbar.

01:05:45: Aber die haben gesagt Es ist okay wenn wir gehen.

01:05:48: und trotzdem bin ich da schon auch mit dem Gefühl gegangen Die werden noch schwere Tage haben.

01:05:53: Das hat man immer aber die werden Also Ich bin da schon Ganz ehrlich gesprochen mit dem gefühl raus.

01:06:00: Ich glaube ich hab's dir sogar gesagt dass die sich gegenseitig gerade keine Stütze sind und sein können.

01:06:07: Und ich glaube, anders gewünscht hätten wir uns das auf jeden Fall so ... aber da hatten wir keinen Einfluss drauf.

01:06:12: Ja.

01:06:13: Das sind so viele Aspekte.

01:06:15: Ich glaub' dass die Mutter der Kid, der Kleber in dieser Familie war oder ist?

01:06:22: Die hat immer alles gepolstert.

01:06:24: Ja

01:06:24: ja,

01:06:24: die hat das, glaub ich auch.

01:06:26: Das Miteinander irgendwie versucht zu regeln, aber die waren einfach dann auch mit sich selber beschäftigt.

01:06:34: Diese Aufgabe, die man ihr dazu geschust hat als Familienkleber finde ich ja dann auch unfair dass sie das in der Situation immer noch ausleben muss und es konnte sich auch nicht.

01:06:46: Von daher für Sie wäre ich schon länger gerne geblieben.

01:06:51: Sie hätte es gut gebrauchen können.

01:06:54: Die anderen nicht so.

01:06:56: Mir ist ein Satz weil du das gerade ansprichst ist mir wirklich wortwörtlich im Gedächtnis gebliebt weil ich mich verabschiedet habe mit den Worten Ich wünsche Ihnen alles Gute, ganz viel Kraft.

01:07:05: Das ist eigentlich so was ich immer sage und sag auch nochmal das ist eine Scheißzeit, also es ist eine schwere Zeit.

01:07:11: aber ich bin mir sicher dass sie das schaffen und dass die da durchkommen.

01:07:14: und dann hab' ich gesagt... ...und ich wünsch ihnen, dass Sie das einfach als Familie gut schaffen.

01:07:18: und die guckt mich an und sagt ja da sagen sie was.

01:07:22: Und das war noch mal wirklich der Moment wo ich dachte Ja, alles klar.

01:07:27: Das ist hier ein Thema und es passt jetzt auch zu dem was du vorhin gesagt hast das diese Nachbarn und Freunde die ja auch diesen Hinweis schon gegeben haben dass das hier nicht einfach ist diese Familienkonstellation und dass hier nicht alles Friedefreude Eierkuchen ist und dass... ...die wahrscheinlich auch untereinander Schwierigkeiten haben.

01:07:45: so und das ist mir in diesem wirklich das war der allerletzte Satz dieses Einsatzes nochmal deutlich geworden weil ich so dachte das ist wirklich einfach nur mein Wunsch dass ich denen das wünsche.

01:07:55: Und sie gibt mir dann nochmal diesen Hinweis und sagt, ja da sagen Sie was.

01:08:00: Belegt vielleicht so ein bisschen diese Thesen, die wir auch haben hier über diesen Einsatz und diese Schwierigkeiten, die es da einfach auch gibt?

01:08:07: Ja.

01:08:08: Und eine Frage zu beantworten aus der letzten Folge.

01:08:11: Ich glaube nicht dass diese Familie das trägt.

01:08:15: Glaub ich nicht!

01:08:16: Das ist genau das, wo ich jetzt so vielleicht auch zum Ende hin schauen mag mit dir noch mal drüber sprechen müsste.

01:08:22: Wir haben jetzt hier sehr intensiv, sehr ausführlich über zwei Einsätze gesprochen.

01:08:28: Und in beiden haben wir Familienkonstellationen erlebt, die nicht funktioniert haben.

01:08:34: vielleicht an der Stelle ganz kurzen Einblick.

01:08:36: das ist so unabgesprochen weil das jetzt erst kürzlich passiert ist.

01:08:39: zwischen Aufnahme eins und zwei waren wir ja auch wieder gemeinsam in einem Einsatz.

01:08:44: ein ganz kurzer Einsatz.

01:08:45: nur warum war es einen ganz kurze Einsatz?

01:08:48: Weil in diesem Einsatz in dem wir waren war auch ein verstorbener der Ehemann ist verstorbt völlig urplötzlich aus dem nichts heraus sofort eine Familienangehörige da war, sofort ein Nachbar da war und habe ich einen Tag später dann erfahren durch einen Zufall die Kinder, die jeweils einmal in Westdeutschland und einmal im Nordost Deutschland leben sich sofort auf den Weg gemacht haben hier nach Freiburg ins Umland um für die Mutter da zu sein.

01:09:18: Unter anderem deshalb war das ja ein wahnsinnig kurzer Einsatz weil wir es so fort überflüssig waren, weil Familiensysteme so fort gegriffen haben Best Case.

01:09:28: Über die Einsätze, über die wir gesprochen haben und die wir jetzt hier ganz bewusst hier rausgesucht haben, da war genau das nicht der Fall.

01:09:34: Ganz im Gegenteil, da hatte man das Gefühl egal wie viel Mühe wir uns hier geben würden, die werden das nicht gemeinsam... zumindest in unserer Vorstellung von Gemeinsam lösen können.

01:09:44: Ja

01:09:47: ich glaube auch dass das was du jetzt gerade beschrieben hast ist es die Mehrheit.

01:09:52: Die Mehrheit ist.

01:09:53: also ich glaube Die Fälle, die wir jetzt diskutiert haben.

01:09:56: Diese Familien, die das nicht so tragen konnten... ...die kamen etwas gehäuft vor oder man hat sich es vielleicht besser gemerkt?

01:10:03: Oder wenn man überrascht war davon, dass es bei anderen Leuten so sein kann, kam es mir so vor als oh Gott wie ist es denn da draußen in der Wirklichkeit bei anderen Leute?

01:10:13: Bin ich froh, dass ich eine Familie habe, die dieses Tragen würde, wenn was bei uns passiert und deswegen kam das zu mir vor, als ob das irgendwie die Menschheit am Abgrund steht.

01:10:23: Aber die Fälle, die ich jetzt hatte in letzter Zeit auch der, den du grad beschrieben hast.

01:10:27: Die haben mir gezeigt es ist eigentlich alles gut?

01:10:32: Ja das stimmt!

01:10:33: Es gibt das einen als auch das andere.

01:10:35: Ich bin gerade so ein bisschen gestolpert weil ich dachte ist es... ...die Mehrheit, ist es die Minderheit und da lässt sich ja schlicht und ergreifend nicht beantworten.

01:10:43: aber so vom Gefühl her bin ich bei dir Weil ich's in aller Regel anders erlebe.

01:10:49: In aller Regel erlebe ich eher die positive Seite, die schöne Seite wo sowas dann zusammenrückt.

01:10:55: Wo sogar manchmal so was dazu führen kann dass man plötzlich wieder miteinander spricht obwohl man das normalerweise nicht getan hätte und vielleicht auch danach nicht tut.

01:11:03: aber zumindest für diese Situation findet noch mal eine Verbundenheit statt.

01:11:09: Würde ich auch vom Gefühl her sagen, dass das wahrscheinlich der häufigere Case ist.

01:11:12: und trotzdem stelle ich mir so ein bisschen die Frage, greift vielleicht so etwas in die Frage nochmal auf wie Stabilität oder wie stabil eine Einsatzstelle sein muss bevor wir sie verlassen?

01:11:23: Was können wir jetzt als Kriseninterventionsteam aber vielleicht auch alle, die uns hören deiner Meinung nach so tun wenn wir an solche Situationen kommen wo wir merken, dass Familien sich gegenseitig nicht stützen können.

01:11:36: Gibt's was, was man machen kann?

01:11:39: Wenig.

01:11:41: Also meine Befürchtung ist relativ wenig.

01:11:44: und weil das also der Umgang miteinander wie jetzt da die jetzt miteinander umgegangen sind Vater Mutter Tochter Das ist ja das Destillat aus ihrem alltäglichen Miteinander.

01:11:56: Die haben für sich einen Weg gefunden Der Kommunikation die sagen nur noch dass was Notwendiges Und die wollen nicht mehr.

01:12:08: Die wissen schon, sie kommen nur dann wenn es sein muss und die besuchen sich nur dann und sagen nur das was sein muss.

01:12:16: Wer könnte jetzt von außen da sagen du musst dich anders verhalten oder du solltest dich anders ... Oder wie soll ich mit meinem Verhalten das beeinflussen?

01:12:24: Das haben die ja über Jahre wahrscheinlich auch geübt.

01:12:27: Ja, davon ist auszugehen klar!

01:12:30: Und das ist vielleicht Wenn man es jetzt mal ganz dramatisch sehen mag, könnte so ein Ereignis dieser Todesfall, der ja den Betrieb gefährdet.

01:12:44: Vielleicht auch das Ende des Betriebes bedeutet die Ursache für diese Familienzwistigkeiten, dass das beendet ist, dass dieser Tod das Nachfolgers und die Rettung der Familie war.

01:12:59: Wenn man es jetzt mal ganz dramatisch übertreiben möchte, dass die Zuneinander finden der Betrieb.

01:13:05: Der Grund warum sich alle auseinandergelebt haben nicht mehr da

01:13:10: ist.

01:13:11: Ich finde das gar nicht so absurd zu denken bei denen irgendeine Richtung wird das weiterlaufen und wir können natürlich immer verschiedene Optionen durchdenken und ich finde sie nicht so weit hergeholt weil natürlich das ist ja so deutlich geworden in diesem zweiten Einsatz dieser Betrieb hat Das war das erste, woran der Vater gedacht hat.

01:13:28: Es hat so ein bisschen verhindert, dass er auf sich guckt auch weil es ... Der hat nur auf seinen Lebenswerk sein Erbe.

01:13:35: ich weiß nicht wieviel Generationen die diesen ultraarbeitsintensiven Betrieb schon hatten.

01:13:41: Also das heißt also ist wahrscheinlich auch erlernt gewesen ganz viel.

01:13:44: und wenn natürlich da jetzt dieser gezwungene Schlussstrich drunter gezogen ist wir wissen nicht ob das ist kann das natürlich auch diesen ganzen Druck und diese ... Diese permanente Belastung wegnehmen, die vielleicht dann dafür sorgt dass man plötzlich wieder einen blick für andere dinge hat Dass man links und rechts widerschauen kann.

01:14:06: Und ob das dann bezogen ist auf die familie oder irgendwelche hobbys keine ahnung.

01:14:10: aber das kann dazu führen.

01:14:11: So Anderes scenario ist natürlich dass alles vor die hunde geht glaube ich es nicht weniger nicht mehr realistisch.

01:14:18: Das kann glaube ich mit genau gleicher Wahrscheinlichkeit Alles komplett vor die Hunde gehen weil der betrieb vielleicht das letzte bisschen ist was alle noch zusammenhält Weil man sagt, wir haben noch diesen großen Unternehmen.

01:14:30: Wo wir alle zusammenarbeiten müssen, sonst funktioniert es nicht.

01:14:32: Kann auch sein!

01:14:34: Ja also ich wünsche es diese Familie dass sich irgendwas zum Positiven ändert.

01:14:41: das stelle ich mir einfach so vor.

01:14:43: für mich dann kann ich das in meinen Kistchen liegen und da wird doch alles gut.

01:14:49: irgendwie dann für die Leute, die wir da getroffen haben für mich ein positiver Abschluss.

01:14:56: Ja, ich glaube es geht ja in irgendeiner Form weiter.

01:14:59: So bei dieser ersten Familie, bei der wir waren wo die Tochter verstorben war und die Mutter mit dem neuen Partner kamen ist das ja auch interessant weil diese Tochter ja... Das klingt total hart aber die war ja eine Belastung auch für dieses Familiensystem weil sie immer Thematiken hatte und alle immer versucht haben sich zu unterstützen usw.

01:15:21: Vielleicht ist da auch die Möglichkeit dass diese Eltern sich einfach noch mehr aus dem Weg gehen können, also dass die das jeder nochmal mehr in seinem eigenen Leben ankommen kann.

01:15:30: Auch das kann sein irgendwie so.

01:15:32: Ich habe mich nur wirklich gefragt, woran orientieren wir uns?

01:15:39: Weil das ist sicher für uns, ich glaube auch schon ein paar mal hier erzählt eine der Ausfahrten, die wir immer nehmen können um aus Einsätzen wieder rauszukommen ist zu sagen haben wir Angehörige und Freunde

01:15:49: usw.,

01:15:50: irgendjemanden dazu zu holen der Vertrauter ist als wir es sind.

01:15:54: Das hätte jetzt ja in den Fällen einfach nicht so richtig funktioniert, zumindest mit Familienangehörigen.

01:15:59: Deswegen habe ich mir die Frage gestellt was macht man?

01:16:01: Was machst du wenn du in so einer Konstellation unterwegs bist?

01:16:09: Wenn gar niemand kommt!

01:16:11: Ja genau das ist nämlich die Antwort die ich mir selber gegeben hatte.

01:16:15: Es geht ja auch weiter zu denken.

01:16:17: Also es muss ja nicht die Familie sein.

01:16:19: Du hättest jetzt ja nebenbei den zweiten... Es ist egal über welchen Einsatz wir sprechen.

01:16:23: Du hattest ja auch Freunde anrufen können und so weiter.

01:16:25: Vertrauenspersonen, das ist ja Familie kann in dem Fall plötzlich viel weiter sein und dann zählen eben auch Freunde zur Familie usw.

01:16:33: Und das ist vielleicht das worum es auch geht dass dann ein bisschen weiter zu denken und zu sagen okay ich beziehe es mal auf mich wenn ich jetzt sagen würde meine Familie ist für mich keine Hilfe dann kann ich aber gucken ja ok aber wer wäre es denn?

01:16:45: Wer oder was?

01:16:46: Vielleicht ist es auch einfach der Hund, der noch im Haushalt lebt.

01:16:49: Der mir gerade Stabilität gibt oder so.

01:16:51: das kann ja auch sein dass ich den mal dreimal streicheln muss und keine Ahnung.

01:16:55: Und da ein bisschen weiter zu denken ist wahrscheinlich eine Eine Einlösungsansätze die gar nicht dumm ist und der irgendwie auch So seine Berechtigung hat.

01:17:05: Wann glaubst du also gibts für dich wenn wir jetzt nochmal zukünftige Einsätze denken und wir kommen nochmal in schwierige Familienkonstellationen Oder auch schwierige freundes Konstellation.

01:17:15: Gibt es wirklich so Kennzeichen, wo du sagst hier wäre es vielleicht auch sinnvoll einfach den Einsatz zu trennen?

01:17:20: Also sozusagen getrennen jetzt die Betroffenen und du gehst in die Ecke ich gehe in die ecke.

01:17:24: hast du da glaubst?

01:17:26: das gibt also Erkennungsmerkmale.

01:17:30: Ja glaube ich schon.

01:17:32: Ich hatte das auch schon und das habe ich auch schon gemacht.

01:17:37: Mutter gestorben.

01:17:38: Vater war war in einem permanenten Redefluss Und die Tochter die wo anders gewohnt hat kam mit ihrer Tochter dann dazu Und die beiden mussten auch betreut werden und wollten sprechen.

01:17:54: Die kamen aber nicht zu Wort, weil der Vater permanent geredet hat.

01:17:58: Als wir dann versucht haben ... Die Kollegin hat sich mit ihm unterhalten.

01:18:02: Ich hab versucht dort Fragen zu stellen.

01:18:05: Hat er uns alle über den Mund gefahren?

01:18:07: Wenn er so lange redet, hat niemand anderes zu reden als sein Haus.

01:18:11: Dann habe ich gesagt, wenn ihr wollt, setzen wir uns einfach in Garten.

01:18:17: mit ganz großen Augen angeguckt, weil sie ... von mir ein Gespräch haben wollten und sie haben gemerkt, sie brauchen das.

01:18:25: Und konnten nicht!

01:18:26: Und dieses Mich-An-Gucken auch auf dem Mia-Fragen mich direkt anzusprechen, nicht in den Raum rein, sondern mich anzusprechen.

01:18:35: Von mir eine Antwort haben zu wollen und die kriegen Sie nicht, weil der andere halt schreit und es verbietet.

01:18:41: Das war relativ einfach.

01:18:43: dann zu sagen wir gehen woanders hin und das zu trennen hat uns allen außer meiner Kollegin damals, glaube ich, ganz gut getan.

01:18:50: Die hat sich halt in Redeschwahl dann anhören dürfen?

01:18:54: Ja ansonsten... ja also es muss halt einfach eine Betreuung, nennen wir's mal eine Betreuerung stattfinden können von allen die da sind.

01:19:07: Und

01:19:07: alle die da sein wollen haben ja einen Anspruch darauf von uns betreut zu werden.

01:19:15: und wenn sie sich gegenseitig beeinflussen, dann ist jetzt mal positiv in dieser Betreuung.

01:19:23: Dann kann es schon sein dass man mal sagen muss ich halt jetzt verschlaue wir gehen mal spazieren und ihr diskutiert euer Thema, dass wir da weiterkommen.

01:19:34: also finde ich ganz legitim das glaube ich was sich häufiger am punkt an dem ich häufiger bin zu sagen wir trennen uns mal kurz auf nicht den ganzen nicht komplett aber mal so abschnittsweise schade das glaube

01:19:47: Ja, ich glaube dafür gilt es auch aufmerksam zu sein.

01:19:48: Also muss ich jetzt leider auch wieder an meine eigene Nase packen.

01:19:54: Auch in Freundeskonstellation.

01:19:55: Das muss ja gar nichts dramatisches sein.

01:19:57: Man gilt's glaub ich schon auch aufmersam zu sein ob man eine Tendenz hat immer seine eigenen Geschichten mehr zu erzählen andere weniger zu Wort kommen zu lassen und der glaube ich bin ja auch ganz vorne mit dabei als... Also Marc, du nimmst alles jetzt hier.

01:20:14: Deine Aufgabe ist jetzt zu sagen echt?

01:20:16: Das überrascht mich bei dir wirklich sehr und aber dafür einfach aufmerksam zu sein und das da auch ein Gespür dafür zu kriegen und dann einfach auch mal zu fragen hey, willst du mal einfach mal raus?

01:20:27: Zeit gleich!

01:20:27: Keine Sorge, ich mach das fast jetzt hier nicht mehr auf.

01:20:30: Die Situation mit diesem schreienden Mann kann ja auch komplett nach hinten losgehen weil du weißt ja nicht was danach passiert wenn die da wieder reinkommen und ob der dann nicht einen Topsuchsanfall bekommt was ihnen einfällt in seinem Haus jetzt so... Also klar, ich mahne da ein bisschen davor.

01:20:45: es ist immer zu Ende zu denken weil wir wissen's nicht und am Ende können wir das auch nicht beeinflussen.

01:20:50: aber in dem Moment war das ja total gut für dich und da einfach auch so ein bisschen genau diese Aufmerksamkeit zu zeigen.

01:20:55: Dann gehen wir mal raus so.

01:20:56: Ich glaube, dass das eh oft sinnvoll ist weil du wenn wir jetzt mit jetzt nehmen wir weg den Best Case an Wir sind zwei Betreuende und zwei Zubetreuende Ja es hat ja trotzdem jeder seinen individuellen Gesprächsbedarf.

01:21:09: Das kann total sinnvoll sein das aufzuteilen Und in anderen Fällen wollen die eh zusammen bleiben dann passt's ja auch.

01:21:17: Es ist ja auch oft so, dass jeder von uns ist ja eine eigene Type.

01:21:21: Jeder von uns is ein eigener Charakter.

01:21:24: jeder von uns findet zu anderen Menschen eher Kontakt als zu anderen.

01:21:28: Und wenn sich Leute jetzt, wenn wir zwei im Einsatz sind und manche Leute hören eher mir zu und andere Leute hören er dir zu macht es keinen Sinn Wenn ich mich mit deinen Leuten unterhalte du dich mit meinen in dein mein sondern teilt man sich halt sowieso schon mal so auf.

01:21:46: Ja Sympathie Antipathie haben wir glaube auch schon ganz kurz angerissen.

01:21:49: auch das ist ja ein Ganz klares Thema.

01:21:51: hast damit reinspielt und dass hast der auch gar nicht in der Hand.

01:21:54: Manchmal ist das ja der erste Blick, wo man merkt okay ich komme mit dem hier nicht so gut zurecht.

01:21:59: Du umso besser mach du.

01:22:01: ich halt mich zurück.

01:22:04: Wenn du diese Familienkonstellation jetzt betrachtest würdest du Leuten-Familien einen Tipp geben?

01:22:11: Gibt es so eine Sache aus diesen Erfahrungen jetzt wirklich nur auf die beiden Einsätze geblickt, wo du sagen würdest alle Familien da draußen denkt da mal drüber nach.

01:22:28: seit ich beim KIT unterwegs bin und seit ich Einsätze mache, versuche ich Werbung zu machen wo ich kann.

01:22:34: Leute macht euch Gedanken darüber wie soll es sein wenn ihr mal nicht mehr seid?

01:22:39: Da geht's nicht ums Testament sondern wenn ihr jetzt einen Unfall habt direkt auf der Arbeit im Auto weiß dann jeder von euren Angehörigen zu Hause kennen die den Handicode Wissen.

01:22:54: die, mit wem du zuletzt gesprochen hast?

01:22:57: Das wollen dich ja wissen.

01:22:59: Vielleicht ist es ein mysteriöser Umstand gewesen wie man ums Leben kommt.

01:23:03: Das hat man vielleicht mal selber nicht in der Hand.

01:23:06: Dann will die Polizei das wissen und die Angehörigen das wissen.

01:23:09: Mit wem hat er denn geschrieben noch zuletzt, worum ging's denn da?

01:23:12: Hat er eine neue Freundin oder einen neuen Freund oder einen neun Freundeskreis... Was weiß ich?

01:23:18: Solche Geheimnisse!

01:23:20: in Anführungszeichen, die für einen ganz normal sind.

01:23:23: Aber für andere dann ein ewiges Geheimnis bleiben.

01:23:25: was wollte der dort?

01:23:27: Obwohl es vielleicht eine ganz einfache Erklärung gibt haben die keine Ahnung.

01:23:32: ich habe ja mein jeder hat so jeder hat sein Leben und ich teile ja nicht auch alles komplett zu hundert Prozent mit jedem.

01:23:40: aber Zuhause weiß jeder wo meine Unterlagen sind Meine Versicherungssachen.

01:23:44: das wird ja auch dann.

01:23:45: diese Formalitäten werden ja relevant.

01:23:47: Da gibt es halt einen Ordner, da ist alles drin.

01:23:49: Wenn man den rauszieht, kann man abtelefonieren.

01:23:51: die Versicherungen und die Bank bla bla bla.

01:23:54: Das Standardzeug gibt's.

01:23:56: auf die Bank, auf die bankkonten hat jeder Zugriff die Zugriffs haben müssen.

01:24:00: Komm mal an das Geld ran.

01:24:02: Erstmal habe ich jemals schon erwähnt ob ich eine Ohrenbestattung oder eine ErdbestattUNG haben will oder ob ich ins Weltall geschossen werden möchte.

01:24:11: egal was hab ich das JEMALS irgendwie erwähnend.

01:24:14: Will ich eine Star Trek-Uniform anhaben?

01:24:16: Oder auf gar keinen Fall.

01:24:19: Willst du?

01:24:21: Willst Du ne Star Trek Uniform?

01:24:21: Ich bin

01:24:22: eher Team Klingone, ja.

01:24:23: Ich kann

01:24:23: mich gar nicht ausheben.

01:24:24: Echt?

01:24:24: Nee,

01:24:25: wie die begriffen... Auch nicht!

01:24:26: Näh, null.

01:24:29: Weiß nicht was Klingones sein soll oder so.

01:24:31: Alles klar.

01:24:31: Aber...

01:24:32: Ja dann machen wir da noch mal eine Folge.

01:24:35: Nein also... Dann

01:24:35: haben wir das zum Protokoll gegeben und du willst Klingonesein.

01:24:39: Äh ja.

01:24:39: Okay.

01:24:40: Ja.

01:24:40: Ja, ja, ja

01:24:41: unbedingt.

01:24:42: Das ist jetzt zu hart drin.

01:24:42: Steckt in mir.

01:24:44: Also auf jeden Fall habe ich das jemals schon mal gesagt, weil die Menschen, die es dann entscheiden müssen, haben gerade andere Sorgen als sich um diese Formalitäten zu kümmern.

01:24:53: Wenn es einfach irgendwo steht oder er hat das gesagt irgendwann, das weiß ich... Er hat gesagt, er will seine Star Trek Uniform anhaben und sich in der Familie einfach darüber mal zu unterhalten uns herzlich mal!

01:25:13: die Gedanken auszutauschen.

01:25:14: Das macht keiner, das weiß ich.

01:25:16: Es macht keiner gern.

01:25:17: Genau, es ist ein totales Scheissthema eigentlich.

01:25:19: Ich habe gar kein Bock beim Mittagessen darüber zu sprechen.

01:25:22: Aber

01:25:22: überhaupt nicht!

01:25:24: Es tut aber erfahrungsgemäß sehr gut.

01:25:26: Also für so Sonntagmittag bei Kaffee und Kuchen das Thema mal raufzuholen hängt natürlich von der eigenen Familie ab oder wie und was... ...aber bei mir jetzt war das nie Thema.

01:25:40: Das Thema mal rauszuholen Mal drüber zu sprechen.

01:25:45: Das haben wir auch schon, bevor ich beim Kit war, haben wir das schon gemacht.

01:25:47: Wir wissen schon voneinander wie wir uns das vorstellen.

01:25:52: Ich glaube, wo das noch am ehesten passiert ist.

01:25:54: So wenn man Eltern hat und beobachtet wie die älter werden aber es ist interessant weil man sich natürlich als kind kann ich mich auch selber nehmen natürlich gerne aus dieser rolle rauszieht weil der normale verlauf ist Natürlich dass die eltern zuerst sterben.

01:26:07: das ist erstmal der normale Verlauf.

01:26:09: Aber auch wenn man dieses gespräch schon auf dem tisch hat dann auch mit den Kindern damit mein jetzt nicht fünfjährige aber erwachsene Kinder mal zu fragen Wie würdest du's denn wollen?

01:26:20: Ja, keine Ahnung habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

01:26:23: Dann macht das vielleicht mal so überlegt zumindest mal errt ohne Star Trek Uniform solche Sachen.

01:26:31: Ich glaube jetzt zum Beispiel bei mir ist es so man wüsste wahrscheinlich dass sich in den Hang zu ihr auffälligen Kleidern habt, dass da häufig Blumen drauf sind und so weiter.

01:26:44: Ich glaube das wäre noch die einfachste Entscheidung aber ansonsten wird es schon schwerer werden.

01:26:49: also welche Sachen will man haben?

01:26:51: natürlich ich sehe das auch das ist ein Scheiß Thema.

01:26:54: das macht auch kein Spaß.

01:26:55: also auch über solche Sachen wie Testament nachzudenken oder mit meinen Eltern von nicht allzu langer Zeit tatsächlich überlegt, wie geht's mit Immobilien?

01:27:03: Mit dem Haus.

01:27:04: Meine Eltern weiter und so.

01:27:05: Das ist total scheiße!

01:27:06: Du beschäftigst dich mit deinem eigenen

01:27:07: Tod.".

01:27:08: Aber es macht Angehörigen – das sehen wir ja zuhauf – das Leben dann echt in dem Moment leichter weil du nicht über solche

01:27:15: banalen

01:27:16: Inanführungszeichen-Themen auch noch diskutieren musst.

01:27:20: Spannender Tipp

01:27:21: die dann in der Regel aber emotional geführt werden, weil man ist ja in dem emotionalisiert.

01:27:26: Wenn ich dann mit dem Bruder, Schwester und immer ganz emotional über Sachthemen wäre, wer soll das Auto kriegen?

01:27:33: Und er wollte immer dass du das kriegst nein aber ich kann es doch gerade gebrauchen bla bla bla so irgendwas da wird's dann richtig schwieriger.

01:27:42: also ja vorher vorherklären finde ich und nach meiner Erfahrung haben ältere Menschen in Anführungszeichen sich häufig schon Gedanken darüber gemacht und die sind Ganz klar darin zu sagen, ich hätte gerne das so und so.

01:27:59: Ich will einen orangenen Sack haben der dies, dass jenes und der und er soll kommen oder nicht kommen.

01:28:05: Die haben ganz klare Vorstellungen die man nicht unbedingt teilen muss.

01:28:09: Ganz klar kann man ja auch noch mal darüber diskutieren.

01:28:14: aber oft bin oft überrascht wie klar ältere Menschen sind.

01:28:20: Man muss ja einfach nur fragen.

01:28:21: Genau, du musst das natürlich... Das ist super schön wenn die sich für sich klar sind.

01:28:24: aber wenn es nicht irgendwo dokumentiert, das hilft am Ende auch nicht.

01:28:27: oder wenn wir Tobel gesprochen einmal drüber sprechen kann ja schon reichen tatsächlich.

01:28:31: Also die Vermögenswerte sind im Testament geklärt oder rechtlich geklärt?

01:28:37: Aber das mit der Star Trek-Uniform, das steht halt nirgendwo.

01:28:39: Ja!

01:28:40: Das ist ein erstaunlich gutes Beispiel auch weil du gerade so im Nehmensatz anklingen lassen hast wer soll denn eigentlich zur Beerdigung kommen?

01:28:46: Ich weiß es zum Beispiel, ich weiß gar nicht wie ich's verraten darf, mach' jetzt einfach Vater.

01:28:49: sorry wenn ichs nicht hätte verratend dürfen.

01:28:51: aber mein Vater hat immer schon da waren wir ja als Kinder und gesagt er will nicht dass traurige Musik gespielt wird an diesem Tag.

01:28:57: Der ist für ihn Nogo, der will irgendwas Stimmungsvolles haben was die Leute auch fröhlich entlässt weil es geht weiter So...und das ist für mich total klar.

01:29:08: Kann der auch den Bestattungswunsch meines Vaters, könnte ich dir sagen mache ich aber wenn die Mikros aus sind.

01:29:13: Wir bewegen uns am Rande der Legalität was er sich da so vorstellt und deswegen kann ich das hier nicht einmal raus passen.

01:29:21: Es hat mit einem Flugzeug zu tun auf jeden Fall.

01:29:24: Aber dass ist einfach klar diese Ideen gibt's Das ist manchmal auch dann gar nicht so bescheuert dieses Thema.

01:29:31: Man kann ja schon sagen, hast du noch alle Latten am Zaun?

01:29:34: Also wie soll das denn funktionieren?

01:29:35: Aber einfach dass da auch mal darüber gesprochen ist und es muss kein tief trauriges Gespräch sein aber dass man zumindest auch nochmal so versteht was ist dem anderen eigentlich wichtig?

01:29:47: Ich finde generell mag das diese Folge die wir gemacht haben jetzt diese Folgen muss man hier sagen dass die Nummer sehr zum Nachdenken anregen, weil man ja so seine eigene Familienkonstellation kennt.

01:29:58: Und wir haben heute aber ja noch mal welche beschrieben, die vielleicht auch ein bisschen anders sind und ich finde das ist sehr zu reflektieren und zum nachdenken nochmal anregt wie es eigentlich bei mir Und gibt's vielleicht, egal wie die Situation gerade ist.

01:30:11: Gibt es vielleicht etwas was ich da mal hinterlegen möchte?

01:30:13: So mehr oder weniger gibt's was worüber wir doch mal noch sprechen sollten.

01:30:16: Es gibt unausgesprochen Themen.

01:30:20: Ich finde mit selber nochmal sehr bewusst geworden in diesen paar Stunden, die wir jetzt hier in diesem Studio verbracht haben dass man das sich lohnt darauf zu gucken und sich damit zu beschäftigen auch wenn das irgendwie nervig ist.

01:30:34: So deprimierendes ist der Tod kommt

01:30:36: ja

01:30:36: früher oder später Und früher oder später wird es Hinterbliebene geben.

01:30:41: Menschen, die einen geliebt haben, den man liebt und an denen möchte man das ja so einfach wie möglich auch machen.

01:30:49: Da tut sich bei mir immer eine ganz kontroverse Frage auf wo ich merke da diese Klarheit, die ich vorhin angesprochen habe, die ältere Menschen oft haben, die wir dann ein bisschen zerbröselt aber so ein bisschen angegriffen weil ich immer sage die Gedanken, die du dir gemacht hast hast dich gemacht oder auch über die Angehörigen, weil die Leute sind sich selbst für.

01:31:15: ich will das so und so haben.

01:31:17: Aber was?

01:31:20: Du bist ja gar nicht mehr da.

01:31:21: also du machst es jetzt für eine Zeit wo du weg bist.

01:31:26: Und was haben denn dann deine Angehöre denn davon?

01:31:28: wie erleben die denn dass zum Beispiel Ich persönlich bin jetzt jemand der gerne auf den Friedhof gehen würde dort an einem Grab trauern zu können Wenn jemand sagt, ich möchte in einem Friedwald beerdigt werden.

01:31:43: Irgendwo ein Loch rein mit der Urne und nirgendwo einen Schild.

01:31:47: Ich bin einfach nur weg.

01:31:49: Dann wird mir als Angehörigen die Chance genommen dahin zu stehen und zu trauern.

01:31:54: Und ich hab den Rest meines Lebens keine Möglichkeit mehr zu trauen.

01:31:58: Das wird mir genommen.

01:32:00: Wer ... Also...

01:32:02: Ja ja ja?

01:32:03: Ich

01:32:03: kann das aber demjenigen nicht vorschreiben oder die will so beerdigt werden ist der Wunsch!

01:32:09: Ich stelle einfach die Frage in den Raum.

01:32:11: Willst du das deinen Angehörigen antun, dass du deinen Willen durchsetzt?

01:32:14: Der ja nachher... Du bestrafst deine Angehöregen.

01:32:18: Also es ist hartes Wort aber du bestrafest deine An gehörigen damit.

01:32:23: Ja ich weiß nicht ob ich das teile!

01:32:26: Ich weiß nicht, ob ich die Beobachtung mitgebe weil also dann muss man eine eigene Folge zu machen glaube ich, weil die Frage ist ja komplett berechtigt.

01:32:34: so für wen machst du's?

01:32:35: und irgendwie nicht mehr nur noch für dich.

01:32:39: Aber wenn das dein Wille ist, ist es nicht vielleicht auch der letzte Wille, das einfach so zu machen und zu sagen ich möchte das aber so.

01:32:50: Und ein bisschen zu sagen... Es ist nicht mein Problem!

01:32:54: Was die Angehörigen machen, die müssen halt kreativ werden und dann müssten sie sich vielleicht zu Hause in Altar hinbauen oder so.

01:33:00: Keine Ahnung als ihren Platz wo Sie trauen können.

01:33:03: Also ich finde es wirklich ... Wenn ich davon ausgehe dass ich die noch bestrafe, dann mache ich mir ja selber zur Lebzeit einen Druck.

01:33:13: Wo man eigentlich auch sagen könnte... Das ist unfair!

01:33:17: Es ist unfair das dieser Druck den anderen, dieses Problem nenn ich's mal, das andere hätten jetzt wieder bei mir landet plötzlich weil das ist doch mein Wunsch.

01:33:25: Aber warum ist dein Wunsch?

01:33:27: Genau, und da teile ich deine Einschätzung total das mal zu hinterfragen.

01:33:32: Und zu sagen mache ich es nur aus Trotz oder mache ich das nur weil ich da keinen Bock habe dass die auf den Frieden geht.

01:33:38: Da gehe ich total mit.

01:33:45: An dem was du gerade eben gesagt hast möchte ich anknüpfen.

01:33:47: Es ist mir doch egal Was die angehören?

01:33:50: Ja, aber wenn ich so eine Familie mir wünsche.

01:33:52: Wie

01:33:52: sie

01:33:52: jetzt diskutiert haben.

01:33:54: Die sich umeinander sorgt und dann zu sagen ... Aber da hab' ich keinen Bock mehr!

01:33:57: Dann sollen Sie alle machen was wir wollen.

01:34:00: Nee.

01:34:00: Das ist ein Gesamtkonzept.

01:34:03: Da geb' mich der komplett recht natürlich.

01:34:04: Also klar... Ich kann nicht Wasser predigen oder Wein trinken.

01:34:08: So das ist total klar.

01:34:11: Ich finde es eine schwere Frage.

01:34:15: Und meine Erfahrung ist, wenn man das anspricht und das hinterfragt oder ihn infrage stellt hey dein Wunsch berücksichtigt das auch deine Kinder?

01:34:21: Zumindest sich mal die Gegenseite auch anzuhören zu sagen hey Papa dann haben wir klar dass wir denn kein Ort haben.

01:34:27: wenn du anonym bestattet das wird nicht dass wir keinen angaben und dann könnte man natürlich auch wieder darüber sprechen und sagen ja dann baut mich als Statue nach oder weiß der Teufel was.

01:34:35: so.

01:34:36: Da erlebe ich oft die Klarheit, die dann macht.

01:34:39: Ich will das so haben und es ist mein Wunsch und das ziehe ich durch.

01:34:42: So da kommt ganz oft ein kleiner Egoismus hervor.

01:34:47: Wo man darüber diskutieren kann, ist der berechtigt?

01:34:49: So wie du gerade eben gesagt hast, ist er berechtigend weil es ist dein Wunsch

01:34:53: Und ist es wie ich der Wunsch oder ist das einfach eine Sturheit am Ende?

01:34:57: Ja, ja.

01:34:58: Da bin ich zu hundert Prozent bei dir, dass man sich darüber mal Gedanken macht und es kann ja dann auch trotzdem ne bewusste Entscheidung sein, nee, ich will den nochmal richtig einen mitgeben.

01:35:06: So, kann ja sein!

01:35:08: Dann ist es ja auch okay so...

01:35:10: Ja oder bei mir jetzt meine Eltern die wollen unbedingt in meeres Leben leichter machen Die sagen ja gut ich will kein grab das du pflegen musst.

01:35:22: Ich will dass alles des primorium gar nicht.

01:35:25: Du sollst keine arbeit damit haben.

01:35:26: junge überlegt ihr mal die muss jede woche auf den friedhof und dann sind die blumen schräg und was sagen denn die leute?

01:35:31: Und die kärze brennt nicht und bla bla.

01:35:33: alles wollen wir dir alles ersparen.

01:35:35: Wir wollen einfach gar keinen grab haben.

01:35:37: Ja,

01:35:37: dann sage ich aber ich will doch etwas wo ich hingehen kann.

01:35:39: Ich würde es doch gerne machen

01:35:41: Und das ist jetzt genau der Punkt, den ich meinte.

01:35:44: Du machst dir plötzlich einen Druck, den du eigentlich nicht mehr haben solltest.

01:35:48: und jetzt im Fall deiner Eltern in diesem Beispiel genau umgekehrt weil die sagen ah nee dann muss der Junge da immerhin und die Blumen und Gießen und jetzt sowieso regnet dem Sommer eh nicht mehr usw.

01:35:58: Aber lässt ihr außer Acht?

01:36:00: dir das vielleicht gar nichts ausmacht und deswegen das teile ich zu hundert prozent drüber sprechen, drüber sprechen, drübersprechen.

01:36:07: Dass diese Entscheidungen du triffst die ja dann eh du müsstest hier e treffen.

01:36:11: am ende aber dass man es zumindest in der richtung hat wir hätten dies gewünscht und dass du eben auch sagen kannst Aber Eltern das macht mir nichts aus Ich mache das sogar gerne ich will das sogar.

01:36:20: ich habe dann sogar eine Aufgabe die mich mit euch verbindet oder so.

01:36:25: Aber das ist menschliche Kommunikation, wenn wir noch mal sechs Folgen zu machen.

01:36:29: Weil es ja genau das ist ... Anzunehmen dass jemand anders schon gleich denkt wie du oder dass jemand anderes schon weiß oder vermutet was du denkst ist immer falsch weil das funktioniert nicht.

01:36:40: Das wüsste ich nicht wo das mal gut funktioniert hätte.

01:36:44: Ein schönes Beispiel Ehen.

01:36:47: Ich dachte, du kochst.

01:36:48: Ich glaube das einfachste Beispiel, dass sie jeder sofort nachvollziehen kann.

01:36:52: Wir haben doch gestern gesprochen ja aber ich habe es so interpretiert genau und deswegen muss er auf den Tisch liegen.

01:36:59: Du hast angesprochen Marc hast noch Lust auf eine lustige Geschichte zum Abschluss?

01:37:02: Dass wir hier nicht ganz...

01:37:04: Ich dachte wir haben uns die Folge beerdigt damit und passt aber der Hau raus.

01:37:07: Ja

01:37:08: ich hab noch ne lustige geschichte weil du gerade gesagt hast du hast zu Hause ein Ordner da weiß jeder muss er nur rausziehen aus dem Schrank und findet dann alles.

01:37:17: Da hätt ich erstmal eine Frage dazu, Sachen die deine Wohnungen betreffen?

01:37:22: Wo werden sie einsortiert?

01:37:27: oder deine Immobilie, deine Wohnung also alles... Hast du ein Mietvertrag oder so Grundbuchzeug?

01:37:35: Natürlich hab' ich Eigentum.

01:37:36: Okay klar, da klare ich nicht mehr.

01:37:39: Ist ja kein Geringverdiener wie ich der hier zur Miete wohnt, also Himmels Willen!

01:37:44: Okay, dazu gibt es ja Unterlagen.

01:37:45: Es gibt Unterlagen.

01:37:46: da gibt's einen Ordner natürlich.

01:37:48: Einen eigenen Ordner dafür?

01:37:50: Ja.

01:37:50: Ah, okay.

01:37:52: Pass auf ich hab nämlich auch so ein Ordner und in meinem Ordner ist das aber ziemlich lustig.

01:37:58: und es gibt wirklich eine witzige Geschichte weil in meinem ordner Ist es manchmal so, dass z.B.

01:38:04: Sachen die die Wohnung betreffen bei weh wie Wohnungen einsortiert werden in diesem Register?

01:38:09: Der Mietvertrag aber beispielsweise beim M-Wie-Mietvertragen.

01:38:12: So also das ist mal her du guckst schon wie bist das hier bei Marc, klappt hier gerade die Kinder runter und er guckt mich mit ein bisschen traurigen Augen auch an.

01:38:22: oder anderes Beispiel Versicherungen natürlich bei V, außer die Rentenversicherung.

01:38:27: Die ist natürlich bei R wie Renten-Versicherung und die Haftpflichtversicherungssachen sind bei HW haftpflicht versichern Und das ist wie dieser Ordner aufgebaut ist.

01:38:36: Jetzt stand ich dieses Jahr im Urlaub und hatte meine Kreditkartenpin nicht bzw.. Ich hatte nur die alte weil sie hat dem Januar gewechselt und ich hatte nur eine alte Pin im Kopf.

01:38:46: so und dann wusste sich aber es gibt irgendwo zu Hause... ...die neue pin.

01:38:51: Und dann hab ich tatsächlich aus Sizilien heraus eine sehr gute Freundin angerufen und gebeten, in meine Wohnung zu fahren.

01:39:00: Und diese Pinnen für mich rauszusuchen, weil die sonst nicht an den Mietwagen gekommen wären...

01:39:04: ...und jetzt dass du irre bist?

01:39:06: Die stand an diesem Ordner.

01:39:08: und dann habe ich gesagt ja also du könntest mal gucken ob das bei Babybank ist.

01:39:14: Ja ne da is nix!

01:39:15: Dann hab ich gesagt okay dann geh mal zu dem Buchstaben Der Name der Bank, da könnte es auch sein.

01:39:22: Ja, da war auch nichts.

01:39:22: Dann habe ich gesagt okay bei K wie kreditkarte vielleicht?

01:39:27: Da war's auch nicht.

01:39:27: und dann hab' ich gesagt Okay Es gibt in meinem Büro noch eine Schublade Und den.

01:39:32: einer dieser schubladen ist wahrscheinlich ne klarsichtfolie und in dieser glasichtfolien Ist ein briefkuwer gefaltet und in diesem briefkuwer andere briefkuwers nochmal Und ganz viele andere Karten und irgendwo da dabei könnt auch die Pin stehen.

01:39:48: Die ist natürlich diese Wohnung, die hält mich für komplett bekloppt glaube ich.

01:39:53: Und tatsächlich war da dann aber die Pinnen.

01:39:55: also das ist auch wie man seine Sachen organisieren kann.

01:39:58: Das ist mir jetzt vorhin als du gesagt hast, dass ich bin super strukturiert, das ist mir die Geschichte eingefallen und dachte ich, die erzählte ja noch zum Ende hin.

01:40:04: Ich hab den Mietwagen einen Tag später übrigens auch bekommen weil es ging sich an dem Trag tatsächlich nicht mehr aus.

01:40:12: Ich find auch gut strukturiert, hab auch einen Ordner für alles.

01:40:15: Okay ... ja.

01:40:16: Mhmh... ich erlebe grad körperliche Schmerzen, wenn ich das so vorstelle!

01:40:23: Was war

01:40:23: der richtig an mir?

01:40:24: Oh Gott!

01:40:27: Da findet ja niemand irgendetwas.

01:40:29: Das ist so.

01:40:31: Ja, das is so.

01:40:32: Der tut irgendwie im Krankenhaus John Doe und du wirst irgendwo kriegst anonymes Grab weil von dir keiner weiß wer du bist.

01:40:40: Niemand findet irgendwas von dir.

01:40:43: Der Mietvertrag ist bei MV-Mietvertragen.

01:40:47: Interessant, weil ja, Krankenversicherung ist bei Kavikrankenkasse nicht bei VW-Versicherungen.

01:40:53: Nee es gibt dir recht, das ist schwierig.

01:40:55: Du hast

01:40:56: eine Wohnung und du hast einen Ordner?

01:40:59: Ja!

01:41:01: Ich weiß nicht wie du das Handhabst.

01:41:02: bei Rückfragen wenn jemand Fragen hat...

01:41:05: Vor allem.

01:41:07: Wenn ihr wissen wollt, wie A kommt ihr zur Eigentum?

01:41:09: und B, wie strukturiert ihr euch?

01:41:12: Ist Marc die richtige Adresse?

01:41:13: Ich schreibe deine Adresse in die Show Notes.

01:41:17: Absolut kein Problem!

01:41:20: gilt was immer gilt, Fragen und so weiter.

01:41:23: Hinweise auch wenn ihr sagt hey das teilen wir eure Einschätzung gar nicht oder teile ich eure Einsetzung gar nicht?

01:41:29: Oder seid ihr bekloppt?

01:41:30: das sozusagen haut es gerne in die Kommentare.

01:41:32: Freuen wir uns freuen uns natürlich auch diese Sachen zu diskutieren.

01:41:35: Wir bringen hier immer nur eine oder zwei Perspektiven mit und sind dann natürlich offen.

01:41:40: also nutzt das gerne in den Kommentaren.

01:41:42: schreibt bei Insta wie auch immer freuen wir uns immer drüber absolut.

01:41:45: Also gerade diese Perspektiven sind für mich sehr wichtig, weil wir hier auf ganz viele Leute auch treffen im Zuge dieser Einsätze.

01:41:53: Die ja auch ihre Perspektive haben und wenn ich immer mit meinem festgelegten Denken irgendwo hingehe, werde ich einfach nicht den Erfolg haben.

01:42:00: Nicht immer!

01:42:01: Und wenn ich Perspektives kennenlerne dann gerne!

01:42:04: Wunderschöner Schlusssatz!

01:42:05: Danke dir Marc!

01:42:05: Gerne.

01:42:10: Und das waren sie, die beiden Folgen mit Marc Fleischer.

01:42:13: Zwei Folgen in denen wir euch ziemlich intensiv mit in unsere Arbeit in der Krisenintervention genommen

01:42:18: haben

01:42:19: und vielleicht ist euch beim Zuhören etwas aufgefallen dass auch mich immer und immer wieder beschäftigt.

01:42:23: Wir haben oft eine ziemlich klare Vorstellung davon wie Menschen in einer Krise miteinander umgehen sollten Das Familien beispielsweise zusammenhalten Dass sie füreinander da sind, dass sie sich gegenseitig auffangen wenn plötzlich alles zusammenbricht und all das.

01:42:38: aber So einfach ist es eben nicht immer.

01:42:41: Manchmal reagieren Menschen vollkommen unterschiedlich, manchmal kommen Konflikte zum Vorschein die schon lange vorher da waren und manchmal stehen Menschen im selben Raum haben gerade dasselbe verloren und finden trotzdem keinen Zugang zueinander.

01:42:56: Ich glaube diese beiden Einsätze zeigen ganz gut warum's in der Krisenintervention keine einfachen Antworten gibt Warum wir nicht immer etwas lösen können, warum wir manchmal Entscheidungen treffen müssen ohne zu wissen ob es die richtigen sind und warum es so wichtig ist nicht vorschnell zu bewerten wie andere Menschen mit einer Krise umgehen.

01:43:17: Und vielleicht ist das auch ein Gedanke, den ihr aus diesen beiden Folgen für euren eigenen Alltag mitnehmen könnt.

01:43:23: Das wird nicht immer verstehen müssen warum jemand gerade so reagiert wie er reagiert?

01:43:28: Dass wir nicht auf alles eine Antwort haben brauchen und dass es manchmal schon unglaublich viel wert sein kann einfach da zu sein!

01:43:37: Bevor ich mich jetzt aber verabschiede, habe ich natürlich wie immer noch eine Bitte an euch.

01:43:41: Wenn euch diese beiden Folgen gefallen haben – wenn sie euch zum Nachdenken gebracht haben oder ihr vielleicht sogar etwas für euch mitnehmen konntet, dann unterstützt diesen Podcast gerne, abonniert und plötzlich Krise auf der Plattform, auf der ihr ihn gerade hört.

01:43:55: lasst gerne ne Bewertung da und teilt die Folge mit allen Menschen, für die die Einblicke ebenfalls interessant sein könnten!

01:44:01: Und vor allem schreibt mir gerne.

01:44:03: Vielleicht habt ihr selbst schon mal erlebt, dass Menschen innerhalb einer Familie vollkommen unterschiedlich auf eine Krise reagiert haben?

01:44:14: Das hätte ich ganz anders gemacht.

01:44:16: Dann freue mich wirklich über eure Gedanken als Kommentar oder über Instagram unter und plötzlich Unterstrich-Krise, denn genau darum geht es mir in diesem Podcast nicht darum auf alles eine Antwort zu haben sondern miteinander ins Nachdenken und ins Gespräch zu kommen!

01:44:31: Mein Dank gilt neben euch natürlich auch Marc der seine Erfahrungen und seine Unsicherheiten in diesen beiden Folgen so offen mit uns geteilt hat.

01:44:38: Ich danke euch aber natürlich fürs Zuhören, ich bin Florian D. Weber und das war unplötzlich Krise!

01:44:43: Ich freue mich wenn ihr auch in zwei Wochen mit dabei seid und sagt bis dahin machts gut.

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